Chapter 8 of 8 · 2978 words · ~15 min read

Part 8

Wir sind bisher gewöhnt gewesen, die Sage in die dichterischen Erzeugnisse des Volkes einzureihen neben Mythus, Märchen, Volkslied usw., und das behält auch seine Richtigkeit, da sie doch hervorgegangen sind aus der Phantasie des Volkes. Kurt Heckscher ordnet sie in seinem kürzlich erschienenen umfangreichen Werke »Die Volkskunde des germanischen Kulturkreises« in dem Kapitel »Der Volksglaube« ein. Er schreibt dort: »Treten die sich in den Geistern darstellenden Elemente des Glaubens miteinander in Aktion, so entsteht als der Bericht dieser Begebenheiten der Mythus. Wird diese Begebenheitserzählung an irdische Dinge, sei es der Person, sei es der Örtlichkeit gebunden, immer zunächst unter Beibehaltung übernatürlicher Aktionsmittel und unter Aufhebung von Naturgesetzen, so entsteht die _Sage_. Endlich, in den letzten Formen ihrer Entwickelung, entkleidet sie sich aller außerweltlichen Beziehungsträger und Beziehungsmittel und bewegt sich ganz im Bereich der natürlichen Erscheinungen, wobei sie Anspruch auf die Bezeichnung Sage nur dadurch noch erheben kann, daß die Grundlagen ihrer Berichte Fiktionen oder doch fiktive Umgestaltungen wirklich geschehener Ereignisse sind. Diese letzte Sagenklasse, in die besonders die Sagen mit geschichtlichem Hintergrund gehören, ein so schönes Zeugnis sie für die Formkraft der Volksseele auch bildet, tritt in ihrer Bedeutung als Quelle für den volkstümlichen Glauben völlig zurück hinter die mythischen und die Natursagen, die man mit Recht »dramatisierten Volksglauben« genannt hat.« Das sind Gedanken, die auch für das Verständnis und die Beurteilung des Sieberschen Werkes von besonderer Wichtigkeit sind. Drei Sagengruppen schälen sich aus diesen Sätzen heraus: Mythische Sagen, Natursagen, geschichtliche Sagen. Auch bei Sieber finden wir diese Dreiteilung: Die Geschichte und ihre Gestalten (geschichtliche Sagen), Die Landschaft und ihr Wesen (Natursagen), Leib und Seele. Der Teufel (mythische Sagen). Die geschichtlichen Sagen leben noch am wenigsten in unserem Volke, sie sind am meisten zu Buchsagen geworden; sie sind aber doch auch wert, erhalten zu bleiben, weil in ihnen sich nicht nur – denn Sage ist eine Art Geschichte – die geschichtliche Entwickelung unseres Landes und Volkes nach allen seinen Lebensäußerungen widerspiegelt, sondern auch deshalb, weil wir interessante geschichtliche Persönlichkeiten und Vorgänge vom Volke selbst gestaltet und beurteilt sehen. So entrollt denn auch Sieber in diesem Kapitel, indem er die Sagen in erzählender Form aneinander reiht, ein reizvolles Bild der Geschichte Obersachsens von der Zeit der Wiederbesiedelung des Ostens (Wendenkrieg – Das Kreuz wird aufgerichtet – Wieprecht von Groitzsch – Die ersten Wettiner), über die glanzvolle Blütezeit des Bergbaus und die unheilvollen Zeiten der Religionskriege (Die Hussiten – Sektierertum und Reformation – Der Dreißigjährige Krieg) und der Pest bis zu den letzten Kriegen, denen sich Sagen aus Dörfern und Städten und von mancherlei Herren anschließen. Er muß dabei feststellen, daß gerade die obersächsische geschichtliche Sage keine besondere Blütezeit erlebt hat und daß z. B. die Reckengestalt Wieprechts von Groitzsch einsam über alle historischen Persönlichkeiten hervorragt und keine besondere dichterische Gestaltung erlebt hat. – Die Bergbausagen, die naturgemäß besonders zahlreich vorhanden sind, und die Sieber ganz richtig historisch eingeordnet hat, bilden inhaltlich die Überleitung zu den Natursagen. Auch diese Sagen sind in der heutigen Volksüberlieferung selten geworden. Die Umwandlung des Landes aus einer Natur- in eine Kulturlandschaft; die vielen Rodungen, die Regulierungen der Gewässer, die Grundstückszusammenlegungen, die Beseitigung alter heimlicher Wege und anderes mehr sind schuld daran. Die Riesen und Zwerge, die Berggeister, den wilden Jäger, die Buschweibel und Wassermänner, die Lichter, die Lindwürmer und Basilisken, die geheimnisvollen Schätze, von denen der Verfasser so lebensvoll zu erzählen weiß, kennen nur wenige noch im Volke; die Großeltern und Urgroßeltern haben nur noch davon erzählt. Aber die mythischen Sagen leben noch heute im Volke, mehr als man meint, wenn auch lebensvoller Glaube leider allzuoft sich in sinnlosen unverstandenen Aberglauben verwandelt hat. Volkskundliche Forscher wie Professor Pfau in Rochlitz und der leider zu früh verstorbene Julius Bernhardt in Leipzig haben mir viel davon erzählt und auch Sieber stellt das fest von den Sagen, die er im dritten Hauptkapitel in den Einzelabschnitten »Leib und Seele wandern – Der Teufel – Schwarzkünstler und Hexenvolk – Kobold und Drache – Der Tod und die Toten – Allerlei Spuk – Weiße Frauen – Entrückt« zur Darstellung bringt. Welch ein farbiges Bild von dem Seelenleben unseres Volkes, von seinem Glauben, Lieben, Fürchten und Hoffen entrollt sich vor uns; schade, daß der Raum es nicht erlaubt, Ausschnitte davon zu bringen. So ist aus dem Ganzen ein Buch entstanden, das es fertig bringen kann, Entwurzelte wieder im Volksleben wurzeln zu lassen, sie wieder enger mit der Heimat zu verbinden, ein Buch, das in jedes Haus gehört. Eine Reihe von Bildertafeln und in den Text eingefügter Bilder von mythischen und historischen Gestalten, von Städten und Burgen in alter Zeit macht das Verständnis für die Entstehung der Sagen noch leichter und erhöht noch den Wert des Buches.

Dr. Paul Zinck.

Vom Sächsischen Lachen

»Es ist doch wohl hierzulande keine Sünde, aus Sachsen zu sein?« frägt die Kammerzofe Franziska in Lessings »Minna von Barnhelm« den Berliner Wirt. Tatsächlich ist der Sachse von den Vertretern anderer deutscher Stämme zu Zeiten über die Achsel angesehen worden. Zum mindesten gilt dies für die letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. Und daran ist niemand anders als der Bardigulieh Fritze Bliemchen aus Dräsen schuld, eine komische, von Oswald Schumann geschaffene Figur, der man außerhalb (und zum Teil wohl auch innerhalb) Sachsens eine typische Bedeutung beilegte. Der große buchhändlerische Erfolg, den die Bliemchenschriften erzielten, mag zum Teil daraus zu erklären sein, daß damals der Ungeschmack in seiner Sünden Maienblüte stand. Es kam aber noch eines hinzu: Das mundartliche Schrifttum, das grade im 19. Jahrhundert in Deutschland eine so bedeutende Rolle gespielt hat, war in den obersächsischen Landen seit langer Zeit so gut wie nicht mehr gepflegt worden. Man blickte erstaunt auf, als jemand es unternahm, in den Lauten zu schreiben, die angeblich vom sächsischen Volke gesprochen wurden. Wir wissen jetzt, daß es mit der mundartlichen Treue nicht weit her war, daß jedenfalls Fritze Bliemchen gar nicht Dresdnerisch sprach, sondern eher ein dem Schriftdeutsch angenähertes Leipziger Deutsch. Aber das ist nicht das Schlimmste. Viel schlimmer ist, daß Bliemchens Witz im Grunde recht flach und schal ist. Und das Schlimmste: Bliemchen, dieser schwatzhafte Jammerlappen, kann nur als Zerrbild des Sachsen gewertet werden. Der Sachse hat seine Fehler. Aber ein solcher Ekel wie Fritze Bliemchen ist er im allgemeinen nicht.

Der Wunsch, dieser Strohpuppe die Larve vom Gesichte zu reißen, mag mitbestimmend für _Kurt Arnold Findeisen_ gewesen sein, um zusammen mit dem Zeichner _Kurt Rübner_ sein »_Sächsisches Lachen, ein Buch voller Kurzweil und Schnurren_« im Verlage von Max Koch in Leipzig[6] herauszugeben. Jedenfalls bringt Findeisen in diesem Buche an besonders eindrucksvoller Stelle »Die Vernichtung Fritze Bliemchens, eine Groteske als Beschluß«. Bliemchen erscheint bei Nacht vor Findeisens Bett und läßt in angeblich Sächsischer Gemütlichkeit einen nicht endenwollenden Strom abgeschmackter Rederei auf ihn los. »Zum Donnerwetter, nun lassen Sie mich aber schlafen, Sie unerträglicher Schwätzer. Und sagen Sie’s ja niemandem, daß Sie aus Sachsen sind; man müßte sich geradezu schämen um Ihretwillen. Leute Ihres Schlages machen uns in der Welt ja nur lächerlich. Schleppen Sie nicht überall eine große Reisetasche herum, auf der mit Perlen gestickt steht: Glückliche Reise?« – »Nu freilich, mei gudstes Herrchen, off meiner steht’s aber französ’sch: ~Bong voiasche~, damit daß mer gleich sieht: Der Mann hat Bildung.« – Schließlich wird es Findeisen zu arg. Er stößt mit beiden Fäusten gegen die Fratze, und das Spukgebilde zerstiebt.

Aber Findeisen und Rübner haben natürlich nicht bloß niederreißen, sie haben auch aufbauen, sie haben zeigen wollen, wie der Sachse tatsächlich aussieht, wenn man ihn von der humoristischen Seite nimmt, und – das ist natürlich noch wichtiger – wenn er sich selbst humorvoll gibt. Findeisen entwickelt das Wesen des Sächsischen Lachens aus den allgemeinen Charaktereigenschaften des Sachsen, indem er folgendes ausführt: »Elastizität, Anpassungsfähigkeit, Beweglichkeit, die besitzt der Sachse in hohem Maße, und alle seine guten und schlechten Wesensmerkmale hängen hiermit irgendwie zusammen, seine Gabe raschester Aufnahme, seine Höflichkeit, seine Verbindlichkeit, seine Reiselust, aber auch sein Hang zu Besserwissen und Krittelei, seine fatale Neigung zu Klatsch, Geschwätzigkeit, billigem Spott und Schadenfreude. Schwer ins Gewicht fällt hierbei die nicht zu leugnende Tatsache, daß sein Verstand meist größer ist als sein Herz, und daß eine ausgesprochen spekulative Vorherrschaft des Intellekts eine entscheidende Beteiligung elementaren Gefühls bei allem, was er wirkt und treibt, nur in Ausnahmefällen zuläßt. – Und hiermit sind in Kürze die Naturgesetze des Sächsischen Lachens aufgestellt. Es leuchtet ein, daß es unter der Knebelung von allerlei Bedingtheiten und Hemmungen seufzt. Es ist manchmal ein nicht ganz reiner Ton darin. Es ist ein Lachen voller Nebengeräusche, ein Lachen, das nicht unmittelbar aus dem Herzen kommt und infolgedessen nicht ohne weiteres erwärmt und beglückt und befreit. Immerhin, es ist wenn auch kompliziert, ein rechtschaffenes Lachen. Der Sachse lacht, er kann lachen und er wird lachen, und seine übrigen Eigenschaften bürgen dafür, daß er je und je in seinem Lachen nicht zu kurz kommen wird. Versteht er doch infolge seiner eigenartigen Mentalität etwas, was manche seiner deutschen Stammesbrüder (von anderen Völkern nicht zu reden) ganz und gar nicht können, versteht er doch die Kunst, über sich selber zu lachen.« –

An Stoff für sein »Sächsisches Lachen« kann es dem Herausgeber nicht gefehlt haben. Es galt zu sichten und zu gliedern. Beide Aufgaben hat Findeisen gut, zum Teil vortrefflich gelöst.

Der erste Teil des Buches enthält Proben aus Sachsens humoristischen Dichtungen. Hier steht der literaturgeschichtliche Gesichtspunkt im Vordergrund. Neben einigen Älteren sind der leider viel zu wenig gekannte Rabener, Gellert, Lichtwer, Lessing und der von Kügelgen so lebensvoll geschilderte Roller aus Lausa vertreten. Unter den Neueren findet sich auch Richard Wagner mit einigen Gelegenheitsversen. Einen Dienst hat man ihm durch die Aufnahme nicht erwiesen; der Humor ist offenbar nicht seine stärkste Seite! Den Beschluß machen Nagler, Findeisen, Reimann und Ringelnatz.

Im zweiten Teile handelt es sich darum, die Unterschiede in der Mundart zum Ausdruck zu bringen. Vogtland, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Oberlausitz und Leipzig sind mit kurzen, nicht übel ausgewählten Stücken vertreten.

Nun kommt »Kulturgeschichtliches«. In diesem und im folgenden Teile »Volkskundliches und Volkstümliches« scheint mir der Hauptwert des Buches zu liegen. Wir hören da vom großen Musikfest zu Dresden im Jahre 1615, vom Raubschützen Stülpner sowie vom Gastwirt Wutschke, dem Napoleonverehrer. Wir lernen die Alt-Dresdner und die Alt-Leipziger Originale kennen, ferner die Schandauer Muhme, Timmels Wilhelm, den Orgelbauer Barth und den Buchbinder Brück aus Meißen. Auch General Kirchner und König Friedrich August werden erwähnt.

Und nun erst der volkskundliche Teil! Hier jagen sich die Glanzstücke nur so. Gleich unter den ersten Sachen das in seiner Art klassische Lied vom alten Barchewitz, dem berühmten Kanonier, dessen Werk es gewesen sein soll, daß dem Marschall Moreau in der Schlacht bei Dresden die Beine weggeschossen wurden. Der Dresdner spricht bekanntlich noch jetzt von »Morros Beenen«, wenn er das Moreau-Denkmal auf der Räcknitzer Höhe meint. Natürlich darf auch die Witwe Magnus nicht fehlen, in deren Schauspielbude das Vogelwiesenpublikum an den Vorgängen auf der Bühne durch Werfen und Schlagen tätigen Anteil nahm, zumal wenn der »geschundene Raubritter« über die Bretter ging. Fritz Gerstäcker hatte dies Stück eigens für diese Bühne geschrieben. Überhaupt die Vogelwiese! Und der große Schausteller, »Treten Sie ein, meine Herrschaften!«, und der Bänkelsänger! Und die Schützenbrüder! Und die Leipziger Meßmusikanten! Und der Tauch’sche Markt in Leipzig, der schon gar kein Markt mehr ist, sondern nur noch eine Gelegenheit für die Leipziger Kinder in wilden Verkleidungen durch die Stadt zu streifen! Und das Eierschieben vom Protzschenberge bei Bautzen! Natürlich darf auch das Landesmuseum für sächsische Volkskunst mit Hofrat Seyffert als Erklärer nicht fehlen! Vor allem aber hat mich gefreut, daß das bei unseren Eltern und Großeltern so beliebte Lied: »Und wenn Kalkelatersch in de Boomblut nausmarschiern« der Gefahr des Vergessenwerdens entrissen worden ist. Nur etwas fehlt mir in diesem Kapitel, das ist der Puppenspieler Ganzauge. Ganzauge ist mit seiner Kasperbude in gewisser Hinsicht an die Stelle der Witwe Magnus getreten. Die Bedeutung seiner Stücke geht jedoch über die des »geschundenen Raubritters« insofern weit hinaus, als es sich hier nicht um den glücklichen Einfall eines kecken jungen Schriftstellers handelt, sondern um altes, von einem Puppenspieler zum anderen weitergegebenes Erbe der Väter. Ganzauge benutzt bekanntlich keinerlei Textbuch, sondern spielt aus dem Gedächtnis, soweit er nicht den Einfällen des Augenblicks Raum gibt. So hielten es die Puppenspieler schon vor Jahrhunderten. Nun fehlt zwar das Puppenspiel auch bei Findeisen nicht gänzlich. Aber es ist nicht altes sächsisches Volksgut, was uns hier geboten wird. Vielleicht kann bei weiteren Auflagen Ganzauge mit eingefügt werden. Und da ich einmal bei solchen Wünschen bin: Vielleicht kann dann auch die jetzt etwas stiefmütterlich behandelte Oberlausitz einen breiteren Raum erhalten. Dabei bin ich überzeugt, daß dies leichter gesagt als getan ist. Der Oberlausitzer ist schwerblütiger als der Sachse aus den Meißner Landen. Sein Humor ist weniger zugespitzt. Vielfach erwächst er erst auf der Grundlage einer ausführlichen Schilderung der Verhältnisse und geht dadurch stark in die Breite. Immerhin durch Nachfrage bei waschechten alten Oberlausitzern und durch eifriges Suchen, z. B. in Volkskalendern, müßte sich doch wohl noch weiterer zur Aufnahme geeigneter Stoff ergeben.

Der letzte Teil des Buches führt den vielversprechenden Namen: »Anzügliches«. Hier handelt es sich um ungewollte und unbewußte Komik, wobei natürlich »Der Sachse auf Reisen« eine besonders wichtige Rolle spielt.

Wenn das »Sächsische Lachen« Erfolg hat (und ich glaube diese Erwartung aussprechen zu dürfen), so wird die Bebilderung durch den Dresdner Zeichner Kurt Rübner einen wesentlichen Anteil daran haben. Was Rübner da in wenigen starken Strichen hinsetzt, gemahnt in den besten Sachen geradezu an Wilhelm Busch, wennschon die persönliche Note Rübners nie zu verkennen ist. Sehr zu bedauern ist es, daß die naturgemäß stark in die Augen springende Umschlagzeichnung durch die Vergrößerung zugleich vergröbert worden ist. Wie sie der Künstler ursprünglich gedacht hatte, zeigt die letzte Seite des Buches. Die alte Geschichte: Das Format macht’s.

Benno von Polenz.

Fußnoten:

[5] Mit 65 alten Holzschnitten und 350 Seiten, broschiert M. 8.—, gebunden M. 10.—. Verlag: Eugen Diederichs, Jena. Zu vergleichen diesem Hefte beiliegende Werbeschrift des Verlags.

[6] Preis: broschiert M. 4.—, gebunden M. 6.—.

Heimat!

Dieses wundersame Wort gehört uns Deutschen ganz allein, ist eine Perle in dem reichen Wortschatz unserer Sprache, die so herrlich zu malen weiß, die mit allen Wurzeln aus deutscher Erde heraufgesprossen ist, aus der es uns heraufklingt wie Abendsäuseln und dann wieder wie einherbrausendes Sturmeswetter. Kein Volk der Erde besitzt ein gleiches Wort, es ahnt aber auch nicht, was aus ihm für das deutsche Gemüt hindurchzittert. Alle versonnene Innigkeit, die ganze Verträumtheit unseres eigenstens Wesens, das Bodenständige, die heiße Liebe zu der Scholle, die uns geboren, dies alles flutet zusammen in diesem kleinen Worte: Heimat! Jauchzen und Wehmut, Mutterliebe und verhallendes Abendgeläute, so umweht es uns, wenn dieses Wort an unser Ohr schlägt.

† _August Trinius_, der Thüringer Wandersmann.

Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt – Druck: Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden Photographische Platten »Perutz« – Photographische Aufnahmen: Max Nowak – Auflage 50000

Diesem Hefte liegt ein Werbeschreiben des Verlags Eugen Diederichs, Jena, bei

Heimatschutz-Vorträge

Walddorf – Eibau

Kretscham Walddorf, abends 8 Uhr:

Donnerstag, den 2. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Donnerstag, den 9. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen, Dresden.

Dienstag, den 14. September: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Montag, den 20. September: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz, Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Dienstag, den 5. Oktober: Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens Kornkammer – Die Lommatzscher Pflege«. Professor Dr. Große, Dresden.

Neugersdorf

Stadt Zittau, abends 8 Uhr:

Freitag, den 3. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen, Dresden.

Donnerstag, den 9. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Mittwoch, den 15. September: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Dienstag, den 21. September: Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens Kornkammer – Die Lommatzscher Pflege«. Professor Dr. Große, Dresden.

Mittwoch, den 6. Oktober: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz, Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Großschönau

Gasthof zum Weinhaus, abends 8 Uhr:

Freitag, den 3. September: Filmvortrag: »Mit Kamera und Kino durch die Vogelwelt«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Donnerstag, den 9. September: Lichtbildervortrag: »Moritzburg im Wandel der Zeiten«. Oberlehrer Oskar Merker, Dresden.

Mittwoch, den 15. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen, Dresden.

Dienstag, den 21. September: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz, Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Dienstag, den 5. Oktober: Lichtbildervortrag: »Pilze der Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Zittau

Kronensäle, abends 8 Uhr:

Freitag, den 3. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Freitag, den 10. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen, Dresden.

Freitag, den 17. September: Konzert: Liesel von Schuch – Hans von Schuch. Am Flügel: Dr. Arthur Chitz, Dresden.

Mittwoch, den 22. September: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz, Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Montag, den 4. Oktober: Filmvortrag: »In Schilf und Rohr«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Ebersbach

Hotel Stadt Zittau, abends 8 Uhr:

Mittwoch, den 8. September: Lichtbildervortrag: »Pilze der Heimat«. Studienrat Arno Lange, Dresden.

Mittwoch, den 15. September: Lichtbildervortrag: »Aus Sachsens Kornkammer – Die Lommatzscher Pflege«. Professor Dr. Martin Große, Dresden.

Dienstag, den 21. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen, Dresden.

Dienstag, den 5. Oktober: Lichtbildervortrag: »Die Lausitz, Land und Leute«. Studienrat Dr. Jordan, Bautzen.

Dienstag, den 12. Oktober: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Freiberg

Tivoli, abends 8 Uhr:

Donnerstag, den 9. September: Filmvortrag: »Vom Vogelparadies der Dobrudscha zu den Siebenbürgener Sachsen«. Schulleiter Paul Bernhardt, Dresden.

Donnerstag, den 16. September: Lichtbildervortrag: »Das Bild der Mutter aller Zeiten und Völker«. Kurt Arnold Findeisen, Dresden.

Donnerstag, den 23. September: Filmvortrag: »Im Reiche des Naturforschers«. Dr. M. Rikli, Dresden.

Donnerstag, den 7. Oktober: Lichtbildervortrag: »Muldenland«. Professor Dr. G. Henning, Grimma.

Mittwoch, den 13. Oktober: Konzert: Liesel von Schuch – Hans von Schuch. Am Flügel: Dr. Arthur Chitz, Dresden.

Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-N.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Unterschiedliche Schreibweisen, insbesondere bei den lateinischen Bezeichnungen, wurden unverändert beibehalten.

Die Bildverweise wurden aus den Fußnoten direkt in den Text übernommen.