Chapter 9 of 11 · 223 words · ~1 min read

Zehntes Kapitel.

Da meines Onkels Toby Wunde, welche er in der Belagerung von Namur empfing, ihn zum Dienste untüchtig machte, so ward für gut befunden, daß er nach England zurückkehren sollte, um womöglich seinen Schaden wieder zurechtbringen zu lassen.

Vier volle Jahre hindurch mußte er teils das Bett, teils sein Zimmer hüten. Und während seiner Kur, welche diese ganze Zeit dauerte, litt er unsägliche Schmerzen.

Mein Vater fing zu der Zeit eben seine Handlung in London an und hatte ein Haus gemietet. Da unter den beiden Brüdern die treueste, herzlichste Freundschaft obwaltete, und mein Vater glaubte, mein Onkel Toby könne nirgends so gut gewartet und gepflegt werden, als in seinem eigenen Hause, so wies er ihm die beste Gelegenheit darin an. -- Und was noch ein aufrichtigeres Zeichen seiner Zuneigung war, es durfte kein Freund oder guter Bekannter ins Haus kommen, er nahm ihn denn bei der Hand und führte ihn die Stiegen hinauf, daß er seinen Bruder besuchen und eine Stunde vor seinem Bette verschwatzen mußte.

Die Geschichte der Wunde eines Soldaten läßt ihn ihre Schmerzen vergessen. Wenigstens dachten die so, die meinen Onkel besuchten, und bei ihren täglichen Besuchen lenkten sie, aus einer Höflichkeit, die sich auf diesen Glauben gründete, sehr oft die Unterredung auf diesen Gegenstand. -- Und von diesem Gegenstande lief dann das Gespräch gewöhnlich auf die Belagerung selbst hinaus.

[Illustration]