Part 2
Arbor coma irregulari trunco erecto cortice longitudinaliter rimoso fusco in ramis rubente vel pallidiore glaberrimo striato; spinis validis pollicaribus horizontaliter patentibus rectissimis teretibus eburneis abortivis hinc inde alternantibus parvulis recurvis pallide fuscis praesertim in ramis floriferis omnibus unguiformibus semper glaberrimis; foliis viridibus glabratis pollicaribus pinnis 2-6-jugis, foliolis oblongo-linearibus 5-12-jugis obtusis vel acutiusculis longitudine latitudinem 3-4-superantibus petiolo communi infra singula juga glandula minima instructo; inflorescentia subcoaetanea capitulis globosis parvulis albidis, pedunculis in axillis 1-2, rarius 5-aggregatis, ½-pollicaribus medio bracteatis puberulis, leguminibus 1-5-fasciculatis linearibus torulosis compressis coriaceis marginibus parallelis nervosis longitudinaliter venosis plus minus spiraliter vel contorto flexuosis junioribus interdum puberulis maturis fuscis glaberrimis 10-12-spermis 3-pollicaribus, seminibus ovalibus crassis griseo-olivaceis linea ovali pallidiore basi aperta notatis.
_Nomen vern._: arabice Sejal.
_Habitat_: Aegypti totius deserta parte tam libyca quam arabica; ad oras Nubiae in montibus Soturba; ad vallem niloticam a 14° usque ad 25° lat. sept. (in provincia Kordofan parte sept., in Nubiae agro Matammensi, Berberensi, Dongolensi et Sukkotensi, usque ad urbem Syenam); ad montem Sinai et in Arabia petraea usque ad 31° lat. sept.; in Arabia felici; in Senegalia.
Diese weit verbreitete Art bildet in den Wüstenthälern Arabiens, Aegyptens und Nubiens Bäume, welche 30-40 Fuss an Höhe nicht übersteigen. Der Stamm ist stets entwickelt, aufrecht, verhältnissmässig hoch und 2-3 Fuss dick. Die Baumkrone ist unregelmässig verzweigt und von mehr oder minder abgerundeter Gestalt. Mit der _A. spirocarpa_ hat sie die Eigenthümlichkeit gemein, dass zwischen den normal entwickelten geraden Dornen auch kleinere verkümmerte und hakig zurückgebogene auftreten, welche an den blühenden Zweigen fast ausschliesslich Platz greifen. Die Farbe der Rinde unterscheidet sie nebst der Wachsthumsverschiedenheit und fehlenden Behaarung zur Genüge von letzterer.
_A. fasciculata_ stimmt sowohl nach der in der Flora des Senegals (S. 252) bereits 1830 gegebenen Beschreibung, als auch nach den mir vorliegenden Exemplaren völlig mit der _A. tortilis_ überein, und scheint, wie diese, einen kalkreichen Boden zu bevorzugen.
Herr Prof. P. SAVI in Pisa hatte die besondere Güte, mir einige Originalproben der von seinem Vater 1830 ausführlich beschriebenen und auch abgebildeten _A. Raddiana_ („sopra alcune Acacie egiziane“) zu übersenden, welche eine völlige Identität mit der _A. tortilis_ nachwiesen.
Ob die von HAYNE im 9. Bande seiner Arzneigewächse (Taf. 31.) zuerst beschriebene und abgebildete _A. tortilis_ mit der _Mimosa tortilis_ FORSKÅL’s (flor. aeg.-arab. 176) identisch sei, lässt sich ohne Original-Exemplare nicht entscheiden, da, nach der Beschreibung zu urtheilen, unter diesem Namen ebenso gut die Var. α. der _Acacia spirocarpa_ gemeint sein könnte.
4. =Acacia xiphocarpa= Hochst., Benth.
Arbor speciosa ramulis angulatis glabris; spinis parvis conicis saepe obsoletis; foliis pinnis 20-30-, rarius 7-10-jugis, foliolis 20-40-jugis, minimis linearibus glabratis obtusis longitudine latitudinem 5-superantibus, petiolo communi saepius eglanduloso basi interdum glandula minima praedito dilatato rubente; inflorescentia etc. ignota; leguminibus 3-4-pollicaribus oblongo-linearibus compressis crassis coriaceis pulposis parum curvatis longitudinaliter dense venosis glanduloso-scabriusculis basi attenuatis apice acutiusculis 8-9-spermis, seminibus ovalibus olivaceis.
_Habitat_: In Abyssiniae provincia Schire, districtu Menaber.
Mit reifen Hülsen im November.
Die Blättchen erreichen meist nur eine Länge von 2 mm. Die Hülsen werden 7-10 Ctm. lang, 1½ Ctm. breit und 4 mm. dick, sind etwas gebogen, leicht aufspringend und mit ziemlich viel Pulpa erfüllt.
Diese (nur in Nr. 522. der SCHIMPER’schen Sammlung aus Abyssinien enthaltene Art) kann ich mit meiner _A. etbaica_ nicht identificiren, da die Hülsen der _A. xiphocarpa_ durch Grösse, Breite, ziemlich derbe und pulpöse Beschaffenheit sowohl, als durch dichter und regelmässiger von beiden Seiten und anfangs der Mitte derselben zu, später ihrer Länge nach verlaufende Adern, auch durch die Drüsen auf ihrer Oberfläche von ihr verschieden sind, da ferner die Anzahl der primären Fiederjoche sich überwiegend weit grösser zeigt, als bei der _A. etbaica_. Die kleinen Blättchen kommen auch bei _A. etbaica_ an blühenden Zweigen vor, dagegen wurde bei letzterer an der Basis des Blattstiels nie eine Drüse beobachtet.
RICHARD rechnete blühende Exemplare der _A. etbaica_, von SCHIMPER und Q. DILLON gesammelt, zu dieser Art, während BENTHAM die _A. amythetophylla_, weil er von ihr keine fruchttragenden Exemplare gesehen hatte, irrthümlicherweise mit der _A. xiphocarpa_ vereinigte.
Da mir blühende Exemplare, welche die Merkmale der _A. xiphocarpa_ besitzen, nicht vorliegen, auch von dieser Art keine grössere Suite zu Gebote steht, so kann ich nicht mit voller Sicherheit entscheiden, ob die _A. etbaica_ eine von obiger verschiedene Art oder nur eine durch wenigjochige Blätter und schmälere, dünnere und trockenere Hülsen ausgezeichnete Varietät derselben sei. Beide Varietäten könnten sich in letzterem Falle zu einander verhalten wie Var. α. und Var. β. der _A. spirocarpa_ H. u. Rich., obgleich ein so grosses Schwanken in der Zahl der primären Joche bei letzterer nicht annähernd vorkommt.
5. =Acacia etbaica= Schwf., n. sp.
Arbor gracilis trunco erecto cortice atro, longitudinaliter rimosissimo, in ramis atro-griseo, fusco-griseo in novellis; spinis mediocribus foliis semper multo brevioribus, interdum nullis, arrectis fuscis nitidis teretibus; foliis glabris pinnis 3-6-jugis, foliolis 15-30-jugis, griseo-viridibus apice rotundato-obtusis latitudinem longitudine 2½-3 superantibus petiolo communi dilatato rubenti 2-4-glanduloso; inflorescentia coaetanea pedunculis in foliorum axillis 3-5 fasciculatis, ⅔ uncialibus medio bracteatis pubescentibus, capitulis globosis parvulis albidis leguminibus fuscis nitidis coriaceis indehiscentibus epulposis linearibus venosis rectis 2-3-pollicaribus obtusiusculis non constrictis 6-spermis.
_Nomen vern._: lingua Bega: Arrat, lingua tigrensi: Serrau.
_Hab._ Ad oras Nubiae in montibus Elba et Soturba dictis, sub 22° lat. sept.; in Abyssiniae ditionibus Bogos et Tigre.
Schlanke Bäumchen von 20-30 Fuss Höhe, mit hohem Stamm und schwarzer, tief-längsrissiger Rinde. An den Zweigen ist die Rinde dunkelgrau, an den diesjährigen Trieben röthlich-bräunlich. Die Blätter haben eine schmutzig-grüne Färbung und sind fast gänzlich kahl. Der Mittelnervstiel des Blattes und der Fiedern nimmt häufig eine röthlich-bräunliche Färbung an, er ist schwach gerinnt, 2-3½ Centm. lang, und trägt zwischen den beiden obersten und zwischen den beiden untersten Fiederpaaren (wo sie vorhanden sind) kleine, ovale, flach napfförmige Drüsen, welche fehlen können, scheint aber an seiner Basis keine solchen zu besitzen. Die Fiedern, 2-4-jochig (auch 1, 5, 6 und 7), erreichen eine Länge von 1½-3 Ctm., und tragen an entwickelteren Blättern meist 25 Paar Blättchen. Letztere sind an der Basis wenig schief, an der Spitze abgerundet, mit deutlichem Mittelnerv versehen, von ziemlich derber Beschaffenheit, und variiren sehr in der Grösse. An blühenden Zweigen sind sie 2 Mm. lang und ¾ Mm. breit; an fruchttragenden zuweilen 6 Mm. lang und fast 2 Mm. breit.
Die Stipular-Dornen sind ungleich stark an den verschiedenen Zweigen entwickelt, bald 2 Ctm. lang, 1 Millim. dick, gerade, aufwärts gerichtet, vor der Spitze plötzlich zugespitzt, von der bräunlichen Farbe des Zweiges, bald bis zu 2 Mm. Länge reducirt und oft gänzlich fehlend und an älteren Zweigen abgeworfen.
Die 8 Millim. im Durchmesser habenden, frisch weisslichen (in Herbarien, wie alle weissen Acacien-Blüthen, bräunlich oder röthlich werdenden) Blüthenköpfchen bestehen aus 20-25 Zwitterblüthen und sitzen auf 1½-2 Ctm. langen Stielen, welche sich zu 3-5 in den Blattachseln gebüschelt befinden, ungefähr in der Mitte oder etwas unterhalb derselben einen festen, lederartigen, vierzähnigen Bracteenring tragen und mit zerstreuten Haaren besetzt sind. Der am Grunde braune Kelch ist mit 5 stumpfen, rundlichen, etwas gewimperten Zähnen versehen; die zu einer freien Glocke verwachsene Blumenkrone überragt denselben um’s Zweifache, ist farblos und hat 5 spitz-eiförmige Zipfel. Die Staubfäden, doppelt so lang als die Blumenkrone, sind 50-60 an der Zahl, borstenartig aufwärts gerichtet, weisslich farblos, mit hellgelben Antheren; der Griffel ist mit ihnen von gleicher Länge. Die Deckblättchen, halb so lang als der Kelch, sind gleich lang und breit, halbkugelig gewölbt, gebräunt, behaart und gewimpert; der Blüthenboden ist etwas länglich und mit Spreuhaaren versehen. Die Hülsen sitzen zu 1-6 geknäuelt, sind von ungleicher Länge, meist 6-7 Ctm. (aber zuweilen auch kürzer und länger, bis 11 Ctm.), meist 8 Mm. breit, flach und ½-1 Mm. dick, nirgends eingeschnürt, an der Basis spitz, am Ende häufig sehr stumpf zugespitzt, von lederartiger, derber Textur, nicht aufspringend, nicht pulpös, glänzend lederbraun, derb längsaderig, beiderseits mit zwei derben Nervensträngen berandet, meist 6-samig. Samen olivenfarbig, 6 Millim. lang, 5 Millim breit.
Blühte im August an dem Stockausschlag umgehauener Stämme, an beblätterten Zweigen Anfang Juli; Früchte fanden sich im April und März.
Diese Art ist, durch Hülsen und Blüthen ausgezeichnet und habituell durch die Röthung der Blattrippen characterisirt, der _A. xiphocarpa_ Hochst. nahe verwandt.
Wurde von SCHIMPER und Q. DILLON bei Adoa, und von STEUDNER bei Keren im Bogoslande gesammelt. Sie findet sich häufig in den Gebirgsthälern des Etbai, an den Felsgehängen bis zu 2000′ Höhe in dem Soturba-Gebirge, am Castle-Hill, Gebel Schellāl und am South Peak.
Die Bischarin nennen den Baum Ārrat, was kein eigentliches Bega-Wort zu sein scheint, sondern vielleicht nur eine andere Aussprache des arabischen Wortes Gārrat sein möchte, wie die zum Gerben verwandten Hülsen der _Acacia nilotica_ genannt werden.
_Erklärung der Abbildungen._
Taf. VII. 1. Ein blühender Zweig, nat. Gr. 2. Ein Blüthenköpfchen. 3. Blüthe und Pistill. 4. Fruchtknoten. 5. Staubgefäss. 6. Deckblättchen. (vergr.)
Taf. VIII. 1. Ein fruchttragender Zweig. 2. Eine grössere Hülse. 3. Zweig mit grossen Dornen. 4. Geöffnete Hülse. (Alle in nat. Grösse.)
6. =Acacia nilotica= Del.
Arbor maxima trunco erecto cortice atro-fusco rimoso in ramis atro-fusco vel fusco-rubente laevissimo semper pruinoso in novellis interdum puberulo; spinis 2-3-pollicaribus gracilibus rectissimis teretibus horizontaliter patentibus sensim attenuatis eburneis apice fuscis in floriferis saepius abortivis vel subnullis; foliis viridibus 3-pollicaribus pubescentibus pinnis 4-8-jugis, foliolis 15-27-jugis linearibus rectis obtusis vix obliquis longitudine latitudinem 5-6 superantibus petiolo communi glandulis 1-3 vel eglanduloso; inflorescentia coaetanea capitulis globosis citrino-luteis pedunculis pollicaribus supra medium bracteatis puberulis in axillis 5-10 aggregatis vel paniculam efoliatam formantibus, leguminibus 6-8-pollicaribus fuscis glaberrimis nitidis obsolete venosis moniliformibus inter semina angustissime constrictis articulis oblique rotundis vel rhomboideo-orbicularibus 7-10-spermis seminibus ellipticis.
_Nomen vern._: arabice Ssant, nomen fructus Gārrat.
_Habitat_: Culta in ambulacris nemoraque formans in valle nilotica per totam Aegyptum et Nubiam, spontanea in silvis primaevis ad ripas Leuconili, praesertim parte inferiore supra urbem Chartum ditione Schilluk, ad Nilum Caeruleum; spontaneam quoque reperi in silvis ad montem Kassalam in Nubia australiori provinciae Taka.
Der Ssant ist der häufigste Baum in ganz Aegypten, wo er sich indess nirgends mehr in nachweisbar wildem Zustande vorfindet. Alle Wege des Landes sind vorzugsweise mit ihm bepflanzt, bei jedem Dorfe fast bildet er Haine. Sein Holz ist hart, sehr zähe und schwerer als das Wasser, braunroth von Farbe und daher dem der Eibe nicht unähnlich. Von besonderer Härte soll das wilde Ssantholz sein, welches auf den Inseln der Schilluks gefällt und zum Schiffbau auf dem weissen Nil verwandt wird.
Der Ssant liefert das meiste Holz zum Schiffbau, zur Anfertigung der Wasserräder und zu mancherlei Geräth. Das von dieser Art ausgesonderte Gummi ist von so geringer Qualität, dass es nirgends einen Handelsartikel bildet, sondern nur zum häuslichen Bedarfe dient. Die Hülsen dagegen werden ihres vorzüglichen Tannin-Gehalts wegen sehr geschätzt, auf allen Märkten feilgeboten und überall zum Gerben der Häute verwandt, indem man dieselben zerstossen mit Wasser anrührt und auf die rohen Felle einreibt. Dies ist die einfache Procedur des Rothgerbens in ganz Aegypten. Auch die Rinde enthält Gerbstoff in hinreichender Quantität, und ein Dekokt derselben dient als gutes Mittel für Fieber-Reconvalescenten.
Als DELILE 1826 diese Art beschrieb (Centurie de plantes rec. p. Cailliaud), machte er bereits auf die Unterschiede aufmerksam, welche dieselbe von WILLDENOW’s _A. arabica_ unterscheiden. Sie bestehen hauptsächlich in den bereiften, selbst an den Spitzen mehr oder minder kahlen Zweigen, den nie mehr als 7- oder höchstens 8-jochigen Primärfiedern und den stets gänzlich (bereits in unentwickeltem Zustande) kahlen Hülsen.
7. =Acacia arabica= Willd. var.?
Arbor trunco erecto cortice fusco rimoso, ramis fuscis apice glaberrimis vel tomentosis glandulisque atris inspersis; spinis ¼-¾-pollicaribus tenuibus teretibus pallidis horizontaler patentibus sensim attenuatis; foliis saturate viridibus, 3-pollicaribus puberulis pinnis 4-13-18-jugis, foliolis 10-33-jugis longitudine latitudinem 5-superantibus oblongo-linearibus obtusis vel acutiusculis petiolo communi canaliculato 2-3 glanduloso interdum glandulis nullis; inflorescentia coaetanea capitulis globosis mediocribus aurantiaco- luteis, pedunculis in axillis 2-5-aggregatis vel paniculam efoliatam formantibus infra vel supra medium bracteatis ½-pollicaribus tomentosis vel parte inferiore atro-glandulosis, leguminibus? . . .
_Habitat_: In Abyssiniae provinciis Schire et Tigre; in ditione Gallabat.
Hierher rechne ich die unter No. 530. als _A. Adansonii_ in der 2. Section und die in derselben Section ohne Nummer vertheilten Exemplare aus Schire, in der SCHIMPER’schen Sammlung aus Abyssinien, sowie die von Q. DILLON gesammelten, welche ich mit den von mir in der Umgegend von Matamma in Gallabat gefundenen (No. 1998 u. 1997 meiner Sammlung) zu vergleichen Gelegenheit hatte, um mich von ihrer völligen Identität zu überzeugen.
Dieselben bilden vielleicht eine eigene Art, welche einerseits von der _A. nilotica_ D., andererseits von der _A. arabica_ W. verschieden wäre, hauptsächlich durch die weit grössere Zahl der primären Fiederjoche. Da die Früchte allen aufgeführten Exemplaren fehlen, so ist indess das Urtheil über ihre specifische Stellung noch auszusetzen.
Unter den abyssinischen Exemplaren sind die von SCHIMPER unter No. 530. vertheilten durch ihre Behaarung der senegambischen Varietät der _A. arabica_ am ähnlichsten; indess auch bei meinen Exemplaren von Matamma sind die Zweige bald gänzlich kahl an der Spitze, bald mit dichtem Flaum besetzt, zwischen welchem sich zahlreiche dunkelbraune Drüsen zeigen.
Die Blätter sind meistens durch 8-12 Joche (es kommen sogar 16-18 vor) ausgezeichnet. Die 5 mm. langen und 1 mm. breiten Blättchen haben die gleiche Gestalt wie bei _A. arabica_ W. Der Mittelnervstiel ist entweder ganz ohne Drüsen, oder trägt deren an den beiden obersten Jochen und unten an seiner Basis.
Die Blüthenköpfchen haben eine orangegelbe Farbe, nur 9-10 Mm. im Durchmesser und bestehen aus 100 Blüthen, welche halb so gross als an indischen oder senegambischen Exemplaren, im Uebrigen aber von gleichem Baue erscheinen.
Die Anzahl der Staubfäden übersteigt an meinen Exemplaren nicht 40. Die den Kelch überragenden Deckblättchen sind schmal spathelförmig, mit breiter löffelförmiger Spitze und stark gewimpert und behaart. Der Bracteenring hat 3-4 Zähne, und sitzt an meinen Exemplaren im oberen, an den übrigen hingegen am unteren Drittel des Stiels der Blüthenköpfchen.
Ich fand die Art blühend Ende September und Anfang October; in Abyssinien blüht sie Ende Juni und im November. Sie bildete Bäume von 30-40 Fuss Höhe, mit aufrechtem, verhältnissmässig starkem Stamme, dunkelbrauner, rissiger Rinde und cylindrischer oder abgerundeter Krone.
_A. arabica_ W. (= _Mimosa arabica_ Lam.), von welcher eine Varietät mit kahlen Zweigen in Ostindien und eine andere mit dicht filzigbehaarten in Senegambien vorkommt, muss von der _Acacia nilotica_ Del. als Art getrennt werden. Ob nun die senegambische Varietät (welche ein grosser Baum sein soll) von der indischen, welche in WIGHT’s und ARNOTT’s Flora von Indien als „subarboreous“ beschrieben wird, specifisch zu trennen sei, kann ich des ungenügenden Materials wegen nicht entscheiden. Ausser der dichten Behaarung der Zweige scheint sich die senegambische Acacie übrigens auch durch eine grössere Anzahl primärer Joche (-10) auszuzeichnen.
Aus Arabien habe ich keine Exemplare von _A. arabica_ gesehen.
8. =Acacia nubica= Benth. (= _A. pterygocarpa_ Hochst., Benth.)
Frutex umbelliformis ligno albido foetido cortice pallide-fusco laevi, in ramulis striato pallido vel flavescente interdum griseo vel albicante, glabrata vel pubescente in novellis viridi semper villoso; spinis brevibus erecto-patentibus basi incrassatis villosis apice fuscescentibus glabratis, rectissimis vel paullo recurvis; foliis 2-pollicaribus glaucis plus minus pubentibus pinnis 3-11-jugis, foliolis 5-15-jugis oblongis acutis vel acutiusculis vix obliquis latitudinem longitudine 3 rarius ultra superantibus petiolo communi leviter canaliculato basi obsolete 1-2-glanduloso interdum glandula nulla; inflorescentia praecoce vel coaetanea pedunculis in axillis 1-3 aggregatis, folio multo brevioribus semipollicaribus, villosis, paullo infra medium bracteatis, capitulis globosis flavis suaveolentibus, leguminibus linearibus rectis vel subcurvis basi attenuatis apice acutiusculis margine ala angusta tenui marginatis, parum inflatis longitudinaliter venosis maturis flavescentibus semper pubentibus, 5-11-spermis, seminibus dissepimentis membranaceis separatis subglobosis griseis reticulatis latere linea ovali pallidiore notatis.
_Nomen vern._: Lingua Bega: Laaū, Laūd, Ud; lingua Agowensi Ittschellegāna.
Var. α. _erythraea_ Schwf. (= _A. pterygocarpa_ Hochst., Benth.)
Foliorum pinnis laxiuscule 3-5-jugis, foliolis 6-10-jugis remotis, spinis interdum deorsum curvatis, inflorescentia praecoce.
_Habitat_: Oras Arabiae felicis, Abyssiniae et Nubiae usque ad 22° 30′ lat. sept. et insulas Maris Rubri incolit. Floret Junio.
Var. β. _aethiopica_ Schwf. (= _A. nubica_ Benth.)
Foliorum pinnis approximatis 6-11-jugis, foliolis dense 10-15-jugis spinis semper rectissimis, inflorescentia coaetanea.
_Habitat_: In pascuis Nubiae australioris interdum per plagas vastissimas fruticeta formans, provinciae Fesoghlu, Sennaar, Kordofan, Berber, Taka et Gedaref. Floret Majo, Aprili.
Der Laūd bildet von der Basis aus verzweigte, schirmförmige, 4-5′ hohe Sträucher. Die Rinde gleicht der von _A. spirocarpa_, und ist, wie jene, mit zahlreichen, quergestellten Lenticellen bedeckt, hat aber eine dunklere und mehr grünliche Färbung. Der zähe, feinzertheilbare Bast findet bei den Eingebornen Verwendung, und entwickelt im frischen Zustande einen unangenehmen, an die Kastanienblüthe erinnernden, oft aasartigen Geruch. Beide Varietäten haben am Mittelnervstiel, gewöhnlich nur an dessen Basis, seltener auch am obersten Joche, eine undeutliche Drüse, oft gar keine; sie haben ferner gleiche Blüthen und Früchte. Das Blüthenköpfchen ist stets filzig-behaart und hat etwas unterhalb der Mitte einen festen Bracteenring mit 4 oder oft mit nur 2 häutigen und behaarten Zähnen. Der länglich gestaltete, keulenförmige Blüthenboden trägt meist 70 Blüthen von fahlgelber Farbe, welche duften. Der Kelch ist länglich, mit stumpfen Zähnen und wie die um ⅓ denselben überragende Blumenkrone behaart. Letztere ist zur Hälfte verwachsen und hat 5 spitz- eiförmige Zipfel. Die Staubfäden, nur 25 an Zahl, überragen dieselben um’s Doppelte. Die Deckblättchen sind sehr schmal, spathelförmig und an der Spitze löffelartig hohl, stark gewimpert und behaart, und meist länger als die Blumenkrone. Die Hülsen werden bei beiden Varietäten 5-8 Ctm. lang, 1-1½ Ctm. breit und haben einen 1-1½ mm. breiten Flügelsaum. Die Anzahl der Samen variirt sehr zugleich mit der Länge der Hülsen, dieselben sind fast kugelrund, selten etwas länger als breit, grau, fein netzadrig und flach alveolirt, im reifen Zustande grau, mit hellerem Ringe auf den Seiten, und haben 5 mm. im Durchmesser. Durch dünne häutige Scheidewände geschieden, liegen sie in geräumigen viereckigen Zellen.
Die beiden Varietäten verhalten sich in Hinsicht auf Blüthezeit und Belaubung genau so zu einander, wie die Var. _minor_ und _major_ der _A. spirocarpa_. Da mir eine grosse Suite von Exemplaren von den verschiedensten Standorten vorliegt, so kann ich, indem zahlreiche Uebergänge in Bezug auf Zahlenverhältnisse der Joche und Behaarung nach allen Richtungen hin vorkommen und sich nur als die durch äussere Lebensverhältnisse der Pflanze bedingte Verschiedenheiten herausstellen, mich nicht der von BENTHAM vertretenen Ansicht (welcher indess die zu No. 407. der KOTSCHY’schen Sammlung gehörigen Früchte der _A. nubica_ nicht sah) anschliessen, beide Varietäten specifisch von einander zu trennen.
In den allgemeinen Wachsthumsverhältnissen lassen sich keine Unterschiede nachweisen, es verdient jedoch hervorgehoben zu werden, dass die Exemplare aus den Steppen und Wüstenthälern des südlichen Nubiens, wo sie oft meilenweite Strecken mit lichtgestelltem Buschwerk bekleiden, selten mehr als 6 primäre, aber nicht mehr als 10 secundäre Fiederjoche zur Schau tragen; die aus Kordofan und dem Sennaar, insofern sie von entwickelten Sträuchern stammten, desgleichen; in letztgenannten Provinzen aber, und zwar im Bereiche der fetten Nilerde, bildet diese Art häufig üppig wucherndes, am Boden ausgebreitetes Gestrüpp, und in solchem Zustande entwickelt sie stets Blätter mit mehr als 6 primären Fiederjochen.
Die Varietät der Küstenländer des Rothen Meeres steht, wie die Ssammor- Acacie, den grössten Theil des Jahres entlaubt da, bildet mitunter Sträucher, welche über 5 Fuss Höhe erreichen, und an ihren Blättern gewahrt man allerdings nie mehr als 5 primäre und selten mehr als 10 secundäre Fiederjoche. Auch sind an letzterer die Dornen sehr häufig etwas abwärts gekrümmt, die Behaarung indess, obgleich im Allgemeinen geringer, ist dennoch sehr an Dichtigkeit und Ausdehnung wechselnd.
9. =Acacia verugera= Schwf., n. sp.
Arbor ingens trunco erecto cortice helvolo-flavo; spinis longissimis 3-6-uncialibus flavo-nitidis horizontaliter patentibus teretibus gracilibus basi leviter arcuatis; foliis glaberrimis laete glauco- viridibus pinnis plerumque 8-jugis, foliolis minutis 22-32-jugis oblongo-linearibus apice rotundato-obtusis longitudine latitudinem 4-superantibus, petiolo communi 2-4-glanduloso; inflorescentia coaetanea fasciculum axillarem rarius racemum efoliatum exhibente, pedunculis 6-8-fasciculatis uncialibus pube aspersis eglandulosis supra medium bracteolatis, capitulis globosis pallide flavis, leguminibus 8-spermis. . . .
_Habitat_: In fruticetis ad ripas fluminis Gasch in Nubia meridionali ditione Taka prope urbem Kassala; in Fesoglu (ditione Kamamil); ad Leuconilum superiorem in ditione Bari et alibi.
Bildet einen (nur in einem Exemplar von mir angetroffenen) schönen Baum von 60 Fuss Höhe, mit cylindrischer Krone auf niederem Stamm. Die Rinde der jungen Zweige trägt eine graugrüne Oberhaut mit kleinen, rundlichen, weisslichen Lenticellen, welche, ohne ein Sekret hervortreten zu lassen, allmälig in kleinen Stücken abblättert. Das Rindenparenchym ist hell und lebhaft grün gefärbt. Die Rinde des Stammes und der älteren Aeste ist hell lederfarben oder fahlgelb.
Die kurzgestielten Blätter sind hell und zwischen saftgrün und meergrün von Farbe, fast gänzlich kahl und tragen 7-11 Joche, aber 8 und 9 ist die Durchschnittszahl. Der Mittelnervstiel ist 3-8 Ctm. lang, ohne deutliche Rinne, hat meist flache, ovale Drüsen, die eine unmittelbar an der Basis, die andere zwischen den obersten Jochpaaren (oft aber auch noch ausserdem 2 kleinere, die eine zwischen dem untersten, die andere zwischen dem vorletzten Fiederpaare), und trägt zuweilen an der Spitze ein unpaariges, den Fiedern gleichgestaltetes Glied. Die Fiedern sind 2-3 Ctm. lang, die Blättchen 3-4 mm. lang und ¾ mm. breit, an der Spitze gleichmässig abgerundet und haben einen deutlichen Mittelnerven.
Die Stipular-Dornen sind glänzend helllederfarben und erreichen an allen Zweigen, mit Ausnahme der jüngsten grünen Triebe, eine ausserordentliche Länge, welche meist zwischen 5-25 Ctm. variirt. Jedes Paar besteht aus 2 ziemlich langen Dornen, welche horizontal von einander abstarren. Sie sind an der Basis schwach gekrümmt, fast gänzlich stielrund, ihre Dicke übersteigt nie 3 mm. und nimmt erst kurz vor der Spitze ab, während die Basis gleich dick erscheint. Die dazu gehörigen Blätter sind an den entwickelten Dornen stets abgefallen und zeigen ovale Blattnarben.
Die Blüthenstände bilden meistens in den Achseln der vorjährigen Stipular-Dornen zu Büscheln verkürzte Triebe oder beblätterte Blüthenzweige, oder seltener unbeblätterte Rispen. Die 8-10 mm. im Durchmesser habenden Blüthenköpfe sitzen auf 2-3 Ctm. langen Stielen, welche in der Regel zu 6-8 in den Blattachseln gebüschelt stehen. Die Stiele tragen meist im oberen Viertel einen vierzähnigen, festen Bracteenring, der weder häutig, noch, gleich einem Kragen, verschiebbar erscheint, und sind mit zerstreuten Haaren besetzt, aber drüsenlos. Die Blüthen, der Mehrzahl nach zwitterig, aber unter ihnen auch viele sterile mit verkümmerten Staubgefässen, stehen zu 60-70 in einem Köpfchen, je von einem Deckblatt gestützt. Der Kelch besitzt 5 stumpf- eiförmige Zähne, ist mit Haaren betreut und bräunlich an der Basis. Die kahle Blumenkrone, zu einer freien Glocke verwachsen, ist farblos, überragt den Kelch um ⅓ seiner Höhe und besitzt 5 spitz-eiförmige Zipfel. Die Staubfäden, stets über hundert in jeder Blüthe, überragen die Blüthe um zwischen ⅓ und ½, sind nebst den Antheren fahlgelb oder helllederfarben und sehr verworren in ihrer Anordnung. Die Deckblättchen sind kürzer als der Kelch, helmartig ausgehöhlt, spathelförmig, mit dickem gelben Mittelnerv, häutigem Rande, gewimpert und behaart, bestehen aber oft an vielen Stellen nur aus unregelmässigen häutigen Schüppchen. Die Länge des Griffels, der schief auf der Rückenseite des 8-eiigen Fruchtknotens fusst, ist ungleich, aber stets kürzer als die der Staubfäden.
Diese Art ist vornehmlich durch die langen, schlanken Dornen (die längsten, die bei Acacien vorkommen, und selbst die von _A. horrida_ und _A. nilotica_ weit übertreffend) ausgezeichnet. Blätter und Blüthen gleichen in Form und Färbung einigermassen der _A. nubica_ Benth. Sie wurde auch am oberen Weissen Nil von WERNE, von KNOBLECHER bei Gondokoro und vom Herzog PAUL VON WÜRTEMBERG am oberen Blauen Nil gesammelt. Letzterer giebt die Höhe des Baumes zu 80-100 Fuss an.
Da mir nur wenige Exemplare der ähnlichen und nahe verwandten _A. Adansonii_ G. P. R. zu Gebote stehen, so bin ich nicht im Stande, die Identität dieser Art mit der beschriebenen nachweisen zu können, besonders da mir die Frucht der _A. verugera_ unbekannt geblieben ist. Ich unterscheide dieselbe von der _A. Adansonii_ hauptsächlich durch die langen Dornen, die fehlende Behaarung und den deutlich am oberen Viertel des Stieles der Blüthenköpfchen sitzenden und nicht dicht an das letztere angeschmiegten Bracteenring.
_Erklärung der Abbildungen._
Taf. IX. Ein blühender Zweig. (Nat. Gr.)
Taf. X. 1. Ein unpaarig gefiedertes Blatt. 2. Zweigstück mit Dorn. (Nat. Gr.) 3. Blüthenstiel mit entkleidetem Köpfchen. 4. Sterile Blüthe. 5. Kelch. 6. Gipfel der Blumenkrone. 7. Blüthe mit Deckblättchen und Fruchtknoten. 8. Fruchtknoten. 9. Deckblättchen. (Alle vergr.)
10. =Acacia fistula= Schwf., n. sp.