Chapter 4 of 4 · 3942 words · ~20 min read

Part 4

Ramulis pubescentibus, stipulis parum spinescentibus interdum coriaceis brevibus e basi lata subulatis erectis; foliis maximis 8-12-15-pollicaribus pinnis 20-30-jugis, foliolis 30-40-jugis linearibus cultriformibus acutiusculis mucronulatis longitudine latitudinem 4-5-superantibus siccis rufescentibus petiolo communi tomentello basi 1-glanduloso; inflorescentia coaetanea panniculam laxam terminalem efoliatum efformante, pedunculis 3-5-fasciculatis, ½-1-pollicaribus medio vel infra medium bracteolatis, capitulis (aurantiacis?) siccis badio-ferrugineis; leguminibus coriaceis fuscis nitidis obsolete irregulariterque venosis, planis oblongo-linearibus 5-6-uncialibus, 8-11-spermis, seminibus compressis subrotundis acutiusculis, latere linea circulari impressa notatis.

_Habitat_: In Abyssiniae centralis provincia Tigre.

Diese ausgezeichnete Art ist von den übrigen Acacien der Nilflora durch viele Merkmale unterschieden.

Die Blätter haben in den Herbarien eine bräunlich-röthliche, die 1 Ctm. im Durchmesser habenden Blüthenköpfe eine fast rostrothe Färbung angenommen. Die Blüthenzweige erreichen eine Länge von 6 Zoll. Die Stielchen der Blüthenköpfe tragen an ihrer Mitte oder unter derselben einen fest angewachsenen, grossen, braunen, etwas lederartigen Bracteenkragen mit 4 Zähnen, welche bis 2 mm. lang werden. Die Blüthen sitzen zu 40-50 in einem Köpfchen, je von einem kleinen Deckblättchen, die spathelförmig und löffelartig gewölbt an der Spitze, behaart und bewimpert sind, gestützt. Der Kelch ist braun, 5-nervig, undeutlich mit 5 gewimperten Zähnen versehen. Die viermal längere Blumenkrone ist zu einer in 5 kurze, braune Zipfel geschlitzte Röhre verwachsen. Die Staubfäden, 50-60 an Zahl, überragen die Blumenkrone um ⅔ ihrer Länge. Die Antheren sind dunkler gefärbt als die Staubfäden. Der Griffel mit letzterer von gleicher Länge.

Die infrastipularen Stacheln, welche nach A. RICHARD bei einigen Exemplaren auftreten sollen, wurden von mir nirgends bemerkt.

Die Hülsen werden 10-13 Ctm. lang und 1⅔ Ctm. breit, sind lederartig, dunkelbraun und glänzend, mit unregelmässig verlaufenden und undeutlichen Adern auf der Aussenseite. Die Samen, 8 mm. lang, 7 mm. breit und 1½ mm. dick, sind rund, etwas spitzlich und mit einer kleinen, vertieften Kreislinie an den Seiten geziert, welche die Contour der Samen nachahmt.

17. =Acacia hecatophylla= Steud., A. Rich.

Arbor media ramis tomentosis; aculeis infrastipularibus brevibus basi latis in ramis junioribus abortivis vel nullis; foliis tomentosis vel puberulis pinnis 12-20-jugis, foliolis 25-45-jugis majusculis ciliatis oblongi-linearibus obtusis basi latioribus griseo-glaucis nigricantibus longitudine latitudinem 3-4-superantibus, petiolo communi 2-4-glanduloso; inflorescentia subcoaetanea spicis in axillis 5 aggregatis folio multo brevioribus dimidium ejusdem non superantibus, floribus albidis, leguminibus linearibus vel oblongo linearibus obtusis crasse coriaceis fuscis 3-5-7-uncialibus irregulariter crasse venosis 3-5-7-spermis.

_Habitat_: in Abyssiniae provincia Tigre districtus Mai Dogale.

Diese mir nur in wenigen Exemplaren vorliegende Art unterscheidet sich hinlänglich von allen Formen der _A. Catechu_ W. durch die weit grösseren, stumpflichen und schwarzwerdenden Blätter, welche 6-7 mm. Länge bei 1½-2 mm. Breite an fertilen Zweigen erreichen, verhältnissmässig kürzere Blüthenähren und hauptsächlich durch breitere, weit dickere und derber lederartige Hülsen mit derbem und unregelmässig verlaufendem Netzwerke. Manche der letzteren erreichen bei 2½ Ctm. Breite bis 17 Ctm. Länge. Die Blüthen sind wie bei _A. Catechu_ gestaltet, nur scheinen die Zipfel der Blumenkrone etwas spitzer und an den Spitzen dichter behaart zu sein. Der gemeinsame Blattstiel ist oft dichtfilzig behaart, trägt, wie _A. Catechu_, an der Basis eine grosse Drüse, und besitzt solche nur an den 2-3 obersten Fiederjochen.

18. =Acacia Catechu= W. (= _A. campylacantha_ St., A. Rich. = _A. erythrantha_ St., A. Rich.)

Arbor grandis trunco erecto cortice atro-griseo rimoso ramis junioribus cortice striato subtuberculato interdum subpruinoso superne semper tomentosis; aculeis infrastipularibus geminis subrecurvis magnitudine et figura variis nunc basi latissimis latere valde compressis, nunc e basi crassa callosa abrupte in unguem teretem constrictis flavis vel fuscescentibus; foliis laete viridibus 6-12-pollicaribus puberulis pinnis approximatis 15-30-jugis, foliolis 30-50-jugis minutis linearibus longitudine latitudinem 5-superantibus acutiusculis, petiolo communi pubescenti 5-11-glanduloso, leviter carinato (in ramulis luxuriantibus interdum inter pinnarum juga aculeis singulis recurvis flavescentibus obsito) inflorescentia coaetanea spicis laxis 4-6-pollicaribus folia juniora interdum aequantibus vel aliis dimidio brevioribus 1-5 in axillis aggregatis, floribus pubescentibus albidis, leguminibus 3-4-pollicaribus, linearibus marginibus parallelis vel paullo sinuatis, coriaceis fuscis planis basi apiceque acuminatis irregulariter transverse venosis 7-8-spermis seminibus subrotundis paullo multangulis compressis fuscis medio linea arcuata pallidiore notatis.

_Nomen vern._: Sudano-arabice Kakamūt.

_Habitat_: In Abyssinia centrali ditione Tigre et Semen; in provinciis Gallabat, Sennaar et Fesoghlu; ad Leuconilum in ditione Kyk et alibi.

Der Kakamut bildet innerhalb der am Abfall des abyssinischen Hochlandes sich hinziehenden Waldregion einen der häufigsten Bäume. Er erreicht eine Höhe von 30-40 Fuss, und bildet starke Stämme, welche mit Vorliebe zu den Pfählen der Strohhütten verwandt werden, da das harte, zähe Holz der durch Termitenfrass veranlassten Zerstörung weniger ausgesetzt erscheint, als das der meisten übrigen Waldbäume. In den Handel gelangen seine Produkte in Sudan nicht. Wie BENTHAM bereits angedeutet hat, lassen sich zwischen den afrikanischen und indischen Exemplaren in keiner Beziehung Unterschiede festhalten; indess kann ich seine Ansicht von der Zugehörigkeit auch der _A. hecatophylla_ St. nicht theilen.

Der Kakamut blüht zusammen mit dem kurz vorher entwickelten Laube im Mai bis Juni, und hat reife Früchte im October und November.

19. =Acacia sanguinea= Hochst., A. Rich.

Arbuscula cortice flavescente rimoso ramulis angulatis glaberrimis; aculeis infrastipularibus geminis parvulis recurvis atro-fuscis saepe abortivis; foliis pallide-viridibus 2-3-pollicaribus glaberrimis pinnis laxe 2-6-jugis, foliolis remotis 5-10-jugis majusculis submembranaceis oblongi valde obliquis acutiusculis longitudine latitudinem 3-3½-superantibus, petiolo communi basi glandula parva obsito; inflorescentia subpraecoce spicis 2-pollicaribus in axillis 1-5-aggregatis, folio multo brevioribus, floribus rosaceis remotis, leguminibus? . . .

_Habitat_: In Abyssiniae centralis ditionibus Tigre et Amhara.

Die Blättchen haben im entwickelten Zustande eine Länge von 8-9 und eine Breite von 2½-3 mm. Die Blüthen sind kurzgestielt; der purpurne Kelch hat gewimperte Zähne, welche seiner halben Länge gleichkommen. Die rosenrothe Blumenkrone ist doppelt so lang als der Kelch und zum dritten Theile ihrer Länge in eiförmige Zipfel gespalten. Die Staubfäden, 40-50 an Zahl, überragen die letzteren um’s Doppelte.

Diese noch wenig gekannte Art blüht im April zugleich mit dem bereits abfallenden alten oder mit dem halbentwickelten jungen Laube, welches letztere durch seine häutig-dünne Beschaffenheit sehr ausgezeichnet ist. Die rothe Acacie wurde auch bei Djenda in Amhara von STEUDNER gesammelt. Die Hülsen sind noch nicht gekannt.

Unter den Acacien des Nilgebietes ist die _A. sanguinea_ H. R. die einzige, welche rothgefärbte Blüthen besitzt. Die weissen Blüthen anderer Arten nehmen erst in den Herbarien mit der Zeit eine bald in’s Röthliche, bald in’s Bräunliche spielende Färbung an.

20. =Acacia mellifera= Bth.

Frutex grandis ramosissimus, ramis decumbenti-erectis, cortice laevi griseo-badio, in novellis glaberrimo saepius atro-griseo; aculeis infrastipularibus e basi lata latereque compressa valde recurvis atris nitidis; foliis glauco-viridibus glaberrimis pollicaribus pinnis bijugis, foliolis unijugis oblique obovato-oblongis rotundato-obtusis retusisque in summis jugis majoribus ceterum valde magnitudine variis saepe semipollicaribus, petiolo communi basi glandula parva obsoleta rarissime aculeis nonnullis instructo; inflorescentia coaetanea spicis in axillis singulis geminisve folia aequantibus vel paullo iis longioribus 1½-pollicaribus longiuscule pedunculatis, floribus albidis subremotis pedicellis calycem superantibus: leguminibus coriaceo- membranaceis oblongis utrinque acutis vel obtusis acuminatis marginibus crassiuscule nervosis parallelis vel inter semina parum sinuosis planis tenuibus supra semina inflatis transverse tenuiter venosis 1½-2-pollicaribus, 2-4-spermis.

_Nomen vern._: arabice Kittr vel Tekker.

_Habitat_: Oras Nubiae, Abyssiniae et Arabiae felicis in montibus insulisque Maris Rubri; in Abyssiniae ditionibus Bogos, Schohos, Meda etc.; per totam Nubiam australiorem, in ditionibus Taka et Gedaref; in provinciis Sennaar et Kordofan; in Takkele; ad Leuconilum superiorem.

Diese Art ist eine der verbreitesten im gesammten Nilgebiete, mit Ausnahme Aegyptens und des nördlichen Nubiens. Im südlichen Nubien findet sie sich sehr häufig sowohl auf der Route Suakin-Kassala, als auf derjenigen von Suakin nach Berber. An der Küste des Rothen Meeres fand sie sich auf den Inseln Hauakel, Dalak und Macaur. Der nördlichste mir bekannte Standort befindet sich an der nubischen Küste im Soturba- Gebirge unter 22° n.Br. In besonderer Menge und meilenweite Buschwaldungen von 15-25′ Höhe bildend traf ich den Kittr am mittleren Laufe des Atbara an (zwischen Gos Radjeb und Gedaref), auch sah ich ganze Quadratmeilen Landes an dem Fusse des Gebel Arrang, zwischen Gedaref und Abu Harras mit dieser Acacie bedeckt.

Der Kittr bildet vielverzweigte, dichte Bosquets, welche meist in halbkugeliger Gestalt auftreten. Jeder Reisende in jenen Ländern weiss genug von seinen hakigen Doppelstacheln zu erzählen, welche, in Form eines Halbkreises gekrümmt, sehr feine Spitzen haben und sich daher leicht in den Kleidern, ja selbst in der Haut des Vorübergehenden verfangen und nur mit grosser Mühe auszuhaken sind, während sie so fest an den Zweigen haften, dass man sich mit Gewalt von ihnen kaum befreien kann.

Das Holz der niedergebogenen, aber aufstrebenden, selten über armstarken Aeste ist sehr schwer und weisslich von Farbe; der Bast wird von den Eingebornen vielfältig benutzt.

Blühende Exemplare fanden sich auf dem Macaur-Eilande im April, und in demselben Monate fruchttragende Exemplare in Abyssinien und Südnubien.

Von allen Acacien des Nilgebietes ist der Kittr durch die nur aus 4 grossen, ½-2½ Ctm. langen Blättchen gebildeten Blätter und durch die mindestens 1 mm. langen Blüthenstielchen ausgezeichnet. Die Hülsen gleichen sehr denen der _A. laeta_, sind aber meistens kleiner und dünner von Textur. Die Blüthenähren erscheinen durch die mit den Staubfäden bis 8 mm. lang werdenden Blüthen kurz und dick. Bei besonders üppiger Entwickelung des Blattstiels trägt der Mittelnervstiel ausnahmsweise 1-3 kleine, hakig gekrümmte, gelbliche Stacheln, analog wie an den geilen Trieben der _A. Catechu_.

21. =Acacia laeta= R. Br., Benth.

Arbor mediocris ligno ebenaceo trunco erecto cortice atro-griseo rimosissimo; aculeis infrastipularibus aterrimis nitidis rarius flavis recurvis unguiformibus vel subrecurvis saepe abortivis vel nullis, aculeo infrafoliaceo in quibusdam exemplis passim occurrente subrecurvo; foliis glaberrimis glaucis pinnis laxe 2-3-jugis, foliolis 3-5-jugis majusculis magnitudine variis oblique cuneato-oblongis mucronulatis obtusis interdum acutiusculis, petiolo supra basin 1-glanduloso; inflorescentia coaetanea spicis in axillis subgeminis folia aequantibus vel iis longioribus, floribus albidis, staminibus non caducis; leguminibus stipitatis oblongis basi apiceque acutis vel obtusis, plus minus utrinque in processum angustum attenuatis pallide olivaceis, 2-3-pollicaribus membranaceo-coriaceis tenuibus transverse venosis 2-3-, rarius 5-spermis supra semina leviter inflatis marginibus parallelis vel saepius inter semina paullo constrictis, seminibus subrotundis compressis olivaceis concoloribus.

_Nomen vern._: lingua Agowensi Gimarra.

_Habitat_: Ad oras Nubiae, Abyssiniae et Arabiae felicis in montibus; in Abyssinia centrali; in Sennaar; in Aegypto superiore prope Syenam.

Ein stammbildendes, schlankes Bäumchen von 10-15′ Höhe. Das Holz ist gleich hart und schwer, auch ähnlich gefärbt wie das afrikanische Ebenholz der _Dalbergia_, mit weisslichem Splint und schwarzem Kern. Unter der in dicken Krusten tief rissig der Länge nach aufspringenden Rinde liegt ein purpurrother Bast. Die jungen Aeste haben eine dunkelbraune, feste und glatte Rinde mit kleinen, quergestellten Lenticellen. An den beblätterten Zweigen ist die Rinde bald hellbraun, gräulich, bald weisslich, mit helleren Rissen der Länge nach gezeichnet und mit kleinen Lenticellen versehen.

Die graugrünen Blättchen sind von wechselnder Gestalt und Grösse. Sie haben einen deutlichen, verzweigten Mittelnerv, sind länglich keilförmig, oft länglich verkehrt-eiförmig, an der Basis sehr ungleichseitig und 2-3-nervig, meist etwas spitz, oft stumpf abgerundet an der Spitze, aber stets mit einem Mucro versehen. Die Grösse variirt zwischen 2-8 mm. Breite und 5-15 mm. Länge. Der ziemlich lange Blattstiel trägt am unteren Viertel eine kleine, erhabene Drüse und ist nicht gerinnt. Die Stacheln sind meist glänzend schwarz, selten bräunlich, oder an jungen Zweigen hell gefärbt, mehr oder minder klanenförmig rückwärts-gekrümmt, seitlich etwas zusammengedrückt, äusserst spitz und bis 5 mm. lang, an der Basis bis 2 mm. breit. Sie verkümmern oft und können häufig gänzlich fehlen. An manchen Zweigen findet sich unterhalb in einigem Abstande von dem Stachelpaare ein gleichgeformter, gleichgrosser oder mehr aufrechter und weniger gekrümmter dritter Stachel.

Die Blüthenähren werden bis 6 Ctm. lang, stehen gewöhnlich zu zwei in den Blattachseln und tragen wenig gedrängte, weissliche Blüthen. Der Kelch ist häutig, weitglockig, 5-nervig und mit 5 ausgebuchteten Zähnen, welche an ihrer Spitze 1-2 kleine Mucrones tragen, versehen. Die 1-1½ mal längere Blumenkrone ist bis zur Hälfte verwachsen, die Zipfel sind länglich, spitz und unregelmässig gefranzt. Die Staubfäden, 80-100 an Zahl, sind noch einmal so lang als die Blumenkrone, weiss wie die Antheren, und bleiben dauernd an der Basis der Hülsen haften. Der Griffel ist gleich lang oder etwas länger als die Staubfäden. Die Hülsen sitzen gewöhnlich zu 2-7 an den Stielen, werden je nach der Zahl der entwickelten Samen 4-6-9 Ctm. lang und sind in der Regel 2 Ctm. breit. Sie sind sehr dünn lederartig und von hell olivengrüner, selten in’s Bräunliche spielender Färbung, beiderseits mit starken Nervensträngen berandet, mit querverlaufendem, hervortretendem Adernetz, an der Basis und an der Spitze plötzlich in eine mehr oder minder lange Spitze zusammengezogen, und zwischen den Samen entweder gar nicht oder sehr seicht eingeschnürt. Die Dicke beträgt an den Rändern circa ½ mm. An der Stelle, wo die Samen liegen, sind die Hülsen etwas blasig aufgebläht. Die Zahl der Samen ist meist 2-4, selten 5, wodurch die Länge der Hülsen sehr verändert wird. Die Samen sind olivengrün, ohne eine hellere Zeichnung auf der Oberfläche, matt glänzend, von runder Gestalt mit einer stumpfen Spitze, und haben 6 mm. im Durchmesser und 2 mm. in der Dicke.

An den Syeniter Exemplaren sind die Kelche (aber nicht alle) auf der einen Seite mitunter aufgespalten und mit ungleich langen Zähnen besetzt, auch sind die Zipfel der Blumenkrone nur wenig über denselben hervorragend.

Diese Art ist der indischen _A. modesta_ Wall. sehr nahe verwandt, welche sich von ersterer durch kürzere Blattstiele, breitere und an den Spitzen abgerundete, oft ausgebuchtete, aber stets des Mucro entbehrenden Blättchen, durch die hellere graue Färbung und durch die länglicheren Hülsen unterscheidet.

Dies möchte _Acacia Asak_ Forsk. (flor. aeg. arab. p. 176) sein, mit deren Beschreibung sie übereinstimmt. Die von VAHL dagegen gegebene Beschreibung derselben Art weicht insofern ab, als gerade Stacheln mir bis jetzt von der _A. laeta_ nicht vorlagen.

Von den übrigen Arten unterscheidet sich die _A. laeta_ theils durch die Zahlverhältnisse des Blattes, theils durch die verhältnissmässige Länge der Blüthenähren, oder durch Stacheln und Hülsen.

Sie blüht und hat Früchte zugleich mit dem Laube, in Ober-Aegypten im Januar, in Nubien im April und Juni, in Central-Abyssinien im September.

Die Eingeborenen verfertigen aus dem schwarzen, harten Holze Griffe zu Messer- und Schwertklingen.

Ich sammelte die Art in den Gebirgen der nubischen Küste, am Gebel Uaratāb bei Suakin, im Soturba-Gebirge am Gebel Schellāl; SCHIMPER in den Bergen von Dschadscha in Abyssinien; EHRENBERG, KOTSCHY und UNGER bei Syene in Ober-Aegypten; EHRENBERG in den Bergen Djara und Kara bei Gunfuda im glücklichen Arabien.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. XIX. 1. Blühender Zweig mit gedrängten Aehren. 2. Dito mit lockeren Aehren. (Nat. Grösse.) 3. Blüthe. 4. Blüthe wie sie bei den Exemplaren von Syene vorkommen. 5. Kelchzähne. 6. Zipfel der Blumenkrone.

Taf. XX. 1. Blattzweig. (Nat. Gr.) 2. Blättchen (vergr.). 3. Zweigtheile mit gedreiten Stacheln. (Nat. Gr.)

Taf. XXI. 1. Zwei Hülsen mit 3 und mit 4 Samen. 2. Hülse mit 1 Samen. 3. Dito mit 2 Samen und langer Spitze. 4. Dito mit 2 Samen und stumpfem Ende. 5. Dito mit 4 Samen, von geringerer Grösse und ohne Einschnürungen. 6. Dito mit 5 Samen, von ausnahmsweise länglicher Gestalt. (Alle nat. Gr.) 7. Same. 8. Längsdurchschnitt durch einen Samen. 9. Same von der Rückenseite gesehen.

22. =Acacia venosa= Hochst., Benth.

Frutex cortice pallide flavescente epidermide caduca; aculeis infrastipularibus brevibus fuscis subrecurvis saepe abortivis vel nullis, foliis glabris glauco-viridibus 3-pollicaribus pinnis laxe 4-7-jugis, foliolis majusculis 7-12-jugis parum obliquis oblongo- ellipticis, oblongis vel obovali-oblongis obtusis vel acutiusculis subtus pallidioribus brevissimis saepe remotis longitudine latitudinem 2-3-superantibus, petiolo communi ima basi glandula instructo; inflorescentia?—leguminibus oblongo-linearibus 4-6-uncialibus coriaceo- membranaceis planis tenuibus transverse reticulato-venosis margine crasse nervosis utrinque acutis vel apice subobtuso-acuminatis 6-7-spermis.

_Habitat_: In Abyssiniae provinciis Tigre et Schire.

Diese durch -11 mm. lange und 3 mm. breit werdende Blättchen, durch 10-13 Ctm. lange und 2-2½ Ctm. breite Hülsen ausgezeichnete Art ist der _A. glaucophylla_ sehr nahe verwandt und mit derselben vielleicht identisch. Nach den Exemplaren der SCHIMPER’schen Sammlung von No. 524. indess zu urtheilen, unterscheidet sie sich immerhin beträchtlich durch die hellgelbliche, etwas abblätternde Rinde, durch die breiteren, grösseren und am Rande mit einem dicken Nervenstränge eingefassten Hülsen, sowie durch die grösseren Blättchen von der _A. glaucophylla_.

Von der gleichfalls ähnlichen _A. laeta_ ist sie genügend durch die längeren Hülsen und grössere Zahl der Blättchen unterschieden. Ein dritter Stachel unter den Blättern fand sich an den vorliegenden Exemplaren nirgends.

23. =Acacia glaucophylla= Steud., A. Rich. (= _A. triacantha_ Hochst., A. Rich.)

Arbor media, interdum frutex, trunco erecto cortice nigro in ramis atro- griseo, rarius griseo-fusco vel rubente; aculeis ternis aterrimis in ramulis interdum lucidis saepe nullis, infrastipularibus patentibus rectis vel paullo recurvis teretibus in ramulis basi latis latere compressis, infrafoliaceo aequali vel deorsum magis recurvo; foliis glauco-viridibus 3-6-pollicaribus glaberrimis pinnis 3-6-jugis, foliolis 12-20-jugis laxiuscule insertis majusculis oblongo-linearibus apice obtusis vel acutiusculis subtus pallidioribus rarius puberulis, petiolo communi basi glandula parva albida notato saepe purpurascente; inflorescentia coaetanea spicis in axillis 1-5-aggregatis laxis folium aequantibus vel eo brevioribus 3-5-pollicaribus floribus albidis, saepe monstrosis coriaceo-inflatis; leguminibus 3-4-pollicaribus, ad 10-fasciculatis linearibus vel anguste linearibus rectis marginibus parallelis vel paullo undulatis rarius inter semina constrictis, membranaceo-coriaceis pallide fuscis vel purpurascentibus, supra semina parum inflatis tenuiter transverse venosis basi apiceque attenuatis vel acuminatis 5-7-spermis, seminibus fuscis nitidis ovalibus longioribus quam latis compressis medio linea arcuata concava notatis.

_Nomen vern._: lingua agowensi Zelloa.

_Habitat_: in montibus Abyssiniae, ditionibus Bogos et Tigre, Nubiae australioris in ditione Taka, Arabiae felicis.

Bildet mittlere Bäumchen von 15-30′ Höhe, mit aufrechtem Stamm und schwärzlicher Rinde, welche oft einen strauchartigen Habitus annehmen. Die Stacheln, wo sie vorhanden stets gedreit, können namentlich an blühenden Zweigen häufig verkümmern oder gänzlich fehlen. Die Blättchen erreichen an Blüthenzweigen oft bei 3 mm. Breite bis 11 mm. Länge. Die Hülsen sind schmal und lang, variiren aber häufig an Gestalt und Grösse, sie haben bei 9 Ctm. Länge oft nur 1 Ctm., an anderen Exemplaren dagegen bis 1½ Ctm. Breite. Die im Reifezustande dunkelbraunen, glänzenden Samen sind stets länger als breit, und haben bei 1 Ctm. Länge bis 7 mm. Breite und 2 mm. Dicke, auch sind sie an der Basis gewöhnlich etwas ausgewulstet und mehr abgestumpft als an der Spitze.

Sie blüht mit dem entwickelten Laube in Abyssinien im August, September und October, in Südnubien auch Mitte April, zu welcher Zeit auch reife Hülsen gesammelt wurden.

In Abyssinien fand sie SCHIMPER im Tacase-Thale, im Modat-Thale und bei Dschadscha; EHRENBERG bei Eilet nahe Massaua, STEUDNER im Ainsaba-Thale im Bogos-Gebiete. Im südlichen Nubien wurde sie von mir an den Bergen Schaba, Iskenāb und Kuurēb (zwischen Suakin und Kassala) gesammelt. EHRENBERG fand sie in den Bergen von Kara im glücklichen Arabien.

Die Blüthen sind ganz ähnlich wie bei _Acacia Verek_ gebildet. Von dieser Art aber unterscheidet sich die _A. glaucophylla_ durch die stets schwärzliche Färbung der Zweige, grössere, kahle und mehr jochig gefiederte Blätter und Fiedern, längere Blüthenähren, schmälere Hülsen und längliche Samen.

Eine bei dieser Art häufig auftretende Monstrosität an den Blüthen verdient noch der Erwähnung. Man findet nämlich häufig an den Aehren zwischen den normalen Blüthen 6-8 mm. lange, dick lederartige, rundlich- längliche Gebilde der durch Insektenlarven verunstalteten Blumenkrone.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. XXII. b. 6. Geöffnete Hülse. 7. Geschlossene Hülse. 8. u. 9. Samen. (Alle nat. Gr.)

24. =Acacia Verek= G. P. R.

Arbor media trunco erecto cortice griseo-rimoso in ramis pallidiore in novellis albido striato tomentoso; aculeis ternatis, infrastipularibus atris nitidis ad apicem ramorum lucidis plus minus nunc deorsum nunc sursum curvatis, infrafoliaceo aequali recurvo; foliis cinereo-viridibus uncialibus junioribus tomentoso-villosiusculis 3-5-jugis, foliolis 10-15-jugis parvulis linearibus longitudine latitudinem 4-5-superantibus acutiusculis, petiolo communi basi apiceque glandula parva ornato; inflorescentia coaetanea folia paullo antecedente spicis 3-pollicaribus folia multo superantibus albidis in axillis singulis interdum 3-aggregatis; leguminibus 3-4-pollicaribus linearibus membranaceo- coriaceis pallidis basi attenuatis apice acutiusculis planis tenuissimis transverse venosis marginibus parallelis vel saepius undulatis interdum valde constrictis 5-6-spermis; seminibus subrotundis valde compressis aeque longis ac latis interdum latioribus quam longis linea arcuata concava medio notatis.

_Nom. vern._: arabice Haschāb.

_Habitat_: ad fluvium Astaboran in Nubia australiori; in Kordofan; frequenter ad fluvium Senegal reperitur.

Bildet aufrechte, nicht über 20′ hohe Bäumchen von oft strauchigem Wuchs. Das Holz ist weiss und äusserst hart. Unter der Rinde liegen dicke Lagen von gelbem und purpurrothem, feinzertheilbaren Bast.

Am Atbara, zwischen Kassala und Gedaref, blühend und mit Früchten Mitte Mai, desgleichen in Kordofan bei Desak (431, CIENKOWSKI).

Die vorliegenden Exemplare aus dem östlichen Sudan stimmen in jeder Beziehung mit den senegambischen sowohl, als auch mit der in der Flora von Senegambien enthaltenen Beschreibung und Abbildung überein.

Von der nahe verwandten, im Blüthenbau völlig gleichgestalteten _A. glaucophylla_ St. unterscheidet sich der Verek leicht durch die hellere Farbe der Zweige, die weit kürzeren Blätter, die kleineren Blättchen und die meist geringere Anzahl der primären und secundären Fiederjoche. Ein wesentlicher Unterschied besteht namentlich darin, dass die an und für sich kürzeren Blüthenähren weit länger als das dieselben stützende Blatt erscheinen, während sie bei _A. glaucophylla_ entweder gleichlang oder kürzer als jenes sind. Die Hülsen sind beim Verek breiter, stumpfer an der Spitze heller gelblich gefärbt und von etwas derberer Structur, ein Hauptunterschied aber liegt in der Gestalt des Samens, welcher rundlich und oft breiter als lang zu sein pflegt, während er bei der _A. glaucophylla_ stets oval und um die Hälfte länger als breit erscheint, auch ist er bei letztgenannter Art dunkler von Färbung. Die Blättchen sind beim Verek an den blühenden Zweigen nur 3, an den fruchttragenden nie über 6 mm. lang.

Diese Acacie liefert das beste weisse Gummi, das aus den Nilländern und zwar ausschliesslich aus der Provinz Kordofan in dem Handel kommt. Ob die Art auch in Arabien einheimisch sei, ist noch nicht erwiesen. Unter den von FORSKÅL aufgeführten Mimosen würde die Beschreibung von _M. flava_ am meisten zu der _A. Verek_ stimmen. _M. senegalensis_ F. ist evident mit der _A. hamulosa_ Benth. identisch. Auch unter den aus den Senegal-Ländern in den Handel gelangenden Gummisorten stammt die beste und von den Autoren der Senegal-Flora als die dem echten Gummi arabicum identisch bezeichnete von dieser Art her.

Der purpurrothe, feste Bast lässt sich zu Stricken verarbeiten, und scheint bei den Bewohnern der Atbara-Gegend (Hadendoa und Schukrie) viel in Gebrauch zu sein, da mir ganze Kameelladungen dieses Materials auf meiner Reise begegneten.

Obgleich ich nicht der von den Autoren der Flora des Senegals vertretenen Ansicht, als sei _A. Senegal_ W. ein Synonym der _A. albida_ D., beipflichten kann (da die WILLDENOW’sche Diagnose ausdrücklich von 3 Stacheln spricht, „spinis ternis intermedio reflexo“), so will ich dennoch, um Irrungen zu vermeiden und da sich hierüber keine Gewissheit erlangen lässt, den von den Negern am Senegal gebrauchten Namen Verek für diese Art aufrecht erhalten.

_Erklärung der Abbildungen._

Taf. XXII. a. 1. Geöffnete, 2. geschlossene Hülse mit Einschnürungen. 3. u. 4. Samen. 5. Hülse ohne Einschnürungen. (Alle nat Gr.)

* * * * *

[Fußnote 1: = petiolus communis, rhachis.]

[Fußnote 2: Je nach den einzelnen Fällen innerhalb der Gattung können die Dornen bald als Zweige und Nebenblätter, die Stacheln bald als Theile der letzteren, bald als blosse Oberhaut-Gebilde betrachtet werden.]

[Fußnote 3: Doch ist für diese Art in Unternubien nach Dr. Cuny auch der Name Talch im Gebrauch.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. IV.

ACACIA SPIROCARPA H. var. α minor.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. V.

ACACIA SPIROCARPA H. var. β major.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. VI.

ACACIA SPIROCARPA H. var. α minor.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. VII.

ACACIA ETBAICA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. VIII.

ACACIA ETBAICA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. IX.

ACACIA VERUGERA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. X.

ACACIA VERUGERA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XI.

ACACIA FISTULA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XII.

ACACIA FISTULA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XIII.

ACACIA FISTULA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XIV.

ACACIA FISTULA SCHWF.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XV.

ACACIA EHRENBERGIANA HAYNE.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XVI.

ACACIA EHRENBERGIANA HAYNE.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XVII.

ACACIA STENOCARPA Hochst.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XVIII.

ACACIA STENOCARPA Hochst.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XIX.

ACACIA LAETA R. BR.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XX.

ACACIA LAETA R. BR.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XXI.

ACACIA LAETA R. BR.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XXII.

ACACIA TORTILIS HAYNE.]

[Illustration: LINNAEA BD. 35. TAF. XXIII.

=a= ACACIA VEREK G. P. =b= ACACIA GLAUCOPHYLLA H.]