Chapter 23 of 23 · 1399 words · ~7 min read

Part 23

An einem Tag im Mai schritt das schöne, hochaufgerichtete Paar durch die abendlich feiernden Gassen der letzten Vorstadt und wandelte in sanften Gesprächen dem Wald entgegen, wo sie einander die Hände reichten und von ihren lächelnden Lippen zuversichtliche Hoffnung empfingen.

=Ende=

Werke

von

=Jakob Wassermann=

+Bei S. Fischer, Verlag, Berlin:+

+Die Juden von Zirndorf.+ Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geh. 4 M., geb. 5 M.

+Die Geschichte der jungen Renate Fuchs.+ Elfte Auflage. Geh. 6 M., geb. M. 7.50

+Der Moloch.+ Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geh. 4 M., geb. 5 M.

+Der niegeküßte Mund – Hilperich.+ Novellistische Studien. Geh. 2 M., geb. 3 M.

+Alexander in Babylon.+ Roman. Dritte Auflage. Geh. M. 3.50, geb. M. 4.50

+Die Schwestern.+ Drei Novellen. Dritte Auflage. Geh. 2 M., geb. 3 M.

* * * * *

+Die Kunst der Erzählung.+ Ein Dialog. (Bei Julius Bard, Berlin)

+Caspar Hauser+ oder +Die Trägheit des Herzens.+ Roman. Neunte Auflage. (Bei der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart)

* * * * *

+Die Juden von Zirndorf+

Der Verfasser der »Geschichte der jungen Renate Fuchs«, Jakob Wassermann, hat seinen vor zehn Jahren erschienenen Roman »Die Juden von Zirndorf« in einer neubearbeiteten Ausgabe herausgegeben, der die Kürzungen trefflich zustatten gekommen sind. Ein merkwürdiger Roman, diese »Juden von Zirndorf«. Kaum je hat ein jüdischer Poet seinen Glaubensgenossen und über das Judentum der Gegenwart überhaupt schärfere und zutreffendere Dinge gesagt als Wassermann in diesem Buche. Die besten Eigenschaften des jüdischen Volkes erscheinen in ihm selbst verkörpert, vor allem der kritisch-skeptische Sinn, der auch sich selbst nicht schont. Mit diesem verbindet sich auch bei Wassermann eine starke, jedoch mehr mystisch als sinnlich glühende Phantasie, der namentlich in dem phantastischen »Vorspiel« des Romans, welches eine mit dem Erscheinen des merkwürdigen Messias Sabbatai Zewi verknüpfte Judenverfolgung im siebzehnten Jahrhundert behandelt, eine glänzende poetische Leistung gelungen ist. Dieses Vorspiel bildet den Grundakkord zu der in unseren Tagen spielenden Geschichte der »Juden von Zirndorf«, in denen ein begabter Jüngling Agathon, in dem das edelste Judentum verkörpert ist, die von einem brutalen Christen erduldete Schmach durch einen Mord an seinem Peiniger rächt. Dennoch beweist der Dichter sowohl in der reichen Fülle feingezeichneter Charaktere als im Gange der Handlung die vollkommenste Objektivität.

(Neue Zürcher Zeitung)

* * * * *

+Die Geschichte der jungen Renate Fuchs+

Jedes große, befreiende Buch muß ein Buch der Erlösung und der Wiedergeburt sein. Dies ist ein Buch von der Erlösung der Frauen, »die alten sinnlichen Vorurteilen zu mißtrauen beginnen, die ihr Schicksal, ihr Frauenschicksal erleben und nicht länger leibeigen sein wollen«. – Seit dem »Grünen Heinrich« Kellers ist in deutscher Sprache kein so interessanter und tiefsinniger Roman erschienen.

(Die Zukunft)

Ernsthafte Kritiker werden nach sorgfältiger Registrierung aller Stimmungen und aller Gedankentiefen, nach angestrengtem Studium aller Formfeinheiten und aller Seelenanalysen auf Eid und Gewissen versichern dürfen, daß es sich bei dem Buch Jakob Wassermanns wirklich um ein bedeutendes dichterisches Werk handle, um ein Werk, von dem jedes Kapitel ein vollgültiger Beweis intimster Empfindung und feinster Erkenntnis der menschlichen Natur sei.

(Berliner Tageblatt)

* * * * *

+Der Moloch+

Ein bedeutendes Werk! Bedeutend durch die ernste Idee, die ihm zugrunde liegt, bedeutend durch die psychologische und gestaltende Kunst, mit der Wassermann jene Idee zu einem groß und breit angelegten, lebensvollen Gemälde gestaltet hat! ... Man kann schon aus dieser gedrängten Inhaltsangabe ersehen, daß es sich hier vorwiegend um ein psychologisches Problem handelt; der Verfasser hat dieses Problem in der Tat auch vollständig, seinem Wesen entsprechend, psychologisch behandelt, und zwar in geradezu bewundernswerter Weise. Ja, so groß ist des Autors Kunst seelischer Schilderung, daß der Leser alle die Vorgänge mitzuerleben glaubt und sie in Wahrheit mitempfindet. Mag das Weltbild, das Wassermann hier entwirft, ein einseitiges sein, mögen einzelne weniger interessierende Seiten seines Bildes gar zu breit ausgeführt, mag selbst die ihm zugrunde liegende Idee nicht unbedingt anzuerkennen sein und das Poetische etwas zu kurz kommen –, so viel bleibt gewiß, daß das umfangreiche Werk von Anfang bis zum Ende eine Stimmung ausströmt, die unwiderstehlich fesselt und mit der Macht fast eines Erlebnisses wirkt.

(Berner Bund)

* * * * *

+Der niegeküßte Mund – Hilperich+

In diesen Novellen hat die Wassermannsche Erzählungskunst eine mehr als respektable Höhe erreicht. Es sind belletristische Kunstwerke von einer so feinen und sicheren Arbeit, wie wir ihrer in der heutigen deutschen Literatur nicht viele besitzen. Was sie vornehmlich auszeichnet, ist ihre gute Haltung im Sinne der epischen Kleinkunst. Wie hier alles in den Verhältnissen abgewogen ist, wie anmutig und doch streng die Linie fließt, wie der Zierat sich verteilt, Licht und Schatten sich verhalten, Ausführung und Andeutung zueinander stehen – alles das verrät einen in Deutschland sehr seltenen Kunstverstand und ungemein viel Talent. In dieser Hinsicht wären nur wenig Aussetzungen zu machen, so wenige, daß man sie verschweigen darf und erklären: der künstlerisch Genießende, der Kenner, wird hier sein volles Genügen finden.

(Die Zeit, Wien)

* * * * *

+Alexander in Babylon+

Nichts als der reale Gang der gerichtlichen Ereignisse von Alexanders Rückkehr aus Indien bis zu seinem vorzeitigen Tode wird uns erzählt, dies freilich in farbigreicher kulturhistorischer Ausmalung und mit ebenso kühner als intensiver Psychologie. So ist dieses Buch weit mehr ein Prosaepos als ein Roman, und es bietet weit mehr eine faszinierende Ausdeutung der Geschichte als etwa eine Spannungserzeugung durch pragmatische Verwicklungen. Auf jeden Fall aber ist es ein Kunstwerk, sowohl durch die Geschlossenheit seiner Komposition wie durch seine kaum genug zu preisende sprachliche Behandlung. Es gehört zu unsern schönsten deutschen Prosabüchern. Manche Kapitel verdienten in den Schulen gelesen zu werden. Auf solche Weise wird Geschichte lebendig gemacht und beseelt.

(Neue Freie Presse, Wien)

... Daß man sich ja nicht durch die Erinnerung an die ägyptischen Romane von Ebers oder an die Völkerwanderungsromane von Felix Dahn abschrecken lasse, diesen »Alexander in Babylon« zu lesen. Hier gibt es keine in Griechen oder Perser verkleidete deutsche Leutnants; man braucht nur, wenn man es nicht ohnehin spürt, in Plutarchs »Alexander« nachzulesen, um alsobald zu begreifen, daß Wassermann die antike Welt gleichsam in seine Seele hineingeglüht hat, etwa so, wie es in neuerer Zeit der Dichter Hugo von Hofmannsthal in seinem Drama »Elektra« tat.

(Berner Bund)

* * * * *

+Die Schwestern+

Die Heldinnen dieser Novellen gehören zu jenen glücklichen, unglücklichen Geschöpfen, die ein Traum, ein Aberglaube, eine Sehnsucht, ein Wahn den Dingen dieser Welt entfremdet und zu neuem, wunderlichem Dasein gerufen hat. Arme Kranke sind es, aber Wassermann sucht aus dieser Krankheit die tiefsten Geheimnisse des Lebens herauszulesen. Glänzen uns hier nicht Schönheiten entgegen, die wir sonst an unserem Lebenswege vergeblich suchen? Öffnet sich hier nicht dem Blick ein neues Leben, viel wahrhaftiger, viel lebenswerter als das, an dem wir tragen? Was ist nun Wirklichkeit, was ist nun Traum? Eine holde Schwärmerei ist das Buch, in den Tönen lieblicher Inbrunst gegeben, ein holder Traum, von siegesstarken Sehnsüchten und Ahnungen durchzuckt.

(Hannoverscher Kurier)

Der Vortrag dieser Geschichten ist stilistisch meisterhaft, in der Schilderung des Tatsächlichen von der Einfachheit der altitalienischen Novellen, dabei hin und wieder blitzend von seltsam geschliffenen Wortprägungen spezifisch Wassermannscher Art. Nur einem kabbalistischen Grübelsinn, einer so heißen Phantasie wie der dieses deutschen Orientalen konnte es gelingen, die Verrücktheiten der kastilischen Isabella so tief poetisch märchenhaft zu durchleuchten und aus den zwei phantastisch konstruierten Kriminalfällen das Rauschen geheimnisvoller seelischer Unterströmungen so hervortönen zu lassen. – Das historische Vorspiel der »Juden von Zirndorf«, »Alexander in Babylon« und diese drei Novellen bezeichnen für mich bisher die Höhepunkte im Schaffen Jakob Wassermanns.

(Literarisches Echo)

* * * * *

Druck der Spamerschen Buchdruckerei in Leipzig.

Liste korrigierter Druckfehler

Seite 51: Ergänzung des Wortes „einen“ (Auch Erwin hatte einen Brief erhalten.)

Seite 52: „im“ ersetzt durch „ins“ (Virginia sah ihm entsetzt ins Gesicht.)

Seite 87: „Eine“ ersetzt durch „Ein“ (Ein Hängeteppich statt der Tür trennte den Raum von dem Zimmer, ...)

Seite 133: „war war“ ersetzt durch „was war“ (Genießen, was war damit viel bedeutet?)

Seite 140: „Virgina“ ersetzt durch „Virginia“ (»Es wird ja wieder aufhören zu regnen«, meinte Virginia.)

Seite 177: „Taklosigkeit“ ersetzt durch „Taktlosigkeit“ (..., sagte er gedrückt, ohne zum Bewußtsein seiner Taktlosigkeit zu gelangen.)

Seite 279: Doppelte Anführungszeichen um „Phönix“ durch einfache ersetzt (Dann steuert der ›Phönix‹ heimwärts.)

Seite 293: Schließendes Anführungszeichen ergänzt (»Ja. Sie sitzt in ihrem Zimmer.«)

Seite 314: Punkt am Satzende ergänzt (Doch alle Erinnerungen starben an dem Jubel dieser Vollkommenheit.)

Seite 368: „Geberde“ ersetzt durch „Gebärde“ (... und ihre beiden halbentblößten Arme waren mit einer Gebärde eben jener namenlosen Verzweiflung in den Schoß hineingepreßt.)