Chapter 2 of 2 · 2274 words · ~11 min read

Part 2

Und würdest vor Bescheidenheit Zu atmen ganz vergessen — So wärst du nach dem Alphabet Von Asthma schon besessen.

Doch Gott sei Dank — das Übel kommt Erst in beleibten Jahren, Und wer es fühlt, der greife rasch Zum Wasserheilverfahren.

Nach Ober-, Knie- und Rückenguß, Halbbad und Barfußlaufen Und Voll- und Sitzbad wirst du bald Ganz urgemütlich schnaufen.

Wer hat dies feine Lied erdacht Für Kind und Kindeskinder? Ein Freund des Wassers hat’s gemacht. Man nennt ihn Alois Binder.

[Illustration]

Blasenstein.

Der Mensch mag noch so glücklich sein, Auf einmal kommt der Blasenstein. Dann heißt’s, auf Mittag, Abend, Morgen Für warmes Zinnkrautsitzbad sorgen, Und Zinnkrautthee vor jedem Bad In eine Schale ist probat. Doch trink’ ihn nicht zu heiß hinein Er könnte dir sonst schädlich sein.

[Illustration]

Congestionen.

Der Umstand, daß du ledig bist, Vermag mich wohl zu hindern, Zu fragen, wie’s dem Weibchen geht Und deinen lieben Kindern:

Hingegen, wie’s dir selber geht, Dem stolzen Junggesellen, Und ob du’s wohl noch lange bleibst — ~Die~ Frage muß ich stellen!

Greifst du nur stets ins Saitenspiel Und niemals an ein Mieder? Lockt dich kein and’rer Rhythmus je, Als der im Bau der Lieder?

Suchst du das edle Ebenmaß, Das hohe himmlisch Schöne In anderer Verschmelzung nie Als nur in der der Töne?

Den schönen Sinn in schöner Form Beseligend verbunden — Hast dies Geheimnis du sonst nie Als in Musik gefunden?

Willst du nur stets den Schreibekiel Und nie die Lippen spitzen? Willst du nur bei dem Kadhi stets, Nie bei der Kathi sitzen?

Jahraus, jahrein Congestion — Ist das ein Lebenswandel? Entweder wähl’ ein Weibchen Dir — Oder den spanischen Mantel.

[Illustration]

Dichteritis.

Als ich kaum mein Wasserepos Einigen Freunden still vertraut, Wurde schnell mein Ruhm als Dichter In dem ganzen Städtchen laut.

Und bereits nach einigen Tagen Kam ein Jüngling auf mein Zimmer, Sprach im Anfang ganz verständig, Aber plötzlich ward er schlimmer,

Denn sein Mund verzog sich schief, Teuflisch, wahrhaft bestialisch, Und ein kühn gezuckter Griff Hob das Haupthaar genialisch,

Und aus einer großen Tasche Auf der Brust zog er mit Ruh’ Seine Kinder, seine Lieder — O, dies schlimme Känguruh!

Bleich, jedoch mit beiden Händen Schleppt’ ich ihn zur Wasserleitung Und versetzt’ ihm einen Kopfguß Ohne weitere Vorbereitung.

[Illustration]

Geburten.

Als Übel, d’rob schon viele murrten, Sind uns geläufig die Geburten. Sie waren schon seit alten Zeiten Aus Gründen nicht gut zu vermeiden. Wer nicht beginnt, sich abzuhärten, Der kann da leicht entmutigt werden. Das Halb- und Ganzbad ist deswegen Dem Weib ein ganz besond’rer Segen.

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Gemütsleiden.

Ein junger Praktikant War so verliebt wie nie. Er hieß mit Namen Hildebrand Und sie Fräulein Sophie.

Der reiche Herr Papa War filzig und gemein, Und als sie baten um sein Ja, Sprach er natürlich Nein.

Das zog der Praktikant Sich schrecklich zu Gemüt, Und eh’ ein Vierteljahr entschwand, War er beinah’ verblüht.

Da las er einst im Kneipp Und schöpfte frischen Mut; Das Halbbad für den Unterleib That ihm vortrefflich gut.

Moral:

Statt daß du dich erhängst, Versöhn’ dich mit der Welt! Herr Hildebrand ist nun schon längst Pragmatisch angestellt.

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Gicht.

Die Dichter seh’n von höhern Zinnen Als von dem Zinnkrug in die Welt, Und was die Menge roh benamset, Benennen jene feingewählt.

Doch dieser Unterschied verschwindet Auf einmal angesichts der Gicht, Und beiden spendet gleiche Labung Das Wort: Mensch, ärgere dich nicht!

Und beiden spendet gleiche Lind’rung Der Heudampf, jener Feind der Gicht. Doch ist man reich und eigensinnig, Dann hilft auch dieser Heudampf nicht.

[Illustration]

Hämorrhoiden.

Ein junger Herr Philologus War ein Hämorrhoidarius. Ein solcher armer Teufel ist Gewöhniglich ein Pessimist, Das kommt, weil von dem vielen Hocken Die Blutgefäße ihm verstocken. Er kauert stets in Bibliotheken Vor schweineledernen Scharteken, Irgend welchen unbekannten Halbverschimmelten Folianten, Oder einem Manuscript, Das eine neue Lesart gibt. Das Sitzbad that ihn rasch kurieren, Jetzt kann er wieder fortstudieren.

[Illustration]

Heiserkeit.

Spricht jemand plötzlich rauh und leiser, So weiß man, die Person ist heiser. In solchem Falle laß’ ich sie Im Wasser steh’n bis an die Knie’, Und auch die Händ’ ins Wasser halten Das hilft bei Jungen und bei Alten. Hilft dies nicht, mach’ es umgekehrt, Da Abwechslung sich oft bewährt.

[Illustration]

Husten.

Ich kenne Leute, die vor Husten, Sich oft nicht mehr zu helfen wußten. Doch wenn sie erst sich abzuhärten Genau beflissen sind, so werden Die einen später, die andern bälder, Um manches weitere Jährchen älter, Und wenn sie immer so weiter fahren, Bringen sie’s noch zu Jubilaren.

[Illustration]

Hypochondrie.

Der Zustand eines Hypochonders Erweckt mein Mitleid ganz besonders, Drum rat’ ich ihm als Rettungsmittel Die sieben Abhärtungskapitel, Dann werden Geist und Körper frisch Und geh’n mit Appetit zu Tisch. Den Sokrates, den alten Denker, Verwünschte oft sein Weib zum Henker; Ihm war ein jeder Mensch zu schlecht, Und nichts im Hause war ihm recht. Doch war er selber viel zu klug, Und so erkannt’ er bald genug, Daß er sich selbst kurieren müsse, Gewöhnte sich an bloße Füße Und ging damit im Schnee herum Vor seinem griechischen Publikum. Nur war, wie häufig manchesmal, Veraltet schon sein Krankheitsfall, Und trotz der strengen Abhärtmittel Half nicht mehr dieses Kneippkapitel, Und als er einst zu Haus krakehlte Und auf die besten Bissen schmälte Und endlich mürrisch sich empfahl, Da goß Xantippe genial Vom Fenster noch ihm über’s Haupt Ein Schaff voll Wasser. Wer’s nicht glaubt, Der merke, daß dies Kaltbad schon Geschildert wird von Xenophon. Besonders allen Junggesellen Läßt sich das Kaltbad — warm empfehlen.

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Kalte Füße.

Ein Handwerksbursche, welcher fror, Kam morgens an ein Gartenthor Und sah am Boden — sonderbar — Ein Socken- und ein Stiefelpaar. Der Aberglaube dieses Lümmels Hielt das für einen Wink des Himmels, Und ohne daß er sich besann, Zog er die Strümpf’ und Stiefel an. Nach einiger Zeit trat unter’s Thor, Des Dorfes Pfarrherr barfuß vor Und fand daselbst — wie sonderbar! Nichts als ein lumpiges Stiefelpaar, Und erst nach einigem Stirnerunzeln Begriff er es und mußte schmunzeln: »Der Kerl hat durch mein Kneippverhalten Unfehlbar warme Füß’ erhalten!«

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Kurzsichtigkeit.

Der Bauer steht vor seinem Feld Und zieht die Stirne kraus in Falten; »Ich hab’ den Acker wohl bestellt, »Auf reine Aussaat streng gehalten — »Nun seh’ mir ein’s den Stadtfrack an! »Was hat denn der im Feld gethan?!«

Da kommt der Stadtfrack hochbeglückt, Die Füße nackt bis an die Waden; Am Feldweg er sich niederbückt, Und ganz, wie Kneipp ihm angeraten, Ergreift er schleunig Schuh’ und Socken, Und findet sie noch ziemlich trocken.

Da wird’s dem biedern Bauersmann Im Oberstübchen ziemlich helle; Er fährt den armen Stadtfrack an Und packt ihn an der Gurgel schnelle: »Ist denn ein Kornfeld eine Wiese?? »Putzt anderswo die sauber’n Füße!!«

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Katarrh.

Muse, melde mir ein Mittel, Ob man ohne Wollenkittel, Nur mit Waschung Tag für Tag, Sich vor Schnupfen schützen mag?

Die Muse spricht:

Wer sich fleißig abgehärtet, Bleibt gewöhnlich ungefährdet, Aber dieses Mittelein Schützet dich noch nicht allein!

Nebenbei ermahn’ ich jeden Niemals plötzlich einzutreten In geheizten Aufenthalt, Wenn es draußen ziemlich kalt.

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Verschnupfte sieht man heute viel, Doch ist das gern Komödienspiel. Ein kalter Guß hat da schon oft Kuriert Patienten unverhofft.

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Nierenleiden.

Ihr schaut mich an so stumm und düster, Ihr säftestockigen Bierphilister — Vernahmt ihr denn nicht schon zu Zeiten Das dumpfe Schlagwort »Nierenleiden?«

Da scheint man korpulent und frisch Und so gesund als wie ein Fisch — Und kann nichts thun und kann nicht laufen Und kann nicht schlafen und nicht schnaufen,

Und schaut man gar in den Urin, So ist er dick und Blut darin. Erst durch das Bad mit Haberstroh Und Wickel wird man wieder froh.

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Nervenerschöpfung.

Sitzbad, Knie- und Oberguß Jener Kranke nehmen muß, Der dem Wasserdoktor klagt, Daß ihn Nervenschwäche plagt. Sehr vernünftig wird er handeln, Wenn er sucht, im Schnee zu wandeln. Wenn wir es genau besehen, Wie die Raben und die Krähen Solch’ ein Alter ohne Gleichen Und voll Rüstigkeit erreichen Und es lieben, oft in Haufen Barfuß durch den Schnee zu laufen, Sind wir fast versucht, zu schreiben, Daß die Kerle Kneippkur treiben.

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Ohrensausen.

Ein Fräulein, welches Kaffee trank Im Kreis betagter Damen, Die jede Woche, Gott sei Dank, Sehr frisch zusammenkamen, Klagt eines Tages ungemein, Sie wisse nicht wo aus noch ein Vor lauter Ohrensausen.

Zwar sei sie jenem Damenbund Gar sehr zu Dank verpflichtet, Man höre ja aus deren Mund Getreulich stets berichtet, Was Neues in der Stadt passiert, Wer sich verging, wer sich blamiert, Und wer demnächst verlobt wird.

Allein es könne nicht so schnell In diesen wirren Tönen Ein neugeworbenes Trommelfell Sich völlig eingewöhnen; Sie höre tagelang zu Haus Nach solcher Schlacht ein Sturmgebraus Als wie am Niagara.

»Mein Fräulein, ich gesteh’ es gern, Das Leiden ist verdrießlich, Doch bleiben Sie dem Kaffee fern, Alsdann vergeht es schließlich; Und daß die Heilung gründlich sei, Versuchen Sie noch nebenbei Kaltwaschung vorzunehmen!«

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Rheumatismus.

Das ist im Leben so dumm eingerichtet, Daß rund um uns wir lauter Dornen seh’n, Und wenn der Mensch auch noch so gern verzichtet, So muß er doch einmal darüber geh’n; Besonders wer das Rheuma sich erlesen, Der litt gar oftmals ganz verfluchte Pein — Wär’ ihm die Dampfkur schon bekannt gewesen, So hätt’ er bald gesünder können sein.

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Säuferwahnsinn.

Das Trinken rächt sich dann und wann Sehr bitter durch den Säuferwahn. Dann siehst du öfter ganze Haufen Von Mäusen auf dem Boden laufen, Und schwarze Mücken tanzen immer Vor deinen Augen schlimm und schlimmer; Da beut dir, seinem einstigen Hasser, Gar edle Hilfe gern das Wasser, Und Güsse, Wassersteh’n und Baden Sind rasch und dringend anzuraten.

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Schlaflosigkeit.

Du schwärmst für Wagnermusik, Sie sei so deutsch, so tief; Du kennst aus ihr zwar höchstens Das hörnerne Siegfriedsmotiv,

Oder du trommelst etwa Manchmal zum Zeitvertreibe Der Gattin das Riesenmotiv Auf einer Fensterscheibe —

So nahm dich wohl bis heute Der Umstand noch nicht wunder, Wie denn die Nixen im Rheingold So lang sich halten munter?

Bedenk’, daß von zwei Übeln Ihr ~Wellenbad~ befreit: Die Wellenmädchen von ~Asthma~, Die Hörer von ~Schlaflosigkeit~.

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Schlaganfall.

Ein jeder Mensch muß einmal sterben, Und hat er Geld, so freut’s die Erben, Doch hat er einen ~Schlaganfall~, So hilft ihm Kneipp noch dieses Mal. Gewöhnlich führt ein solcher Zustand Zu Abschied, Pension und Ruhstand. Hier gilt es rasch nach andern Seiten Das Blut vom Kopfe wegzuleiten: Der ~Kopf-~ und ~Fußdampf~ ist probat, Und ebenso das ~warme Bad~. Was sonst noch wirkungsvoll gewesen, Ist leicht bei Kneipp selbst nachzulesen.

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Schwermut.

Wenn in dein Inn’res und den Schmerz der Zeiten Der ernste Geist sich allzu ernst versenket, Und schwarze Dinge sich noch schwärzer denket, Und über alles einen Schleier breitet,

Daß man kein Farbenspiel mehr unterscheidet, Kein Außending uns mehr ein Lächeln schenket — Dann heißt es: Freund, bei Zeiten eingelenket, Daß dieser Zustand nicht noch weiter schreitet!

Denn Schwermut ist ein Leiden ernster Art, Ein Alpdruck, welcher das Gemüt bedrückt, Sich manchmal zwar poetisch offenbart,

Doch öfter noch so viel ist wie verrückt. Wo aber Kneippkur angewendet ward, Ist meistenteils die Heilung rasch geglückt.

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Unterleibsverschleimung.

Man sollte meinen, rasche Räumung Sei gut bei Unterleibsverschleimung! Allein die Heilung durch Gewässer Ist weitaus gründlicher und besser. Nach Knieguß und zwei Obergüssen Wird man im Wasser gehen müssen, Auch Rückenguß und Geh’n im Gras Hilft solchen Kranken immer was.

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Unzufriedenheit.

Gold’ne Zeit, von der wir lesen, Gold’nes Alter des Saturnus — Bist du wirklich schon gewesen, Wie im hesiodischen Turnus?

Willst du wirklich unsern Zeiten Und der Welt im allgemeinen Und uns Deutschen und mir selber Nicht zum zweiten Mal erscheinen?

Komm uns gnadenreich hernieder, Und wir wollen froh dir huldigen Und die alten Dichter nie mehr Plumper Schwindelei beschuldigen.

Komm herab, du gold’nes Alter, Du allein kurierst mich nur, Oder, in Ermangelung deiner, Eine kalte Wasserkur!

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Verfolgungswahn.

»Oheim, Oheim, lieber Oheim, »Sag’, was fliehst du deinen Neffen? »Wenn ich komm, dich anzupumpen, »Bist du nie daheim zu treffen!«

Zweimal hatte schon der Studio Seinem Oheim dies geschrieben, Und die Antwort auf die Frage Ist schon zweimal ausgeblieben.

Ach, er hatte seinem Oheim Etwas Schlimmes angethan — Denn der ewig Angepumpte Litt nun an Verfolgungswahn!

Um des guten Onkels Leiden, Möglichst gründlich zu beenden, Ließ der Arzt »So sollt ihr leben!« Jenem Neffen übersenden.

Und der Neffe, den es rührte, Hat die Lehren wohl beachtet, Hat fortan aus vielen Gründen, Suff und Völlerei verachtet.

Und so ward durch Kneipps Belehrung, Wenn auch mittelbar, allmählich Der bedauernswerte Onkel, Wieder ganz vertrauensselig.

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Wassersucht.

Wohl dem, der bei der Wassersucht Die Hilfe rasch beim Wasser sucht! Die Wassersucht ist ein Gebrest, Das sich sehr leicht vergleichen läßt Mit Pfützen, die bei langem Regen Entsteh’n auf Äckern oder Wegen: Die abgestand’ne faule Pfütze Ist niemals einem Wachstum nütze! So wird als wäss’riger Morast Uns oft der eig’ne Leib zur Last. Doch wenn das Leiden nicht zu alt, Hilft Wickel, Bad und Waschung bald.

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Der nervöse Zeitungsleser.

Das war doch in der letzten Zeit, Fast nimmer auszuhalten, Die Schimpferei und Wühlerei In allen Zeitungsspalten!

Man hangt und bangt in Schwebepein, Inmitten all der Wahlen Des Zentrums und des Deutschfreisinns Und gar der Sozialen!

Die Lärmetrommeln dröhnen da, Und dort die Wahldrommeten, Aus Goethe’s Werken wird citiert, Und alten Bismarckreden!

Drum rat’ ich, rasch nach jedem Blatt Die Kleider abzuwerfen, Zum Rücken-, Kopf- und Oberguß, Das hilft den armen Nerven.

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Schlußworte.

Doch »Nicht zu viel!« sprach Solon schon, Der große Siebenweise. Und Recht hat er! Zur Seite drum Die Leier leg’ ich leise.

Nur einmal mit der Rechten noch, Zum letzten Schlußakkorde, Greif’ ich ins gold’ne Saitenspiel Und singe diese Worte:

»Du Schwachbein, Dünnblut, Grillenfreund, »Verlaß den dumpfen Ofen »Und stähle dich, wie Meister Kneipp »In seinem Wörishofen!«

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