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Part 7

Schale einkammerig, dicht, nicht siebförmig durchlöchert, nur mit einer einzigen grösseren Oeffnung an einem Pole der Axe, selten mit zwei grösseren Oeffnungen, an beiden entgegengesetzten Polen derselben. (_Imperforata monostegia_).

~Gattungen~: Gromia (oviformis) Fig. 19. Lagynis (baltica). Squamulina (laevis). Cornuspira (planorbis).

Zweite Ordnung der Thalamophoren:

~Polystegia~ (HAECKEL). Dichtschalige Vielkammerlinge.

Schale vielkammerig, dicht, nicht siebförmig durchlöchert, mit einer einzigen grossen Oeffnung, am Ende der jüngsten Kammer. (_Imperforata polystegia_).

~Gattungen~: Miliola (cyclostoma). Peneroplis (dendritina). Lituola (nautiloides). Parkeria (ingens).

Dritte Ordnung der Thalamophoren:

~Monothalamia~ (M. SCHULTZE). Siebschalige Einkammerlinge.

Schale einkammerig, siebförmig von zahlreichen feinen Löchern durchbrochen, ausserdem meist eine grosse Oeffnung an einem Pole der Längsaxe. (_Foraminifera monothalamia_).

~Gattungen~: Orbulina (universa). Entosolenia (globosa). Lagena (vulgaris).

Vierte Ordnung der Thalamophoren:

~Polythalamia~ (BREYN). Siebschalige Vielkammerlinge. Fig. 20–24.

Schale vielkammerig, siebförmig von zahlreichen feinen Löchern durchbrochen, ausserdem oft eine grosse Oeffnung am Ende der jüngsten Kammer. (_Foraminifera polythalamia_).

~Gattungen~: Nodosaria (radicula). Rotalia (veneta). Globigerina (bulloides). Textularia (variabilis). Alveolina (vulgaris). Nummulites (lentiformis).

Dreizehnte Klasse des Protistenreiches.

13. =Heliozoa= (HAECKEL). =Sonnlinge.=

Organismen, welche in entwickeltem Zustande bald eine einzige kugelige ~Zelle~, bald ein kugeliges ~Syncytium~ darstellen, welches aus mehreren verschmolzenen Zellen besteht. Im ersteren Falle ist ein einziger ~Zellkern~, im letzteren mehrere Kerne im Innern der Protaplasma-Kugel eingeschlossen. Letztere ist in eine feinkernige innere ~Markmasse~ (_Endoplasma_) und eine schaumige äussere ~Rindenschicht~ (_Exoplasma_) gesondert. Das Protaplasma der Rindenschicht bildet Vacuolen (oder vergängliche, contractile Wasserbläschen). Von seiner Oberfläche strahlen rings zahlreiche haarfeine Fäden aus, die gewöhnlich einfach, nicht verästelt, ziemlich starr sind und wenig Neigung zur Verschmelzung besitzen. Bald ist der Körper ganz weich und nackt; bald bildet er ein festes Skelet, welches aus vielen zerstreuten Nadeln (_Spicula_) zusammengesetzt ist, oder eine Gitterschale darstellt. Meistens schweben die Heliozoen frei im Wasser; seltener sind sie festgewachsen. Fortpflanzung ~ungeschlechtlich~, bald durch Theilung, bald durch Sporenbildung. Die Heliozoen leben sowohl im süssen Wasser, als im Meere.

Erste Ordnung der Heliozoen:

~Aphrothoraca~ (HAECKEL). Nackte Sonnlinge. Fig. 40, 41.

Nackte Heliozoen, mit weichem, schaumigem Körper, ohne Skelet.

~Gattungen~: Actinophrys (sol). Actinosphaerium (Eichhornii).

Zweite Ordnung der Heliozoen:

~Chalarothoraca~ (HERTWIG). Bestachelte Sonnlinge.

Heliozoen mit einem Skelet, welches aus Spicula oder zerstreuten Stäbchen (radialen Stacheln oder tangentialen Nadeln) zusammengesetzt ist.

~Gattungen~: Acanthocystis (spinifera). Heterophrys (marina).

Dritte Ordnung der Heliozoen:

~Desmothoraca~ (HERTWIG). Beschalte Sonnlinge.

Heliozoen mit einem Skelet, welches eine kugelige, von Löchern durchbrochene Schale bildet.

~Gattungen~: Hedriocystis (pellucida). Hyalolampe (fenestrata).

Vierzehnte Classe des Protistenreiches.

14. =Radiolaria= (J. MÜLLER). =Strahlinge.=

Organismen, welche in entwickeltem Zustande aus zwei verschiedenen Haupttheilen bestehen, einer inneren, festen, mit Zellen gefüllten ~Central-Kapsel~ (_Capsula centralis_) und einem äusseren ~Syncytium~, einer Protoplasma-Masse, welche die erstere allseitig umgiebt, und von welcher ausserdem zahlreiche ~Scheinfüsschen~ oder ~Pseudopodien~ ausstrahlen; letztere verhalten sich ganz wie diejenigen der Acyttarien. Der wesentliche Unterschied von den letzteren besteht in der stets vorhandenen Centralkapsel; diese ist der Sporenblase der Myxomyceten vergleichbar und stellt einen Fruchtkörper (_Sporangium_) dar, indem ihr gesammter Inhalt sich in ~Keimzellen~ (_Sporae_) verwandelt. Ausserhalb der Centralkapsel finden sich meist noch eigenthümliche ~gelbe Zellen~, welche ~Stärkemehl~ enthalten. Nur wenige Radiolarien sind weich und nackt; die meisten besitzen ein ~Skelet~, welches aus Nadeln (_Spicula_), einem Balkengeflecht oder einer Schale besteht; diese ist meistens aus ~Kieselerde~ gebildet, von äusserst mannigfaltigen und zierlichen Formen. Die Ernährung der Radiolarien geschieht wie bei den Acyttarien durch die Pseudopodien. Die Fortpflanzung erfolgt ~ungeschlechtlich~, selten durch Theilung, meistens durch Sporenbildung. Die Sporen, welche innerhalb der Centralkapsel entstehen und aus dieser ausschwärmen, sind mit Geisseln versehene ~Schwärmsporen~. Alle Radiolarien leben im Meere und schweben theils an der Oberfläche, theils in verschiedenen Tiefen.

Erste Ordnung der Radiolarien:

~Pancollae~ (HAECKEL). Gallert-Strahlinge. Fig. 26.

Radiolarien ohne Skelet, oder mit einem Skelet, welches bloss aus zerstreuten soliden Nadeln zusammengesetzt ist.

~Gattungen~: Thalassicolla (nucleata). Collozoum (inerme). Thalassosphaera (bifurca). Sphaerozoum (punctatum).

Zweite Ordnung der Radiolarien:

~Panacanthae~ (HAECKEL). Stachel-Strahlinge. Fig. 32, 33.

Skelet besteht aus radialen soliden Stacheln, welche im Mittelpunkt der Central-Kapsel in einander gestemmt, locker verbunden oder verwachsen sind. (Acanthometrida s. a.)

~Gattungen~: Acanthometra (Mülleri). Dorataspis (bipennis).

Dritte Ordnung der Radiolarien:

~Pansoleniae~ (HAECKEL). Röhren-Strahlinge.

Skelet besteht aus einzelnen hohlen Röhren, welche bald locker zerstreut, bald in radialer oder concentrischer Anordnung verbunden sind.

~Gattungen~: Aulacantha (scolymantha). Aulosphaera (trigonopa). Coelodendrum (gracillimum).

Vierte Ordnung der Radiolarien:

~Plegmideae~ (HAECKEL). Schwamm-Strahlinge. Fig. 34.

Skelet besteht aus einem lockeren oder dichteren Geflecht von feinen Kieselstäbchen, welche ohne bestimmte Anordnung (schwammähnlich) verbunden sind. (Wachsthum vielseitig).

~Gattungen~: Acanthodesmia (vinculata). Spongurus (cylindricus). Spongodiscus (mediterraneus). Spongasteriscus (quadricornis).

Fünfte Ordnung der Radiolarien:

~Sphaerideae~ (HAECKEL). Kugel-Strahlinge. Fig. 25, 29, 30.

Skelet besteht aus einer einzigen Gitterkugel oder aus mehreren concentrischen Gitterkugeln, welche durch radiale Stäbe verbunden sind. (Wachsthum radial).

~Gattungen~: Ethmosphaera (siphonophora). Collosphaera (Huxleyi). Cladococcus (cervicornis). Haliomma (castanea). Actinomma (drymodes).

Sechste Ordnung der Radiolarien:

~Discideae~ (HAECKEL). Scheiben-Strahlinge. Fig. 37.

Skelet scheibenförmig, aus zwei parallelen Siebplatten zusammengesetzt, zwischen welchen durch Kreuzung von concentrischen und radialen Gitterstäben zahlreiche kleine Kammern gebildet werden. (Wachsthum concentrisch).

~Gattungen~: Trematodiscus (sorites). Euchitonia (Mülleri). Coccodiscus (Darwinii). Astromma (Aristotelis).

Siebente Ordnung der Radiolarien:

~Cyrtideae~ (HAECKEL). Kegel-Strahlinge. Fig. 35, 36.

Skelet eine Gitterschale, welche durch eine Hauptaxe mit zwei verschiedenen Polen charakterisirt ist. Grundform daher kegelförmig. Durch ringförmige Einschnürungen ist die Schale oft in mehrere, hinter oder neben einander liegende Kammern abgetheilt. (Wachsthum unipolar).

~Gattungen~: Cyrtocalpis (amphora). Petalospyris (arachnoides). Eucecryphalus (Gegenbauri). Eucyrtidium (lagena). Botryocampe (hexathalamia).

[Illustration]

Druck von Hüthel & Herrmann in Leipzig.