Chapter 11 of 24 · 3417 words · ~17 min read

Part 11

Un vör ehr stünnen so vele Fürsten un Herzogen. Door güng de Mann tüschen staan un säd: »Fru, büst du nu Kaiser?« -- »Ja,« säd se, »ik bün Kaiser.« Do güng he staan un beseeg se sik so recht, un as he se so'n Flach ansehen hadd, so säd he: »Ach, Fru, watt lett dat schöön, wenn du Kaiser büst.« -- »Mann,« säd se, »wat staitst du door? Ik bün nu Kaiser, nu will ik awerst ook Paabst warden, ga hen tom Butt.« -- »Ach, Fru,« säd de Mann, »watt wulst du man nich? Paabst kannst du nich warden, Paabst is man eenmal in der Kristenhait, dat kann he doch nich maken.« -- »Mann,« säd se, »ik will Paabst warden, ga glyk hen, ik mutt hüüt noch Paabst warden.« -- »Ne, Fru,« säd de Mann, »dat mag ik em nich seggen, dat gait nich good, dat is to groff, tom Paabst kann de Butt nich maken.« -- »Mann, wat Snack!« säd de Fru, »kann he Kaiser maken, kann he ook Paabst maken. Ga foorts hen, ik bünn Kaiser un du büst man myn Mann, wult du wol hengaan?« Do wurr he bang un güng hen, em wöör awerst ganß flau, un zitterd un beewd, un de Knee un de Waden slakkerden em. Un dar streek so'n Wind äwer dat Land, un de Wolken flögen, as dat düster wurr gegen Awend. De Bläder waiden von den Bömern, und dat Water güng und bruusd as kaakd dat, un platschd an dat Aever, un von feern seeg he de Schepen, de schöten in der Noot, un danßden un sprüngen up den Bülgen. Doch wöör de Himmel noch so'n bitten blau in de Midd, awerst an den Syden door toog dat so recht rood up as en swohr Gewitter.

Do güng he recht vörzufft (verzagt) staan in de Angst un säd: »Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in de See, myne Fru de Ilsebill will nich so as ik wol will.« »Na, wat will se denn?« säd de Butt. »Ach,« säd de Mann, »se will Paabst warden.« -- »Ga man hen, se is't all',« säd de Butt. Do güng he hen, un as he door köhm, so wöör dar as en groote Kirch mit luter Pallastens ümgewen. Door drängd he sik dorch dat Volk: inwendig was awer allens mit dausend un dausend Lichtern erleuchtet, un syne Fru wöör in luter Gold gekledet, un seet noch up enem veel högeren Troon, un hadde dre groote gollne Kronen up, un üm ehr dar so veel von geistlykem Staat, un up beyden Syden by ehr door stünnen twe Regen Lichter, dat gröttste so dick un groot as de allergröttste Toorn, bet to dem allerkleensten Käkenlicht; un alle de Kaisers un de Königen de legen vör ehr up de Kne un küßden ehr den Tüffel. »Fru,« säd de Mann un seeg se so recht an, »büst du nu Paabst?« -- »Ja,« säd se, »ik bün Paabst.« Do güng he staan un seeg se recht an, un dat wöör as wenn he in de hell Sunn seeg. As he se do en Flach ansehn hadd, so segt he: »Ach, Fru, wat lett dat schöön, wenn du Paabst büst!« Se seet awerst ganß styf as en Boom, un rüppeld un röhrd sik nich. Do säd he: »Fru, nu sy tofreden, nu du Paabst büst, nu kannst du doch niks meer warden.« -- »Dat will ik my bedenken,« säd de Fru. Mit des güngen se beyde to Bedd, awerst se wöör nich tofreden, un de Girighait leet se nich slapen, se dachd jümmer wat se noch warden wull. De Mann slepp recht good un fast, he hadd den Dag veel lopen, de Fru awerst kunn goor nicht inslapen, un smeet sik von een Syd to der annern de ganße Nacht un dachd man jümmer wat se noch wol warden kunn, un kunn sik doch up niks meer besinnen. Mit des wull de Sünn upgaan, un as se dat Morgenrood seeg, richt'd se sik äwer End im Bedd un seeg door henin, un as se uut dem Fenster de Sünn so herup kamen seeg, »ha,« dachd se, »kunn ik nich ook de Sünn un de Maan upgaan laten?« -- »Mann,« säd se un stöd em mit dem Ellbagen in de Ribben, »waak up, ga hen tom Butt, ik will warden as de lewe Gott.« De Mann was noch meist in'n Slaap, awerst he vörschrock sik so, dat he uut dem Bedd füll.

He meend he hadd sik vörhöörd un reef sik de Ogen uut un säd: »Ach, Fru, wat säd'st du?« -- »Mann,« säd se, »wenn ik nich de Sünn un de Maan kan upgaan laten, un mutt dat so ansehn, dat de Sünn un de Maan upgaan, ik kann dat nich uuthollen, un hebb kene geruhige Stünd meer, dat ik se nich sülwst kann upgaan laten.« Do seeg se em so recht gräsig an, dat em so'n Schudder äwerleep. »Glyk ga hen, ik will warden as de lewe Gott.« -- »Ach, Fru,« säd de Mann, un füll vör eer up de Knee, »dat kann de Butt nich. Kaiser un Paabst kann he maken, ik bidd dy, sla in dy un blyf Paabst.« Do köhm se in de Booshait, de Hoor flögen ehr so wild üm den Kopp, do reet se sik dat Lyfken up, un geef em eens mit dem Foot un schreed: »Ik holl dat nich uut, un holl dat nich länger uut, wult du hengaan?« Do slööpd he sik de Büren an un leep wech as unsinnig. Buten awer güng de Storm, un bruusde dat he kuum up de Föten staan kunn: de Huser un de Bömer waiden um, un de Baarge beewden, un de Felsenstücken rullden in de See, un de Himmel wöör ganß pickswart, un dat dunnerd un blitzd, un de See güng in so hoge swarte Bülgen as Kirchentöörn un as Baarge, un de hadden bawen alle ene witte Kroon von Schuum up. Do schre he, un kun syn egen Woord nich hören: »Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, myne Fru de Ilsebill will nich so as ik wol will.« »Na, wat will se denn?« säd de Butt. »Ach,« säd he, »se will warden as de lewe Gott.« -- »Ga man hen, se sitt all wedder in'n Pißbutt.« Door sitten se noch bet up hüüt un düssen Dag. [Illustration] Dornröschen Vorzeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: »Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!« und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, daß ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: »Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.« Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, daß der König vor Freude sich nicht zu lassen wußte und ein großes Fest anstellte. Er ladete nicht bloß seine Verwandte, Freunde und Bekannte, sondern auch die weisen Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Es waren ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwölf goldene Teller hatte, von welchen sie essen sollten, so mußte eine von ihnen daheim bleiben. Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: Die eine mit Tugend, die andere mit Schönheit, die dritte mit Reichtum, und so mit allem, was auf der Welt zu wünschen ist.

Als elfe ihre Sprüche eben getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, daß sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: »Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen.« Und ohne ein Wort weiter zu sprechen, kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat die zwölfte hervor, die ihren Wunsch noch übrig hatte, und weil sie den bösen Spruch nicht aufheben, sondern nur ihn mildern konnte, so sagte sie: »Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt.« Der König, der sein liebes Kind vor dem Unglück gern bewahren wollte, ließ den Befehl ausgehen, daß alle Spindeln im ganzen Königreiche sollten verbrannt werden. An dem Mädchen aber wurden die Gaben der weisen Frauen sämtlich erfüllt, denn es war so schön, sittsam, freundlich und verständig, daß es jedermann, der es ansah, lieb haben mußte. Es geschah, daß an dem Tage, wo es gerade fünfzehn Jahr alt ward, der König und die Königin nicht zu Haus waren und das Mädchen ganz allein im Schloß zurückblieb. Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloß steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es umdrehte, sprang die Türe auf, und saß da in einem kleinen Stübchen eine alte Frau mit einer Spindel und spann emsig ihren Flachs. »Guten Tag, du altes Mütterchen,« sprach die Königstochter, »was machst du da?« -- »Ich spinne,« sagte die Alte und nickte mit dem Kopf. »Was ist das für ein Ding, das so lustig herumspringt?« sprach das Mädchen, nahm die Spindel und wollte auch spinnen.

Kaum hatte sie aber die Spindel angerührt, so ging der Zauberspruch in Erfüllung, und sie stach sich damit in den Finger. In dem Augenblick aber, wo sie den Stich empfand, fiel sie auf das Bett nieder, das da stand, und lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf verbreitete sich über das ganze Schloß. Der König und die Königin, die eben heim gekommen waren und in den Saal getreten waren, fingen an einzuschlafen, und der ganze Hofstaat mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im Hofe, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer, das auf dem Herde flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Küchenjungen, weil er etwas versehen hatte, in den Haaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief. Und der Wind legte sich, und auf den Bäumen vor dem Schloß regte sich kein Blättchen mehr. Rings um das Schloß aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher ward und endlich das ganze Schloß umzog und darüber hinauswuchs, daß gar nichts mehr davon zu sehen war, selbst nicht die Fahne auf dem Dach. Es ging aber die Sage in dem Land von dem schönen schlafenden Dornröschen, denn so ward die Königstochter genannt, also daß von Zeit zu Zeit Königssöhne kamen und durch die Hecke in das Schloß dringen wollten.

Es war ihnen aber nicht möglich, denn die Dornen, als hätten sie Hände, hielten fest zusammen, und die Jünglinge blieben darin hängen, konnten sich nicht wieder los machen und starben eines jämmerlichen Todes. Nach langen, langen Jahren kam wieder ein Königssohn in das Land und hörte, wie ein alter Mann von der Dornhecke erzählte, es sollte ein Schloß dahinter stehen, in welchem eine wunderschöne Königstochter, Dornröschen genannt, schon seit hundert Jahren schliefe, und mit ihr schliefe der König und die Königin und der ganze Hofstaat. Er wußte auch von seinem Großvater, daß schon viele Königssöhne gekommen wären und versucht hätten durch die Dornenhecke zu dringen, aber sie wären darin hängen geblieben und eines traurigen Todes gestorben. Da sprach der Jüngling: »Ich fürchte mich nicht, ich will hinaus und das schöne Dornröschen sehen.« Der gute Alte mochte ihm abraten, wie er wollte, er hörte nicht auf seine Worte. Nun waren aber gerade die hundert Jahre verflossen, und der Tag war gekommen, wo Dornröschen wieder erwachen sollte. Als der Königssohn sich der Dornenhecke näherte, waren es lauter schöne große Blumen, die taten sich von selbst auseinander und ließen ihn unbeschädigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich wieder als eine Hecke zusammen. Im Schloßhof sah er die Pferde und scheckigen Jagdhunde liegen und schlafen, auf dem Dache saßen die Tauben und hatten das Köpfchen unter den Flügel gesteckt. Und als er ins Haus kam, schliefen die Fliegen an der Wand, der Koch in der Küche hielt noch die Hand, als wollte er den Jungen anpacken, und die Magd saß vor dem schwarzen Huhn, das sollte gerupft werden.

Da ging er weiter und sah im Saale den ganzen Hofstaat liegen und schlafen, und oben bei dem Throne lag der König und die Königin. Da ging er noch weiter, und alles war so still, daß einer seinen Atem hören konnte, und endlich kam er zu dem Turm und öffnete die Türe zu der kleinen Stube, in welcher Dornröschen schlief. Da lag es und war so schön, daß er die Augen nicht abwenden konnte, und er bückte sich und gab ihm einen Kuß. Wie er es mit dem Kuß berührt hatte, schlug Dornröschen die Augen auf, erwachte und blickte ihn ganz freundlich an. Da gingen sie zusammen herab, und der König erwachte und die Königin und der ganze Hofstaat, und sahen einander mit großen Augen an. Und die Pferde im Hof standen auf und rüttelten sich, die Jagdhunde sprangen und wedelten; die Tauben auf dem Dache zogen die Köpfchen unterm Flügel hervor, sahen umher und flogen ins Feld. Die Fliegen an den Wänden krochen weiter, das Feuer in der Küche erhob sich, flackerte und kochte das Essen. Der Braten fing wieder an zu brutzeln: und der Koch gab dem Jungen eine Ohrfeige, daß er schrie; und die Magd rupfte das Huhn fertig.

Und da wurde die Hochzeit des Königssohns mit dem Dornröschen in aller Pracht gefeiert, und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende. [Illustration] Die Hochzeit der Frau Füchsin Erstes Märchen. Es war einmal ein alter Fuchs mit neun Schwänzen, der glaubte, seine Frau wäre ihm nicht treu und wollte sie in Versuchung führen. Er streckte sich unter die Bank, regte kein Glied und stellte sich, als wenn er mausetot wäre. Die Frau Füchsin ging auf ihre Kammer, schloß sich ein, und ihre Magd, die Jungfer Katze, saß auf dem Herd und kochte. Als es nun bekannt ward, daß der alte Fuchs gestorben war, so meldeten sich die Freier. Da hörte die Magd, daß jemand vor der Haustüre stand und anklopfte; sie ging und machte auf, und da war's ein junger Fuchs, der sprach: »Was macht sie, Jungfer Katze? Schläft se oder wacht se?« Sie antwortete: »Ich schlafe nicht, ich wache. Will er wissen, was ich mache?

Ich koche warm Bier, tue Butter hinein: Will der Herr mein Gast sein?« »Ich bedanke mich, Jungfer!« sagte der Fuchs, »was macht die Frau Füchsin?« Die Magd antwortete: »Sie sitzt auf ihrer Kammer, sie beklagt ihren Jammer, weint ihre Äuglein seidenrot, weil der alte Herr Fuchs ist tot.« »Sag sie ihr doch, Jungfer, es wäre ein junger Fuchs da, der wollte sie gerne freien.« -- »Schon gut, junger Herr.« Da ging die Katz die Tripp die Trapp, da schlug die Tür die Klipp die Klapp. »Frau Füchsin, sind Sie da?« »Ach ja, mein Kätzchen, ja.« »Es ist ein Freier draus.« »Mein Kind, wie sieht er aus?« »Hat er denn auch neun so schöne Zeiselschwänze, wie der selige Herr Fuchs?« -- »Ach nein,« antwortete die Katze, »er hat nur einen.« -- »So will ich ihn nicht haben.« Die Jungfer Katze ging hinab und schickte den Freier fort. Bald darauf klopfte es wieder an und war ein anderer Fuchs vor der Türe, der wollte die Frau Füchsin freien; er hatte zwei Schwänze; aber es ging ihm nicht besser als dem ersten. Danach kamen noch andere, immer mit einem Schwanz mehr, die alle abgewiesen wurden, bis zuletzt einer kam, der neun Schwänze hatte, wie der alte Herr Fuchs. Als die Witwe das hörte, sprach sie voll Freude zu der Katze: »Nun macht mir Tor und Türe auf und kehrt den alten Herrn Fuchs hinaus.« Als aber eben die Hochzeit sollte gefeiert werden, da regte sich der alte Herr Fuchs unter der Bank, prügelte das ganze Gesindel durch und jagte es mit der Frau Füchsin zum Haus hinaus. Zweites Märchen. Als der alte Herr Fuchs gestorben war, kam der Wolf als Freier, klopfte an die Türe, und die Katze, die als Magd bei der Frau Füchsin diente, machte auf. Der Wolf grüßte sie und sprach: »Guten Tag, Frau Katz von Kehrewitz, wie kommt's, daß sie alleine sitzt? Was macht sie Gutes da?« Die Katze antwortete: »Brock mir Wecke und Milch ein: Will der Herr mein Gast sein?« »Danke schön, Frau Katze,« antwortete der Wolf, »die Frau Füchsin nicht zu Haus?« Die Katze sprach: »Sie sitzt droben in der Kammer, beweint ihren Jammer, beweint ihre große Not, daß der alte Herr Fuchs ist tot.« Der Wolf antwortete: »Will sie haben einen andern Mann, so soll sie nur herunter gan.« Die Katz, die lief die Trepp hinan, und ließ ihr Zeilchen rummer gan bis sie kam vor den langen Saal: Klopft an mit ihren fünf goldenen Ringen. »Frau Füchsin, ist sie drinnen?

Will sie haben einen andern Mann, so soll sie nur herunter gan.« Die Frau Füchsin fragte: »Hat der Herr rote Höslein an und hat er ein spitz Mäulchen?« -- »Nein,« antwortete die Katze. -- »So kann er mir nicht dienen.« Als der Wolf abgewiesen war, kam ein Hund, ein Hirsch, ein Hase, ein Bär, ein Löwe, und nacheinander alle Waldtiere. Aber es fehlte immer eine von den guten Eigenschaften, die der alte Herr Fuchs gehabt hatte, und die Katze mußte den Freier jedesmal wegschicken. Endlich kam ein junger Fuchs. Da sprach die Frau Füchsin: »Hat der Herr rote Höslein an und hat er ein spitz Mäulchen?« -- »Ja,« sagte die Katze, »das hat er.« -- »So soll er heraufkommen,« sprach die Frau Füchsin, und hieß die Magd, das Hochzeitsfest bereiten. »Katze, kehr die Stube aus, und schmeiß den alten Fuchs zum Fenster hinaus. Bracht so manche dicke, fette Maus, fraß sie immer alleine, gab mir aber keine.« Da ward die Hochzeit gehalten mit dem jungen Herrn Fuchs und ward gejubelt und getanzt, und wenn sie nicht aufgehört haben, so tanzen sie noch. [Illustration] Von dem Machandelboom Dat is nu all lang heer, wol twe tusend Johr, do wöör dar en ryk Mann, de hadd ene schöne frame Fru, un se hadden sik beyde sehr leef, hadden awerst kene Kinner, se wünschden sik awerst sehr welke, un de Fru bedd'd so veel dorüm, Dag un Nacht, man se kregen keen un kregen keen. Vör erem Huse wöör en Hof, dorup stünn en Machandelboom, ünner dem stünn de Fru eens im Winter un schelld sik enen Appel, un as se sik den Appel so schelld, so sneet se sik in'n Finger und dat Blood feel in den Snee. »Ach,« säd de Fru, un süft'd so recht hoog up, un seg dat Blood vör sik an, un wöör so recht wehmödig, »hadd ik doch en Kind, so rood as Blood un so witt as Snee.« Un as se dat säd, so wurr ehr so recht fröhlich to Mode: ehr wöör recht, as schull dat warden. Do güng se to dem Huse, un't güng een Maand hen, de Snee vorgüng: un twe Maand, do wöör dat gröön: un dre Maand, da kömen de Blömer uut der Eerd, un veer Maand, do drungen sik alle Bömer in dat Holt, un de grönen Twyge wören all in eenanner wussen: door süngen de Vögelkens, dat dat ganze Holt schalld, un de Blöiten felen von den Bömern: do wöör de fofte Maand wech, un se stünn ünner dem Machandelboom, de röök so schön, do sprüng ehr dat Hart vor Freuden, un se füll up ere Knee un kunn sik nich laten: un as de soste Maand vorby wöör, da wurren de Früchte dick un staark, do wurr se ganß still: un de söwde Maand, do greep se na den Machandelbeeren un eet se so nydsch, do wurr se trurig un krank: do güng de achte Maand hen, un se reep eren Mann un weend un säd: »Wenn ik staarw, so begraaf my ünner den Machandelboom.« Do wurr se ganß getrost, un freude sik, bet de neegte Maand vorby wöör, do kreeg se en Kind, so witt as Snee un so rood as Blood, un as se dat seeg, so freude se sik so, dat se stürw. Do begroof ehr Mann se ünner den Machandelboom, un he füng an to wenen so sehr: ene Tydlang, do wurr dat wat sachter, un do he noch wat weend hadd, do hüll he up, un noch en Tyd, do nöhm he sik wedder ene Fru.