Part 25
Ich habe schon oben bei der Besprechung des Holzbaus die besondere Stellung des nordischen ausführlicher gewürdigt. Hier sei nochmals betont, daß wir zwar nicht sagen können, daß die ältesten germanischen Holzkirchen gerade so ausgesehen haben wie die norwegischen des 12. bis 14. Jahrhunderts; wohl aber, daß sie wenigstens ähnlich gewesen sein müssen, da sie genau so ganz aus Holz, aus Balken, Planken und Brettern bestanden; sie waren in ähnlicher Verteilung und Art geschnitzt und verziert, gingen genau in derselben Weise aus der Hand des germanischen Zimmerers hervor. Und von den alten Ziermotiven der Völkerwanderungszeit ist ja so manches dort lebendig geblieben in treuer Hut konservativen Volkswesens.
Der Kleinkunst der Skandinavier ist, als der des südgermanischen Landes von Anfang an aufs nächste verwandt, ebenso schon früher ausführlich gedacht.
Für unser Wissen und unsere Kenntnis der früheren und original germanischen Klein- und Großkunst bleibt es ganz unentbehrlich, daß wir die Parallelen dazu in Skandinavien suchen, daß wir unsere Lücken dort ausfüllen können, wenn nicht an Beispielen aus der ältesten, so an solchen der folgenden, der Enkelzeit.
[Sidenote: Deutschland]
Gleiches gilt denn auch in mancher Hinsicht für Deutschland selber.
Auch hier ist alles längst verschwunden, was von erster germanischer Baukunst in Holz einst -- wie früher belegt sicher in reichem Maße -- vorhanden war.
Aber im frühesten Mittelalter mögen doch noch so manche Zeugen der ältesten Zeit am Leben gewesen sein; mag z. B. im 10. oder 11. Jahrhunderte, wo starke Städte langsam erwuchsen, noch so mancher heilige oder ehrwürdige Bau aus früheren Tagen aufrecht gestanden haben, an dessen Formen man sich damals anlehnte, gerade so, wie wir heute deren aus dem 14. oder 15. Jahrhundert noch besitzen; auch mag so manche altgeübte Zierform sich in den bildhauerischen Schmuck unserer ersten Steindome überpflanzt, kann in den ältesten Städten am Harze sich da und dort ein Stücklein frühester altdeutscher Kunst im Abbild selbst bis heute gerettet haben. Nicht weniges spricht dafür.
Wer aufmerksam den Regungen des künstlerischen Geistes im Volke folgt, findet dafür auch andere Merkzeichen. So vor allem ist es erstaunlich, mit welcher Natürlichkeit sich der bildende Kunsthandwerker ganz von selber, ihm gänzlich unbewußt, wieder auf den gleichen Pfaden findet, auf denen seine Vorfahren einst gewandert sind. Wir sprachen weiter oben von den germanischen Schlosserarbeiten des 16. und 17. Jahrhunderts und davon, daß hier die älteste germanische Kunstphantasie, wie wir sie kennen lernten, von neuem auferstehe; insbesondere in den gehauenen Beschlägen der Türen aus Blech, wo ein Gewimmel von phantastischen Tieren, Schlangen und anderen Ungeheuern erscheint, kaum enträtselbar und doch so wohl bekannt, eine Neugeburt des in Gräbern längst Bestatteten, oder in dem Gittergeflecht der deutschen Renaissance aus durchgesteckten und geschlungenen Stäben, die uns das uralte Flechtwerk der Langobarden in anderem Material neu erstehen lassen.
Wir sehen, daß im 15. bis 17. Jahrhundert in unserem Holzbau, am meisten in den allerältesten Städten, die in die Anfänge unseres alten Reiches hinaufragen, Formen und Bildungen, Profile und Konstruktionen auftreten, die sich damals ganz neu entwickelt zu haben scheinen, in Wahrheit aber uralt sind. Die deutsche Renaissance zeigt im Fachwerk eine Formenwelt, deren Ursprung uns völlig unbekannt scheint; weder ist sie aus der gotischen entsprossen, deren mageres Flächen- und Konstruktionswesen mit dem neuen nichts gemein hat, noch auch etwa dem Vorrat der italienischen nach Deutschland importierten Renaissancewelt. Nein, der deutsche Holzbau, den wir als den der Renaissance bezeichnen, ist etwas ganz anderes: er ist eine Renaissance viel älteren germanischen Holzwesens (Abb. 44, 188, Tafel XLVIII).
[Illustration:
XLVIII
Abb. 188. Haus in Osnabrück.]
Bei ruhiger und gründlicher Betrachtung zwingt sich uns solche Erkenntnis immer stärker und überzeugender auf. Da ist es fast, als ob wir die Urbilder der im Süden, in Spanien und Italien, gefundenen Formen des 7. und 8. Jahrhunderts hier vor uns hätten, wenn auch dies Nordische um 800 Jahre jünger ist. In der Tat bietet sich hier der Schlüssel zum Verständnis jener Formen der germanischen Steinkunst im Süden und Westen. Gelegentlich des näheren Eingehens auf den nordischen Holzbau haben wir uns bereits über die Eigenart der Formen des Zimmermanns verständigt; die Profile sind in die Balkenfläche eingegrabene Kehlen und Stäbe, Nuten und Linien; nirgends vorspringende Gesimse, wie sie der Steinbau zu bilden hat. Wir finden in Halberstadt Sparrenköpfe profiliert und gekerbt, wie wir sie als Konsolen in Stein in Sevilla und Leon antrafen. Wir sehen in Hildesheim die Vorderfläche der Balkenständer geschnitzt mit eingetieften Halbsäulen und Hermen, genau wie wir solche in Merida einst vorfanden. Wir haben in Göttingen an der Vorkragung eines Holzhauses schräge Kopfbänder mit runden Scheiben am Ende, die den eigenartigen hängenden Konsolen in S. M. de Naranco ganz ungemein ähneln und uns diese erst als Holzformen erkenntlich machen.
Wir sehen die gewundenen Taustäbe und ähnliche gedrehte Bildungen als im Holzbau des Nordens seit dem 15. Jahrhundert in einem Umfange allgemein angewandt, wie wir es nur noch etwa in S. Miguel de Lino, siebenhundert Jahre früher, schauten.
Wir lernen aus den Werken so viel jüngerer Zeit, was eigentlich Holzbau und Holzformen, was die Gedankenwelt des Zimmerers überhaupt sei, wir sehen ihn mit Stemmeisen und Geißfuß sein Schnitzwerk auf glatter Holzfläche auf Grund setzen, hineinkerben und ohne Mühe genau so stilisieren, wie das die Langobarden des 8. Jahrhunderts in gleichem Sinne in Stein vollführten. Das ist nicht Zufall, ist auch nicht allein abhängig von Material, Überlieferung und Gewohnheit, das ruht auf dem viel tieferen Grunde der Stammeseigentümlichkeit, die stets zu ihren Ausgängen, stets zu gleichen künstlerischen Bildungen zurückkehrt.
Auch die nordisch-romanische Baukunst, zeitlich der ältesten Epoche noch nahegelegen, ist selbstverständlich voll von Erinnerungen aus ihr, um so mehr da, wo es sich um uralte Kulturstätten des Deutschtums handelt, wo um jene Zeit wohl noch allerlei lebendig zu sehen war, was in die Jugend unseres Volkes zurückreichte.
Es kann nicht Zufall sein, daß wir am Wormser Dom das älteste Turmideal der Germanen, die Rundtürme, in so hoher Ausbildung antreffen, noch weniger, wenn wir an einem dieser Türme Konsolendigungen eines Rundbogenfrieses finden, die ohne weiteres uns die bekannten Kopfendigungen der altgermanischen Fibeln ins Gedächtnis rufen (s. Abb. 189). Oder wenn wir an einem Portal desselben Domes in der Stadt, an die sich der älteste Sang des deutschen Volkes, das Lied von der Nibelungen Not, heftet, über einem Portal reines langobardisches Flechtwerk sehen, wörtlich genau so gebildet, wie solches aus dem 8. Jahrhundert in Norditalien.
[Sidenote: Weltbürgertum und nationales Volkstum]
Was im Volke, im Stamme einmal lebendig ist, was zu künstlerischer Verwirklichung drängt, ist ewig, unvergänglich. In nichts ist das Weltbürgertum größer, als im Verständnis und Genusse der Kunstwerke; im Allgemeinmachen der edelsten Geistesschöpfungen aus aller Welt für alle Menschen. In nichts hat es so wenig Kraft, als in der Schaffung für die ganze Welt gleichmäßig gültiger Kunstwerke. Ein Japaner kann die fernsten Menschen entzücken, aber nur durch echt japanische Kunstwerke, aus dem Geiste und der Art seines Volkes geschaffen. Das ist die inwendige Welt, die einen Dürer und alle großen Künstler erfüllte, die hinausstrebte ins Leben, in die Wirklichkeit.
Die Größten, die ihrem Stamme fremde bildende Kunst brachten, für den Norden ein Thorwaldsen, ein Schinkel, selbst ein Semper, sie werden langsam vergessen, sie sterben. Nur die bleiben lebendig, die ihres Stammes reine Kinder sind; sie wachsen und werden immer größer.
[Illustration: Abb. 189. Konsolen vom Wormser Dom.]
Welcher Künstler des Westens hat seinem Namen so rasche Berühmtheit erwachsen sehen, als der Japaner Hokusai? -- Seine Werke sind in der ganzen Welt gesucht und geliebt.
Hätte der gelbe Maler in der ville lumière seine Lehrer gesucht, seine künstlerischen Ziele gefunden und sie nach Hause gebracht -- wer wüßte von ihm?
Wahre und dauernde Kunst kann nur aus Stammesart und aus echt nationalem Wesen hervorfließen. Selbst Goethes des Universalmenschen wirkliche Größe und Bedeutung beruht allein in seinem ursprünglichen und gewaltigen nur universal gewordenem Deutschtum. Der Deutsche, der Germane, der in eigenem Grunde unverrückbar fest wurzelt, kann hinauf und heraus wachsen ins Allgemeine, in die ganze Welt hinein. Wer diese edelsten Wurzeln abschneidet, um hinauszufliegen ins Weite, geht der Kraft für ewig verlustig, die ihn und sein Künstlertum lebendig erhielt; er fliegt in die Lüfte mit den Wolken und zergeht mit ihnen.
[Illustration:
XLIX
Abb. 190. Altar des Bischof Angilbert in S. Ambrogio zu Mailand. Wolvinius fec. ca. 835.]
Darum ist es höchste Pflicht des deutschen Volkes wie aller Germanen, zuerst dem alten Stamme, der leiblichen und geistigen Heimat treu zu sein und zu bleiben, sich ihrer völlig bewußt zu werden.
Es ist ihm Pflicht, dieses Stammestum immer eifriger zu pflegen, es nicht vergehen und verwischen zu lassen; hier edelste Inzucht zu treiben.
Aber vor allem auch: sich selber kennen zu lernen, sich, sein Wesen, seinen Geist und seine Kunst; deren Grund zu begreifen und zu sichern.
Wenn Chamberlain in seinen Grundlagen des 19. Jahrhunderts das Beste des für diese Grundlagen Geleisteten und die sicherste Bürgschaft für den Wert des Künftigen in dem germanischen Wesen fand, wenn Gobineau eine Zukunft der Menschheit nur von dem sich völlig rein erhaltenden Germanentum erwartete, so waren das bedeutende Weiser genug für unseren Weg.
Vielleicht wirkt der hier gewagte Versuch, unser Volkstum in seiner ältesten greifbaren Gestalt und Betätigung auf dem Gebiete der bildenden Kunst in einigem zu erfassen und erkennen zu lernen, als ein bescheidener weiterer Beitrag in der großen Sache, zum wenigsten nach der Richtung des bitter nötigen Begreifens, daß deutsche oder germanische Kunst der Zukunft, wenn sie überhaupt sein will, bis ins tiefste national sein muß.
[Illustration]
Überblick der wichtigen Quellen.[51]
A. Alte Literatur.
+Caesar+, De bello Gallico.
+Strabo+, Geographica.
+Plinius+, Historia naturalis.
+Tacitus+, Germania. Annales.
+Priscus+, In: Fragmenta historiae graecae von Müller.
+Ammianus Marcellinus+, Rerum gestarum libri.
+Apollinaris Sidonius+, Briefe. -- Lobreden.
+Gregor von Tours+, Historia Francorum.
+Venantius Fortunatus+, Carmina.
+Cassiodorius+, Variarum Epistolarum libri XII. -- Chronicon.
+Procopius+, Gotenkrieg. -- Vandalenkrieg.
+Agathias Scholasticus+, Geschichte Justinians. 5 Bücher.
+Socrates Scholasticus+, Kirchengeschichte. 7 Bücher.
+Anonymus Valesianus+, De Constantino Chloro, Constantino Magno et aliis imperatoribus et regibus.
+Jordanis+, De Getarum sive Gotorum origine et rebus gestis.
+Walahafrid Strabo+, De imagine Tetrici.
+Paulus Diaconus+, Historia Langobardorum.
+Agnellus+, Liber Pontificalis.
+Einhard+, Vita Caroli Magni. -- Annales.
+Angilbertus+, Carmen de Carolo Magno et Leone papa.
+Ermoldus Nigellus+, Carm. in honorem Hludowici.
+Monachus Sangallensis+, Taten Karls des Großen.
+Helmold+, Chronica Slavorum.
+Saxo Grammaticus+, Historia Daniae.
+Edda.+
+Vulfilas+, Bibel.
+Annolied.+
+Beowulflied.+
+Heliand.+
+Nibelungenlied.+
B. Neuere Literatur.
1. Geschichte und Allgemeines.
+F. Dahn+, Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker. Berlin 1889 ff.
+Derselbe+, Die Könige der Germanen. Berlin 1861 ff.
+Winkelmann+, Geschichte der Angelsachsen. Berlin 1883.
+C. Gurlitt+, Geschichte der Kunst. Stuttgart 1902.
J. A. Graf +Gobineau+, Sur la diversité des races humaines. Deutsche Ausg. von C. Schemann. Stuttgart 1901.
+H. St. Chamberlain+, Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts. München 1902.
+L. Wisser+, Germanischer Stil und deutsche Kunst. Heidelberg 1899.
+Aarböger+ for nordisk oldkyndighet ok historie. Kopenhagen.
+F. X. Kraus+, Geschichte der christlichen Kunst. Freiburg i. B. 1896 ff.
+J. Strzygowski+, Kleinasien, ein Neuland der Kunstgeschichte. Leipzig 1903.
+H. Janitschek+, Geschichte der deutschen Malerei. Berlin 1897.
2. Prähistorie, Ausgrabungen und Kleinkunst.
+M. Hörnes+, Urgeschichte der Menschheit nach dem heutigen Stande der Wissenschaft. Wien 1892.
+Derselbe+, Urgeschichte der bildenden Kunst in Europa. Wien 1898.
+O. Montelius+, Kulturgeschichte Schwedens. Leipzig 1906.
+Sophus Müller+, Nordische Altertumskunde. Strassburg 1889.
+B. Salin+, Die altgermanische Tierornamentik. Stockholm 1904.
+L. Lindenschmit+, Handbuch der deutschen Altertumskunde. Braunschweig 1889.
+Derselbe+, Die Altertümer unserer heidnischen Vorzeit. Mainz 1881 ff.
+Derselbe+, Die vaterländischen Altertümer der fürstlich hohenzollernschen Sammlungen zu Sigmaringen. Mainz 1860.
+J. W. Gröbbels+, Der Reihengräberfund von Gammertingen. München 1905.
+A. Henning+, Der Helm von Baldenheim. Strassburg 1907.
+Hampel+, Altertümer des frühen Mittelalters in Ungarn. Braunschweig 1905.
+Obodesco+, Le trésor de Petrossa. Paris 1900.
+A. Götze+, Gotische Schnallen. Berlin 1907.
+Barrière-Flavy+, Les arts industriels des peuples barbares de la Gaule du V an VIII siècle. Paris-Toulouse 1901.
+Fr. Wieser+, Das langobardische Fürstengrab von Civezzano. Innsbruck 1887.
J. +de Baye+, La bijouterie des Gotes en Russie. Paris 1892.
+La necropoli barbarica di Castel Trosino+ (Monumenti antichi pubblicati per cura della V. accademia dei Lyncei) XII. Mailand 1902.
+P. Orsi+, Di due crocette auree nel museo di Bologna. Bologna 1887.
+A. de Linas+, Orfèvrerie mérovingienne. Paris 1864.
+Derselbe+, Les origines de l’orfèvrerie cloisonnée. Paris-Arras 1877-78.
+Chifflet+, Anastasis Childerici I Francorum regis sive thesaurus sepulchralis Tornaci Nerviorum effosus et commentario illustratus. Antwerpen 1655.
+Cochet+, Le tombeau de Childeric I. Paris 1859.
+F. de Lasteyrie+, Description du trésor de Guarrazar. Paris 1860.
+Fr. Bock+, Die Kleinodien des hl. römischen Reiches. Wien 1864.
+Ed. Aubert+, Trésor de l’abbaye de St. Maurice d’Agaune. Paris 1872.
+Exposition de 1900+, Catalogue de l’exposition rétrospective.
+J. Falke+, Geschichte des Deutschen Kunstgewerbes. Berlin 1887.
+Kornerup+, Kongehöiene i Jellinge. Kopenhagen 1875.
3. Baugeschichte und Baudenkmäler.
+R. Dohme+, Geschichte der Deutschen Baukunst. Berlin 1887.
+Dehio und Bezold+, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes. Stuttgart 1892 ff.
+Stephani+, Der älteste deutsche Wohnbau und seine Einrichtung. Leipzig 1902.
+A. Ricci+, Storia dell’architettura in Italia. Modena 1857-60.
+A. Venturi+, Storia dell’arte in Italia. Mailand 1905.
+Holtzinger+, Die altchristliche und byzantinische Baukunst. Stuttgart 1899.
+Cattaneo+, L’architecture en Italie du VI an XI siècle trad. p. le Monnier. Venise 1890.
+O. Mothes+, Die Baukunst des Mittelalters in Italien. Jena 1884.
+M. G. Zimmermann+, Oberitalische Plastik. Leipzig 1897.
+E. A. Stückelberg+, Langobardische Plastik. Zürich 1896.
+F. Dartein+, Etude sur l’architecture lombarde. Paris 1865-82.
+G. Rivoira+, Le origini dell’architettura lombarda. Mailand 1908.
+De Vogüé+, Syrie centrale. Paris 1865 ff.
+Rohault de Fleury+, La messe et ses monuments. Paris 1882 ff.
+Hübsch+, Die altchristlichen Kirchen. Karlsruhe 1863.
+H. Gsell+, Recherches archéologiques en Algérie. Paris 1893.
+Fr. Seesselberg+, Die frühmittelalterliche Kunst der germanischen Völker. Berlin 1897.
+Enlart+, Manuel de archéologie française. Paris 1902.
M. +de Caumont+, Abécédaire ou rudiment de l’archéologie. Paris 1857.
+Derselbe+, Bulletin monumental. Paris 1835 ff.
+A. v. Essenwein+, Der Wohnbau. Stuttgart 1892.
+Derselbe+, Die Kriegsbaukunst. Stuttgart 1883.
+Piper+, Burgenkunde. München 1895.
+Lehfeldt+, Die Holzbaukunst. Berlin 1880.
+Dietrichson+ und +Munthe+, Die Holzbaukunst Norwegens in Vergangenheit und Gegenwart. Berlin 1893.
+L. Dietrichson+, Vor Fädres Verk. Norges Kunst i Middelalderen. Kristiania 1906.
+J. B. Löfler+, Udsigt over Danmarks kirkebygninger fra den tidligere middelalder. Kopenhagen 1883.
+Derselbe+, Danske Gravstene fra middelalderen. Kopenhagen 1889.
+Mohrmann+ und +Eichwede+, Germanische Frühkunst. Leipzig 1906.
+G. Baldw. Brown+, The arts in early England. London 1903.
+Junghändel+ & +Gurlitt+, Die Baukunst Spaniens. Dresden 1890-98.
+J. Caveda+, Geschichte der Baukunst in Spanien, übers. v. P. Heyse. Stuttgart 1858.
Monumentos arquitectonicos de España. Madrid 1850 ff.
Monumentos arquitectonicos de España. Madrid 1905 ff.
+J. Redondo+, Iglesias primitivas de Asturias. Oviedo 1904.
+J. M. Quadrado+, Asturias y Leon. Barcelona 1885.
+J. J. d’Ascensão Valdez+, monumentos archeologicos de Chellas. Lissabon 1898.
+Th. Kutschmann+, Romanische Baukunst und Ornamentik. Berlin 1898.
+J. Durm+, Theoderichs Grabmal zu Ravenna. (In Ztschr. f. bild. Kunst 1907.)
+A. Haupt+, Die äußere Gestalt des Grabmals Theoderichs zu Ravenna und die germanische Kunst. (In Ztschr. für Gesch. d. Archit. I. 1. 2.)
+B. Schulz+, Die Ergänzung des Theoderichdenkmals und die Herkunft seiner Formen. (Ztschr. für Gesch. d. Architektur, I. 8.)
+E. Knitterscheid+, Die Abteikirche St. Peter zu Metz. (Im Jahrbuch der Gesellschaft f. lotringische Gesch. d. Altertumskunde IX., X. 1897-98.)
+C. de la Croix+, Etude sommaire du Baptistère St. Jean de Poitiers. 2. éd. Poitiers 1904.
+G. Rethoré+, Les cryptes de Jouarre. Paris 1889.
+J. N. v. Wilmowsky+, Der Dom zu Trier in seinen drei Hauptperioden. Trier 1874.
+J. H. Kessel+ u. +C. Rhoen+, Beschreibung und Geschichte der karolingischen Pfalz zu Aachen. (Ztschr. des Aachener Geschichtsvereins III. 1881.)
+C. Rhoen+, Die karolingische Pfalz zu Aachen. Aachen 1889.
+Rhoen+, Die Kapelle der karolingischen Pfalz zu Aachen. (Ztschr. d. Aachener Geschichtsvereins VIII. 1887.)
+J. Strzygowski+, Der Dom zu Aachen. Leipzig 1904.
+J. Buchkremer+, Das Atrium der karolingischen Pfalzkapelle zu Aachen. (Ztschr. d. Aachener Geschichtsvereins 1898.)
+Derselbe+, Das Grab Karls des Großen. (Ztschr. des Aachener Geschichtsvereins 1907.)
+R. Adamy+, Die Einhardbasilika zu Steinbach im Odenwald. Hannover 1885.
+Derselbe+, Die fränkische Torhalle und Klosterkirche zu Lorsch. Darmstadt 1891.
+P. Clemen+, Der Kaiserpalast zu Ingelheim. (Westdeutsche Zeitschrift IX. 1890.)
+Prévost+, La basilique de Théodulphe de Germigny-des-Prés. Orleans 1889.
+Vergnaud-Romagnesi+, Mémoire sur Germigny-des-Prés. Orleans 1841.
+v. Dehn-Rotfelser+, Die St. Michaelskirche zu Fulda. (In Mittelalterl. Baudenkmäler in Kurhessen. IV. 1866.)
+W. Effmann+, Die karolingisch-ottonischen Bauten zu Werden. Straßburg 1899.
+G. Humann+, Der Westbau des Münsters zu Essen. Essen 1890.
+F. X. Kraus+, Die Wandgemälde der St. Sylvesterkapelle zu Goldbach. München 1902.
+Künstle+ & +Beyerle+, Die Pfarrkirche St. Peter u. Paul in der Reichenau. Freiburg 1901.
+Künstle+, Die Kunst des Klosters Reichenau. Freiburg 1906.
+Charlier+, Histoire du Duché de Valois (darin: Die Pfalz von Verberie). Paris 1764.
+André Steyaert+, Nouvelle histoire de Lyon et des provinces du Lyonnais-Forez-Beaujolais etc. Lyon 1895.
+Gailhabaud+, Denkmäler der Baukunst, herausg. v. L. Lohde.
+Raguenet+, Petits édifices pour l’étude des styles. Paris 1892 ff.
Dazu die verschiedenen Inventare der Kunst- und Baudenkmäler in Deutschland.
[Illustration]
[51] Es ist davon Abstand genommen, in Anmerkungen unter dem Text auf die jedesmalige Quelle zu verweisen, um die Lesbarkeit zugunsten eines wissenschaftlicheren Anstriches nicht zu beeinträchtigen. -- Die ungemein bedeutende Zahl von Sonderschriften, besonders auf dem Gebiete der Prähistorie, verbot eine allzu große Ausführlichkeit in der Aufführung dieser Titel.
Erklärung einiger wichtiger fachlicher Ausdrücke.
+Ambo+: Kanzel.
+Angon+: fränkische Lanze mit langer dünner Spitze und kurzem Schaft.
+Apsis+: eckige oder halbrunde Altarnische.
+Archivolte+: Bogeneinfassung.
+Architrav+: profilierter horizontaler Steinbalken.
+Baluster+: kleine Geländer- oder Brüstungssäule.
+Baptisterium+: Taufkapelle oder Tauftempel.
+Basilika+: Kirche mit erhöhtem Mittelschiff und niedrigeren Seitenschiffen.
+Blende+: vertieftes Wandfeld.
+Bogenfries+: fortlaufende Bogenreihe auf Konsolen.
+Brünne+: Ring- oder Kettenpanzer.
+Cipollin+: weißlicher Marmor mit grauen Streifen.
+Damaszierung+: schlangenförmige Musterung der Schwertklingen, durch Schmieden erzeugt.
+Diakonikon+: Raum in einer Kirche für Geräte, Bücher und Gewänder, auch zu Versammlungen.
+Diatretongefäß+: antikes Glasgefäß mit andersfarbiger, reich durchbrochener äußerer Glashülle.
+Email+: Schmelz, auf Metall geschmolzenes farbiges Glas.
+Grubenemail+: in Vertiefungen eingeschmolzener Glasfluß. +Transluzides Email+: durchscheinender oder durchsichtiger Schmelz.
+Ermida+: Eremitage, einsam liegende Kapelle.
+Eucharistie+: Hostie in der Monstranz.
+Fibula+: Spange mit Nadel nach Art unserer Sicherheitsnadeln.
+Filigran+: Verzierung aus zusammengelöteten gekerbten Gold- oder Silberdrähten, durchbrochen oder auf Edelmetall gelötet.
+Franziska+: fränkische Streitaxt.
+Hängebrakteat+: nordische große dünne Goldmünze mit Rand und Öse zum Anhängen.
+Hirdstofa+: nordische Königshalle aus Holz.
+Immersionsbecken+: Taufbecken zum Untertauchen.
+Kämpfer+: Gesims oder vorspringender Stein zum Tragen eines Bogens.
+Kanellierung+: Verzierung einer Fläche mit längslaufenden Hohlkehlen.
+Kassetten+: eckige vertiefte Felder.
+Kerbschnitt+ (+Kristallschnitt+): mit dem Messer in Holz eingekerbte Verzierung von kristallinischen Formen.
+Kopfband+: schräge Strebe am Kopfe einer hölzernen Säule.
+Kyma+ (+Kymation+): mit Blattreihe geziertes griechisches Wellenprofil.
+Martyrion+: Kirche von zentralem Grundrisse oberhalb eines Märtyrergrabes.
+Narthex+: geräumiger Vorraum einer Kirche.
+Niello+: Verzierungen aus schwarzem Schwefelsilber, in weißes Silber eingeschmolzen (Tula).
+Opus reticulatum+: netzförmiges Mauerwerk aus quadratischen übereckstehenden kleinen Steinen.
+Opus spicatum+: Schichtenmauerwerk aus schrägstehenden Steinen, fischgrätenartig angeordnet.
+Oratorium+: Betkapelle.
+Pendentifs+: dreieckige Gewölbeflächen zur Überleitung eines unteren eckigen Raumes in die Rundung einer Kuppel.
+Petit appareil+: fränkisches sehr regelmäßiges Mauerwerk in horizontalen Schichten aus kleinen ziemlich quadratischen Steinen.
+Prothesis+: Nebenraum einer Kirche für Darbringung und Zubereitung der Abendmahlsgaben.
+Reliquiar+: zur Aufnahme einer Reliquie bestimmter Behälter.
+Risalit+: Vorsprung.
+Sax+: Messer.
+Sattelholz+: kurzer Holzbalken quer über einer hölzernen Säule.
+Skramasax+: einschneidiges Kurzschwert.
+Spatha+: Langschwert.
+Stampfmauerwerk+: aus Mörtel mit Steinbrocken (Beton) gestampftes Mauerwerk.
+Sturz+: steinerner Überlagsbalken eines Fensters oder einer Türe.
+Svastika+: vierarmiges Hakenkreuz.
+Tauschierung+: Verzierungen aus Silber- oder Goldstreifen auf schwarzen Eisengrund aufgehämmert.
+Triskele+: Dreibein, dreiarmiges Hakenkreuz.
+Tympanon+: halbrundes tiefer liegendes Feld über einer Tür, von einem Bogen umfaßt.
+Vierung+: Kreuzung des Mittel- und Querschiffes einer Kirche.
+Walm+: Abstutzung eines Dachgiebels.
+Zellenglas+: farbige, meist rote Glasstücke oder Edelsteine, in goldene Zellen eingelegt, die durch in Mustern aufgelötete Stege gebildet sind.
+Ziborium+: Altarüberbau auf Säulen.
Namenregister.
A. = Asturier. Ang. = Angelsachse. B. = Burgunde. D. = Deutscher. F. = Franke. H. = Hunne. L. = Langobarde. N. = Norweger. O. = Ostgote. V. = Vandale. W. = Westgote.
Adon, Abt F. 231.
Aelfred, Kön. Ang. 42. 259. 260. 268.
Aethelred, Kön. Ang. 260.
Agilulf, Kön. L. 12. 154. 160.
Agnellus, Erzbisch. 129. 130.
Agnellus, Presbyter 130. 132. 135. 151.
Aistulf, Kön. L. 148. 161.
Alamannen 10. 67.
Alarich I., Kön. W. 11. 184.
Alarich II., Kön. W. 11.
Alboin, Kön. L. 12. 41. 167.
Alfonso I., Kön. A. 198. 213.
Alfonso II., Kön. A. 199 ff. 219.
Alfonso III., Kön. A. 209.
Altfrid, Bischof D. 251.
Amalaswintha, Königin O. 138.
Angelsachsen 4. 10. 15. 82. 86. 87. 96. 100. 101. 259 ff.
Angilbert, Bisch. 49.
Apollinaris Sidonius 185.
Araber 94. 95. 109.
Arianer 120. 127. 128 f. 198.
Arier 18.
Athanagild, Kön. W. 11. 191.
Athanarich, Kön. W. 46. 184.
Athaulf, Kön. W. 138. 184. 185.
Attila, Kön. H. 68.
Authari, Kön. L. 154. 160.
Bajuwaren 10. 67.
Barbarossa, Kais. D. 82. 246.
Belisar 154.
Benedikt, Bisch. Ang. 268.
Beowulf 69.
Burgunden 3. 10. 14. 51. 67. 222. 230.
Caesar 9.
Calixtus, Patr. L. 166.
Cancor, Graf F. 228.
Cassiodorius 6.
Chatten 10.
Cherusker 10.
Childerich I., Kön. F. 32. 39. 222. 223.
Chindasvinth, Kön. W. 11. 184.
Chlodowech, Kön. F. 11. 184. 222.
Chrodegang, Abt F. 227. 228.
Cimbern 10.
Commacini magistri 161.
Desiderius, Kön. L. 161.
Deutsche 15. 274.
Dürer, Albr. 8.
Ebregesil, Bisch. F. 232.
Einhard D. 46. 67. 245.
Ello, Goldschmied 48.
Erfo L. 175.
Ermanarich, Kön. W. 11.
Eurich, Kön. W. 11. 184. 185.
Eusebius, Bischof W. 186.
Fidel, Erzbischof W. 188.
Flainus, Abt W. 216.
Fortunatus s. Venantius.
Franken 4. 10. 11. 13. 14. 32. 35. 37. 42. 62. 63. 99. 101. 104. 105. 112. 157. 222 ff.
Fridigern W. 185.
Friesen 10.
Fruela I., Kön. A. 213.
Fruela II., Kön. A. 50. 198.
Galla Placidia, Kaiserin 156. 184.
Gandiosa, Königin W. 198.
Gelimer, Kön. V. 119.
Gero, Markgraf D. 250.
Gino, Archit. W. 202.
Gisulf, Herzog L. 41. 50. 116. 167.
Godescalc F. 260.
Goten 3. 10. 11. 13.
Gregor d. Heilige 69.
Gregor von Tours, F. 6. 68.
Grimoald, Kön. L. 161.
Gundbald, Goldschmied 48.
Guorthigirn, Kön. 259.
Hadrian, Papst 148.
Harald Hilveland, Kön. N. 39.
Heinrich I., Kaiser D. 247.
Hengist, Ang. 259.
Hermunduren 10.
Herrad von Landsberg 86. 118.
Hervé, Bisch. F. 224.
Hilderich, Kön. V. 221.
Hilderich Dragileopa, Herz. L. 165.
Hildiprant, Kön. L. 12. 159. 170.
Hormesinde W. 198.
Hors, Ang. 259.
Ildefons von Toledo W. 185.
Isidor von Sevilla W. 185.
Jordanis 6. 68.
Julianus von Toledo W. 185.
Karl der Große 4. 12. 15. 45. 48. 55. 105. 116. 126. 148. 160. 243. 244.
Karolinger 15. 82. 229. 243 ff.
Langobarden 4. 12. 13. 41. 42. 51. 62. 77. 84. 87. 92. 99. 101. 103. 112. 125. 126. 154 ff. 181.
Leovigild, Kön. W. 11. 119. 184. 186.
Liutprant, Kön. L. 12. 49. 159. 161. 165. 166. 170.
Ludwig der Fromme, Kaiser D. 50. 55. 67. 116. 124. 233.
Magnus d. Große, Kön. N. 69.
Marius 10.
Markomannen 10.
Martell, Karl F. 223.
Mathilde, Kaiserin D. 247. 250.
Maximian, Erzbisch. 135.
Merowinger 223. 229.
Mösogoten 68.
Narses 154.
Nicetius, Bischof 229.
Nigellus, Ermold 124.
Normannen 14. 20.
Norweger 16.
Odovaker, Kön. 11. 41. 139.
Olaf d. Heilige, Kön. N. 69.
Olaf Trygvasen, Kön. N. 69.
Ostfalen 10.
Ostgoten 3. 11. 12. 83. 126 ff.
Otto I., Kaiser D. 246.
Paterna, Königin A. 212.
Paulus Diaconus L. 6. 160. 189.
Paulus d. Rebell W. 185
Pelayo W. 198. 213.
Peltrudis (Pertrudis), Herzogin L. 175 ff.
Pemmo, Herz. L. 113. 167.
Pirmin St. 255.
Priscus 68.
Prokop 6. 221.
Ramiro I., Kön. A. 101. 202. 203. 208. 209. 212.
Ratchis, Kön. L. 113. 161. 167.
Raymo, Graf 173.
Recared I., Kön. W. 119. 184. 185. 186.
Reccesvinth, Kön. W. 11. 47. 119. 191. 193. 216.
Rhabanus Maurus 110. 236. 256.
Ring, Kön. N. 39.
Roderich, Kön. W. 70. 161.
Rodpertu, Meister 161.
Rothari, Kön. L. 70. 161.
Salische Franken 4. 14.
Sebastian, Bisch. W. 204.
Sigibert, Kön. F. 234.
Sigismund, Kön. B. 48.
Sigwald, Patr. L. 166. 176.
Siniofreda W. 116.
Sisebut, Kön. W. 11. 184. 186.
Skandinavier 16. 43. 65. 273.
Socrates Scholasticus 67.
Sonnica W. 216.
Sueben 10. 184. 191.
Svinthila, Kön. W. 47. 184. 216.
Tacitus 9.
Tassilo, Herzog D. 48.
Teja, Kön. O. 12. 154.
Telchilde, Äbtissin F. 231.
Teutonen 10.
Theoderich d. Gr., Kön. O. 11. 12. 30. 41. 51. 119. 126 ff. 246.
Theoderich II., Kön. W. 41. 119. 185.
Theodorus von Tarsus 260.
Theodulf, Bischof W. 237. 242. 243.
Theudelinde, Königin L. 12. 34. 45. 48. 49. 55. 161. 173. 216.