Chapter 8 of 8 · 3817 words · ~19 min read

Part 8

Es ist Nacht geworden. Im Scheine von Grasfackeln werden die Spuren der Geschützstellung verwischt.

Glühwürmchen gaukeln durch die Büsche, unberührte Urwaldstille liegt wieder über der Wildnis, nur der ferne Ochsenfrosch im Naungosumpf trommelt.

Daressalam

Afrika haben wir durchzogen, vom Rovuma bis zum Sambesi, vom Indischen Ozean bis zum Njassasee. In Innerafrika, fast bei den Bangweoloseen, hat uns die Kunde von der Waffenruhe in Europa erreicht. Weniger und weniger sind wir geworden, viele ruhen in einsamen Buschsteppen. --

Uns, den Rest, haben die Engländer auf weitem Weg über den Tanganjikasee bis zur Küste nach Daressalam gebracht, um uns dort nach der Heimat, nach Deutschland zu verfrachten.

»65 -- 66 -- 67 -- -- -- 68 -- achtundsechzig Automobile in zehn Minuten!« Staunend stehen wir in faltigen englischen Lazarettmänteln an die Brüstung des Hotels Kaiserhof, jetzigen englischen Mannschaftshospitals, gelehnt und zählen die wieder und wieder vorbeirasselnden oder -rasenden Last- und Personenkraftwagen!

In Daressalam! -- In dem es meines Wissens im Frieden keine zwei Automobile gab, dieser vornehmen, ruhigen Tropenstadt mit ihren weißen, eleganten Häusern, ihren sauberen, glatten Straßen.

Es ist nicht wieder zu erkennen! Alle die schönen, freien, grünen Plätze vom Gouvernementshospital bis zum Wißmannplatz -- eine Zeltstadt an der andern! -- Alle die rauschenden, wehenden Palmenwälder bei Upanga und Kurassini abgeholzt -- -- Zeltstädte! -- In den Straßen, die früher nur elegante Rickschas, von lautlos trabenden, gut gekleideten Boys gezogen, kannten, auf denen sich ruhig in wiegendem Gang in farbige Kangas oder langwallende, weiße Kanzus gehüllte Schwarze bewegten, würdevolle Inder standen: das Tosen und Brausen, das Hasten und Treiben der Großstadt!

Autos, Wagen, Scharen von Tommys, Rote-Kreuz-Schwestern, Massen von Offizieren mit glänzenden Messingknöpfen, dazwischen frechschreiende Neger -- -- die Straßen zerfahren und holperig, die Häuser verwittert und schmutzig!

Staub, Dunst, Geruch von Menschenschweiß, schwarzem wie weißem, Gestank von Benzin, Gummireifen und Öl in der Luft!

Staunend, traurig sehen wir auf diese Verwandlung!

Hier vor uns der Wißmannplatz, früher ruhig, vornehm, tadellos sauber -- in der Mitte das bekannte Bronzebild unseres berühmten Afrikaners -- -- jetzt aufgerissen, öl- und schmutzbefleckt, von Hunderten von Rädern zerwühlt, voll von tiefen, vom Regen ausgewaschenen Löchern, über die dröhnend, ohrenbetäubend Lastautos rattern. Ein leerer Sockel zeigt die Stelle, wo der eherne Wißmann gestanden -- betrunkene Tommys haben ihn eines Nachts hinuntergeworfen!

Krankenbahren, Krankenwagen überall! Daressalam steht im Zeichen der spanischen Influenza, der Grippe! Mehr denn zwanzig weiße Engländer und über hundert Schwarze werden täglich auf die Friedhöfe getragen. Früher gab es nur einen, jetzt -- seitdem England sich hier zum Kulturträger aufgeworfen hat -- genügen vier nicht mehr!

Aber auch uns hat es mit aller Macht erfaßt, wenig mehr denn hundert sind wir noch gewesen -- einen Offizier und zehn Mann haben wir bereits hier zu Grabe getragen -- alles Opfer der spanischen Influenza!

Abgemagert, noch fiebernd liegen wir auf der Veranda des Kaiserhofes, durch dessen einst so elegante Räume das Getrappel englischer Lazarettkranker, Matrosen und Tommys hallt, und blicken, trotz der glühenden Hitze von Frösteln durchschauert, auf das fremde, wüste Treiben und Leben in unserer einstigen Hauptstadt.

Unsäglich verlassen kommt man sich vor!

* * *

Ich denke unwillkürlich an die letzte Nacht, die ich vor zweieinhalb Jahren hier verbracht -- -- es war die drittletzte, bevor die Engländer Daressalam einnahmen.

Von Westen kommend, wo in der Palmenschamba von Devers meine Stellungen lagen, ritt ich auf der Pugustraße abends in die Stadt. Das Blockadegeschwader hatte Sansibar verlassen. Wir mußten des Nachts auf einen Angriff gefaßt sein.

Verlassen lagen die Europäerhäuser hinter dem Bahndamm, einige zeigten schwere Schußverletzungen, hohle Fenster, eingefallenes Mauerwerk. Die Straße leer -- kein Mensch -- kein Schwarzer, kein Weißer -- -- kein lebendes Wesen!

In dem Meer von Eingeborenenhütten und Inderbuden linker Hand schwelte und rauchte es. Am Tage vorher hatten die Engländer das ganze Viertel zwischen Bagamojo, Kitschwele und Pugustraße in Brand geschossen. Wo früher Tausende von fröhlichen Schwarzen wohnten, lag jetzt grauer Schutt und Asche.

Kein Mensch zu sehen!

Und weiter ritt ich, bog in die Akazienstraße ein. Hier, in dem Winkel zwischen ihr und der Araberstraße, lag der große Unterstand, in dem Frauen und Kinder, die in Daressalam zurückbleiben sollten, bei Beschießungen Schutz und Unterkunft fanden. Selbst gegen die 30,5-Granaten der Linienschiffe bot er genügend Sicherheit.

Wie die Wagen vor einem Theater während der Vorstellung, standen hier unter Tags die Rickschas, eine hinter der andern!

Früh am Morgen um vier Uhr, fünf Uhr strömten in Scharen die Frauen herbei, die die Nacht in ihren Wohnungen verbracht hatten, um den Tag in dem sicheren Unterstand, der in Räume abgeteilt und elektrisch beleuchtet war, zu verbringen.

Erst abends wagten sie sich wieder hervor, eilten mit ihren Kindern nach Haus, um zu essen und kurze Zeit der Ruhe zu genießen.

Als ich jetzt vorbeiritt, hatten die Letzten bereits den Unterstand verlassen. Es war schon fast vollkommen dunkel. Nur zwei ältere Frauen, die sich anscheinend auch des Nachts nicht nach Hause wagten, saßen am beleuchteten Eingang und schöpften frische Luft.

Dunkel, verlassen lag die Akazienstraße da. Rasch ritt ich hindurch, bog über den einsamen Wißmannplatz, auf dem hart und ehern der alte Kämpe stand, trotzig, als wollte er uns helfen, trabte am dunklen Kaiserhof vorbei über den nachtschwarz daliegenden Strand und band mein Maultier an einen der Bäume vor dem Klubgebäude.

Eine kurze Besprechung -- es war möglich, daß die Engländer nachts eine überraschende Landung vornehmen würden!

Rasch wollte ich vor dem Zurückreiten noch etwas essen. -- --

Es war fast 9 Uhr geworden, eben war ich im Begriff aufzustehen, da schrillte das Telephon.

Der Ausguck auf dem Kirchturm!

»Soeben sind im Licht des aufgehenden Mondes die Silhouetten von fünf Kriegsschiffen zu sehen, die auf der Reede von Daressalam eintreffen!«

»Alarm!«

Hell bimmelnd, dumpf dröhnend hallten die Glocken der beiden großen Kirchen über die dunkel daliegende schweigende Stadt.

Flink trugen mich die schnellen Beine meines Maultieres zurück.

Schaurig klang das Glockengeläute in den finstern, verlassenen Straßen.

Über den Wißmannplatz sah ich in atemloser Hast weiße Gestalten eilen, Frauen mit fliegenden, für die Nacht gelösten Haaren, halbangekleidet, schreiende Kinder am Arm. -- Alle rasten dem Unterstande zu!

Aus allen Häusern kamen sie, es wurden mehr und mehr. Jammer, Schreie, Rufe und Weinen ertönten! Es wurden so viel, daß ich in der Akazienstraße langsamer reiten mußte, um sie vorzulassen. --

Da dröhnte krachend, grollend schwerer Kanonendonner von See her. -- Sausend heulten am Nachthimmel Granaten über die schweigende Stadt, schlugen krachend ein.

Es galt dem Bahnhof!

Die weißen Gestalten verdoppelten ihren Lauf, zwei Rickschas standen da -- die Boys waren entflohen -- schreiende Kinder, hilflose Mütter drin.

Donner auf Donner -- Krachen auf Krachen erfolgte!

Da -- ein ohrenbetäubendes Getöse -- eine Breitseite mußte kurz gegangen sein -- aus dem Schutztruppenstall dicht an der Akazienstraße leuchteten hoch die Blitze berstender, schwerer Schiffsgranaten.

Ein Schrei des Entsetzens rang sich von den Frauenlippen.

Stolpernd, fast umsinkend vor Angst, Überanstrengung und Entsetzen, hasteten sie weiter, drängten sich, stießen sich!

Der Unterstand war nahe!

Ich hatte mein Tier verhalten, das scheu geworden hochging, um alles vorbeizulassen, da dröhnten wieder von See her die dumpfen Schläge einer Breitseite.

Ein Sausen, Heulen -- -- -- ein furchtbarer Krach vor mir -- mein Herz stand einen Augenblick still -- -- -- mitten aus dem Gedränge der hastenden weißen Kleider schoß eine Feuersäule empor -- das reißende Bersten einer krepierenden Granate!

Dann desto tiefere Dunkelheit!

Ich sprang herunter, um zu helfen -- Dutzende müssen tot sein!

Einige weiße Flecke lagen auf der Straße, alles andere entfloh mit gelösten Haaren, flatternden Nachtkleidern.

An einer Akazie knieten eine Mutter und ihre beiden Kinder, die laut beteten -- einige andere lagen halb bewußtlos vor Schreck auf der Erde.

Eine Granate, anscheinend ein Ausreißer, denn alle folgenden Salven gingen wieder nach dem Bahnhof, war mitten in dem Makadam der Akazienstraße krepiert, hatte ein trichterförmiges Loch ausgehoben, aber -- es ist mir heute noch unbegreiflich -- trotz dem dichten Menschenknäuel, das die Straßen beinahe sperrte, niemand getötet, niemand verletzt! --

Das weitere Dröhnen der nächtlichen Beschießung tat seine Wirkung: in wenigen Sekunden waren auch die halb Bewußtlosen wieder auf den Beinen, und der Unterstand verschlang in seinem schützenden Bauch das verzweifelte Gewimmel.

Leer, stockfinster lag die Akazienstraße wieder da!

Nur am Himmel blitzte es in gleichmäßigen Zwischenräumen, sausend zogen die Granaten ihren Weg!

Noch dreimal, viermal -- dann plötzlich lautlose Stille!

Das Klappern der Hufe meines Maultieres widerhallte von dem harten Boden, nachtdunkel gähnte vor mir die öde Pugustraße, schemenhaft glitten rechter Hand eingefallene und verbrannte Inderhäuser und Eingeborenenhütten vorüber. -- -- --

Keine Seele, kein lebendes Wesen -- schweigend wie eine Totenstadt lag Daressalam damals da, eine Stadt einsamer Straßen, verlassener Häuserruinen.

* * *

Dies war mein letzter Eindruck, bevor ich Daressalam verließ! --

Und an diesen letzten Eindruck muß ich jetzt denken, wie ich auf das Getöse und Gedröhne da unten blicke, auf die stinkenden Autos, die wogenden Menschenmassen, die benzingeschwängerte Luft!

Eine englische Schwester mit für uns abenteuerlich kurzem Rock -- die Moden der letzten fünf Jahre sind für uns ausgefallen -- gibt uns ein Zeichen. Wir sollen die Veranda räumen.

Sie weiß, daß wir alle Englisch verstehen; aber anscheinend gehört sie einer der Vereinigungen an, deren Mitglieder geschworen haben, ihr ganzes Leben kein Wort mehr mit Deutschen zu wechseln.

Angenehm berührt, wie so oft in den letzten Tagen, ziehen wir uns schweigend zurück!

Im Gang tritt ein englischer Matrose im Lazarettmantel auf mich zu und hält mir eine Ansichtskarte unter die Nase.

»Will you see?«

Eine Photographie von einigen Geschützen -- -- Unterschrift: »Captured German guns.«

»Dort vorn, neben der Boma stehen sie!«

Behaglich grinsend über sein breites Bulldoggengesicht, entfernt er sich. --

* * *

Nach zwei Tagen ist es mir gelungen, meine Entlassung durchzusetzen. Ein glühend heißer Nachmittag, geschwängert von Benzin, Negergestank und undurchdringlicher Staubschicht, liegt über Daressalam. Es ist einen Tag vor Weihnachten 1918!

Ich habe den englischen Offizier, der mich begleitet, gebeten, mit mir an der Boma vorbeizugehen.

Auto an Auto rast vorüber, englische Offiziere, häufig wie der Sand am Meer, orden- und messingknopfgeschmückt, Damen, Nurses, Schwarze schieben sich vorbei.

Schweigend folge ich meinem Führer -- ich kann nur schwer gehen, das Fieber liegt noch lastend in den Gliedern.

Das ist das alte Daressalam -- -- unsere schöne Hauptstadt?

Ich kenne es nicht wieder! Wir biegen um die Boma -- -- da stehen -- als altes Eisen -- auf einem Rasenfleck die Geschütze!

Sofort erkenne ich darunter das von Mahiwa wieder, das ich vor mehr denn einem Jahr in der Wildnis gesprengt habe. Mit klaffendem Rohr, wenn möglich noch mehr verrostet, steht es da vor mir, seine verbogene Mündung wie anklagend erhoben.

»That’s one of your naval guns« meint der Engländer!

»Ja!«

Gedankenvoll sehe ich es an. Von Deutschland fuhr es über die blaue See hierher, hat hier zum erstenmal seinen Mund geöffnet, um den Salut für den Gouverneur zu donnern.

Dann zog es in den Krieg! Im Golf von Aden hat es gesprochen, vor Sansibar Eisenhagel auf einen brennenden Engländer geschleudert.

Treu ging es mit seinem zerschossenen Kreuzer in den Fluten des Rufiji unter, schießend bis zum letzten Augenblick.

Wieder hervorgeholt, hat es Afrikas Steppen durchzogen, im Gleichtakt von schwarzen, eingeborenen Massen geschleppt bis zum äußersten Süden -- -- hat noch Tausende von Malen gedröhnt und Eisen gespien.

Die Wälder von Mahiwa wurden dann sein Grab.

Die Engländer haben es wiedergefunden und zusammengesetzt -- -- nun steht es hier einsam, verlassen, um später wohl irgendwo als Schaustück zu dienen -- mit verbogenen Rädern und ausgeschossenem Rohr, einsam, verlassen in dem Getümmel von fremden Menschen, in der verpesteten Luft, sonst nur an die frische Brise der See oder den Hauch der Steppe gewöhnt.

Ohrenbetäubend rattern Lastkraftwagen voll von johlenden Tommies vorüber, eine englische Askarikompanie marschiert singend vorbei.

Unwillkürlich erhasche ich einige der Kisuaheliwörter -- -- sie singen ein schamloses Spottlied auf den Kaiser.

Die Röte der Wut steigt in mein Gesicht, verlegen wendet sich der englische Offizier weg!

Abschiednehmend streife ich nochmals mit der Hand über das verrostete Rohr meines alten Geschützes.

Schluss

Drei Wochen später am 17. Januar 1919.

Wogendes Menschengetümmel auf blankgescheuerten Promenadendecks. Weiße Tropenkleider, verschlissenes, verschossenes Khaki -- so lehnt es bunt weit über die Reeling des ehemaligen deutschen, jetzt englischen Dampfers Feldmarschall, der uns um das Kap der guten Hoffnung herum nach der Heimat bringen soll:

Die zweihundert deutschen Frauen und Kinder, seit Jahren von ihren Männern und Vätern getrennt, in ihren ausgewaschenen, abgetragenen Tropenkleidern veralteter Mode, die hundert Mann Lettow-Vorbecks, braun, mager, in Tommyhosen und Khakihemden!

Am Strand, bei der katholischen Kirche, beim Klub, winkende weiße Gestalten. Zurückbleibende Deutsche! Auf Bänke geflegelte Gruppen, Hände in den Taschen, Pfeifen im Maul -- -- Engländer!

Langsam drehen wir, in die Ausfahrt steuernd. Enges Fahrwasser, rechts die Signalstation, hohe rauschende Kokospalmen -- draußen das sonnenbeleuchtete Makatumbeeiland, der blaue Ozean! -- -- Genau so wie vor fast fünf Jahren, als wir durch diese grüne Eingangspforte Afrika betraten, durch die wir es jetzt -- für immer -- verlassen. Genau so wie damals -- und doch -- -- wie anders!

Lang waren diese fünf Jahre -- lang, sehr lang! -- -- Wir haben die Fahrt vermehrt, rauschen durch die engste Stelle, wie Kulissen schweben die Palmenhaine vorbei -- die weißen Häuser des Strandes verschwinden.

Wiegend nimmt uns die weite See auf, die wir jahrelang nicht mehr gesehen. Salzig weht ihr Atem!

Makatumbe fliegt vorüber. Wir drehen nach Süden, kleiner und kleiner wird der Streifen der Küste, kaum sind mehr ihre hohen Palmen zu erkennen. Nur die weißen, hohen Rauchsäulen steigen fast senkrecht in die klare Luft!

Noch immer steht alles an der Reeling, die meisten schweigend! Verlieren doch fast alle hier eine Heimat, die sie geliebt -- -- die immer im Sonnenglanze dagelegen!

Ernst sehen die Männer hinüber, ernst und schweigend -- -- würden ihre Augen Tränen kennen, so wären sie jetzt feucht!

Über vier Jahre haben sie dieses unermeßliche Land dort drüben verteidigt, Fuß um Fuß, Schritt um Schritt, haben es lieben gelernt, wie nur ein Mann die Scholle lieben kann, für die er kämpft.

Jetzt liegt es dort drüben im Glanze der untergehenden Sonne, lang fallen seine Schatten auf die See, hoch steigen die hellen Rauchwolken, zarter Dunst wogt auf den im Westen verschwimmenden Höhenzügen, die sich unendlich ausdehnen bis an den Tanganjika-, an den Njassasee. -- -- Alle waren einst deutsch -- -- alle sind es nicht mehr!

Viele Stämme von getreuen Schwarzen leben dort. -- -- Alle waren einst deutsch -- alle sind es nicht mehr!

Tausende von Weißen arbeiteten, kämpften und freuten sich dort. -- -- Wo sind sie? -- Wir hundert sind die letzten! --

Vielen sind die dunstigen, blauen Hügel dort drüben, die unermeßlichen Steppen da hinten zur letzten Ruhestätte geworden. Sie sind und bleiben deutsch, wenn es auch der Boden, der sie birgt, nicht mehr ist! -- --

Und nach Westen starrt alles mit brennenden Augen! Die Sonne hat sich jetzt glutrot hinter die blauen Silhouetten gesenkt, für kurze Zeit schimmert noch ein purpurnes Feuerband darüber, dann verblassen die Farben! -- --

Die Reeling wird leer!

Zwei englische Matrosen schlendern vorbei, sie schließen die vorderen Seitenfenster für die Nacht.

Ich höre »women und huns« und ein rauhes Lachen. Der eine spuckt in weitem Bogen in die See!

Klar leuchtet jetzt der Abendstern. Er steht genau über den Höhen des Pembaberges.

Weit über die Reeling gebeugt, sehe ich hinüber. Vor mehr denn vier Jahren fuhren wir hier vorbei -- in Kraft und Stolz -- mit Kurs nach Sansibar.

Und jetzt! -- --

Dunkler Nachthimmel breitet sich über die südlich der blauen Hügel da drüben liegenden weiten Niederungen, deren Linien sich im Schwarzen verlieren -- dort dehnt sich das Rufijidelta! --

Weit, weit dahinten, in diesen dunkel brauenden Nebelmassen muß das Wrack der »Königsberg« liegen, einsam, verlassen, in schweigender Mangrovenwildnis.

Flußpferdgebrüll dröhnt jetzt dort, Hyänen heulen! --

Dort ruhen auch die Leiber der Toten!

Noch vierundzwanzig Mann sind hier an Bord -- der Rest der Besatzung! --

Und weiter rauschen wir durch die nachtdunkle See, phosphoreszierende Schaumstreifen ziehend.

Die letzten Umrisse verschwimmen schwarz in schwarz -- sind verschwunden -- für immer!

Tote »Königsberg« -- -- schlaf’ in Frieden! -- --

Ein Gong ertönt, lachende Engländer gehen zum Abendbrot!

_ENDE_

_INHALT_

Vorwort 9 Einleitung 11

I. Im Indischen Ozean Kap Guardafui 15 Die Schuria-Muria-Inseln 25 Ras Hafun 31 Unguja-Sansibar 47

II. Im Rufijidelta Salale 59 Simba-Uranga 76 Am Steppenrand 85 Am Bumba-Arm 110 Kingwangwanda 121

III. Auf afrikanischem Boden Kismagao 135 Mahiwa 143 Daressalam 148 Schluß 158

=SAFARI-VERLAG= _Gesellschaft mit beschränkter Haftung_ _BERLIN W9, POTSDAMER STR. 4_

=August Hauer=: »Ali Moçambique«

Bilder aus dem Leben eines schwarzen Fabeldichters mit Zeichnungen von C. Gregorius Preis: Halbleinen M. 4.-- / Halbleder M. 5.--

Ein literarisches Denkmal ist den braven Soldaten durch das letzte Buch des rühmlichst bekannten Verfassers des vortrefflichen Werkes »Kumbuke« (August Hauer) errichtet worden. Die Zeit.

Das vorliegende Werk ist nicht nur gediegener Unterhaltungsstoff, es hat hohen kulturgeschichtlichen und ethnologischen Wert. Die Ausstattung ist trefflich. Marine-Rundschau.

Hat man das Buch, das vom Ostafrikaner Gregorius mit kunstvollen Skizzen versehen ist, erst einmal in die Hand genommen, so trennt man sich ungern von diesen schönen Bildern. Die Wahrheit.

Was uns aber das prächtige Buch besonders reizvoll, anziehend und nützlich macht, das sind die Fabeln und Geschichtchen, die Anekdoten, Scherze und Sprüche, die Ali, der herzensreine Witzbold, der Philosoph und Spötter, der allzeit fröhliche Gesell, uns aus dem Reichtum seines Innenlebens, seiner tiefgründigen Lebensweisheit in rührend-einfacher Sprache und mit unverwüstlichem Humor zum Besten gibt. München-Augsburger Abendzeitung.

=Leo Herbst=: »... Und der König tanzt ...« Tropenskizzen mit Buchschmuck von Hans Both Preis: Halbleinen M. 4.50 / Halbleder M. 5.50 Halbpergament M. 6.--

Dieses Buch, ein wertvolles Geschenk dem deutschen Volke, ist eine hochwertige, künstlerische Leistung, und der es geschrieben hat, ist wahrhaft ein Dichter, und die Saiten seiner Dichterseele haben in wehmütiger Erinnerung und trunkener Sehnsucht gebebt. Germania.

Und alle Erlebnisse sind getragen von der tiefen Auffassung des Reichtums und der Stärke der afrikanischen Landschaft, im freien Hochland, im unheimlichen, stickigen Urwald; an der Küste des ewigen Ozeans; sind dargestellt in meisterhafter Form und Sprache, die uns Glück, Staunen, Ueberraschung, Sorge, Kampfesfreude, Qual und Erlösung unmittelbar fühlen und erleben lassen. Kölnische Zeitung.

Der undurchdringliche Urwald, Steppenbrand und Sumpfschwüle, Hunger, Durst und Ermattung werden anschaulich geschildert. Und als Hintergrund immer wieder Blitzlichtaufnahmen der Negerpsyche. Das Buch ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Erforschung Afrikas. Kölner Tageblatt.

Ein außerordentliches Buch an Inhalt, Sprache und Schilderung, ein Buch, das jeder mit tiefster Ergriffenheit lesen wird, der die heißen Zonen kennt und liebt. Kriegserlebnisse spielen hinein, meisterhaft sind sie wiedergegeben. Und doch die Hauptsache bleibt, zu genießen, wie der Verfasser Land und Leute gesehen und sie uns vor Augen gerückt hat. Marine-Rundschau.

Tagespreis: Grundpreis × Schlüsselzahl =des »Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel«= z. Zt. Schlüsselzahl: =60=

=SAFARI-VERLAG= _Gesellschaft mit beschränkter Haftung_ _BERLIN W9, POTSDAMER STR. 4_

=E. Nigmann=: »Schwarze Schwänke« Fröhliche Geschichtchen aus unserem schönen alten Deutsch-Ostafrika. Mit Zeichnungen von Kurt Wiese Preis: Halbleinen M. 4.-- Halbleder M. 5.--

Eine Fülle bunter Bilder wird entrollt; man merkt, daß der Verfasser lange mitten im Leben und Treiben unserer unvergeßlichen Kolonie gestanden hat; er ist auch ein liebenswürdiger Erzähler, dessen Humor niemand verwundet. Der Tag.

Aus ureigenster Anschauung berichtet der Verfasser von dem Kolonieleben und der Treue der Askaris, nicht trocken, nein, Humor und Liebe zu verlorenem deutschen Land sprechen aus jeder Zeile. Mit wenigen, aber charakteristischen Strichen läßt Dr. Nigmann Szenen afrikanischen Lebens vor dem Leser erstehen -- sie verdienen gelesen zu werden. Königsberger Allgemeine Zeitung.

Das Buch bietet ein Stück des ostafrikanischen Reise-, Stations- und Lagerlebens und wird um so mehr geschätzt werden, als der länderkundige Künstler Kurt Wiese dasselbe mit einer großen Anzahl zum Humor des Werkes passenden Bildern versehen hat. -- Die Anschaffung des Werkes wird Afrikanern und Nichtafrikanern wärmstens empfohlen. Die Zeit.

Mit einer Fülle köstlichen Humors erzählt uns hier ein alter Afrikaner eine Reihe von Schwänken und Schnurren, in denen Lebenslust und Frohsinn und vor allem eine große Liebe zu unserem herrlichen Ostafrika atmen. Swakopmunder Landeszeitung (Süd-West-Afrika). ★

=Artur Heye=: »Wanderer ohne Ziel« Allerlei abenteuerliches Zwei- und Vierbein. Mit Zeichnungen von Walter Rosch Preis: Pappband M. 4.50 Halbleinen M. 5.--

Als Tramp in Amerika! Als Einzelgänger durch die unendlichen Weiten Afrikas! Ein Wanderer ohne Ziel, ein verflogener Vogel! Tiefe Schwermut und groteske Lächerlichkeit wechseln mit schaurigem Erleben des Kampfes ums Dasein. Die große Liebe zur Natur und Tierwelt ist herzerfreuend. Die Zeichnungen Walter Roschs zeugen von Kraft und großer Anpassungsfähigkeit an den fremdartigen Stoff der Handlung.

Tagespreis: Grundpreis × Schlüsselzahl =des »Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel«= z. Zt. Schlüsselzahl: =60=

=SAFARI-VERLAG= _Gesellschaft mit beschränkter Haftung_ _BERLIN W9, POTSDAMER STR. 4_

=Leo Herbst=: »Das schwarze Weib«, Bd. I »Tasana« Preis: Pappband M. 4.50 Luxusausgabe M. 6.--

Der Verfasser der Tropenskizzen »... Und der König tanzt ...« schildert in seinem Zyklus »Das schwarze Weib«, dessen erster Band »Tasana« soeben erscheint, die afrikanische Frau in ihren verschiedenen Typen. »Tasana« wurde vor der Buchausgabe von der Kölnischen Zeitung erworben und im Feuilleton abgedruckt.

=Rochus Schmidt=: »Aus kolonialer Frühzeit« Preis: Pappband M. 5.-- Halbleinen M. 6.--

Ein hochinteressantes Buch unserer kolonialen Entwicklung. Rochus Schmidt ist unter den ersten, die in das unbekannte Afrika hinauszogen. Alle die großen Afrikaner: Stanley, Casati, Emin Pascha, Peters, Wissmann leben wieder vor uns auf! In wenigen Jahrzehnten schuf Deutschland seine blühenden Kolonien aus kleinsten Anfängen. Alle die Widerstände und Unzulänglichkeiten und die Erfolge zielbewußter harter Arbeit und Kämpfe schildert Rochus Schmidt aus eigenem Erleben in lebendiger Sprache. ★

=SAFARI-BILDERBÜCHER=

=Leo Herbst=: »Lullus Fahrt nach Kamerun« mit Bildern von Kurt Wiese Preis: Halbleinen M. 4.50

Ein Bilderbuch für jung und alt! In fröhlichen zweizeiligen Buchversen sind die Erlebnisse eines Spitzes auf der Seereise und in Kamerun geschildert. Die humorvollen bunten Bilder von Kurt Wiese sind köstlich.

=Walter Rosch=: »Professor Schnurps in Afrika«

reich illustriert. Preis: Halbleinen M. 4.50

Alle die kleinen Ungeheuer der afrikanischen Insektenwelt sind in lustigen Versen und Bildern unter genauer Beachtung der naturwissenschaftlichen Richtigkeit in diesem Reiseabenteuer des Professors Schnurps zusammengefaßt.

=Kurt Wiese=: »Der Kinder Wanderfahrt mit Tieren aller Art« Leporelloformat. Preis: Ganzleinen. M. --.25

Reizende Bilder mit lustigen Versen machen auf fröhliche Art mit der überseeischen Welt bekannt.

Tagespreis: Grundpreis × Schlüsselzahl =des »Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel«= z. Zt. Schlüsselzahl: =60=

=SAFARI-VERLAG= _Gesellschaft mit beschränkter Haftung_ _BERLIN W9, POTSDAMER STR. 4_

=Rudolf de Haas=: 1. Band. »Piet Nieuwenhuizen« der Pfadfinder Lettow-Vorbecks. Mit Federzeichnungen von Thea de Haas und einer Photographie Preis: Pappband M. --.75 Halbleinen M. --.90

=Rudolf de Haas=: 2. Band. »Piet Nieuwenhuizen« der Pfadfinder Lettow-Vorbecks Preis: Pappband M. 1.20 Halbleinen M. 1.50

=Artur Heye=: 1. Band. »Hatako, der Kannibale« Preis: Pappband M. --.60 Halbleinen M. --.75

=Artur Heye=: 2. Band. »Hatako, der Kannibale« Erscheint in Kürze

=Anton Lunkenbein=: »Die Geheimnisse der Namib« Preis: Pappband M. --.60 Halbleinen M. --.75

=Marie Pauline Thorbecke=: »Häuptling Ngambe« Preis: Pappband M. --.75 Halbleinen M. --.90

Tagespreis: Grundpreis × Schlüsselzahl =des »Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel«= z. Zt. Schlüsselzahl: =60=

Gedruckt bei _DENTER & NICOLAS_ Berlin C 2, Neue Friedrichstraße 43 Die Buchbinderarbeit wurde bei LÜDERITZ & BAUER in Berlin gefertigt ★