Chapter 5 of 17 · 3968 words · ~20 min read

Part 5

Dieselben Fan, welche regelrechte Meiler bauen, reduzieren das Eisen nach der allerrohesten, primitivsten Weise, indem sie das Erz in immer erneuten flammenden Holzstößen ausschmelzen, wobei ein Produkt erhalten wird, bei dem die nachfolgende Schmiedearbeit das beste noch thun muß. Eine Stufe höher steht das Verfahren der Ganguellas und Ostafrikaner (nach BURTON), bei denen das Erz in Gruben, mit Kohlen und Holz gemischt, einem Gebläsestrom ausgesetzt ist. Zu regelrechten Schmelzöfen aus Thon -- gemauerte Öfen kommen nirgends vor -- haben sich endlich manche Völker emporgeschwungen, Schmelzöfen mit Rasten und Herd, von 1-1/2 m, ja bei den Serrakoletts bis 4 m Höhe. Die Reduktion geht überall, wie die Schilderungen ergeben, sehr leicht und verhältnismäßig schnell vor sich; das Eisenerz formt sich unter dem Einflüsse der reduzierenden Holzkohle und der Gebläseluft zu einem weichen, wenn auch nicht flüssigen, zusammengeschweißten Klumpen. Das Eisen ist nicht flüssig und kann nicht »abgestochen« werden, wie das Roheisen unserer Hochöfen.

Die Gebläse sind allerdings sehr einfacher Natur, aber doch stark genug, um, wenn wir STANLEY glauben sollen, ein Brausen hervorzubringen, das eine halbe englische Meile weit hörbar ist. Ganz Afrika kennt die Blasebälge und sie werden beim Ausschmelzen des Eisens wie beim Schmieden von derselben fast überall gleichen, nur wenig abweichenden Form angewendet, die ähnlich schon auf den altägyptischen Monumenten erscheint. Die verbreitetste Form, die vom Weißen Nil bis zu den Betschuanen im Süden reicht, besteht aus zwei thönernen oder hölzernen cylinder- oder trichterförmigen, nach unten zu verjüngten Gefäßen, welche in zwei Luftröhren auslaufen, vor welche noch eine thönerne, seltener hörnerne oder eiserne Düse gelegt ist. Überzogen sind diese Gefäße an ihrem oberen Ende mit elastischen Häuten (oder selbst Bananenblättern), welche abwechselnd auf- und abgezogen werden, um einen alternierenden Luftstrom zu erzeugen. Ventile, wie bei unseren Blasebälgen, sind in ganz Afrika unbekannt und ich lege der ganz isolierten oberflächlichen Erwähnung derselben bei CAMERON nicht den geringsten Wert bei. Blasebälge einer etwas anderen Art werden aus Bornu und vom Njassasee, sowie vom Kilimandscharo erwähnt. Die Ledersäcke derselben zeigen am oberen, mit den Händen gefaßten Teile einen Schlitz, längs dessen zwei flache Stöcke befestigt sind; indem man die Bälge mit der Hand öffnet und emporhebt, dann schließt und niederdrückt, erzeugt man den gewünschten Luftstrom. Solche Bälge kommen auch in Indien vor.

Das erschmolzene, weiche Eisen ist fast überall dasselbe und wird gewöhnlich gleich von den Schmieden durch fortgesetztes Hämmern weiter verarbeitet und gereinigt. Die Bongo unterwerfen das kohlenstoffreiche Produkt noch einer Art von Frischprozeß und die Luchazes im Gebiete des oberen Cubango sollen es sogar verstehen, Stahl herzustellen. Um Feuer zu machen, verwendet merkwürdigerweise dieser Stamm Stahl, Zunder und Feuerstein. Letzteren beziehen die Luchazes durch die Kioko auf dem Handelswege, »während sie den Stahl selbst aus Schmiedeeisen herstellen, das in rotglühendem Zustande in kaltes Wasser geworfen und dadurch gehärtet wird«.[99] Es fehlt auch nicht an einer gewissen Ökonomie beim Eisenschmelzen der Schwarzen, wie denn von den Djur bekannt ist, daß sie durch Pochen und Waschen der Schlacken die noch darin enthaltenen Eisenteilchen zu gewinnen trachten.

Der Schmied, oft noch der Wanderschmied, der durch eifriges Hämmern das unrein erhaltene Produkt dieses primitiven Prozesses weiter verarbeitet, bedient sich gleichfalls nur höchst einfacher Werkzeuge. Aber gerade dadurch erregt er unsere Bewunderung, da die von ihm hergestellten Erzeugnisse im umgekehrten Verhältnisse zu seinen elenden Werkzeugen stehen. Die Lanzenspitzen der Bongo und Monbuttu sind von solcher Feinheit, daß sie mit jeder europäischen Schmiedearbeit den Wettbewerb aushalten. Den Blasebalg kennen wir schon; er ist beim Schmiede derselbe wie beim Hüttenmann. Der Amboß ist meist noch ein Stein, seltener ein Stück in den Boden gelassenes Eisen; ebenso der Hammer.[100] Wir können den letzteren in drei Stadien der Entwickelung verfolgen. Er tritt zunächst auf als einfacher, länglicher Stein, der mit der sehnigen Faust erfaßt wird; ein Fortschritt ist es schon, wenn er durch ein konisches Eisenstück ersetzt und gleichfalls mit der Hand bewegt wird. Zum Hammerstiel hat der Neger sich nirgends aus eigenem Triebe emporgeschwungen, wohl aber lernen wir bei ihm einen nicht uninteressanten Übergang kennen, indem der schwere Schlag- oder Hammerstein mit einem Lederriemen umfaßt wird, an welchem wieder Schlingen für die Hand befestigt sind (bei Serracolletts etc.) oder mit Bastseilen, wie bei den Mangandscha. Zum Schneiden, Formen, Spalten und Modellieren feiner Teile des rotglühenden Metalles benutzt man einen einfachen Meißel oder in Ermangelung eines solchen eine Lanzenspitze. Die Zange besteht im primitivsten Falle aus ein paar Rindenstücken oder sie ist ein gespaltenes Stück frisches Holz mit einem laufenden Ringe darüber zum Enger- oder Weiterstellen dieser Klammer. Einen Fortschritt deutet es an, wenn dieselbe (wie bei den Barotse) aus Eisen hergestellt wird, doch noch genau nach dem Modell der hölzernen Zange. Das Drahtziehen ist bei vielen Negerstämmen bekannt und hier und da wird auch das Schweißen erwähnt.

Heute noch steht die afrikanische Eisenindustrie in ihrer alten urtümlichen Form vor uns, doch dürften ihre Tage gezählt sein, je mehr der schwarze Kontinent erschlossen und dem weißen Händler zugängig gemacht wird. Sobald Berührungen mit Europäern stattfinden, beginnen sich europäische Einwirkungen auf die Eisenindustrie der Schwarzen einzustellen, so daß man, will man letztere in ihrer Ursprünglichkeit kennen lernen, sich an unberührte Stämme halten muß. Die Schmiede in Sennar haben bereits europäische Hämmer und Zangen angenommen, und die Barotse am mittleren Zambesi, in einer Gegend, die erst vor dreißig Jahren bekannt wurde, kennen schon unsere Bohrer, Kugelzieher, Feilen und Hämmer. Geht so die Ursprünglichkeit im Gewerbe durch Fremderlerntes zu Grunde, so ist die afrikanische Eisenindustrie an sich selbst in Frage gestellt durch das Einströmen billiger europäischer Produkte, mit denen die heimischen Erzeugnisse nicht zu konkurrieren vermögen.

~Die Stellung der Schmiede in Afrika.~ Wo das Eisen im Volksmunde auftritt und Traditionen von seinem Ursprunge erzählen, sind häufig sonderbare Vorstellungen mit demselben verknüpft: dem Schmiede haftet etwas geheimnisvolles an. Das neue Metall, welches bestimmt war, den Stein zu ersetzen, ist den alten Geistern, den Elfen und Nixen, die dem Steinalter entstammen, verhaßt und wird ihnen gefährlich, daher man denn auch zum Schutze gegen jene Hufeisen an die Stallthüren nagelt, was in England »noch bei der Hälfte der Stallthüren« der Fall ist.[101] Ein Messer in den Wirbelwind geworfen, ist in Deutschland ein Mittel, den in der Windsbraut einherfahrenden Dämon zu verwunden.[102] Nach dem Glauben der ägyptischen Fellahs haben die Dschinnen großen Respekt vor dem Eisen. Sehen sie eine Sandhose kommen, so rufen sie dem darin sitzenden Geiste zu: _Chadid ya maschun_, Eisen, o Unseliger! und glauben sich dadurch geschützt.[103] Umgekehrt wird es in hieratischen Dingen damit gehalten: der steinerne Altar wird aus unbehauenen Steinen errichtet, denn das Eisen entweiht ihn.[104] Und so ähnlich noch vielfach.

Einheimische Traditionen, welche auf den Ursprung des Eisens in Afrika hinweisen, sind bisher wenig bekannt geworden, doch dürften dieselben gewiß nicht fehlen. Während, namentlich in Südafrika, sich in Sagen und Märchen noch Erinnerungen an die Steinzeit erhalten haben[105], ist mir nur eine Stelle aufgestoßen, die vom Ursprunge des Eisens redet. »Die Leute (im Westen des Njassasees) sagen, die Kunst, das Eisen zu schmelzen, sei ihnen von Chisumpi gelehrt worden, welches der Name von Mulungu (Gott) ist.«[106] Hier weist also die Tradition auf einen höheren, göttlichen Ursprung des nützlichen Metalles hin, wie dieses auch bei anderen Völkern der Fall ist. Damit wird zugleich die afrikanische Eisenkenntnis in ein hohes Alter hinaufgerückt, wofür auch andererseits die besondere Stellung, welche die Schmiede einnehmen, spricht. Es ist dieses jedoch nicht etwa eine spezifisch afrikanische Erscheinung, sondern bei allen Völkern, wo es Schmiede giebt, tritt derselbe Fall ein.[107] Die afrikanischen Schmiede sind, unabhängig von geographischer oder ethnographischer Gruppierung, bald verachtet, bald hochgeehrt und stets klebt ihrer Beschäftigung etwas geheimnisvolles an, so sehr, daß sie auch, wo sie eine Pariastellung einnehmen, mit einer gewissen Scheu betrachtet werden. Die Erklärung, daß die Schmiede, als eine besondere Kaste bildend, von anderer Abstammung als die übrigen Mitbewohner eines Landes seien, wird hier nicht immer ausreichen, wennschon dieselbe sehr oft zutrifft. Wenn ein eroberndes Volk, welches das Schmiedehandwerk nicht kennt, in dem von ihm besetzten Lande bereits Schmiede vorfand, welche das Metall zu bearbeiten verstanden, so mußte es natürlich die ihm fremde, geheimnisvolle Kunst bewundern, aber auch fürchten. Wegen der augenscheinlichen Nützlichkeit ließ es aber die Unterjochten bei ihrem Gewerbe, zog daraus die nötigen Vorteile, verachtete aber die Träger der ihm ursprünglich fremden Kunst und betrachtete sie gleichsam mit Scheu als Zauberer und Träger überirdischer Kräfte. Andererseits aber, wenn die nützliche Kunst ein tiefer stehendes Volk von einem höher stehenden erlernt hatte, so blieb sie und diejenigen, welche sie erlernt, in besonderer Gunst und Verehrung; die Schmiede wurden der bevorzugte Stand.[108]

Hoch in Ehren steht der afrikanische Schmied in Congo, wo er königlicher Abkunft sein soll. Bei den Fan ist der Schmied zugleich Priester und Medizinmann, und die kleinen, kein Eisen produzierenden Völker am Ogowé verehren die Blasebälge der Fan in ihren Fetischhäusern.[109] In den Kimbundaländern ist der Schmied (Kangula) der vornehmste Handwerker; der Schmiedeobermeister oder »Fürst der Eisenarbeiter« hat bei Hofe in Bautschi eine der höchsten Stellen. Dagegen tritt uns die entgegengesetzte Anschauung, welche einer Pariastellung der Schmiede gleichkommt, bei mindestens ebensoviel afrikanischen Völkern entgegen. Der Eisenschmied ist bei den Bari am Weißen Nil verachtet. Ausgestoßen und verachtet sind die Schmiede (Adschwôn) bei den Dinka; diese Verachtung ist bei den Dscholofs so groß, daß nicht einmal ein Sklave in eine Schmiedefamilie hineinheiratet. Ausgeschlossen aus der Gesellschaft sind die Schmiede bei den Tibbu. Jemanden dort einen Schmied nennen ist eine Beleidigung, die nur mit Blut abgewaschen werden kann. Das Handwerk erbt dort innerhalb der streng geschiedenen Kaste vom Vater auf den Sohn. Der Grund dieser Pariastellung ist hier um so schwerer zu ergründen, als, wie NACHTIGAL ausdrücklich hervorhebt, die Schmiede mit ihren übrigen Landsleuten desselben Ursprunges sind. Auch in Wadai nimmt der Schmied diese Stellung ein, trotzdem ist ihr »Sultan« ein höchst angesehener Mann, der Zutritt zum Harem des Herrschers hat und bei dessen Thronbesteigung dessen Verwandten verschneidet. Unter den Somal ist es die Pariakaste der Tumalod, welche das Schmiedehandwerk betreibt.[110]

~Die europäische Parallele.~ Man mag die sogenannte Bronzeperiode so hoch in die Zeit zurückschieben, wie man will, so wird sie doch bei den indogermanischen Völkern Europas nicht bis in eine Periode hineinragen, welche unsere Völker oder deren damaliges Äquivalent auf einer niedrigeren Kulturstufe antrifft, als die Afrikaner von heute zeigen. In vielen Stücken, das beweist die vergleichende Sprachwissenschaft, standen sie entschieden höher als die gegenwärtigen Neger und es liegt kein innerlicher Grund vor, daß bei ihnen, wo Feuer und Kohle bekannt und Raseneisenerz vorhanden war, nicht jener allereinfachste Verhüttungsprozeß stattgefunden hat, der bis ins vorige Jahrhundert noch in Deutschland ausgeübt wurde und in Catalonien erst vor nicht langer Zeit verschwand. Die alte Luppenfrischerei und Stückofenarbeit ist die echte Parallele zu dem Eisenhüttenwesen der Naturvölker.

Wenn auch bei HOMER das Eisen als mühsam dargestellt -- +poluchmêtos sidêros+ -- bezeichnet wird und nicht gediegen, wie Gold, Silber, Kupfer, vorkommt, so ist doch seine Erschmelzung keine mit besonderer Schwierigkeit verknüpfte Arbeit, wie die afrikanische Eisenindustrie uns bewiesen hat. Während die Bronze, eine Legierung aus zwei Metallen, die in den seltensten Fällen nebeneinander vorkommen, eine weit höhere metallurgische Kunst und die Kenntnis des Gießens und Formens erfordert, ergeben weiche Brauneisensteine in heftigem Kohlenfeuer behandelt schon ein schmiedbares Eisen. Zu dieser Entdeckung kann der Zufall geführt haben, was bei der Bronze kaum denkbar ist.

Bei unseren europäischen Vorfahren müssen wir uns die älteste Darstellung des Eisens gerade so vorstellen, wie wir dieselbe bei den Negern kennen gelernt haben, und dieses älteste Verfahren reichte bis in die Neuzeit unverändert herein. Die Geschichte unseres Eisenhüttenwesens beginnt mit den Luppenfeuern, dem Schmelzprozeß in Gruben und geht über zu den bis ins vorige Jahrhundert gebräuchlichen Wolfs- oder Stücköfen, die von entwickelteren afrikanischen Öfen nicht sehr verschieden waren und gleich diesen kein flüssiges Roheisen, sondern ein ungeschmolzenes, stahlartiges Eisen lieferten.

Die Überreste des alten Eisenhüttenbetriebes in Deutschland sind gar nicht so selten; sie werden mehr und mehr aufgefunden, seit man seine Aufmerksamkeit darauf wendet. Am Hüttenberger Erzberge in Steiermark deuten alte Halden und Schmelzgruben auf derartige Eisenindustrie. Erst wenige Jahrhunderte sind darüber verflossen, daß in der dortigen Gegend noch jeder einzelne Grundbesitzer und Höfler bei seinem Hause am Erzberge kleine 2-3 m hohe Öfen besaß, in denen mit Kohlen die den alten Erzgängen geraubten Erze verhüttet wurden. Noch sind die alten Ofenruinen zahlreich vorhanden. Älter als diese sind die gleichfalls vorhandenen Gruben, die einfach in den ebenen Thalboden gegraben, mit Lehm ausgeschlagen sind und keinen Luftkanal an der unteren Bodenfläche zeigen. Graf WURMBRAND fand in solchen wenig reduzierten Eisenstein, Schlacken und rohe Topfscherben.[111] Auch ganz ähnlich gestaltete römische Schmelzgruben hat Graf WURMBRAND in der dortigen Gegend nachgewiesen und schließlich hat derselbe Forscher das alte Schmelzverfahren in Gruben unter Zuhilfenahme eines einfachen Blasebalges nachgeahmt, wobei Holzkohle und geröstetes Erz schichtenweise gelagert wurde. In 48 Stunden reduzierte er 12,5 kg Eisen, das nach seiner Abkühlung sich gleich zu Lanzenspitzen verarbeiten ließ.[112]

Über alte Eisenschmelzen im Posenschen, wo in der primitivsten Weise Raseneisensteine ausgeschmolzen wurden, berichtet W. SCHWARTZ[113], über ganz ähnliche in der Lausitz und Westfalen Bergrat VIEDENZ[114]; ungeheuere Schlackenhaufen, Reste prähistorischer Eisenwerke bei Ramsen in der Pfalz, fand C. MEHLIS[115], sehr große alte Schlackenhalden, die Reste eines etwas komplizierteren Schmelzverfahrens (mit Tiegeln), entdeckte H. WANKEL nördlich von Brünn bei Ruditz und Habruwka.[116] MEHLIS hat endlich auch die altrömischen Eisenwerke von Rufiana (Eisenberg) in der Pfalz mit ihren Öfen, Düsen und Luppen wieder an das Tageslicht gezogen.[117]

Überall war zu jenen Zeiten die Eisendarstellung in Europa nur ein Handwerk, wie es bei den Negern betrieben wurde, keineswegs eine Fabrikation. Die ganzen notwendigen mechanischen Leistungen, wie die Windgebung und das Aushämmern der mit Schlacken verunreinigten, im primitiven Schmelzofen erhaltenen Eisenluppen, wurden durch der Hände Arbeit besorgt; von irgend welchen Maschinen ist bei unseren Vorfahren so wenig wie bei den Negern die Rede gewesen.

Fußnoten:

[2] SOLDI in Bull. soc. d'Anthropol. 1881. 34 ff.

[3] LEPSIUS in Verhandl. Berliner Anthropol. Ges. 1873. 63. 64.

[4] Manners and Customs of the ancient Egyptians. III. 247.

[5] Zeitschrift f. ägyptische Sprache 1871. 19.

[6] Die Metalle in den ägyptischen Inschriften. 102. Abhandlungen der Berl. Akad. der Wissenschaften 1871.

[7] WILKINSON, Manners and Customs. III. 246. It lies in the eastern desert, between the Nile and the Red Sea, at a place called Hammámi, and was discovered by my friend Mr. Burton, who visited it in 1822 and found the metal to be in the form of specular and red iron ore.

[8] LEPSIUS a. a. O. 107. 112.

[9] »Altes Eisen.« Allgemeine Zeitung, 12. Januar 1868.

[10] Das Meteoreisen in technischer und kulturhistorischer Beziehung. Arch. f. Anthropol. XII. 297 (1880).

[11] SCHWEINFURTH, Artes africanae Taf. XIV. Fig. 5-7 und WILKINSON, Ancient Egyptians II. 287.

[12] WILKINSON a. a. O. III. 339.

[13] Jeremias 6, 20.

[14] KLUNZINGER, Bilder aus Oberägypten. Stuttg. 1877. 13.

[15] Editio FABRICIUS. Leipzig 1883. 42.

[16] III. 49, 4.

[17] II. 19 in KARL MÜLLER's Geographi graeci minores. Par. 1855.

[18] STRABO 771. 772. ed. CASAUB.

[19] MORLANG, in PETERMANN's Mittheil. Ergänzungsband II. (122).

[20] POGGE, Muata Jamwo. Berlin 1880. 238.

[21] BLEEK, Reinecke Fuchs in Afrika. Weimar 1870. 71.

[22] Die Steinzeit Afrikas. Globus XLI. 169 ff.

[23] Durchbohrte Steine vom Tanganjikasee beschreibt HORE in Proc. Roy. geogr. Soc., 1882. 7. Durchbohrte Porphyrsteine, die Zauberkraft besitzen sollen und deren ursprüngliche Verwendung den Leuten bereits unbekannt war, LIVINGSTONE in Centralafrika. (Letzte Reise, deutsche Ausgabe I. 271.)

[24] Sprachvergleichung und Urgeschichte. Jena 1883. 218 Anm.

[25] PURCHAS, Pilgrims I. 118. 133. 275. 417.

[26] SANDERSON im Journ. Anthropol. Instit. VIII. 17 (1879).

[27] HUTCHINSON, Western Africa. London 1858. 192.

[28] Reise im Gebiete des Blauen und Weißen Nil. Wien 1874. 33, Taf. 2.

[29] WILHELM V. HARNIER's Reise am oberen Nil. Darmstadt 1866. Taf. XIX.

[30] S. W. BAKER, Der Albert Nyanza. Jena 1867. I. 182.

[31] SCHWEINFURTH, Im Herzen von Afrika. I. 224. 227.

[32] SCHWEINFURTH, Artes africanae. Leipzig 1875. Taf. II.

[33] JOHN PETHERICK, Egypt, the Soudan and Central-Africa. Edinburg 1861. 396.

[34] TH. V. HEUGLIN, Reise in das Gebiet des Weißen Nil. Leipzig und Heidelberg 1869. 196.

[35] Artes africanae taf. V.

[36] A. a. O. 197.

[37] SCHWEINFURTH, Im Herzen von Afrika. II. 116.

[38] WILSON und FELKIN, Uganda, deutsch. Stuttgart 1883. I. 73.

[39] A. a. O. I. 89.

[40] STANLEY, Durch den dunklen Weltteil. I. 514.

[41] STANLEY a. a. O. II. 156.

[42] Journal Anthropol. Instit. VI. 170. LIVINGSTONE (Letzte Reise II. 174) kam in dieser Gegend an 30 Schmelzhütten vorüber.

[43] CAMERON, Quer durch Afrika. I. 291. 293.

[44] CAMERON a. a. O. I. 319.

[45] CAMERON a. a. O. I. 320.

[46] CAMERON a. a. O. II. 44.

[47] CAMERON a. a. O. II. 157.

[48] POGGE, Im Reiche des Muata Jamwo. Berlin 1880. 238.

[49] O. SCHÜTT, Reisen im südwestlichen Becken des Kongo. Berlin 1881. 128.

[50] Reisen in Südafrika. Pest und Leipzig 1859. 384. 376.

[51] SERPA PINTO's Wanderung quer durch Afrika. Leipzig 1881. I. 118.

[52] SERPA PINTO I. 236. II. 31.

[53] JOS. THOMSON, Expedition nach den Seen von Centralafrika. Jena 1882. II. 209. I. 227.

[54] BURTON, Lake Regions of Central Africa. London 1860. II. 312.

[55] V. D. DECKENs Reisen II. 17. 19.

[56] BURTON a. a. O. II. 312.

[57] V. D. DECKEN a. a. O. II. 19.

[58] V. D. DECKEN II. 19.

[59] Blauer und Weißer Nil. Taf. II.

[60] Expedition to the Zambezi. 113.

[61] Proceedings R. Geogr. Soc. 1883. 586.

[62] DAVID LIVINGSTONE's Letzte Reise, deutsch. Hamburg 1875. I. 183.

[63] LIVINGSTONE, Expedition to the Zambezi. London 1865. 113.

[64] Letzte Reise I. 180.

[65] MONTEIRO, Der Muata Cazembe. Deutsch von W. PETERS in Zeitschr. f. allgem. Erdkunde. VI. 268. Berlin 1856.

[66] Proceed. R. Geogr. Soc. 1883. 531.

[67] DU CHAILLU, Equatorial Africa. London 1861. 90. -- O. LENZ, Skizzen aus Westafrika. Berlin 1878. 85.

[68] LENZ a. a. O. 274.

[69] MUNGO PARK's Reise in das Innere von Afrika. Deutsch. Hamburg 1799. 32.

[70] ROHLFS, Quer durch Afrika. II. 62. -- NACHTIGAL im Globus XXIV. 231.

[71] Mitt. Hamburg. Geogr. Ges. 1878-79. 316. Tafel 8, Fig. 9.

[72] SCHWEINFURTH, Im Herzen von Afrika. I. 224. 306.

[73] BASTIAN, Geogr. und ethnolog. Bilder. Jena 1873. 171.

[74] L. WILSON, Western Africa. London 1856. 304.

[75] H. BARTH, Reisen. II. 154. 157. 158.

[76] NACHTIGAL, Sahara und Sudan. I. 457. 451.

[77] NACHTIGAL a. a. O. I. 680. Der Blasebalg wird in Bornu durch ein Onomatopoeon: _bubutu_ bezeichnet (BARTH, Reisen II. 458).

[78] BARTH a. a. O. II. 645. III. 400.

[79] ROHLFS, Quer durch Afrika. II. 207.

[80] DOELTER, Über die Capverden nach dem Rio Grande. Leipzig 1884. 224.

[81] Tour du Monde. III. 388 (1861).

[82] MOLLIEN, Reise in das Innere von Afrika. Weimar 1820. 226.

[83] MUNGO PARK's Reise in das Innere von Afrika. Hamburg 1799. 332.

[84] DOELTER, Über die Capverden nach dem Rio Grande. Leipzig 1884. 178.

[85] BOWDICH, Mission nach Ashantee. Weimar 1820. S. 417.

[86] FRITSCH, Eingeborene Südafrikas. 434.

[87] PETER KOLBEN's Beschreibung des Vorgebirges der guten Hoffnung. Frankfurt und Leipzig 1745. 177.

[88] FRITSCH a. a. O. 72.

[89] FRITSCH a. a. O. 71. 72.

[90] KRANZ, Natur- und Kulturleben der Zulus. Wiesbaden 1880. 66.

[91] FRITSCH a. a. O. 172.

[92] HOLUB in den Mitt. der Wiener geograph. Ges. 1879. 321. 322.

[93] Nur noch die Gerberei wird bei den Mandingo von den von Stadt zu Stadt reisenden Karrankea oder Gaungay zünftig betrieben, während die übrigen Einwohner sich nicht damit abgeben (MUNGO PARK's Reise in das Innere von Afrika. Hamburg 1799. 330).

[94] THOMSON, Expedition nach den Seen von Centralafrika. II. 209.

[95] PETERMANN's Geographische Mitteilungen. 1882. Taf. 1.

[96] Ausland. 1883. S. 850.

[97] DOELTER, Über die Capverden nach dem Rio Grande. Leipzig 1884. 220 ff.

[98] LICHTENSTEIN, Reise im südlichen Afrika. Berlin 1812. 523.

[99] SERPA PINTO a. a. O. I. 236. Diese Art des Härtens war schon zur Homerischen Zeit bekannt, wie aus der Stelle hervorgeht, wo Odysseus den Polyphem blendet, Odyssee IX. 393-395:

So wie der Erzarbeiter die Holzaxt oder das Schlichtbeil In abkühlendes Wasser mit mächtigem Zischen hinabtaucht, Um es zu härten mit Kunst; das giebt ja dem Eisen die Stärke.

[100] Auch bei unseren indogermanischen Vorfahren bestanden die ursprünglichen Schmiedewerkzeuge aus Stein; Beweis dafür die Häufigkeit der Namen dieser Werkzeuge, welche aus dem Worte für Stein (Sanskrit _áçman_ = Altslavisch _kamen_) hervorgehen. Hierher gehören im Germanischen altnordisch _hamarr_ = althochdeutsch _hamar_ und griechisch _+kaminos+_, Ofen. Im Sanskrit _áçman_ Hammer und Amboß.

[101] TYLOR, Anfänge der Kultur. I. 140.

[102] SCHÖNWERTH, Aus der Oberpfalz. II. 113.

[103] MANNHARDT, Baumkultus. Berlin 1875. 132.

[104] 2 Mos. 20, 25.

[105] Vergl. das Hereromärchen in BLEEK, Reinecke Fuchs in Afrika. Weimar 1870. 71.

[106] D. LIVINGSTONE's Letzte Reise. Deutsch. Hamburg 1875. I. 183.

[107] R. ANDREE, Ethnographische Parallelen. Stuttgart 1878. 153. »Der Schmied.«

[108] Es läßt sich historisch nachweisen, wie Schmiede und Metallarbeiter von den Siegern in deren Land verpflanzt wurden, wo sie, dem besiegten Stamme angehörig, nun eine Kaste bildeten. Nebukadnezar führte die Schmiede aus Juda nach Babel (2 Kön. 24, 14) und der Inka Yupanqui brachte die Metallarbeiter des von ihm eroberten Reiches Chimu nach seiner Hauptstadt Cuzco (SQUIER, Peru. London 1877. 170).

[109] Es möge hierzu eine indische Parallele Platz finden. Bei den Bhils, einem der wilden Urstämme Vorderindiens, steht das Eisen in hoher Verehrung. Lanzenspitzen oder Pflugscharen werden an Baumzweige gehängt und diesem Eisen widmet der Bhil die Erstlingsfrüchte der Ernte oder Teile seiner Beute. Der Ursprung dieses Brauches soll in die Zeit der Einführung des Eisens bei den Bhils zurückreichen. L. ROUSSELET, Revue d'Anthropol. II. 61. 1873.

[110] BASTIAN, San Salvador. 161. -- LENZ, Skizzen aus Westafrika. 85. -- MAGYAR, Reisen in Südafrika. I. 338. -- ROHLFS, Quer durch Afrika. II. 156. -- V. HARNIER in PETERMANN's Ergänzungsheft No. 10. 133. -- PRUYSSENAERE daselbst No. 50. 25. -- MOLLIEN, Reise in das Innere von Afrika. 49. -- NACHTIGAL, Sahara und Sudan. I. 443. -- Derselbe in Zeitschrift der Ges. f. Erdkunde zu Berlin. VI. 533 und XII. 43. -- HILDEBRANDT in Zeitschrift für Ethnologie. 1875. 4.

[111] Arch. f. Anthropologie. XI. 401.

[112] Korrespondenzblatt d. deutsch. Anthropol. Ges. 1877. 151.

[113] Verhandl. Berl. Anthropol. Ges. 1881. 88.

[114] Verhandl. Berl. Anthropol. Ges. 1881. 133.

[115] Korrespondenzblatt. 1878. 73.

[116] Mitt. d. Wiener Anthropol. Ges. VIII. 312.

[117] Korrespondenzblatt. 1883. 147.

Das Kupfer bei den Nigritiern.

~Vorkommen und Darstellung.~ Kupfer gehört in Afrika zu den nicht selten vorkommenden, in der Ausbeute aber auf einige wenige Lokalitäten beschränkten Metallen. Seit alter Zeit wird es im Norden wie im Süden von den Eingeborenen erschmolzen und in den Handel gebracht. Daß es als gediegenes Metall zur direkten kalten Verarbeitung gelange, ist mir für Afrika nicht bekannt geworden. Die Hauptvorkommnisse, von denen aus es auf Handelswegen weit und breit über den Kontinent verbreitet wird, sind folgende:

Zunächst die vielfach genannte Hofrat e Nahhas im Süden von Darfur. RUSSEGGER, der zuerst diese Kupferbergwerke erwähnt, gab an, daß das Metall dort gediegen in Form feiner Gräupchen vorkomme.[118] Indessen dieses beruht auf falschen Erkundigungen. Nach den von V. HEUGLIN eingezogenen Nachrichten wird das Kupfer dort metallurgisch gewonnen. »Die Kupfererze werden an Schluchten gebrochen, gewaschen und in einer Vertiefung mit Kohle geschichtet. Zwei bis drei Schafhäute dienen den Arbeitern als Blasebälge. Beim Niedergehen des Satzes entwickelt sich eine giftige grüne Flamme. Das Ausbringen eines Schmelzprozesses beträgt zwischen 12 bis 15 Rottel schönes Rotkupfer.«[119]

SCHWEINFURTH sah das Kupfer von Hofrat e Nahhas im Handel in der Form geschmiedeter kantiger, sehr plumper Ringe von 2-1/2 bis 25 kg Gewicht und in 1/2 oder 1 kg schweren, länglich ovalen Barren oder Kuchen von ziemlich unreiner Gußmasse. Er zahlte für 40 kg 75 Mariatheresiathaler. Auch von dem kupferhaltigen Mineral erhielt SCHWEINFURTH Proben; es bestand aus Kies- und Quarzstücken mit Malachitbeschlag.[120] Wie weit dieses Kupfer von Hofrat in Afrika durch den Handel verbreitet wird, erkennen wir aus der Angabe von HEINRICH BARTH[121], daß es, über Wadai kommend, auf dem Markte von Kano den hauptsächlichsten Vorrat ausmacht und hier in Konkurrenz mit dem europäischen, über Tripolis importierten Kupfer tritt.