Book XII
discovery of all operations and pos- | sibilities of operations from immortality | (if it were possible) to the meanest | mechanical practice. And therefore | knowledge that tendeth but to satisfaction | is but as a courtesan, which is for | pleasure and not for fruit or generation. | And knowledge that tendeth to profit or | profession or glory is but as the golden | ball thrown before Atalanta{44}, which | 44. The Atalanta myth is treated by while she goeth aside and stoopeth to take | Bacon in DE SAPIENTIA VETERUM (Works, up she hindereth the | vol. VI) | This is the German translation by | Marina Münkler in: Weisheit der Alten, | hrsg. von Philipp Rippel (Frankfurt | a.M: Fischer, 1991): | XXV. Atalanta oder die Gewinnsucht | Atalanta, die für ihre Schnelligkeit | berühmt war, forderte Hippomenes mit | dem Versprechen zum Wettlauf heraus, | daß er sie im Falle seines Sieges zur | Frau nehmen dürfe, im Falle seiner | Niederlage aber sein Leben verwirke. | An Atalantas Sieg schien es keinen | Zweifel geben zu können, da ihre | unübertreffliche Schnelligkeit bereits | durch den Tod zahlreicher Freier unter | Beweis gestellt worden war. Hippomenes | griff deshalb zu einer List. Er | beschaffte sich drei goldene Äpfel, | die er mit sich führte. Das Rennen | begann, Atalanta ging in Führung. Als | Hippomenes sah, daß er zurückfiel, | griff er auf seine List zurück und | warf einen seiner Äpfel so vor sie | hin, daß sie ihn sehen mußte. Er warf | ihn aber nicht direkt vor sie, sondern | ein wenig abseits, damit sie sich | nicht nur bücken, sondern auch ihre | Bahn verlassen mußte. Erfüllt von | weiblicher Gier und angezogen von der | Schönheit der Frucht, verließ sie ihre | Bahn, lief dem Apfel nach und hielt | an, um ihn aufzuheben. In der | Zwischenzeit lief Hippomenes weiter | und ging in Führung. Aufgrund ihrer | natürlichen Schnelligkeit machte | Atalanta den Rückstand jedoch bald | wieder wett und überholte ihn erneut. | Nachdem Hippomenes sie jedoch in | derselben Weise noch ein zweites und | ein drittes Mal vom Weg abbrachte, | gewann er schließlich den Wett!auf, | freilich nicht durch seine Fähigkeit, | sondern durch seine List. | | Diese Sage scheint eine hervorragende | Allegorie über den Wettstreit von | Kunst und Natur zu sein. Denn die | Kunst, die von Atalanta repräsentiert | wird, ist an sich, wenn ihr nichts im | Wege steht, sehr viel schneller als | die Natur, sie ist, wie man sagen | könnte, der bessere Läufer und | erreicht ihr Ziel schneller. Das zeigt | sich an nahezu allen Dingen: Man | sieht, daß sich Obstbäume nur langsam | aus dem Kern, aber sehr viel schneller | durch das Aufpfropfen von Zweigen | entwickeln, daß Lehm sehr langsam zu | Stein wird, während er sehr schnell zu | Stein gebrannt werden kann. Auch die | Sitten betreffend kann man beobachten, | daß es sehr lange dauert, bis durch | die Wohltaten der Natur ein Schmerz | vergessen und Trost gefunden werden | kann, während die Philosophie (die | gleichsam die Kunst zu leben ist), den | Tag nicht abwartet, sondern ihn | vorhersieht und vor Augen führt. Dann | aber wird dieser Vorsprung und die | Fähigkeit der Kunst zum unendlichen | Nachteil der Menschheit, durch jene | goldenen Äpfel behindert. Denn es gibt | keine Wissenschaft oder Kunst, die | ihren wahren und richtigen Weg bis zum | Ziel unbeirrt beibehält. Vielmehr | geschieht es fortwährend, daß die | Künste ihre Unternehmungen auf halbem | Wege unterbrechen, vom Pfad abweichen | und sich wie Atalanta Gewinn und | Nutzen zuwenden: | | "Declinat cursus, aurumque volubile | tollit" (Ovid, Metamorphosen X, 667). | | Und deshalb ist es nicht | verwunderlich, daß es der Kunst nicht | gegeben ist, den Sieg über die Natur | zu erringen und sie nach den | Bedingungen und Regeln des Wettkampfs | zu töten und zu zerstören, sondern sie | im Gegenteil der Natur unterworfen | bleibt, wie das Weib dem Ehemann. | | Charles W. Lemmi (THE CLASSICAL | DEITIES IN BACON. A STUDY IN | MYTHOLOGICAL SYMBOLISM, Baltimore | 1933, repr. New York 1971) says that | Bacon draws on Natalis Comes (Conti) | MYTHOLOGIAE SIVE EXPLICATIONUM | FABULARUM LIBRI X (1551) and on | Boccaccios DE GENEALOGIA DEORUM | (1472). | | Simone Wirthmann comments: | Treatises on classical mythology had a | wide circulation during the | Renaissance because it has been | thought that one might discover in the | stories of the gods and goddesses the | wisdom of the ancients. | It was in Italy, in the sixteenth | century that the Renaissance produced | the most widely known works on the | classic deities. | | One of the most popular books was | Natalis Conti's "MYTHOLOGY", which was | fully as learned as any of its | competitors, pleasanter to read and | incomparably easier to use as a | referencebook. Furthermore, it | systematically interprets every myth | it relates according to a multitude of | authorities. It provides a list of | authorities, an excellent index and | synopses of the interpretations | divided into ethical and physical. | Despite all these new books, which | largely superseded Boccaccio's famous | "DE GENEALOGIIS DEORUM", they were far | from causing it to be forgotten. | | For that reason it is to presume that | Bacon draws on Natalis Comes (Conti) | "MYTHOLOGIAE SIVE EXPLICATIONEM | FABULARUM LIBRI X" (1551) and on | "Boccaccio's De Genealogia | Deorum"(1472) (see Charles W. Lemmi | THE CLASSICAL DEITIES IN BACON. A | STUDY IN MYTHOLOGICAL SYMBOLISM | (Baltimore 1933, repr. New York 1971). race{45}. And knowledge referred to some | 45. Ovid, Metamorphosen,