Chapter 4 of 4 · 589 words · ~3 min read

Part 4

Vor der Reformation war der Chor durch einen schlicht gehaltenen gotischen Lettner abgeschlossen, wurde aber bei Einrichtung der Kirche für den protestantischen Kultus gegen das Langhaus zu geöffnet. Damals ist auch der gerade erst wenige Jahrzehnte zuvor auf den Zwinger der Stadtmauer herausgeschobene Chorabschluß beseitigt und durch eine einfache Wand mit einem großen Fenster ersetzt worden. Die an die linke Seitenschiffwand angebauten Kapellen sind zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts abgetragen worden, und die zahlreichen Epitaphien von Angehörigen der Universität, sowie einige Denkmäler aus der Periode der Dominikaner hat man darauf zum Teil im Kreuzgange aufgestellt, zum Teil aber, so gut es ging, an den hohen Schranken angebracht, die den Hauptchor von den Nebenchören trennen. Dort bieten sie sich aber, in enger Folge aneinandergedrängt, dem Beschauer nicht allzu günstig dar. Das ist um so bedauerlicher, als sich unter ihnen hervorragende Werke aus fünf Jahrhunderten befinden, die mehr als lokales Interesse beanspruchen dürfen, angefangen von der buntbemalten hölzernen Statue des 1307 in Leipzig ermordeten Markgrafen Dietzmann, die mit dem heute vor dem rechten Nebenchor aufgestellten Sitzbild des heiligen Dominikus der bedeutendste Zeuge des hohen Standes der Leipziger Plastik im vierzehnten Jahrhundert ist. Aus den folgenden Jahrhunderten stammen schöne bronzene Grabplatten und Epitaphien in den strengen Formen der Renaissance und daneben in den kühnen, gewaltig bewegten des Barock. Der große Wandelaltar aus dem Beginn des sechzehnten Jahrhunderts ist neuerdings sorgfältig restauriert und ergänzt worden, und sein geschnitzter Hauptteil hat auf dem Altarplatz im Chor seine Stelle gefunden, während man die gemalten Flügel im Nordchor untergebracht hat.

[Illustration: Abb. 12. =Paulinerkirche.= Epitaph des Dr. Joachim von Kneitlingen (1553)]

[Illustration: Abb. 13. =Paulinerkirche.= Rest des Kreuzganges mit Grabsteinen]

Nach dem Augustusplatze zu zeigt die Kirche jetzt eine moderne gotische Fassade in den etwas spielerischen Formen einer nur wissenschaftlich erfaßten Gotik, während das Eingangsportal noch seine reizvolle ionische Vorhalle aus dem achtzehnten Jahrhundert bewahrt hat.

[Illustration: Abb. 14. =Paulinerkirche.= Grabmal des Ritters Nickel Pflug († 1482)]

[Illustration: Abb. 15. =Paulinerkirche.= Westportal (um 1700)]

Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Dr. Friedrich Schulze, Leipzig – Photographische Eigenaufnahmen des Heimatschutzes: Max Nowak – Druck: Lehmannsche Buchdruckerei – Klischees von Römmler & Jonas, Markert & Sohn, sämtlich in Dresden

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Dresden, im September 1925.

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Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Dresdner Vorträge 1925

Vereinshaus, Zinzendorfstraße

abends 8 Uhr

1. Reihe

Montag, den 5. Oktober: _Filmvortrag »Mit den Zugvögeln nach Afrika«_, Prof. Dr. Neumann, Dresden.

Montag, den 12. Oktober: _Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens Vorzeit«_, Dr. Bierbaum, Dresden.

Montag, den 19. Oktober: _»Legende von der schönen Lau«, von Mörike._ Alice Verden, Mitglied der Staatstheater

Montag, den 26. Oktober: _Lichtbildervortrag: »Sächsisches Lachen«_, nach alten Stichen, Bilderbogen und Zeichnungen. Kurt Arnold Findeisen, Dresden

Montag, den 2. November: _Wagner-Abend._ Kammersänger Fritz Vogelstrom, Dresden. Am Blüthner-Flügel: Kapellmeister Striegler

Eintrittskarten: unnumeriert 4.-- M. numeriert 6.-- M.

nur im

Heimatschutz, Dresden-A.

Schießgasse 24

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Weitere Anmerkungen zur Transkription

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Korrekturen:

S. 310: Wertfassade → Westfassade Doch hat die massige {Westfassade} mit