Drittes Kapitel.
Fastnachtsscherze und Osterspiel.
Fort mit Arbeit und Ernst! heut’ gilt es, sich fröhlich zu tummeln! Kurz sind die Stunden der Lust, ach, und die Fasten so lang!
Der Gottesdienst am Sonntag ~Estomihi~ war beendet, und mit dem Läuten der Nachmittagsglocken schien sich über die löbliche Stadt Nürnberg ein Geist ausgelassner Freude und lärmender Lustigkeit zu ergießen, der selbst die Verständigen ergriff und ruhige Männer und Frauen zu Kindern und Narren machte. Für einige Tage lösten sich die Bande strenger Zucht und Sitte, welche sonst dem Benehmen der Bürger den Stempel gemessener Ehrbarkeit aufdrückten: die Reichsstadt feierte ihren Karneval, „das Schembartlaufen“ genannt, weil man sich dabei durch falsche Bärte, später durch ganze Larven, unkenntlich zu machen suchte. Der Himmel schien dem tollen Treiben hold zu sein, ein starker Wind hatte die Straßen getrocknet, heller Sonnenschein lachte von oben herab, und die Luft war, wenn auch kühl, doch von der belebenden Frische, welche einer Bewegung im Freien günstig ist.
Die Belustigungen der ersten Faschingstage gehörten vorherrschend dem niederen Volke an: da zogen Scharen vermummter Spielleute durch die Straßen, angeführt von komischen Tiergestalten, aufrechtgehenden Löwen, Bären und Affen; wo sie an den Fenstern ein neugieriges Gesicht erblickten, da machten sie halt, stimmten auf den wunderlichsten Instrumenten ihre Musik an und sangen dazu ihre possenhaften Lieder deren derber Witz meist herzlich belacht wurde, wenn er auch verwöhnteren Ohren oft recht roh und anstößig klingen mochte. Rotten von Buben zagen mit Tannenbäumen umher, pflanzten sie vor die Thüren der größeren Bürgerhäuser und fingen unter lustigen Sprüngen und Grimassen die kleinen Münzen auf, welche man ihnen herabwarf. Junge Burschen vom Lande schleppten Pflüge herein, die mit bunten Bändern geschmückt waren; mit List und Gewalt suchten sie die Dirnen einzufangen und mit Strohseilen an das Ackergerät zu spannen, bis jene sich, unter dem Jauchzen des umgebenden Volkes, durch ein paar Heller oder einen Kuß auslösten. So dauerte der Jubel fort bis zur Dunkelheit, um am nächsten Morgen wieder zu beginnen; an jedem folgenden Tage tauchten neue Larven, andre Scherze auf, bis am letzten Nachmittag auch die besseren Stände sich in das heitere Treiben mischten und die Mummereien und Aufzüge immer glänzender und überraschender wurden.
Im Erker des Ebnerhauses waren alle Fenster geöffnet und buntfarbige Decken herausgehängt; stattliche Frauen und lachende Kinder beugten sich darüber hinab. Mehrere Freundinnen des Hauses, die Frauen ansehnlicher Kaufherrn, deren Stellung ihnen eine persönliche Teilnahme an der Lust des Volkes nicht gestattete, hatten sich hier zusammengefunden, um von dieser günstigen Stelle aus dem Treiben auf der Straße zuzusehen. Auf dem großen Tisch in der Mitte des Vorsaals waren allerlei Erfrischungen aufgestellt, gewürzter Wein, eingemachte Früchte und Honigküchlein, die man nirgend so schmackhaft zu backen verstand, wie in Nürnberg. Eine Verwandte der Hausfrau, Jungfer Magdalena Löffelholzin, war eifrig bemüht, dieselben immer wieder den Gästen anzubieten und sie zum Essen und Trinken einzuladen. Magdalene, von den Kindern der ganzen Bekanntschaft nur Muhme Lene genannt, war weder jung, noch besonders hübsch, aber die kleine, rundliche Gestalt, mit dem apfelwangigen Gesicht und den freundlichen Augen darin, war überall gern gesehen, denn wo es galt, zu helfen und zu trösten, wo es Kranke zu pflegen oder wilde Kinder zu beruhigen gab, da war Jungfer Magdalene immer bereit; sie verstand es, sich in jedes Hauswesen zu schicken, jedem Hausherrn seine kleinen Liebhabereien abzulauschen und die Kinder mit schönen Geschichten und kleinen Scherzen so zu beschäftigen, daß sie niemand zur Last fielen.
„Seht nur den stattlichen Türken dort unten,“ sagte eine der anwesenden Frauen, „wie er hier heraufschaut und uns Grüße zuwinkt; doch scheinen seine Blicke offenbar noch jemand zu suchen ...“
„Ich wette, es ist der lustige Herr Stadtschreiber,“ rief eine andre. „und dann weiß ich auch, wen er sucht. Jungfer Lenchen, Ihr müßt Euch einmal am Fenster zeigen, eher wird er sich nicht zufrieden geben.“
„Ich?“ fragte Magdalene errötend, „Ihr beliebt zu scherzen, Frau Hallerin.“
„Ei, thut nur nicht so unwissend,“ lachte die junge Frau, „es weiß es ja jeder, daß er Euch gar zu gern zur Frau Stadtschreiberin machte.“
„Wie mögt Ihr nur so sprechen,“ stotterte Magdalene, „Ihr wißt doch -- -- ich bin ja längst -- -- wollet mich doch mit solchen Reden verschonen, die mir wehthun, da ich mein Wort ....“
„Solltet Ihr wirklich immer noch an jenen jungen Gesellen denken, Magdalene,“ fragte in strengem Ton eine ältere Frau, die Gattin des gebietenden Bürgermeisters Friedrich Volkamer, „an jenen Adam Krafft, welcher seine Vaterstadt vor langen Zeiten verließ, da Ihr noch ein halbes Kind wart? ich kann Euch bei Euren Jahren kaum für so thöricht halten.“
„Wir haben uns damals Treue versprochen, gestrenge Frau,“ erwiderte Magdalene mit niedergeschlagenen Augen, „könnt Ihr es tadeln, wenn ich mein Wort halte?“
„Gewiß nicht, solange man vernünftigerweise auf Adams Rückkehr rechnen konnte, aber wie lange ist es denn her, seit er fortging?“
„Zwanzig Jahre werden es im nächsten Frühjahr,“ sagte Magdalene, und ein schmerzliches Zucken spielte um ihren Mund.
„Zwanzig Jahre!“ rief die lebhafte Frau Hallerin, „lieber Himmel, da war ich noch ein kleines Kind, das kaum gehen und sprechen konnte! Und die ganze Zeit habt Ihr gewartet, Base Lenchen? Heilige Agathe, welche Geduld -- mir wäre sie schon zehnmal gerissen! Und wie lange denkt Ihr getreue Eva noch auf Euren Adam zu harren?“
„Bis er aus der Fremde zurückkehrt.“
„Und wenn er gar nicht kommt? wenn er längst gestorben ist, oder im Auslande Euer vergessen und eine andre Frau genommen hat?“
„Das hat er sicher nicht gethan, -- und sollte er nicht mehr leben, so hoffe ich ihn im Paradiese wiederzufinden.“
„Ihr seid eine Thörin, Magdalene,“ sagte die Volkamerin strenge, „hat Euch das Leben denn gar so weich gebettet, daß Ihr hartnäckig an Eurer gegenwärtigen Lage festhalten müßt? Mich dünkt, Ihr könntet froh sein, wenn Euch einer eine geachtete Stellung und ein wohl eingerichtetes Haus anböte, worin Ihr als Herrin walten könntet, statt daß Ihr jetzt nur jedermanns gehorsame Dienerin seid.“
„Laßt mir die Base in Frieden,“ fiel Frau Ursula ein, indem sie liebevoll den Arm um die Gescholtene legte, „wir alle haben sie herzlich lieb, und unsre Kinder könnten die Muhme Lehne schlecht entbehren.“
Magdalene drückte dankbar die Hand der Ebnerin und war froh, als die Aufmerksamkeit der Frauen sich wieder auf die Vorgänge draußen richtete. Die Kinder jauchzten laut auf, als jetzt ein lustiger Zug um die Ecke bog, voran ein Pickelhering, der auf einem Esel ritt und eine mächtige Narrenfahne schwang. Seine Kleidung schillerte in allen Farben des Regenbogens; die Eselsohren auf der hohen Mütze, die dicke Nase, der flatternde Spitzbart sahen gar lächerlich aus, und die Glöckchen, die ihm an Ohren, Gürtel, Ellenbogen und Schnabelschuhen befestigt waren und bei jedem Schritt seines Reittieres einen hellen Ton gaben, erhöhten noch den drolligen Eindruck. Ihm folgte auf einem niedrigen Wagen der Fasching selbst, eine Gestalt von unförmlicher Dicke, umkränzt von Würsten, Schincken und Kürbisflaschen; hinterdrein wurde auf einem Thronsessel sein Weib, die prächtig geputzte Fastnacht getragen, welche aus einem riesigen Korbe Brezeln und Wecken unter das jubilierende Volk streute. Ein lustiges Gesindel von Narren und Masken umschwärmte den Zug; sie schlugen Purzelbäume, ließen ihre Schellen klingen, rasselten mit den Trommeln, bliesen auf Trompeten und Schalmeien, -- kurz, sie trieben jede Art von ausgelassenen Scherzen, und in diesen betäubenden Lärm mischte sich das Jauchzen und Lachen der zuschauenden Kinder.
„Wo steckt denn Euer Berthold, Ursula?“ fragte die Hallerin, „hat Euer Gatte ihn mit sich auf die Straße genommen?“
„Mein Gatte? wo denkt Ihr hin!“ versetzte die Ebnerin achselzuckend, „der sitzt in seinem Schreibgemach, wohin von dem ganzen Treiben auch nicht ein Laut dringt. Ich schickte Berthold, auf seine Bitte, unter der Obhut eines Dieners hinaus; ein junges Herz will doch auch seinen Teil an der allgemeinen Lustigkeit haben.“
„Fast wundre ich mich, daß Euer gestrenger Herr es ihm gestattet hat,“ bemerkte die Volkamerin.
„Er hat es nicht verboten,“ versetzte Frau Ursula kurz und wendete das Gespräch auf etwas anderes. Ihr war nicht ganz wohl zu Mut, denn sie hatte die Erlaubnis ihres Eheherrn nicht eingeholt und sah nun schon seit einer Weile unruhig nach Berthold aus. Wenn in der aufgeregten Menge dem Knaben ein Leid zustieße! wenn er nicht zu rechter Zeit zurückkehrte! sie wußte, daß der Hausherr dann unmutig die Stirn runzeln und strenge Worte sprechen würde, und sie fürchtete die Zeichen seines Unwillens noch mehr für ihren Sohn, als für sich selbst.
Wie würde sie gezittert haben, hätten ihre Blicke ein paar Straßen weiter gereicht! Da war ein Bäuerlein, das auch an dem Faschingsjubel seinen Teil haben wollte und dabei dem starken Nürnberger Biere mehr als billig zugesprochen hatte; unsicher schwankte es durch die belebten Gassen, und seine kleine Begleiterin hatte Mühe, seine Schritte zu lenken und ihn vor unliebsamen Zusammenstößen zu bewahren. Mit gütlichem Zureden und sanften Stößen hatte sie ihn endlich in ein stilleres Gäßchen gedrängt, wo sie hoffen konnte, ungefährdet das Thor zu erreichen, als plötzlich eine Rotte vermummter Buben den beiden mit lautem Geschrei entgegenkam. Im Augenblick waren sie umringt; die tolle Schar ließ ihren Übermut an dem halbberauschten Bauer aus, indem sie ihn von rechts und links zupfte und stieß, und seine taumelnden Versuche, sich seiner Peiniger zu erwehren, mit Hohngelächter begleitete. Vergebens versuchte das Mädchen, dem Vater beizustehn, ein großer Bursche drängte sie fort, riß ihr den Korb vom Arm und stürzte ihn um, so daß sein Inhalt auf die Straße kollerte. „O meine Wecken!“ rief die Kleine jammernd, „ich wollte sie den Geschwistern mitbringen, sie haben noch nie Weizengebacknes gegessen!“
„Die kleinen Dorfteufel mögen sich mit Haferbrot begnügen!“ schrie der Bursche lachend, „die Wecken sind viel zu gut für das lumpige Gesindel, die gebühren den Stadtkindern.“ Er wollte das Mädchen festhalten, doch traf ihn unvermutet der Schlag einer Narrenpritsche ins Gesicht, so daß er den Arm fahren ließ und sich dem Gegner zuwandte. Ein maskierter Knabe, viel kleiner und schlanker als er selbst, stand vor ihm.
„Laß los!“ rief er dem Großen herrisch zu, „und du, kleine Dirne, lies deine Wecken auf und mach’, daß du fortkommst, ich will dein Beschützer sein.“
„Wie kommst du dazu, kleiner Knirps, so unhöflich um dich zu schlagen?“ fragte der große Bursche ärgerlich, „denkst du, ich werde mit dir viel Federlesens machen?“
[Illustration: Berthold stürzte in ein offenes Haus ....]
„Komm nur heran,“ rief der kleine Ritter, indem er sich stolz in die Brust warf, „ich nehme es mit jedem auf.“ Es bildeten sich sofort zwei Parteien, die mit Pritschen und Fäusten aufeinander losgingen, aber die Kräfte waren zu ungleich verteilt, und der tapfre kleine Mann sah sich bald von seinen Helfern verlassen. Er erkannte, daß ihm nur ein beschleunigter Rückzug übrig bliebe, wenn er nicht jämmerlich zerbläut werden wollte, und so ergriff er eilends die Flucht. Flink und geschmeidig wie er war, entkam er dem stärkeren Gegner und stürzte in ein offenes Haus, auf dessen Schwelle eine Frau stand, welche, schnell den Zusammenhang begreifend, die Thür ins Schloß warf. Der Knabe riß die Larve vom glühenden Gesicht, in welchem die dunklen Augen vor Aufregung blitzten. „Ich wäre nicht davon gelaufen, wenn ihrer nicht so viele gewesen wären,“ rief er keuchend, „denkt nicht, daß Berthold Ebner feige sei, gute Mutter!“
„Seid ohne Sorge, Junkerlein,“ lächelte die Frau, „Ihr mögt wohl brave Streiche ausgeteilt haben, aber Ihr habt auch tüchtige Püffe eingesteckt -- seht, da sickert Euch das helle Blut aus der Nase und befleckt Euch das schmucke Habit.“
Sie führte ihn in die Küche und machte sich in mütterlicher Fürsorge um ihn zu schaffen; dann, als sie sah, daß der Flüchtling müde zum Umsinken war, stieß sie die Kammerthür auf und zeigte auf ein sauberes Bett. „Legt Euch hin und ruht ein wenig, Junker; inzwischen wird es ruhiger auf den Straßen, und Ihr könnt ungefährdet nach Hause gehn.“
Sie trat in das andere Zimmer ein, wo in einem großen Lehnstuhl, dicht am Fenster, ein grauhaariger Mann saß. In kurzen Worten berichtete sie ihm das kleine Abenteuer und setzte hinzu: „ein prächtiger Junge voll Leben und Feuer, und denke dir, Alter, er heißt Ebner.“
„Ebner?“ fragte der Mann betroffen, „des Wilibalds Sohn?“
„Ich glaube wohl; es giebt nur den einen des Namens hier in Nürnberg.“
„Sonderbar!“ sagte der Alte, indem er nachdenklich das graue Haupt hin- und herwiegte, „des Wilibalds Sohn in unserm Hause!“ Und die beiden alten Leute versanken in tiefes Sinnen, in das sich mancherlei schmerzliche Erinnerungen zu flechten schienen, denn die Frau fuhr ein paarmal mit dem Zipfel der Schürze über die Augen, und über dem freundlichen Gesicht des Mannes lag ein trüber Schatten.
Inzwischen war Just, der Diener, welcher Berthold begleiten sollte, in tausend Ängsten durch die Straßen geirrt, um seinen jungen Herrn zu suchen. Er war, wie er sich selbst zur Beruhigung sagte, nur für einen einzigen Augenblick in eine Schenke getreten, um ein Maß Bier hinabzustürzen, denn er fühlte sich schier verschmachtet vom langen Umherlaufen, Gaffen und Lachen. Nun fuhr er auf jeden verlarvten Knaben zu, um seinen Junker zu entdecken, aber er fand ihn nicht, und vergebens gelobte er seinem Schutzpatron eine immer längere Reihe von Gebeten, sogar eine Kerze für seinen Altar, wenn er ihm den Ausreißer wieder in die Arme führe. Schon fing es an zu dämmern, und er konnte sich denken, mit welcher Ungeduld die Frau Ratsherrin den Sohn erwarten würde. Sie war zwar immer sanft und mild, aber diesmal war die Sache doch zu ernst, und mit dem gestrengen Herrn war ohnehin nicht zu scherzen, der fuhr immer gleich mit erschrecklichem Ernst darein, obgleich er wenig Worte dabei machte. Als Just angstvoll nach Hause schlich und vom Thorweg aus noch einmal seine suchenden Blicke umherschickte, sah er eine kleine Gestalt auf sich zukommen, ohne Kappe und mit wirrem Haar, das zierliche Narrenkleid zerrissen und beschmutzt. Just stürzte auf den Knaben zu und hob ihn jubelnd in die Höhe.
„Heiliger Sebaldus, sei tausendmal bedankt!“ rief er, „da ist mein Junkerlein heil und gesund! Aber wo habt Ihr Euch umhergetrieben und wie habt Ihr Euch zugerichtet? kann man auch nicht ein kurzes Augenblickchen die Augen von Euch abwenden, ohne daß Ihr die größten Dummheiten macht?“
„Ich erzähle es dir ein andermal,“ sagte Berthold gähnend und reckte die Arme, als ob alle Glieder ihn schmerzten; „jetzt bin ich zu müde.“
Auf dem Vorsaal empfing ihn Muhme Lene. „Den Heiligen sei Dank, daß du da bist,“ sagte sie inbrünstig, „deine Mutter hat sich sehr um dich gesorgt.“
„Und der Herr Vater?“
„Der hat deine Abwesenheit noch gar nicht bemerkt.“
„Dann ist’s gut,“ sagte Berthold beruhigt, „die Herzmutter wird nicht so arg zürnen, wenn sie hört, wie es mir ergangen ist.“ --
Am folgenden Tage beleuchtete die Sonne ein ganz andres Bild in den Straßen der freien Reichsstadt. Verstummt waren Lachen, Lust und Scherz, spurlos verschwunden die bunten Gestalten, die darin ihr tolles Spiel getrieben. Ein dumpfes Schweigen schien auf allen Häusern zu lasten, bis ernst und feierlich die Glocken von St. Sebald, St. Lorenz und all den andern Kirchen zu läuten begannen. In einzelnen Gruppen, die kaum miteinander flüsterten, in dunklen Gewändern und mit ernsten Gesichtern, wandelten die Bürger mit Weib und Kind zu den Gotteshäusern und warfen sich vor den verhüllten Altären auf die Kniee. Die Orgel schwieg, nur hin und wieder unterbrach ein eintönig gesungener Bußpsalm die drückende Stille. Dann erschien der Priester, mahnte in strengen Worten zur Buße und Einkehr, zu Gebet und Kreuzigung des Fleisches und streute die geweihte Asche auf die Häupter der Betenden. -- Auf den Fastnachtsjubel war der Aschermittwoch gefolgt, welcher die lange, ernste Fastenzeit einleitete.
Auch im Ebnerschen Hause herrschte volle Aschermittwochsstimmung. Just war in die tiefste Ungnade gefallen; trübselig saß er in seiner Kammer und murmelte die gelobten Gebete, die ihm sehr sauer wurden. Auch Berthold wäre der Strafe für sein spätes Ausbleiben nicht entgangen, hätte er sich nicht als Andenken an seine Rauferei ein Dutzend brauner und blauer Flecke heimgebracht, bei deren Anblick die Strenge der Mutter in weiches Mitleid zerschmolz. Und als er ihr erzählte, daß er die Schläge bei der Verteidigung eines wehrlosen Mädchens erhalten habe, da konnte sie vollends nicht mehr zürnen, sondern belohnte den ritterlichen Kämpen mit Kuß und Lobspruch. -- --
Die Fastenzeit ging zu Ende; ihre ernste Bedeutung mußte sich selbst einem stumpfen Gemüt durch die tägliche Entbehrung gewohnter Genüsse einprägen. Nun rüstete sich alles, um das Osterfest mit Freuden zu begehen, und in allen Häusern der Stadt gab es ein eifriges Waschen und Scheuern, Putzen und Schmücken, Backen und Braten. Die letzten Nachwehen des Winters waren überwunden, überall drängten sich Knospen ans Licht, blühten die Veilchen, zwitscherten die Vögel -- Natur und Menschheit waren in gleicher Weise bereit, ein Auferstehungsfest zu feiern. Die Ostersonne ging in blendendem Glanze über der Reichsstadt auf, von allen Türmen läuteten die Glocken, geputzte Menschen zogen scharenweise, mit Gebetbüchern und frischen Sträußchen in den Händen, den Kirchen zu, und wo sich Bekannte trafen, da grüßten sie sich mit dem uralten, freudigen Ostergruß: „der Herr ist erstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ Überall sah man glückliche Gesichter, hörte man frohe Stimmen, und am Nachmittage tummelten sich unzählige Gruppen von Spaziergängern vor den Thoren und auf der Hallerwiese, deren kunstreich angepflanzte Strauchpartieen im ersten, grünen Hauch des Frühlings prangten.
Der zweite Feiertag brachte nach herkömmlicher Weise das Osterspiel, das auf dem großen Platz hinter der Johanniskirche, vor dem Tiergärtner Thor, zu Nutz und Frommen der Bevölkerung von der Geistlichkeit aufgeführt wurde. Da drängte sich alles hinzu, Große und Kleine, Hohe und Geringe; nur wenige Häupter der alten, städtischen Geschlechter, unter ihnen Herr Wilibald Ebner, dünkten sich zu vornehm, um sich mit ihren Frauen unter die Volksmenge zu mischen. So war denn Muhme Lene allein mit Berthold hingegangen, um das Spiel anzusehn, das in seinen Hauptzügen alt und feststehend war, aber in jedem Jahr durch neue Zuthaten erweitert und verschönert wurde.
Ein riesiges Brettergerüst stellte die Bühne dar, denn dieselbe mußte drei übereinander liegende Schauplätze umfassen, Himmel, Erde und Hölle. Zuerst öffnete sich der Himmel: Gott Vater sitzt auf einem Thron, von Engelscharen umgeben, zu seiner Seite halten die Erzengel Michael und Gabriel die Wacht. In vollstimmigem Chor singen die Himmlischen das Lob Gottes des Schöpfers und seines Sohnes, welcher gerade auf Erden weilt, um das Werk der Erlösung zu vollbringen. Da tritt Satanas ein; scheu und verlegen senkt er den Blick vor der göttlichen Glorie; er bekennt, daß er sich vergebens bemüht habe, den Gottessohn in Versuchung zu führen, daß jener ihn aber dreimal siegreich aus dem Felde geschlagen habe, -- und von neuem brechen die Engel in den Lobgesang zu Ehren Christi aus. Aber der Satan ist noch nicht von seiner unantastbaren Heiligkeit überzeugt; der Menschenleib, meinte er, müsse dem Teufel irgend eine schwache Stelle darbieten. Gott Vater gestattet ihm, den Sohn aufs neue zu versuchen, ja, ihn zu martern und zu töten, und froh der gewordenen Erlaubnis geht der Böse von dannen.
Jetzt öffnet sich der mittlere Schauplatz, man sieht Christus, auf einem Esel reitend, seinen Einzug in Jerusalem halten, jubelndes Volk ringsum, das ihm die Kleider auf den Weg breitet und Palmen streut. Die Jünger triumphieren über des Meisters Verherrlichung, nur Judas schaut düster darein. Er bleibt allein zurück, und Satan flüstert ihm den Gedanken des Verrats ins Ohr. Die nächste Scene zeigt Judas vor dem hohen Rat, mit der Frage: was wollt Ihr mir geben, ich will ihn Euch verraten. Es folgt eine Verhandlung voll derber Komik, ein Feilschen und Handeln ohne Ende, denn selbst in ernster Darstellung verlangt der Sinn des Volkes Stoff zum Lachen, und Judas ist gewissermaßen die komische Person in diesem tragischen Spiel. Die Einsetzung des heiligen Abendmahls, Christi Seelenkampf in Gethsemane, Judas’ Verrat und die Gefangennehmung des Heilandes, sein Verhör und seine Verurteilung durch Pilatus -- das alles entrollt sich in kurzen, erschütternden Bildern vor den Augen der Menge, die bald in andächtigem Schweigen lauscht, bald in lautes Gelächter, bald in Schluchzen und Thränen ausbricht.
Als der Vorhang von neuem aufgeht, sieht man die drei Kreuze aufgerichtet. Die Getreuen umstehen den sterbenden Erlöser, die Trauer der Maria bricht in ergreifender Klage aus: „O weh der Leiden, der Tod will uns scheiden; Tod, nimm uns beide, daß er nicht allein zum Jammer von mir scheide. Herzenskind, deine Augen sind dir so gar verblichen, deine Macht und Kraft ist dir so gar entwichen! O weh, was soll ich armes Weib, seit ich dich, liebes Kind mein, leiden sah so große Pein; des sticht mich zu dieser Stund’ ein Schwert durch meines Herzens Grund. Ach liebes Kind, sprich doch ein Wort, daß ich deine Mutter bin! weh mir, er kann nicht, er ist dahin!“ Johannes will die Weinende von der Stätte des Jammers fortführen, aber kaum ist sie entfernt, so ertönt vom Kreuz herab der erschütternde Ruf: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und mit dem Aufschrei: „O weh, ich hörte einen Ruf, das war mein Kind Jesus, das in seinen Ängsten rief!“ eilt Maria zurück, um auszuharren, bis mit dem Wort: „Es ist vollbracht!“ die Marter Christi ihr Ende erreicht hat. --
Es folgt eine längere Pause, denn man hat stundenlang gesehen und zugehört und die heftigsten Gemütsbewegungen durchgemacht. Der Leib macht seine Rechte geltend, man will essen und trinken, ehe man mehr von der gewaltigen Geschichte in sich aufnimmt, aber keiner denkt daran, den Platz zu verlassen, ehe das letzte Wort gesprochen ist.
Die nächste Scene spielt in der Hölle, die als ein groteskes Zerrbild des Himmels erscheint. Satan sitzt in abschreckender Majestät auf seinem Thron, seine Scharen um ihn her, deren komische Geberden und derbe Späße mächtig auf das Zwerchfell der Zuschauer wirken. Der Böse triumphiert, daß er durch seine Künste zwei Jünger zu Verrat und Verleugnung verführt, den Sohn Gottes dem Tode überliefert und das Werk der Erlösung vereitelt habe. Ein Haufe kleiner Teufelchen schleppt den Judas herein, der in der Verzweiflung seinem Leben ein Ende gemacht hat. Mit spöttischer Höflichkeit steigt Satan von seinem Throne und bietet ihn dem Verräter an, der durch seine unerhörte Bosheit selbst ihn übertroffen habe; dann aber giebt er den Seinen den Befehl, den Unseligen zu martern und zu peinigen, und vor den Augen der Zuschauer wird er in das ewige Feuer geworfen.
Wieder öffnet sich der mittlere Schauplatz, die Auferstehung stellt sich den Blicken dar. Als Christus im leuchtend weißen Gewande den Seinen erscheint, als die Jünger auf der Bühne den Lobgesang ertönen lassen, da ergreift es die Menge mächtig, und wie aus einem Munde stimmt sie ein in den Ostergesang:
„Christ ist erstanden Von der Marter alle. Des sollen wir alle froh sein, Christe soll unser Trost sein. Kyrie eleison!“
Den Schluß bildet die Himmelfahrt, Christus nimmt von den Seinen Abschied und verschwindet vor ihren Augen; zu gleicher Zeit thut sich oben der Himmel auf, wo die Engelscharen den verklärten Überwinder mit Jauchzen und Preisen empfangen. Gott Vater eilt ihm entgegen und führt ihn zu seinem Thron, wo er zu seiner Rechten Platz nimmt. Satan wird hereingeführt; er sieht mit Entsetzen, daß all seine Anschläge zunichte gemacht sind, bekennt sich als vollständig überwunden und stürzt mit teuflischem Geheul von dannen. Ein Engelchor zum Preise Gottes und seines Sohnes schließt das Spiel. --
Eine Weile verharrten die Zuschauer in andächtigem Schweigen, tief ergriffen von allem, was sie mit erlebt; dann aber begann ein Summen vieler Stimmen, ein Scharren unzähliger Füße, und in dichten Wogen drängte die Menge aus den engen Sitzreihen ins Freie. Magdalene hielt Berthold fest an der Hand, um ihn nicht zu verlieren; plötzlich sahen sie vor sich eine alte Frau stolpern und zu Boden fallen. Von gleichem Eifer getrieben, sprangen beide hinzu und halfen ihr aufstehen; Magdalene schob ihren Arm in den der Alten, Berthold lehnte sich fest an ihre andere Seite, und so führten sie dieselbe bis auf einen etwas freieren Raum, wo sie sich hinsetzen und erholen konnte. „Es ist die gute Alte, die mich zur Fastnacht so liebreich aufgenommen!“ rief Berthold mit Erstaunen, „wie schön, Mutter, daß ich Euch hier wiederfinde; ich hatte Euch wahrhaftig ganz vergessen!“
„Ihr habt es heute wett gemacht, Junker,“ versetzte die Frau, „mich freut’s daß Ihr mich wenigstens erkannt habt. Und ist dies Eure werte Frau Mutter, die Gattin des Herrn Wilibald Ebner?“
„O nein, nein,“ rief der Knabe laut lachend, „das ist nur die Muhme Lene; mein Mütterchen ist um einen Kopf größer und viel schöner und vornehmer.“
Da die alte Frau noch zitterte und schwankte, erbot sich Magdalene, sie heimzugeleiten; alle drei erreichten unter freundlichem Plaudern das kleine Haus im Hundsgäßlein und traten zusammen ein. Das Stübchen bot einen anheimelnden Anblick dar; alles glänzte von Sauberkeit und Nettigkeit, am Fenster standen geweihte Palmen und Veilchen in Scherben mit frischem Wasser, und auf seinem Platz im Lehnstuhl saß der alte Mann, auf dem ehrwürdigen Kopf ein schwarzes Käppchen, unter dem sich die silbergrauen Locken hervordrängten, die gefalteten Hände müßig im Schoße; er mußte wohl guten Gedanken nachgehangen haben, denn auf seinen Zügen lag es wie ein Hauch von Verklärung.
„Ist dir die Zeit sehr lang geworden, mein alter Andreas?“ fragte die Frau in herzlichem Ton; „dem, der allein zu Hause sitzt, scheint sie immer länger, als dem, der draußen viel Schönes zu sehen und zu hören bekommt. Aber nun bringe ich dir auch liebe Gäste mit, die sich meiner aufs gütigste angenommen haben.“
Der Alte rückte grüßend sein Käppchen und streckte beiden die Hände entgegen. „Sieh da, unser kleiner Junker,“ sagte er herzlich, „seid willkommen, ehrsame Frau, und verzeiht, wenn ich Euch sitzend begrüßen muß, meine Füße gehorchen mir nicht mehr.“
„Wie traurig!“ sagte Magdalene voll Teilnahme, „seid Ihr schon lange so hilflos, Vater?“
„Seit vier Jahren schon muß meine Eva mein Stab und meine Stütze sein, -- dem Herrn sei Dank, daß er mir solch ein treffliches Weib geschenkt hat! Seht, von unten bin ich zwar gelähmt, aber oben fehlt mir nichts, Kopf und Augen sind klar, die Hände zu aller Arbeit tüchtig, -- das ist eine große Gnadengabe meines himmlischen Vaters.“
„Und womit beschäftigt Ihr Euch vom Morgen bis zum Abend?“
„Der Tag ist mir stets zu kurz für das, was ich schaffen möchte; ich zeichne Bilder, um die Bücher damit zu schmücken, und schneide sie in Holz.“
„So seid Ihr ein Künstler, Meister? wollt Ihr mich etwas von Euren Sachen sehen lassen?“
Er streckte den Arm aus und nahm vom Bord, der hinter ihm an der Wand hinlief, einen dicken Band. „Seht,“ sagte er mit wohlgefälligem Lächeln, „dies ist in schönem Druck die ganze Geschichte unsres Heilandes, die habe ich mit vielen Tafeln verziert.“
Neugierig blickte Magdalene in das Buch, sie verstand etwas vom Zeichnen, und ihre Neugier verwandelte sich bald in Staunen und Bewunderung, denn was sie sah, stand hoch über den gewöhnlichen Holzschnitten, mit denen man Gebetbücher und Heiligengeschichten zu verzieren pflegte. „Wie schön!“ rief sie aus, „wie lieblich ist die reine Magd Maria dargestellt, und wie leuchtet die Gottheit aus den Augen des Kindes! Und wie herrlich ist diese Tafel, welche die Anbetung der heiligen drei Könige zeigt!“
„Die ist nicht von mir entworfen,“ sagte der Alte, „sondern von einem lieben, jungen Freunde -- wollte Gott, ich dürfte ihn noch einmal wiedersehn! Er hatte herrliche Gaben, der Adam Krafft!“
„Adam Krafft!“ rief Magdalene in höchster Überraschung aus, „Ihr kennt ihn? lebt er noch? wird er endlich zurückkehren? O sprecht, lieber Meister, -- Ihr wißt nicht, was dieser Name in meinem Herzen für Gedanken, Erinnerungen und Hoffnungen weckt, eine ganze Welt von Freud und Leid!“
Der Alte sah sie fragend an, erstaunt über die plötzliche Heftigkeit, die gegen ihr sonstiges, stilles Wesen seltsam abstach. „Solltet Ihr die Magdalene sein, von der er einmal sprach?“ fragte er nachdenklich.
„So hat er von mir gesprochen? dachte er noch an mich? hat er mich lieb behalten?“ drängte Magdalene, indem ihr die hellen Thränen in die Augen traten, „o lieber Meister, erzählt mir alles ganz genau; seht, es sind bald zwanzig Jahre, seit er seine Vaterstadt verließ, und seitdem hat kein Sterbenswörtchen von ihm meine durstige Seele erquickt.“
„Ja, meine werte Jungfer,“ versetzte der alte Mann mit größter Freundlichkeit, „viel Neues kann ich Euch auch nicht erzählen. Laßt sehen, es sind wenigstens fünfzehn Jahre her, seit ich ihn da unten in Venedig traf, denn ich war noch ein rüstiger Mann in der Blüte meines Lebens. Viele schöne Stunden habe ich damals mit dem Adam verlebt, der ein gar trefflicher, froher Geselle war, und manch artiges Bildchen kann ich Euch zeigen, das er mir zum Andenken verehrt hat.“
„Heute ist’s zu spät,“ erwiderte Magdalene, indem sie sich zögernd erhob, „die Base Ebnerin würde sich ängstigen, wenn wir so lange ausblieben. Aber ich darf wiederkommen, Meister, nicht wahr? Ihr erzählt mir dann alles von meinem Adam und zeigt mir jeden Strich von seiner lieben Hand?“
„Gern, werte Jungfer, von Herzen gern. Meister Andreas Fiedler und seine Eva werden Euch stets willkommen heißen, wenn Ihr unser bescheidenes Häuschen für Euren Besuch nicht zu gering achtet.“
Von nun an verging selten eine Woche, in der Magdalene nicht bei dem alten Paar eingekehrt wäre, und kam sie anfangs nur, um von ihrem Adam zu hören und zu sprechen, so lernte sie bald die beiden so hochschätzen, daß sie gern um ihrer selbst willen wiederkam. Es herrschte solch ein seliger Friede in dem kleinen Hause, solche ungetrübte Eintracht und eine lautere Frömmigkeit, welche gleichwohl ein ganz andres Gepräge trug, als die der meisten andern Menschen. Nie führten sie einen der zahllosen Heiligen im Munde, in deren Anrufung und Verehrung damals fast die ganze Gottesfurcht der großen Menge bestand, und die oft in ein abgöttisches Wesen ausartete. Als Magdalene einmal eine Bemerkung darüber machte, erwiderte Meister Andreas lächelnd: „Wozu soll ich mich bei den Dienern aufhalten, die doch auch nur an der Thür meines Gottes stehen, während ich gradeswegs zu dem Herrn hereingehen darf, der die Freundlichkeit und Leutseligkeit selbst ist?“ Das gab dem Mädchen viel zu denken.
Auch Berthold, für den sonst Stillsitzen die schwerste Aufgabe war, ging gern einmal mit zu den alten Leuten; die vielen Bilder, die der Meister ihm zeigte, die schönen Geschichten, die er ihm dazu erzählte, fesselte seinen lebhaften, unruhigen Sinn, und er wußte seiner Mutter immer viel von dem kleinen Hause im Hundsgäßlein zu berichten. So kam der Name Meister Fiedlers auch vor die Ohren des Herrn Wilibald Ebner, der ein seltsames Gesicht dazu machte und zuerst geneigt schien, den Verkehr zu verbieten. Doch besann er sich eines besseren und ließ die Sache ungehindert ihren Weg gehen.
[Illustration]