Chapter 6 of 7 · 3979 words · ~20 min read

Part 6

In der That eine merkwürdige Logik! Weil Weingeist in Seewasser einen Gyps-Niederschlag erzeugt, deshalb ist der in Weingeist conservirte Bathybius-Schlamm nur ein Gyps-Niederschlag! Und diese Beweisführung machte auf alle Mitglieder einer deutschen Naturforscher-Versammlung »einen geradezu erschütternden Eindruck!« Dass starker Weingeist in Seewasser einen dünnen flockigen Gyps-Niederschlag erzeugt, weiss Jeder, der Seethiere in Weingeist gesammelt hat. Ebenso weiss aber auch Jeder, der den Bathybius-Schlamm der Porcupine-Expedition gleich ~Huxley~ und mir genau untersucht hat, dass die darin massenhaft enthaltenen moneren-artigen Eiweisskörper wirklich aus einem ~eiweissartigen~ Körper und ~nicht aus Gyps~ bestehen. Sie färben sich in Carmin roth, in Salpetersäure und in Jod gelb, werden durch concentrirte Schwefelsäure zerstört und geben alle übrigen Reactionen des ~Protoplasma~, was bekanntlich beim Gyps nicht der Fall ist.

Wenn man gewisse Kreide-Arten oder kreidigen Mergel fein pulverisirt, so erhält man ein feinkörniges, weisses Mehl, welches zum Verwechseln dem merkwürdigen »Radiolarien-Schlamm« ähnlich ist, den die Challenger-Expedition in einem beschränkten Bezirke des Pacifischen Oceans (und ~nur hier~!) in einer Tiefe von 12,000–26,000 Fuss Tiefe gefunden hat. Dieser »Radiolarien-Ooze«, den ich eben jetzt untersuche, besteht fast ausschliesslich aus den zierlichsten und mannigfaltigst geformten Kieselschalen von zahllosen Radiolarien. Mit blossem Auge aber ist dieser getrocknete Schlamm — ein wundervolles, mikroskopisches Radiolarien-Museum — nicht zu unterscheiden von jenem pulverisirten Kreide-Mergel, der nicht eine einzige Radiolarien-Schale enthält. Ich schlage nun vor, auf einer nächsten deutschen Naturforscher-Versammlung den experimentellen Beweis zu führen, dass jene colossalen und höchst merkwürdigen, vom Challenger entdeckten Radiolarien-Lager in den Tiefen des Pacifischen Oceans nicht existiren. »Das Recept ist höchst einfach.« Man zerstösst in einem Mörser vor den Augen der versammelten Naturforscher einen von jenen Kreide-Mergeln, die keine Radiolarien enthalten. Das so erhaltene weisse Pulver enthält kein einziges Radiolar — also auch der pacifische (blos aus Radiolarien bestehende) Tiefsee-Schlamm nicht — denn beide sind mit blossem Auge nicht zu unterscheiden. Quod erat demonstrandum! Wir sind überzeugt, das schlagende Experiment wird auf alle Zuschauer »einen geradezu erschütternden Eindruck machen« — und der Radiolarien-Schlamm existirt nicht mehr!

IV. Zur Kritik der Moneren.

Wir glauben in Vorstehendem gezeigt zu haben, dass die »Nicht-Existenz des Bathybius nicht erwiesen« ist. Vielmehr bleibt es sehr wahrscheinlich, dass die Beobachtungen von ~Wyville Thomson~, ~Carpenter~ und ~Emil Bessels~ über die Bewegungen des lebenden Bathybius richtig sind. Wir wollen nun aber einmal das Gegentheil annehmen und wollen zugeben, dass Bathybius kein Moner und überhaupt kein Organismus sei. Folgt daraus, — wie jetzt sehr oft gefolgert wird, — dass auch die ~Moneren überhaupt nicht existiren~? Oder dürfen wir daraus, dass die bekannte Riesen-Seeschlange der Fabel nicht existirt, den Schluss ziehen, dass es überhaupt keine Seeschlangen giebt? Bekanntlich giebt es deren eine Menge, die Familie der lebendig gebärenden, sehr giftigen Hydrophiden (Hydrophis, Platurus, Aepysurus etc.), welche meistens im indischen Ocean und Sunda-Archipel leben, aber keine beträchtliche Grösse erreichen.

Es würde unnütz sein, hier nochmals darauf hinzuweisen, dass meine eigenen, viele Jahre speciell auf diesen Gegenstand gerichteten und möglichst sorgfältigen Untersuchungen die Existenz von mehr als einem Dutzend verschiedener Moneren-Arten theils im Süsswasser, theils im Meere nachgewiesen haben. Um so mehr will ich aber hervorheben, dass diese Beobachtungen seitdem von einer Anzahl bewährter Forscher wiederholt und bestätigt worden sind. Einige von diesen Moneren scheinen sogar im süssen Wasser sehr verbreitet zu sein, so namentlich die Gattungen Protamoeba und Vampyrella. _P. agilis_ und _V. spirogyrae_ kommen in Jena fast jeden Sommer gelegentlich zur Beobachtung. _P. primitiva_ und _V. vorax_ sind von mehreren verschiedenen Beobachtern in sehr entlegenen Gegenden gesehen worden. Andere neue Moneren-Formen sind erst ganz neuerdings von ~Cienkowski~ und ~Oskar Grimm~ beobachtet. Wenn erst die allgemeine Aufmerksamkeit der Mikroskopiker sich mehr diesen höchst einfachen Organismen zuwendet, steht zu erwarten, dass unsere Kenntniss derselben sich noch beträchtlich erweitern und vertiefen wird.

Ganz abgesehen also davon, ob Bathybius ein echtes Moner ist oder nicht, kennen wir jetzt bereits mit Sicherheit eine Anzahl ~echter Moneren~, deren fundamentale Bedeutung von ersteren ganz unabhängig ist. Wir wissen, dass noch heute eine Anzahl von niedrigsten Lebensformen in den Gewässern unseres Planeten existiren, welche nicht nur die einfachsten unter allen wirklich beobachteten Organismen, sondern überhaupt die ~denkbar einfachsten~ lebenden Wesen sind. Ihr ganzer Körper besteht in vollkommen entwickeltem und fortpflanzungsfähigem Zustande aus nichts weiter als aus einem strukturlosen Protoplasma-Klümpchen, dessen wechselnde, formveränderliche Fortsätze alle Lebensthätigkeiten gleichzeitig besorgen, Bewegung und Empfindung, Stoffwechsel und Ernährung, Wachsthum und Fortpflanzung. Morphologisch betrachtet ist der Körper eines solchen Moners so einfach wie derjenige irgend eines anorganischen Krystalles. Verschiedene Theilchen sind darin überhaupt nicht zu unterscheiden; vielmehr ist jedes Theilchen dem andern gleichwerthig. Diese wichtigen Thatsachen und die daraus sich ergebenden weitreichenden Folgerungen gelten für ~alle Moneren~ ohne Ausnahme — mit oder ohne Bathybius; — und es ist daher für die Theorie ganz gleichgültig, ob der Bathybius existirt oder nicht.

Wenn wir diese Moneren als »absolut einfache Organismen« bezeichnen, so ist damit nur ihre ~morphologische Einfachheit~, der Mangel jeder Zusammensetzung aus verschiedenen Organen, ausgesprochen. In chemisch-physikalischer Beziehung können dieselben noch sehr zusammengesetzt sein; ja wir werden ihnen sogar auf alle Fälle eine ~sehr verwickelte Molecular-Structur~ zuschreiben müssen, wie allen eiweissartigen Körpern überhaupt. Viele betrachten den schleimartigen Eiweisskörper der Moneren als eine einzige chemische Eiweissverbindung, Andere als ein Gemenge von mehreren solcher Verbindungen, noch Andere als eine Emulsion oder ein feinstes Gemenge von eiweissartigen und fettartigen Theilchen. Diese Frage ist für unsere Auffassung und für die allgemeine biologische Bedeutung der Moneren von untergeordneter Bedeutung. Denn auf alle Fälle — mag diese oder jene Ansicht richtig sein — bleiben die Moneren in ~anatomischer~ Hinsicht ~vollkommen einfach~: Organismen ohne Organe. Sie beweisen unwiderleglich, dass das Leben nicht an eine bestimmte anatomische Zusammensetzung des lebendigen Körpers, nicht an ein Zusammenwirken verschiedener Organe, sondern an eine gewisse chemisch-physikalische Beschaffenheit der formlosen Materie gebunden ist, an die eiweissartige Substanz, welche wir Sarcode oder Protoplasma nennen, eine ~stickstoffhaltige Kohlenstoffverbindung in fest-flüssigem Aggregatzustande~.

~Das Leben ist also nicht Folge der Organisation, sondern umgekehrt.~ Das formlose Protoplasma bildet die organisirten Formen. Da ich die ausserordentlich hohe Bedeutung, welche die Moneren in dieser Beziehung, wie in vielen andern Beziehungen besitzen, bereits in den früher angeführten Schriften ausführlich erörtert habe, kann ich hier einfach darauf verweisen. Nur die fundamentale Bedeutung, welche die Moneren für die hochwichtige Frage von der ~Urzeugung~ behaupten, sei hier nochmals ausdrücklich hervorgehoben. ~Die ältesten Organismen, welche durch Urzeugung aus anorganischer Materie entstanden, konnten nur Moneren sein.~

Gerade diese allgemeine Bedeutung der Moneren für die Lösung der grössten biologischen Räthsel ist es, welche sie zu einem besonderen Steine des Anstosses und Aergernisses für die Gegner der Entwickelungslehre macht. Natürlich benutzen die Letzteren jede Gelegenheit, ihre Existenz zu bestreiten, ähnlich wie es auch mit dem berühmten ~Eozoon canadense~ geschah, jener vielbestrittenen ältesten Versteinerung der laurentischen Formation. Die erfahrensten und urtheilsfähigsten Kenner der Rhizopoden-Classe, an ihrer Spitze Professor ~Carpenter~ in London und der verstorbene berühmte Anatom ~Max Schultze~ in Bonn, haben übereinstimmend die feste Ueberzeugung gewonnen, dass das echte nordamerikanische ~Eozoon~ (aus den laurentischen Schichten in Canada) ein wirklicher ~Rhizopode~ und zwar ein dem ~Polytrema~ nächstverwandtes ~Polythalamium~ ist. Ich selbst habe mich viele Jahre hindurch ganz speciell mit dem Studium der Rhizopoden beschäftigt. Ich habe die zahlreichen, schönen Eozoon-Präparate von ~Carpenter~ und von ~Max Schultze~ selbst genau untersucht und hege danach nicht den mindesten Zweifel mehr, dass dasselbe wirklich ein echtes Polythalamium und kein Mineral ist.

Aber gerade wegen der ausserordentlichen principiellen Bedeutung des Eozoon, weil dadurch die Zeitdauer der organischen Erdgeschichte um viele Millionen Jahre hinauf gerückt, die uralte silurische Formation als verhältnissmässig junge erkannt und so der Entwickelungslehre ein grosser Dienst geleistet wird, gerade deshalb fahren die Gegner der letzteren fort, unbeirrt zu behaupten, dass das Eozoon kein organischer Rest, sondern ein Mineral sei. Wie aber die hohe Bedeutung des Eozoon durch diese fruchtlosen Angriffe unkundiger Gegner erst recht in ihr volles Licht gesetzt worden ist, so gilt dasselbe auch von den Moneren — mit oder ohne Bathybius! Die echten Moneren bleiben ein fester Grundstein der Entwickelungslehre!

[Illustration]

Anhang.

System der Protisten.

Erste Classe des Protistenreiches.

1. =Monera= (HAECKEL) =Urlinge=.

Organismen ohne Organe. Der ganze Körper dieser einfachsten und niedrigsten Organismen besteht in vollkommen entwickeltem Zustande aus weiter nichts, als aus einem Stückchen ~Plasson~ oder »Urschleim«, einer eiweissartigen Verbindung, die noch nicht in Protoplasma und Nucleus differenzirt ist. Jedes Moner ist also eine ~Cytode~, noch keine Zelle. Form meistens unbestimmt, mit wechselnden Fortsätzen. Bewegung bald durch Lappenfüsschen, bald durch Wurzelfüsschen, bald durch Flimmerfüsschen. Nahrungsaufnahme verschieden. Fortpflanzung ~ungeschlechtlich~, durch Theilung, Knospung oder Sporenbildung. Leben im Wasser, meistens im Meere, auch parasitisch in anderen Organismen.

Erste Ordnung der Moneren:

~Lobomonera~ (HAECKEL). Lappen-Urlinge. Fig. 47.

Moneren von unbestimmter wechselnder Form, deren Bewegungen durch ~Lappenfüsschen~ (_Lobopodia_) geschehen: stumpfe, fingerförmige, meist unverästelte Fortsätze, wie bei den ~Amoeben~.

~Gattung~: Protamoeba (Arten: P. primitiva, P. agilis etc.) Fig. 47.

Zweite Ordnung der Moneren:

~Rhizomonera~ (HAECKEL). Wurzel-Urlinge. Fig. 48, 49.

Moneren von unbestimmter wechselnder Form, deren Bewegungen durch ~Wurzelfüsschen~ (_Pseudopodia_) geschehen: feine, lange, fadenförmige, meist verästelte und netzförmig sich verbindende Fortsätze, wie bei den ~Rhizopoden~.

~Gattungen~: Protomyxa (aurantiaca) Fig. 48. Vampyrella (Spirogyrae). Bathybius (Haeckelii) Fig. 49.

Dritte Ordnung der Moneren:

~Tachymonera~ (HAECKEL). Geissel-Urlinge. Fig. 50. (Synonym: _Schizomycetes_. Spaltpilze. ~Bacterien.~)

Moneren von bestimmter, meist, stabförmiger oder fadenförmiger Gestalt, deren zitternde oder schwingende lebhafte Bewegungen (wohl immer) durch äusserst feine ~Geisseln~ (Flagella) geschehen, wie bei den Geisselschwärmern (_Flagellata_). Fortpflanzung ungeschlechtlich, meistens durch Quertheilung. Erzeugen Zersetzung und Fäulniss in den organischen Flüssigkeiten, in denen sie leben. Wahrscheinlich die Ursachen vieler Krankheiten.

~Gattungen~: Bacterium (monas). Vibrio (lineola). Spirillum (tremulans). Fig. 50.

Zweite Classe des Protistenreiches.

2. =Lobosa= (CARPENTER). =Lappinge=.

(Synonym: _Amoebina._ Infusoria rhizopoda. _Protoplasta._)

Einzellige Organismen (selten Syncytien), deren Zellenleib bald nackt (_Gymnolobosa_), bald in einer verschieden gestalteten Schale theilweise verborgen (_Thecolobosa_) ist. Die Zellen bewegen sich durch ~Lappenfüsschen~ (_Lobopodia_): stumpfe, fingerförmige, meist unverästelte Fortsätze, die an verschiedenen Stellen der Oberfläche entstehen und vergehen. Die Nahrung wird durch diese Lappenfüsschen umflossen und in das Innere der Zelle hineingedrückt. Der Protoplasma-Leib der Zelle sondert sich häufig in eine helle, structurlose, festere ~Rindenschicht~ (_Exoplasma_) und eine trübe, feinkörnige, weichere ~Markschicht~ (_Endoplasma_). Oft enthält derselbe eine oder mehrere contractile Blasen (Vacuolen); bald beständig, bald unbeständig. Der Zellkern oder ~Nucleus~ ist meist einfach, selten mehrfach vorhanden. Fortpflanzung ~ungeschlechtlich~, meist durch Theilung, seltener durch Knospung oder Sporenbildung. Die Lobosen leben meistens im Wasser, seltener in der Erde oder parasitisch in anderen Organismen.

Erste Ordnung der Lobosen:

~Gymnolobosa~ (HAECKEL). Nackte Lappinge. Fig. 1.

Lobosen mit nacktem, weichem Zellenleibe, ohne Schale.

~Gattungen~: Amoeba (princeps). Podostoma (filigerum). Petalopus (diffluens).

Zweite Ordnung der Lobosen:

~Thecolobosa~ (HAECKEL). Beschalte Lappinge. Fig. 5, 6. (Synonym: Lepamoebae. Arcellinae. Amoebae cataphractae).

Lobosen mit einer Schale oder Zellmembran, von welcher der weiche Zellenleib theilweise bedeckt wird.

~Gattungen~: Arcella (vulgaris). Difflugia (oblonga), Fig. 5. Quadrula (symmetrica), Fig. 6.

Dritte Classe des Protistenreiches.

3. =Gregarinae= (DUFOUR). =Gregaringe.=

Einzellige Organismen oder Ketten von wenigen, an einander gereihten Zellen, deren Leib von einer weichen, dicken, dehnbaren Haut allseitig umschlossen ist. Diese ~Zellmembran~ ist glatt, ohne Oeffnung, an einem Ende des Körpers oft mit hakenförmigen Haftapparaten versehen. Das ~Protoplasma~ ist sehr dehnbar und contractil, mit vielen Körnchen durchsetzt. Der ~Zellkern~ gross, meist ein helles kugeliges Bläschen, mit einem Nucleolus. Die wurmähnlichen Bewegungen der kriechenden Zellen geschehen durch Zusammenziehungen der (unmittelbar unter der Membran liegenden) Rindenschicht des Protoplasma, welche bisweilen in muskelähnliche Fäserchen differenzirt ist. Alle Gregarinen leben ~parasitisch~ im Darm oder in der Leibeshöhle (seltener in den Geweben) von Thieren (besonders von Würmern und Gliederthieren). Sie ernähren sich vom Safte dieser Wohnthiere, der durch die Membran der schmarotzenden Zellen in das Innere ihres Protoplasma hindurchschwitzt (Endosmose). Fortpflanzung ~ungeschlechtlich~, durch Theilung oder durch Sporenbildung. Im letzteren Falle zieht sich eine einzelne Gregarine, oder mehrere mit einander verschmelzende Gregarinen, kugelig zusammen und umgeben sich mit einer Kapsel. Die Zellkerne verschwinden und das Protoplasma zerfällt in zahlreiche Keimzellen oder ~Sporen~ (Psorospermien, Pseudonavicellen). Später schlüpft aus jeder Spore ein ~Moner~ aus, welches sich durch Neubildung eines Nucleus in eine ~Amoebe~ verwandelt. Indem letztere sich mit einen Membran umhüllt, wird sie zur ~Gregarine~.

Erste Ordnung der Gregarinen:

~Monocystida~ (STEIN). Einzellige Gregaringe.

Gregarinen-Leib eine einfache Zelle, mit einem einzigen Kern.

~Gattung~: Monocystis (agilis). Fig. 7.

Zweite Ordnung der Gregarinen:

~Polycystida~ (HAECKEL). Vielzellige Gregaringe.

Gregarinen-Leib eine Kette von zwei oder drei (selten mehr) an einander gereihten Zellen, jede Zelle mit einem Kern.

~Gattung~: Didymophyes (paradoxa).

Vierte Classe des Protistenreiches.

4. =Flagellata= (EHRENBERG). =Geisslinge.=

(Synonym: _Mastigaria_. Geisselschwärmer. Geissel-Infusorien.)

Einzellige Organismen, seltener Coenobien oder Zellenhorden: Gemeinden von mehreren oder vielen locker verbundenen Zellen. Bewegen sich durch ~Geisseln~ (_Flagella_), einen langen, fadenförmigen Fortsatz (oder mehreren, an einem Punkte befestigten) des Protoplasma, welche hin und her schwingen, wie eine Peitsche. Zellenleib bald nackt, bald von einer Hülle umschlossen, aus deren Oeffnung die schwingende Geissel vortritt. Selten sind die Flagellaten auf Gegenständen im Wasser festgewachsen, meistens schwimmen sie frei umher. Bei vielen wechseln ruhende und bewegliche Zustände mit einander ab; und dann geschieht die Vermehrung meist während des Ruhezustandes, durch Theilung. Nahrungsaufnahme bald durch Aufsaugung (Endosmose), bald durch einen Zellmund (Cytostoma). Vermehrung ~ungeschlechtlich~, meist durch Theilung, seltener durch Knospung oder Sporenbildung. Bei einigen (Volvocinen) Anfänge geschlechtlicher Sonderung.

Erste Ordnung der Flagellaten:

~Nudoflagellata~ (HAECKEL). Nackt-Geissler. Fig. 8.

Geisslinge mit nacktem Zellenleibe, ohne Wimperkranz.

~Gattungen~: Euglena (viridis). Astasia (haematodes). Phacus (longicauda, Fig. 8).

Zweite Ordnung der Flagellaten:

~Thecoflagellata~ (HAECKEL). Hüll-Geissler. Fig. 10.

Geisslinge, ohne Wimperkranz, deren Zellenleib von einer Hülle oder Schale umschlossen ist. Die Geisseln treten aus einer Oeffnung der Schale hervor. Oft ist die Schale auf einem sitzenden Stiele angeheftet.

~Gattungen~: Salpingoeca (marina). Dinobryon (sertularia).

Dritte Ordnung der Flagellaten:

~Cilioflagellata~ (J. MÜLLER). Wimper-Geissler. Fig. 9.

Geisslinge mit einem Kranze von kurzen Wimpern um die Mitte des Zellenleibes, welcher von einer zweiklappigen Schale umschlossen ist. Zwischen beiden Schalenhälften tritt frei die lange Geissel und der Wimperkranz vor.

~Gattungen~: Peridinium (oculatum) Ceratium (tripus) Fig. 9.

Vierte Ordnung der Flagellaten:

~Cystoflagellata~ (HAECKEL). Blasen-Geissler. Fig. 11.

Geisslinge ohne Wimperkranz, mit grossem, blasenförmigen Zellenleibe, welcher ausser der Geissel einen eigenthümlichen Peitschen-Anhang und einen stabförmigen Körper im Innern besitzt.

~Gattungen~: Noctiluca (miliaris) Fig. 11. Leptodiscus (medusoides).

Fünfte Classe des Protistenreiches.

5. =Catallacta= (HAECKEL). =Mittlinge.=

Einzellige Organismen, welche eine Zeitlang zu einer ~Zellenhorde~ (~Coenobium~) vereinigt sind, später isolirt leben. Die Zellenhorden oder Coenobien sind schwimmende Gallertkugeln, zusammengesetzt aus zahlreichen Zellen, welche im Centrum der Kugel durch Fortsätze vereinigt sind, während an der Oberfläche die schwingenden Flimmerhaare vortreten. Die ~Einsiedler-Zellen~ (~Monocyten~), welche durch Zerfall der Coenobien entstehen, bewegen sich anfangs schwimmend, gleich ~Flagellaten~ umher; dann verwandeln sie sich in kriechende ~Amoeben~-ähnliche Zellen; schliesslich ziehen sie sich kugelig zusammen und kapseln sich ein. Innerhalb dieses Ruhezustandes entsteht durch wiederholte Theilung der Zelle ein neues kugelförmiges Coenobium, welches die Hülle durchbricht und frei umherschwimmt. Diese ~ungeschlechtliche~ Fortpflanzung erinnert an die Eifurchung der Thiere. Die Catallacten leben theils im Meere, theils im Süsswasser.

~Gattungen~: Magosphaera (planula) Fig. 46. Synura (uvella).

Sechste Classe des Protistenreiches.

6. =Ciliata= (J. MÜLLER). =Wimperlinge.=

(Synonym: Infusionsthierchen oder Infusoria im engsten Sinne).

~Einzellige~ Organismen, sehr selten ~Zellhorden~ oder Coenobien, welche aus mehreren, locker verbundenen Zellen zusammengesetzt sind. Bewegung durch zahlreiche kurze ~Wimpern~ (~Cilia~). Zellenleib meistens nackt, seltener von einer Hülle oder Schale theilweise umschlossen. Der Protoplasma-Leib der Zelle sondert sich meist in eine helle, festere, hyaline Rindenschicht (_Exoplasma_) und eine trübe, feinkörnige, weichere ~Markschicht~ (_Endoplasma_). Aus der Rindenschicht treten stets zahlreiche kurze Wimperhärchen oder Cilien hervor, welche lebhaft und willkürlich bewegt werden. Meistens laufen oder schwimmen die Wimperthierchen rasch umher mittelst der Bewegungen ihrer Wimpern; bei festsitzenden dienen letztere dazu, durch den im Wasser erzeugten Strudel stets frisches Wasser und Nahrung dem Zellmunde zuzuführen. Der ~Zellmund~ (_Cytostoma_) ist eine constante Oeffnung in der Rindenschicht und lässt verschluckte Bissen in die innere weichere Markmasse des Zellenleibes eintreten, wo sie verdaut werden. An der Innenfläche der Rindenschicht liegt eine ~contractile Blase~ (eine constante Vacuole), welche meistens durch einen kurzen Kanal nach aussen zu münden scheint. Der ~Zellkern~ ist gross, verschieden gestaltet, meistens einfach, sehr selten mehrfach. Die Fortpflanzung geschieht meistens ~ungeschlechtlich~, durch Theilung (Quertheilung oder Längstheilung), seltener durch Knospung. Wie weit ausserdem Fortpflanzung durch Sporenbildung (oder vielleicht durch geschlechtliche Zeugung einfachster Art), verbunden mit Conjugation, in dieser Classe verbreitet ist, erscheint noch nicht sicher festgestellt. Die Classe der Wimperthierchen oder Wimperlinge ist sehr umfangreich und überall im Süsswasser und Meere verbreitet.

Erste Ordnung der Ciliaten.

~Holotricha~ (STEIN). Ueberall behaarte Wimperlinge.

Die ganze Oberfläche des Zellenleibes gleichmässig mit kurzen feinen Wimperhärchen bedeckt.

~Gattungen~: Glaucoma (scintillans). Paramecium (aurelia). Trachelius (ovum). Prorodon (teres) Fig. 15.

Zweite Ordnung der Ciliaten.

~Heterotricha~ (STEIN). Verschieden behaarte Wimperlinge.

Die ganze Oberfläche des Zellenleibes gleichmässig mit kurzen feinen Wimperhärchen bedeckt; ausserdem noch ein Kranz oder Gürtel von stärkeren und grösseren Wimpern (Griffeln oder Borsten) um den Zellmund herum.

~Gattungen~: Bursaria (truncatella). Stentor (polymorphus) Fig. 12. Freia (elegans) Fig. 14. Spirustomum (teres).

Dritte Ordnung der Ciliaten:

~Hypotricha~ (STEIN). Unterseits behaarte Wimperlinge.

Zellenleib blattförmig zusammengedrückt, an der oberen (oder Rücken-) Seite nackt, an der unteren (oder Bauch-) Seite mit kleineren und grösseren Wimpern bedeckt.

~Gattungen~: Chilodon (cucullulus). Euplotes (charon). Oxytricha (pellionella). Aspidisca (costata).

Vierte Ordnung der Ciliaten:

~Peritricha~ (STEIN). Ringförmig behaarte Wimperlinge.

Zellenleib drehrund, grösstentheils nackt, nur mit einem Gürtel (seltener zwei Gürteln) von Wimperhaaren versehen.

~Gattungen~: Dictyocysta (templum). Ophrydium (versatile). Trichodina (pediculus). Vorticella (campanula).

Siebente Classe des Protistenreiches:

7. =Acinetae= (EHRENBERG). =Starrlinge.=

(Synonym: Infusoria suctoria. Saug-Infusorien.)

~Einzellige~ Organismen, seltener ~Zellenhorden~ (Coenobia) oder Zellenfusionen (~Syncytia~), welche aus mehreren, locker oder enger verbundenen Zellen zusammengesetzt sind. Zellenleib von einer ~Membran~ oder Kapsel umschlossen, durch welche sehr feine, zerstreute oder büschelförmig vereinigte ~Saugröhren~ hervortreten. Mittelst dieser borstenförmigen, am freien Ende mit einem Saugnäpfchen oder Knöpfchen versehenen Saugröhren heften sich die Acineten an Ciliaten und anderen Protisten an und saugen deren Protoplasma aus (ähnlich wie die Vampyrellen unter den Moneren). Im Innern des Protoplasma findet sich neben dem ~Zellkern~ oft eine contractile Blase (~Vacuole~). Fortpflanzung ~ungeschlechtlich~, bald durch Theilung, bald durch Knospung, bald durch Schwärmsporen. Letztere entstehen im Innern des Zellenleibes, durchbrechen denselben und schwimmen mittelst feiner Wimperhärchen umher, zwischen welchen feinste Saugröhrchen sitzen. Die Acineten leben sowohl im süssen Wasser als im Meere, und sitzen meistens unbeweglich auf Stielen fest; seltener schwimmen sie frei umher.

Erste Ordnung:

~Monacinetae~ (HAECKEL). Einzel-Starrlinge. Fig. 16, 17.

Einzellige Acineten, deren einfacher Zellenleib nur einen einzigen Kern enthält.

~Gattungen~: Podophrya (Cyclopum). Acinetella (mystacina).

Zweite Ordnung:

~Synacinetae~ (HAECKEL). Horden-Starrlinge.

Mehrzellige Acineten, deren verästelter Zellenleib mehrere Kerne enthält.

~Gattungen~: Dendrosoma (radians).

Achte Classe des Protistenreiches.

8. =Labyrinthuleae= (CIENKOWSKI). =Labyrinthinge.=

~Zellenhorden~ (_Coenobia_), welche aus zahlreichen gleichartigen, beweglichen Zellen locker zusammengesetzt sind. Die Zellen sind meistens spindelförmig, umschliessen einen ~Kern~ und können ihre Gestalt ändern. Sie leben in grossen Haufen gesellig beisammen, und bewegen sich in eigenthümlicher, noch unerklärter Weise rutschend oder gleitend umher (ähnlich manchen Diatomeen). Die Bewegung geschieht nicht frei im Wasser, sondern ausschliesslich in einer eigenthümlichen ~Fadenbahn~ (_Linodium_), einem Gerüste von starren, baumförmig verästelten und netzförmig verbundenen Fäden. Diese Fäden besitzen faserige Structur und werden von den wandernden Zellen ausgeschieden. Auf den mannigfachsten Umwegen gleiten die Spindelzellen in der Fadenbahn umher, sammeln sich später in Haufen und kapseln sich ein. Bei dieser ~Encystirung~ erhält jede Zelle eine Membran, und die ganze gesammelte Horde eine Rindenkapsel. In jeder einzelnen Zelle entstehen später vier junge Zellen (~Tetrasporen~). Die Labyrinthuleen leben im Meere.

~Gattung~: Labyrinthula. (Arten: L. vitellina. L. macrocystis.)

Neunte Klasse des Protistenreiches.

9. =Bacillariae.= =Schachtlinge.=

(Synonym: Diatomeae. Diatomaceae. Stabthierchen.)

~Einzellige~ Organismen oder ~Zellenhorden~ (Coenobia); lockere Gesellschaften von mehreren Zellen, welche in Gallertmassen oder auf gemeinsamen, verzweigten Stielen vereinigt sind. Der Zellenleib ist stets von einer ~zweiklappigen Kieselschale~ umschlossen, deren beide Hälften so ineinander geschoben sind, wie eine ~Schachtel~ und ihr ~Deckel~. Meistens bewegen sich die Zellen rutschend oder schwimmend umher, wahrscheinlich mittelst eines äusserst feinen Wimperkranzes, welcher in dem engen Spalte zwischen der Schachtel und ihrem Deckel frei vortritt. Ernährung und Stoffwechsel wie bei den einzelligen Algen. Fortpflanzung ~ungeschlechtlich~, durch Theilung. Im Beginn der Theilung schieben sich die beiden Klappen der schachtelähnlichen Kieselschalen auseinander; der Kern theilt sich in zwei auseinander weichende Hälften, ebenso das Protoplasma. Darauf bildet sich jede Tochterzelle eine neue Schalenhälfte zu der alten Hälfte, die den Schachteldeckel bildet. Die so entstehenden Generationen werden fortgesetzt immer kleiner, bis zuletzt eine Generation (von ~Auxosporen~) entsteht, welche die ganze Kieselschale abwirft, mächtig wächst und dann eine neue Kieselschale erster Grösse bildet. Die Diatomeen oder Bacillarien leben in zahllosen, zierlichen Formen überall im Meere und im Süsswasser.

Erste Ordnung der Bacillarien:

~Naviculatae~ (EHRENBERG). Kahn-Schachtlinge. Fig. 45.

~Gattungen~: Navicula (gracilis). Cocconeis (placentula).

Zweite Ordnung der Bacillarien:

~Echinellatae~ (EHRENBERG). Palm-Schachtlinge.

~Gattungen~: Cocconema (cistula). Achnanthes (longipes).

Dritte Ordnung der Bacillarien:

~Lacernatae~ (EHRENBERG). Gallert-Schachtlinge.

~Gattungen~: Frustulia (salina). Gloeonema (paradoxum).

Zehnte Klasse des Protistenreiches.

10. =Fungi= (LINNE.). =Pilze.=

~Polyplastide~ (sehr selten monoplastide) Organismen, deren Körper nicht aus echten (kernhaltigen) Zellen, sondern aus fadenförmigen (kernlosen) ~Cytoden~ zusammengesetzt ist (~Hyphen~). Diese Fadenschläuche oder Hyphen bilden durch seitliche Sprossung und quere Gliederung der Aeste ein vielfach verzweigtes ~Faden-Geflecht~ (_Mycelium_), welches parasitisch in oder auf anderen Organismen (oder von deren Zersetzungs-Producten) lebt. Später entwickelt sich aus diesem Mycelium ein ansehnlicher, höchst mannigfaltig gebauter ~Fruchtkörper~ (_Stroma_), welcher an bestimmten Stellen ein ~Sporenlager~ (_Hymenium_) bildet. In letzterem entstehen die Keimzellen oder ~Sporen~ meistens ~ungeschlechtlich~, selten geschlechtlich (in Folge eines eigenthümlichen Befruchtungs-Vorganges). Der ~Stoffwechsel~ der Pilze ist ~thierisch~, nicht pflanzlich. Niemals bilden die Pilze Chlorophyll und Amylum, wie die echten Pflanzen. ~Nirgends~ findet sich im Pilzkörper ein ~Zellkern~, wie er in den Zellen aller echten Thiere und Pflanzen überall vorkommt.

Erste Ordnung der Pilze:

~Phycomycetes.~ Tangpilze.

~Gattungen~: Mucor (mucedo). Penicillium (glaucum).

Zweite Ordnung der Pilze:

~Coniomycetes.~ Rostpilze.

~Gattungen~: Ustilago (segetum). Puccinia (graminis).

Dritte Ordnung der Pilze:

~Ascomycetes.~ Schlauchpilze.

~Gattungen~: Morchella (esculenta). Claviceps (purpurea).

Vierte Ordnung der Pilze:

~Gastromycetes.~ Bauchpilze.

~Gattungen~: Lycoperdon (bovista). Phallus (impudicus).

Fünfte Ordnung der Pilze:

~Hymenomycetes.~ Hutpilze.

~Gattungen~: Agaricus (campestris). Boletus (laricis). Fig. 44.

Elfte Classe des Protistenreiches.

11. =Myxomycetes= (WALLROTH). =Netzinge.=

(Synonym: ~Mycetozoa.~ ~Myxogasteres.~ Schleimpilze.)

Organismen, welche in vollkommen entwickeltem und frei beweglichem Zustande ein ~Plasmodium~ darstellen: einen formlosen Protoplasmakörper, welcher aus vielen verschmolzenen Zellen zusammengesetzt ist, deren Kerne sich aufgelöst haben. Dieses Plasmodium kriecht frei umher, gleich einem colossalen Rhizopoden, und bildet ausgedehnte netzförmige Körper, indem an der Oberfläche formwechselnde, unbeständige ~Scheinfüsse~ (_Pseudopodia_) hervortreten, deren Aeste an den Berührungsstellen zusammenfliessen. Die Plasmodien ernähren sich von organischen Körpern ebenso wie die echten Rhizopoden (Thalamophoren) und Radiolarien. Nach vollendetem Wachsthum zieht sich das Plasmodium auf einen rundlichen Klumpen zusammen und verwandelt sich in einen blasenförmigen ~Fruchtkörper~ (_Sporocystis_). Diese ~Sporenblase~ ist von einer festen, structurlosen Haut allseitig umschlossen. Innerhalb derselben zerfällt das Protoplasma in zahllose kleine ~Keimzellen~ (_Sporae_), zwischen welchen sich meistens ein Geflecht von haarfeinen Fäden entwickelt (_Capillitium_). Später platzen die Fruchtkörper und die Sporen werden frei. Aus der Hülle einer jeden Spore schlüpft eine amoebenartige, kernhaltige Zelle aus. Diese ~Amoeben~ verwandeln sich in ~Flagellaten~, indem an einem Ende eine schwingende Geissel vortritt. So schwimmen sie als »Schwärmsporen« umher, vermehren sich durch Theilung und gehen dann wieder in amoebenähnliche Zellen über, welche umherkriechen. Durch Zusammenfliessen vieler solcher Amoeben entstehen die Plasmodien. Diese leben schmarotzend auf verwesenden Pflanzen (faulen Blättern etc.).

Erste Ordnung der Myxomyceten:

~Physareae.~ Physareen.

~Gattungen~: Physarum (albipes). Aethalium (septicum). Fig. 42, 43.

Zweite Ordnung der Myxomyceten:

~Stemoniteae.~ Stemoniteen.

~Gattungen~: Stemonitis (typhoides). Diachea (elegans).

Dritte Ordnung der Myxomyceten:

~Trichiaceae.~ Trichiaceen.

~Gattungen~: Licea (serpula). Arcyria (lateritia).

Vierte Ordnung der Myxomyceten:

~Lycogaleae.~ Lycogaleen.

~Gattungen~: Lycogala (epidendron). Reticularia (maxima).

Zwölfte Classe des Protistenreiches.

12. =Thalamophora= (HERTWIG). =Kammerlinge.=

(Synonym: Acyttaria. Reticularia. Rhizopoda.)

Organismen, welche in entwickeltem Zustande ein ~Syncytium~ darstellen, einen beweglichen Protoplasma-Körper, der viele Zellkerne enthält; selten ist der Körper einzellig und enthält nur einen Kern. Von der Oberfläche des Protoplasma strahlen sehr zahlreiche und feine Scheinfüsschen (_Pseudopodia_) aus: dünne Fäden, welche sich verästeln und an den Berührungsstellen netzförmig verschmelzen. Diese Pseudopodien dienen sowohl zur Ortsbewegung und zur Empfindung, wie zur Ernährung, indem die Acyttarien fremde organische Körperchen mittelst derselben in ihr Inneres einziehen und dort auflösen. Stets ist das Syncytium von einer ~Schale~ umschlossen, die äusserst vielgestaltig ist. Die Pseudopodien treten entweder aus einer einzigen grösseren Oeffnung der Schale hervor (_Imperforata_), oder aus zahlreichen feinen Sieblöchern der Schale (_Foraminifera_). Meist besteht die Schale aus kohlensaurem Kalk, seltener aus Kieselerde oder aus einer organischen Substanz. Die Fortpflanzung erfolgt ~ungeschlechtlich~, selten durch Theilung oder Knospung, meistens durch Sporenbildung. Die meisten Acyttarien leben im Meere, einige im süssen Wasser; die meisten kriechen auf dem Boden, wenige schwimmen an der Oberfläche; nur einzelne sitzen auf einem Stiele fest.

Erste Ordnung der Thalamophoren:

~Monostegia~ (D’ORB.). Dichtschalige Einkammerlinge. Fig. 19.