Chapter 9 of 11 · 5023 words · ~25 min read

Zehntes Kapitel

Die strahlende Mittagssonne leuchtete, als Agathon von der Höhe herabstieg ins Dorf. Zu beiden Seiten des Wegs standen die Bäume im Schnee, spärlich behangen mit braunroten Blättern. Weithin leuchtete die Schneedecke der Landschaft, und bisweilen lag ein dunkles, mürbes Blatt auf diesem Weiß gleich einem großen Blutstropfen. Wenn Agathon durchs Dorf ging, grüßten ihn viele Christen, – scheu, fast ehrerbietig. Rasch hatte sich die Kunde verbreitet, daß Frau Jette durch seine wunderbare Berührung gesundet war, und alle suchten in seinem Gesicht, an seinem Wesen nach einem äußeren Zeichen dieser inneren Kraft. Er fühlte sich Herr über diese Kraft, gehoben, emporgetragen; alles was rein in ihm war, hatte sich mit diesen Gefühlen vereinigt, und alles Düstere und Kleinliche seiner Seele war abgestreift wie verbrauchtes Gewand. Er hatte ein altes Buch aufgefunden und fand darin die Geschichte des Sabbatai Zewi. Mit durstigen Augen las er sie. Wie wußte er gut zu scheiden unter dem Wahren und Erlogenen, dem Phantastischen und Tiefsinnigen! Wie sah er durch die Person des seltsamen Propheten in die Seelen der Menschen, die nicht dem beharrlichen Ernst sich beugen, nicht der beweglichen Stimme des mitleidenden Beraters, sondern dem prunk- und goldstrotzenden Worthelden, dem Halboffenbarer, dem, der mit ihrer Begeisterung spielt und dann achtlos über ihre Leichen schreitet. Aber noch fehlte an allen diesen Dingen der innere Bezug auf sein eigenes Thun, und er fand sich in der Welt mit einer Binde vor den Augen, des gütigen Lösers harrend. Es war nichts von Prophetentum oder Prophetenwollen in ihm. Das reiche innere Leben verlieh seinen Zügen etwas Übermenschliches, dem schwer jemand zu widerstehen vermochte. Mehr als sonst waren seine Nächte belebt von schwülen Bildern: nackte Frauen, die ihn neckten, die ihn zu sich zogen, ihn umarmten, ihn verlachten. Wie oft sprang er auf vom Bett und trat ans Fenster, um durch die Kälte sein Blut zur Ruhe zu bringen. Wie oft schaute er bittend in den schwarzen Nachthimmel mit den klaren Wintersternen und erwartete, daß das Gewölbe des Himmels sich zu einer freundlichen Vision öffne. Dann legte er sich wieder hin, und die Bilder kamen von Neuem, zudringlicher und feuriger. Dann suchte er seine Gedanken abzulenken, dachte an die Welt und an die Buntheit der Ereignisse in ihr, die nur wie ferner Marktlärm hereinklangen in das kleine Leben, das er selbst noch lebte.

Es gab zwei Wesen im Hause, die ihn oft und viel beschäftigten. Das eine war Frau Thella Hellmut, das andere Sema. Jene hatte das Schreckhafte, das sie anfangs für ihn gehabt, verloren. Doch ihre ganze Art hatte etwas von einem Irrlicht. Ruhelos, beständig redend, beständig geschäftig ging sie umher, und obwohl schon lange nichts mehr für sie zu thun war, obwohl sie nicht bezahlt wurde und auch gar kein Geld dazu dagewesen wäre, ging sie nicht. Das war ja schließlich zu erklären, denn bevor sie nicht zu andern Leuten gerufen wurde, lebte sie hier billig und „ein Maul mehr macht die Kille nicht arm“, sagte Gedalja. Oft saß sie dann wieder und sprach kein Wort, besonders wenn die Nacht im Nahen war. Dann quollen ihre Augen ein wenig hervor unter den entzündeten Lidern, sie lächelte in wahnsinniger Weise vor sich hin, nickte und atmete wie beglückt tief auf. Wenn sie dann jemand anredete, sagte sie leise und entschieden: „Stören Sie mich nicht! stören Sie meine Erinnerungen nicht!“ Agathon pflegte sie dann wohl genau anzublicken, und es wollte ihm scheinen, als ob diese Frau einmal sehr schön gewesen wäre: vielleicht nur einen Tag lang wahrhaft schön, in der Seele und am Körper, um sich dann wegzuwerfen für eine vorüberrauschende Stunde. So dachte Agathon oft über die Menschen, indem er sie in der Vergangenheit wirken, oder in einer bestimmten, von ihm selbst erfundenen Situation handeln sah.

Was Sema anbetrifft, so wußte Agathon nicht, was er mit ihm beginnen sollte. Mit ängstlicher Fürsorge achtete er auf alles, was Agathon that, suchte ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen, schleppte einen Stuhl herbei, wenn Agathon stand, brachte ihm den Löffel, der bei der Suppe fehlte, schlich in eine Ecke, um zu weinen, wenn ihm jener etwas abschlug, und als Gedalja und Frau Jette einmal in Agathons Abwesenheit ernstlich über seinen Lebensberuf beratschlagten, hörte Sema, immer bleicher werdend, zu und fing auf einmal ohne jede Veranlassung an, laut zu schluchzen. Es war mehr wie eifersüchtige Verliebtheit, es war eine völlige Anbetung, ein Sichverlieren und Sichauflösen, der Wunsch, nichts zu sein, und den vergötterten Freund wachsen zu sehen.

So vergingen Tage. Einmal wanderten beide in die Stadt, als ihnen am Frommüllersteg der Hund Faust begegnete, der einsam und schwermütig umherstreifte. Er gewahrte kaum Sema, als er mit kurzem, dumpfem Bellen seine Freude zu erkennen gab und sich so fest an den Knaben drängte, daß dieser beinahe gefallen wäre. Auch Sema schien erfreut und folgte dem großen Hund, der bald voraussprang, bald keuchend zurückkehrte und sich erst beruhigte, als die beiden vor Gudstikkers Haus angelangt waren. Es dämmerte schon; ein Sturmwind fegte über das Land, der Fluß rauschte bedrohlich. Agathon wollte sich verabschieden, aber Sema bat ihn herzlich und bewegt, mit hinaufzugehn. Frau Gudstikker schien etwas erstaunt; sie lachte in ihrer halb spöttischen, halb freundlichen Art und legte ein philosophisches Werk, in dem sie gelesen, zur Seite.

Hier war es nun, wo Sema wieder die Geige zur Hand nahm und spielte. Es schien nicht, als ob er sich dabei Mühe gäbe, als ob er dabei ein Können zeigen wolle. Er schien jetzt zu reden. Doch war etwas von jenen Träumen in seinem Spiel, in die unsere Seele das Kostbarste und Reinste legt, was sie selbst besitzt. Von dieser Stunde an war Sema etwas mehr, als der kleine, liebebedürftige Knabe in Agathons Augen. Niemals hatte er so deutlich wie in jenem engen, dunklen Zimmer gefühlt, wo das Glück wohnte, das er suchte. Er sah den klugen Kopf der alternden Frau sich gegen den bläulichen Abendhimmel abzeichnen, er sah das leuchtende, entflammte Gesicht des Spielers und den klaren, kräftigen Funken, der seine Augen verschönte, aber er sah außerdem noch mehr. Die Töne wurden gleichsam zu Fäden und die Fäden zu einem Schleier, der alle Vergangenheit bedeckte, und eine geisterhafte Hand schien darauf mit goldenen Lettern die Losungsworte der kommenden Zeit zu schreiben.

Als Sema aufgehört hatte zu spielen, öffnete sich plötzlich die Thüre, der kleine Wendelin schob sich herein und stürzte mit einem wahren Freudejauchzen auf seinen Freund zu. Es blieb unerklärlich, woher er kam und wie er von Semas Anwesenheit gewußt hatte.

Später gingen die drei zusammen fort, nachdem Agathon noch einige ironische Fragen Frau Gudstikkers beantwortet hatte. Aber er glaubte zu fühlen, daß diese Ironie nur der Mantel wäre, um eine Bewegung zu verbergen, deren sie sich schämte.

„Wo hast du das Spielen gelernt?“ fragte Agathon.

„Ich hab es nicht gelernt.“

„Aber du mußt doch die Noten gelernt haben.“

„Es sind keine Noten.“

„Nein, es sind keine Noten,“ betätigte Wendelin treuherzig.

„Wieso kannst du dann spielen?“

„Ich weiß es nicht.“

Agathon schüttelte den Kopf. „Es ist wunderbar,“ sagte er sinnend.

„Ich habe oft in der Waisenschule gespielt,“ erwiderte Sema schüchtern. „Dann hat es der Direktor verboten. Es regt die Knaben auf, sagte er, es macht sie rebellisch. Mein Spiel sei heidnisch, sagte er.“

„Ist er so streng?“

„Es ist schrecklich dort.“

„Furchtbar!“ rief Wendelin mit aufgerissenen Augen.

„Aber es sind doch viele Knaben dort.“

„Sie sind alle sehr unglücklich. Alle haben sie so bleiche Gesichter und müssen immer beten und beten.“

„Werden sie denn hart bestraft?“

„Ach nein, aber keiner liebt sie. Im Winter sind die Zimmer kalt. Das Essen ist auch nicht so viel. Und so früh muß man aufstehen. Die Lehrer haben so finstere Gesichter. Manchmal kommt Herr Porkes und examiniert. Das ist schrecklich.“

„Und das ist wahr?“

„O, sehr wahr.“

„Und der Kleine, war er auch dort?“

„Nein. Er ist ja Christ. Er läuft mir immer nach, – gerade wie ich dir,“ sagte Sema mit Thränen in den Augen. „Er bettelt und wohnt bei einer alten Frau. Ist es deine Großmutter, Wendl?“

„Groß –? ja, sie ist bö–ös!“

Ein langes Schweigen entstand. Plötzlich sagte Agathon: „Glaubst du an einen Gott, Sema?“

Der Knabe blickte bestürzt in den Abendhimmel. „Ich habe noch nicht darüber nachgedacht,“ erwiderte er bedächtig. „Meine Mutter spricht nie davon.“

„Hast du mich ein wenig lieb, Sema?“

Sema beugte sich herab, suchte Agathons Hand und küßte die Finger. Agathon erschrak. „Kannst du verschweigen, was ich dir sage? Und du auch Wendelin? Gut. Wir wollen die Waisenknaben herausführen aus diesem dunklen Haus. Was können die Lehrer machen, wenn sie alle zusammen fortgehen, eine Nacht lang? Am Morgen können sie ja wiederkommen. Ich will dir dann auch sagen, weshalb. O, ich wußte schon früher, daß sie unglücklich sein müssen. Kennst du den Ältesten der Knaben?“

„Ja, er heißt Martin Ohlik. Sie merken alle viel auf ihn, und er ist gescheit.“

„Kannst du es möglich machen, daß er in der Nacht kommt, wenn alle schlafen? Daß er zu uns kommt und mit uns spricht?“

„Ist das nicht gefährlich, Agathon?“

„Nein. Bei Tag ist es doch nicht möglich.“

„Nein, bei Tag werden sie bewacht.“

„Also, willst du es thun?“

„Ja, alles!“

„Gut. Erst wollen wir sehen, wo wir uns treffen. Im Freien ist es zu kalt. Ich weiß ein leeres Haus am Engelhardtspark. Dort wird seit acht Tagen ein Trockenofen gebrannt.“

Sema entfernte sich und kam nach einer Stunde mit Martin Ohlik wieder, der ein feuriger Bursche war und der seine Mission wie eine Lebensaufgabe empfand, die ihn bis in den Tod erfüllen könnte. In schwerer Finsternis wandelten Agathon und Sema nach Zirndorf, während Wendelin in einem Faß unter der Güterhalle Unterschlupf fand.

Es war eine solche Unordnung und vielleicht ahnungsvolle Unruhe im Geyerschen Hauswesen, daß am Morgen die Abwesenheit Agathons nur ganz flüchtig zur Sprache kam. Nur Sema wurde gezüchtigt. Aber er litt es stumm. Er schien einen Triumph dabei zu empfinden, für Agathon Schmerzen zu erdulden.

Die Juden im Dorf waren nicht gut zu sprechen auf die Geyerschen. Man redete schlimm über Elkan; nicht nur des verhafteten Enoch wegen, nicht nur des heidnischen Agathon wegen. Denn Elkan Geyer mußte ein wahnwitziger Mann sein, daß er solche Worte im Mund führen konnte; Elkan Geyer mußte etwas Unauslöschliches in der Brust tragen, daß er tagelang in den Wirtshäusern saß, sein Geschäft gehen ließ, wie es ging und die Frau für sieben Mäuler allein sorgen ließ. Elkan mußte ein verkommener Mann sein, daß er sich dem Schnapsgenuß ergab: ein Jude, der Schnaps trank! Niemand hatte je so etwas gehört.

Währenddem geschahen auch in der Welt allerlei Dinge, die besser nicht geschehen wären. Es waren da Gärungen, die das Problem mit den Juden an die Oberfläche der brodelnden Zeit brachte, und man sprach allenthalben von einer Juden-„Frage“, als ob das eine Frage wäre, die zu beantworten ist. In Rußland und Österreich trieben sie es schlimm, und in Deutschland glaubte sich ein oder der andere Schuhmacher müßiger Weise zum Messias geboren und erhob seine giftschwärende Zunge gegen den mehrbesitzenden Judenmann. Dabei schrieen die am Ruder Zeter und Mordio gegen ein rotes oder schwarzes Fähnchen, das in irgend einem Winkel auftauchte, die Waffe forderte Menschen und immer mehr Menschen, so daß sogar der geduldige Bauer den Kopf zu schütteln begann und an ein gemeinsames Vorgehen seines Standes dachte. In den Künsten schrieen sie auch nach dem Erlöser, dem erwählten Großen, und wie dergleichen Redewendungen fließen, und jeder, der etwa die Hosen auszog, oder Pflanzen statt des Fleisches aß oder auf peinliche Art die Armut der Armen bewies, war ein Genie. Es war eine große Zeit, in der es wohl wert erschien, zu leben. Thron und Hütte waren in gleicher Weise von dem Bewußtsein persönlicher Machtlosigkeit durchdrungen und vor lauter Stimmen hörte niemand eine Stimme.

Wenn Agathon im Kreis seiner Angehörigen um sich blickte, waren es die kleineren Geschwister, die sehr gedrückt schienen von all den Vorgängen, bei denen ihnen Ursache und Urteil fehlte. Da war die kleine Mirjam. Sie war ein Mädchen von blühender, dunkler Schönheit, von einfachem, nachdenksamem Wesen, und sie hatte den herrlichsten Mund, der sich denken läßt. Darin lag eine magdhafte Ergebenheit, etwas von jener biblischen Treue, wie sie in der Geschichte des Jephta eine Rolle spielt. Und doch erwuchs sie schon langsam zu jenem Hausfrauentypus, der, nüchtern und resigniert, in allem, was das weite Leben betrifft, stumpf und tot ist und all sein Ideal im Geld und im Reinwaschen der Dielen sucht. Gedalja ging eines Tages über Land und kam nicht wieder. Er ging hausieren und wollte offenbar dem Hausstand einen Brotesser beseitigen. Oftmals sehnte sich Agathon nach ihm und vermutete nicht, ihn unter so tragischen Umständen wiedersehen zu müssen.

Agathon gab an einem der späten Novembertage eine überraschende Probe von der Macht, die er im Innern fühlte. Die Estrichsche Ziegelei wurde vergrößert. Trockenhäuser sollten gebaut werden und der Grund wurde bis an die Grenze des Geyerschen Anwesens ausgegraben. Als dann die Mauern aufgeführt wurden, nahmen die Arbeiter nicht die geringste Rücksicht auf den Garten, sondern demolierten den Zaun, warfen die schadhaften Ziegelsteine herüber, und als Frau Jette eines Morgens mit gellendem Geschimpfe unter sie fuhr, wurde sie ausgelacht, und nun entstand unter den Arbeitern ein förmlicher Feldzug gegen die jüdische Familie und jeder Angriff von Frau Jette wurde mit Hohn und Gelächter begrüßt, mit Spott und Haßreden gegen das Judenpack. Sie ging zu Estrich selbst, aber das half so gut wie nichts und sie schien gänzlich verzweifelt, fast mehr aus Eigensinn, als aus Sorge um den Besitz. Da trat eines Morgens, als sie sich wieder zur Zielscheibe des Spotts machte und blindlings drauflos schrie, Agathon an ihre Seite, verschloß ihr den Mund mit der Hand, während die Maurer mit cynischer Neugier oder mit verstecktem Ernst ihm ins Gesicht sahen. Er trat zu einem jungen Menschen, der beim Kalklöschen beschäftigt war und fragte ihn: „Hast du eine Mutter daheim?“ Das Du und Agathons fester, fast trauriger Blick verwirrte den Andern, der unter den Lärmendsten gewesen war. Er schlug die Augen nieder und sagte nichts. Seine Kameraden kicherten. „So sag doch,“ fuhr Agathon fort, „mir darfst du’s schon sagen.“ Der Maurer lachte und wußte nicht, wohin er den Blick wenden sollte. Endlich schüttelte er in unbestimmter Weise den Kopf. „Aber wenn du eine hättest, würdest du sie doch nicht beschimpfen lassen,“ sagte Agathon, eindringlich und gütig lächelnd; „nimm mal an, du hast daheim einen Garten, und der Garten ist fast alles, was ihr habt, denk’ dir das aus, und es kommen solche Leute, die sich ein Vergnügen daraus machen, den Garten zu ruinieren, den Zaun umzureißen, die Beete mit Steinen zu bewerfen, auf denen ihr im Sommer euer Gemüs’ wachsen laßt, und davon habt ihr viele Tage zu essen, mußt du wissen. Ich glaube, du thätst unmäßig zornig werden, wie?“ Und Agathon legte seine Hand auf die schwielige Hand des Maurers, der betreten die Zähne zeigte und mit einigen Zweigen des verdorrten Buschwerks spielte. Die andern hatten alles gehört und waren nach und nach still geworden. Doch war es ein sehr mißtrauisches Schweigen. Deshalb trat Agathon zu dem nächsten, der ein älterer Mann war mit mächtigem Bart. „Denkst du, Herr Gevatter, ich bin reicher als du?“ fragte er kühn. „Sieh doch her, was ich am Leib hab! Und mein Hemd, ob’s von besserm Stoff ist, als deines. Im Gegenteil, deins ist von besserem Stoff, der Stoff kostet mehr, das kannst du getrost glauben.“ Damit zog er seinen Rock aus und hielt dem Alten seinen Hemdärmel zum Anfühlen hin, was dieser auch that, fast mechanisch und dabei nachdenklich aus seiner Pfeife paffte und dem jungen Mann, der so unbekümmert vor ihm stand, prüfend ins Gesicht sah. Jetzt lachten die andern wieder, aber diesmal gutmütig, einige murmelten sogar Beifall. „Ihr denkt wohl, es giebt lauter reiche Juden?“ fragte Agathon, sich aufs Geratewohl an ein paar andere wendend und wieder in seinen Rock schlüpfend. „Das ist nicht wahr. Mein Vater muß sich mehr plagen wie ihr und hat weniger Lohn. Da ist kein Baumeister, der ihm am Samstag was auszahlt. Also gelt, das thut ihr nicht wieder mit den Steinen.“ Damit nickte er freundlich und ging langsam ins Haus. „A sakrischer Kerl,“ sagte der alte Maurer paffend und sah ihm nach. „’s Dunerwetter soll mi derschlog’n, aber öitz maan i, mer thenna die Staaner raus.“

So geschah es. Am Abend waren die Steine aus dem Garten verschwunden.

Frau Jette stand im Flur, als Agathon zurückkam und blickte ihn starr an, nicht fähig, ein Wort hervorzubringen. Sie standen da in einer dunklen Ecke und ehe sichs Agathon versah, war sie auf einen Holzblock gesunken und schluchzte herzbrechend. „Ach Aga!“ flüsterte sie, „ach Aga!“ Er schwieg und blickte trüb herunter auf ihre kümmerliche Gestalt; er fühlte wohl, was sie beweinte, und daß es sich nicht auf diesen Tag und nicht auf die letztvergangenen Tage bezog.

Gegen Abend, bei klarem Himmel und hindämmerndem Untergangsrot der Sonne ging Agathon fort. Als er in die Nähe von Frau Olifats Haus kam, sah er Stefan Gudstikker aus der Gartenthüre kommen, hastig über die Straße eilen und mit schnellen Schritten in der Richtung der Ziegelei verschwinden. Agathon erschrak, und obwohl er sonst nicht unaufgefordert zu Monika kam, entschloß er sich heute doch dazu. Er klopfte an und auf ein leises Herein öffnete er die Thür und sah sie allein im Zimmer, am Fenster sitzen, in der Dämmerung. Ihre Mutter und Schwester waren wie gewöhnlich um diese Zeit in der Stadt. Monika erwiderte freundlich Agathons Gruß und drückte seine Hand.

„Bist du bös, daß ich gekommen bin?“ fragte Agathon beklommen.

„Ich? nein, ich freue mich. Immer bin ich froh, dich zu sehen, Agathon.“

„Wirklich?“

Monika nickte eifrig, dann sah sie wieder in verlorener Träumerei auf die Felder. „Ich muß dir etwas vorlesen,“ sagte sie nach einer Weile.

Während sie das Papier aus der Tasche zog und entfaltete, sagte Agathon: „Du spielst ja gar nicht mehr mit deiner Puppe?“

„O nein,“ erwiderte sie überrascht lächelnd, – wie erstaunt darüber, daß sie je mit Puppen zu spielen vermocht hatte.

„Du weißt doch, daß Gudstikker verlobt ist,“ platzt Agathon auf einmal heraus.

„Ja das weiß ich,“ entgegnete sie, wiederum lächelnd: ruhig und wissend. „Aber höre zu:

Wir küssen uns bei Kerzenlicht, Sonst sehn wir uns vor Thränen nicht. Sonst ist uns gar zu still die Stund’, Zu schweigsam der beklommene Mund.

Wir küssen uns in finsterer Nacht, Weil sie die Zukunft schöner macht. Wir sehn das goldne Haus am Meer Von Schätzen voll, von Sorgen leer.

Was spricht der Vogel Zeitvorbei? Daß alles dies vergänglich sei? Was spricht die Mutter Zweifelschwer? Ein Schattenbild das Haus am Meer?

Der Vogel hat die Nacht vertrieben, Die Mutter ist bei uns geblieben. Den blassen Traum an jener Wand Hat sie verblasen und verbrannt.“

Es entstand eine lange Pause.

„Wie konntest du es denn lesen,“ fragte Agathon endlich bedrückt, „da es doch schon dunkel ist?“

„Ich kenne es auswendig,“ flüsterte Monika, ganz in sich versunken. „Es ist schön, es ist schöner als schön.“

„Aber weshalb nimmst du denn das Papier, wenn du es auswendig weißt? Nur damit du es sehen kannst? Nur damit du die Schrift sehen kannst? O wie rot wirst du, Monika! Du bist glühend rot.“ Agathons Stimme zitterte. „Monika!“ rief er dann.

„Was?“

„Es ist ein unwahres Gedicht. Es ist schön, aber unwahr. Alles was darin steht ist schön, und nur, weil es schön ist, steht’s da, aber es ist erlogen. Ich weiß, wer es gemacht hat. Aber er ist kein wahrhaftiger Mensch. Nur ein wahrhafter Mensch kann wirklich ein Kunstwerk machen. Ich meine nicht so, daß er im Leben nicht lügen darf, aber mit seiner Seele darf er nicht spielen. Er aber spielt, Monika. Verzeih’ mir, daß ich es gesagt habe.“

Monika hatte den Freund noch nie so erregt gesehen, und es war auch, als ob ein anderer, ein offenbarender Mund ihr das zugerufen hätte. Als er fort war, saß sie im Finstern bis ihre Mutter kam.

Agathon traf Stefan Gudstikker wie schon einmal, unter einem Laternchen am Ziegeleigebäude stehend. Nach einigem Hin- und Herreden lud er Agathon ein, mit ihm ins Haus zu kommen. Agathon folgte ihm. Der alte Estrich, brummig und knurrig, wenn er liebenswürdig war, beinahe komisch, erfüllte das Zimmer mit dem Rauch seiner Pfeife und ging bald fort. Käthe erschien still, scheu und gedrückt. Sie hatte bisweilen ein ergebenes Lächeln für ihren Verlobten, jedes Stirnrunzeln von ihm schien sie zu beeinflussen, jedem halben Wort schien sie nachzusinnen. Ihr Wesen war fast zu kindlich, bisweilen ein wenig dumm. Sicherlich war sie über die wichtigsten Dinge des Lebens noch im Unklaren. Gudstikker strich ihr oft über die Haare; er schien sich der grenzenlosen Macht über das einfache Kind zu freuen; ja, er schien damit zu prahlen. Oft wenn sie etwas sagte, lachte Gudstikker, – es war nur ein Stoß, wie der Ton aus einer Trompete, und Agathon dachte wie in einer Erleuchtung: er hat ihr den Glauben geraubt. Was hat er ihr dafür gegeben? Seine eigene Person. Jeder Tag lehrte Agathon mit unabweisbarer Stimme das Leben wie es wirklich war, wie es nicht aus einem göttlichen Wesen floß, sondern aus dunklen, unterirdischen Quellen, vielgestaltig, mit Trübsand vermischt, nur selten Gold im Grunde führend, selten im geraden Strom, klar und kraftvoll rauschend.

Sie sprachen von dem Mord. Käthe fand es gräßlich, daß man den Thäter nicht erwischt habe. Sie fürchte sich jede Nacht.

Agathon lächelte seltsam. „Vielleicht ist es kein so schrecklicher Mensch, Fräulein Käthe. Vielleicht betrachtet er es wie eine große That. Vielleicht hat er sich dadurch befreit von allem Schmutz seiner Seele. Und er fühlt auch gar keine Gewissensbisse, im Gegenteil. Er hat sich vielleicht geopfert, für ein ganzes Volk, nicht? Ist denn ein solcher Mord wirklich so schrecklich? Es giebt auch keine böse Vergeltung für einen so guten Mord. Das ist unmöglich.“

Gudstikker sprang auf und blickte Agathon durchdringend an. Dann schüttelte er den Kopf, lachte, ging ans Fenster. Die Scheiben waren mit Eisblumen bemalt, und das Mondlicht zitterte daran. „Aber was für ein Mensch muß das gewesen sein!“ rief er aus. „Ein Ungeheuer!“

„Nein, vielleicht nur ein Mensch ohne ‚Nerven‘. Giebt es nicht solche Menschen, die wie ein Stück Ackererde sind?“

Plötzlich hörte man draußen das ängstliche und fortgesetzte Miauen einer Katze. Alle lauschten. Gudstikker und Agathon gingen hinaus.

Der Mond stand hoch und rein am Himmel. Der Schnee blitzte und funkelte weit umher. Auf den Feldern lag der Rauhreif, schimmernd wie Silberstaub. Vor dem Thor lag ein Kätzchen in seinem Blut. Gudstikker kniete hin und streichelte das Tier zärtlich, redete ihm zu wie einem kranken Kind. Dann gebärdete er sich wie rasend, drohte den Kerl zu erdrosseln und schien sich gar nicht mehr beruhigen zu können. Agathon wollte ihn trösten, obwohl er etwas Gekünsteltes in diesem Zorn fühlte, als er einen Schatten gewahrte und Käthe neben sich sah. Sie hatte einen Shawl um den Kopf. Ihre Lippen, deren Rot durch eine scharfe und runde Linie von der blassen Haut abgegrenzt war, waren ein wenig geöffnet. „Ist das Kätzchen tot?“ fragte sie.

Gudstikker nickte.

„Wer hat es gethan? Vielleicht der Vater, Stefan. Er stellt immer den Katzen nach. Ich hab’ das alles vergangene Nacht geträumt. Kannst du’s glauben? Auch Herrn Agathon hab’ ich gesehn.“ Sie drückte flüchtig Agathons Hand, der sie beständig ansah.

„Dein Vater, sagst du!“ fuhr Gudstikker auf. „Weißt du, daß es mir jetzt zu bunt wird? Weißt du’s nicht. Nun, dann will ich dir’s sagen. Ich bin mir zu gut dazu. So!“

Wieder fühlte Agathon das Künstliche dieses Wutausbruches und fragte sich vergeblich nach Gründen.

„Stefan,“ flüsterte Käthe und legte ihre beiden Hände um seinen Arm, „ich will thun, was du immer von mir verlangt hast. Ich will mit dir fliehn, wohin du willst.“

Es entstand eine peinliche Pause. „Es ist kalt, Herzchen,“ erwiderte Gudstikker endlich und streichelte tröstend ihre Hand. „Geh nur und leg dich schlafen. Du wirst ja krank!“

Bald darauf gingen Agathon und Gudstikker zusammen gegen den Pfarrhof, wo dieser wohnte. „Sehen Sie,“ sagte Gudstikker, „da haben Sie ein Opfer unserer Kultur. In dem Mädchen steckt ein prachtvoller Kern. Aber sie ist gänzlich unsinnlich. Ja, das erscheint ihr schrecklich, was ein Mann unter Liebe versteht. So sind viele. Ich habe vielleicht hundert Mädchen kennen gelernt, auch durch andere, die dem Mann nur aus Mitleid gestattet haben, wozu sie die Natur drängen sollte. Es ist eine Krankheit heutzutage. Sowie ein Weib an der Kultur teilnimmt, wird sie blutlos.“

Agathon hörte gespannt und beunruhigt zu. In seinem stillen Sinn dachte er, Gudstikker wolle sich in einen Rausch reden. Schließlich sagte er ihm etwas hastig gute Nacht.

Als er heimging, hatte er eine seltsame Hallucination. Aus einem dunklen Thorweg trat Käthe Estrich auf ihn zu und hob flehend die Hände. Als er weiterging und sich die Erscheinung vor seinen Blicken in den Winternebel auflöste, dachte er mit hilfsbereitem Herzen an sie. Wie groß war sein Erstaunen und sein Schrecken, als er sie auf einmal wirklich sah! Raschen Schritts kam sie und lächelte matt, als sie vor ihm stehen blieb. Sie wolle zu Stefan, sagte sie. Und auf sein Gegenbitten schüttelte sie unentschlossen den Kopf.

„Was wollen Sie denn bei ihm?“

„Ich weiß nicht. Ich will ihn nur sehen. Wenn ich noch einmal in sein Gesicht sehe, weiß ich alles.“

„Was? Was denn?“ Agathon zitterte.

„Ach, – nichts.“

In diesem Augenblick ging viel vor in Agathons Seele. Er sah dieses zarte Geschöpf vor sich, wie sie in jeder Stunde mehr hinwelkte. Er sah die kleinen, mondlichtübergossenen Häuser, die dunkle Unendlichkeit des Nachthimmels, zage Sterne, glänzende Fensterscheiben, – dies alles im Gegensatz zu der komischen Unruhe der Menschen, ihrer Lust an der Lüge, ihrer Furcht vor dem Kampf, und zum erstenmal sprach heute die Natur ein lautes Wort zu ihm, und er konnte die gärende Inbrunst seiner Seele nicht mehr mißverstehen. Da stand nun dies stille, wortkarge Geschöpf vor ihm mit dem treuherzigen Blick, dem hilflosen Zucken um die Lippen und sie sah ihn ratlos an, als Agathon wie erleuchtet lächelte.

„Sie sind immer so traurig, Fräulein Käthe,“ sagte er.

Sie nickte.

„Sie müssen sich einmal recht von Herzen freuen.“

„Aber wie kann ich das,“ erwiderte sie seufzend.

„Ich kann es, ich will Sie froh machen,“ sagte Agathon.

Sie blickte ihn ungläubig an, als sie auf dem knarrenden Schnee weitergingen. Agathon mußte jetzt wunderlicherweise an Gudstikkers ewig-schmutzige Fingernägel denken, und er raisonnierte, daß ein Mensch mit schmutzigen Nägeln niemals ein solches Mädchen küssen dürfte, selbst wenn er ein Dichter ist, den es nach Reinheit und Verehrung dürstet. Er dachte an Monika und eine Glut stieg in ihm auf, daß sein Blick förmlich verhängt wurde. Dann liefen seine Gedanken weit fort zu Sabbatai Zewi und seinen Freudenfesten, und er zweifelte nicht an der Ehrlichkeit des Propheten, der das Leben in so großen Linien gelebt und alle Mitlebenden beglückt hatte.

„Ein Wort, Fräulein Käthe, – vertrauen Sie mir?“

„Sie sind so merkwürdig, Agathon. Man muß Ihnen vertrauen, auch wenn man nicht will.“

„Und Sie wollen alles thun, – von jetzt bis Mitternacht, alles was ich will. Es ist nichts Böses.“

„Aber es ist spät.“

„Eben hat es acht Uhr geschlagen.“

„Was soll ich denn thun?“

„Nichts als das: in unserem Hof steht ein Schlitten. Da sollen Sie sich hineinsetzen. Ich fahre Sie.“

„Jetzt? Um Gotteswillen, jetzt! Ich kann nicht. Meine Mutter läßt mich nicht fort.“

„Ach, wie das Aschenbrödel sind Sie! Aber heute dürfen Sie den Prinzen sehn.“

„Den Prinzen?“

„Gewiß. Ich ziehe meine Schlittschuhe an und wir fahren bis zum See bei Weinzierlein.“

„Bis –? Nein Agathon, das ist zu weit.“

„Jetzt dürfen Sie nicht kleinlich und nicht furchtsam sein. Ich hab’ auch noch ein dickeres Tuch für Sie und einen Mantel meiner Mutter.“

„Sie sind so jung, Agathon, und das vergißt man ganz, wenn man Sie hört.“

Eine Viertelstunde später flog der Schlitten die Landstraße hinaus und Agathon auf Stahlschuhen hinterher. Rechts lag der Wald, dann lag er links; das Mondlicht wohnte in ihm, die braunen Blätter glänzten silbern, die Birkenrinde strahlte wie Gold, der Schnee lag wie ein faltenloses, frischgewaschenes Tuch da, der Himmel wölbte sich in stillem, matten, kalten Licht und der Frieden, der mit den beiden gleichsam Seite an Seite zog, breitete sich aus, herrlich und rein. „Sehen Sie nur die Elfen,“ sagte Agathon, „sie freuen sich, daß wir kommen. Wenn wir auf dem See sind, werden sie Leuchtfeuer anzünden, Bewillkommnungsfeuer. Die Irrlichter zeigen uns den Weg. Sehen Sie dort! Ein Irrlicht, blau und grün –! Ist Ihnen warm? Das ist gut. Mir ist auch warm. Das nächste Mal müssen wir Mirjam mitnehmen. Sie kann lachen, daß es meilenweit hinausjubelt, besonders wenn es so kalt ist, wie heute.“

„Wer ist Mirjam?“

„Meine kleine Schwester.“

„Ein schöner Name.“

„Er ist hebräisch und heißt: die Widerspenstige.“

„So?“

„Ja. Auch Maria heißt die Widerspenstige. Aber Mirjam ist gut und lustig, und sie stellt Fragen wie eine alte Frau.“

Dies alles wurde im vollen Lauf hin- und hergesprochen, auf der klirrenden Schneebahn. Und endlich kam der See. Zauberhaft! Glattgefroren war die weite, breite Fläche, Schimmer auf Schimmer, golden und silbern, schwebte daher, tausend hellblitzende Funken besäten den Schlittenpfad und Agathon flog hin wie der Wind, wie ein Pfeil! „Jetzt beginnt das Märchen,“ rief er aus. „Jetzt kommen Feen und Geister.“

„Und der Prinz?“

„Der kommt zuletzt.“

„Nein, zuerst, – wie’s versprochen war!“

„Haia! juchhaia! Mein Waidruf schallt. Auf! Mir zur Frohnde, Wiesen und Wald!

Haia, juchhaia! Elfisches Reich, Wo ist die Königin, Blitzend und bleich.“

Vom Ufer erhob sich die Gnomenschar, lachend, echoend, tanzte mit weiten Sprüngen um das Gefährt. „Mir ist heiß!“ rief Käthe lachend und schlug voll Entzücken die Hände zusammen, denn die Landschaft war zum Zauberreich geworden. Man sah Lichter blitzen wie in einem Saal; bisweilen tönte es aus der Ferne wie Gesang von hellen Mädchenstimmen, bisweilen wie Glockenklang; Ritter und Knappen und edle Damen stiegen aus der Tiefe zum Tanz gekleidet; denn hier war einst eine mächtige Burg versunken. Käthes Blut floß rasch und stürmisch. Sie jubelte und klatschte in die Hände wie ein Kind. Sie erinnerte sich nicht, je so glücklich gewesen zu sein, sie war wie berauscht und Agathon lächelte sie an, seltsam, träumerisch. Wie ein Sturm fuhr die Sehnsucht in seine Brust, ein ganzes Land, ein ganzes Volk so glücklich zu machen. Es ist eine dunkle Zeit, dachte Agathon, und wer ihr die Freude bringt, kommt mit einer flammenden Fackel zu ihr.

Heimwärts flog der Schlitten, dem sinkenden Mond entgegen.