X.
Munter trällerte Rosalie Markus durch das Haus. Daß ihr Bruder nicht zum Mittagessen gekommen war, kümmerte sie nicht sonderlich. Er war schon früh am Morgen aufgebrochen -- er mochte einen Ausflug unternommen haben.
Und daß der Doktor Scholz gleich am Morgen nach jener Nacht seinen Koffer vom Korpsdiener hatte verpacken lassen und ins Pfeiffer schaffen ... das grämte sie auch nicht sonderlich. Ach ja ... es war schon ein ganzer Kerl, der Scholz ... aber wenn er nach einem Male genug hatte von ihr ... na, sie würde sich zu trösten wissen. Mama Markus sollte ihm einen Brief schreiben und ihn um Einhaltung des Mietvertrages ersuchen. So einfach ausrücken ... das gab's denn doch nicht.
Jedenfalls war es hübsch, daß sie ihn nun auch kannte ... den berühmtesten Studenten der letzten Semester ... den gefürchteten, gefährlichen Scholz ... Haha! Er war schließlich auch nicht viel anders als die andern ...
Um die Mittagsstunde fiel es ihr auf, daß die Cimbern sich alle nach und nach in dem schräg gegenüberliegenden Mützenladen einfanden. Sie sah näher zu und entdeckte, daß einer nach dem andern herauskam, einen Flor um den untern Rand der Mütze und um das Band. Ach, die Cimbern hatten tiefe Korpstrauer? Wer mochte denn gestorben sein? Sie hatte doch gar nichts gehört!
Da kam die Babett durch die Hintertür in den Laden:
»Freile Rosalie! Freile Rosalie!«
»Was is?«
»Habbe Se's denn noch nit geheert? Der Doktor Scholz von dene Cimbern, wo vorgestern nacht hier geschlafen hat, den habe se heut morge im Wald erschosse!«
»Ach, mach doch kee Geschwätz!« -- --
»Das is kee Geschwätz -- die Lies vom Friseer Boß driebe hat's mer erzählt!«
Der Scholz ... erschossen ... im Wald --?!
Es war Rosalie plötzlich, als legten sich zwei kalte Fäuste um ihren schönen Hals und drückten ihn langsam, immer mehr, immer mehr zusammen. Aber sie mochte das nicht glauben -- es konnte ja nicht wahr sein ...
Aber ... wenn es nun doch ... und -- erschossen?! -- Im Wald erschossen?! Das konnte doch nur ein Duell -- Straßenräuber gab's doch keine mehr im Hessenland ... ein Duell ... und -- der andere? Wer war der andere?!
Herrgott -- und Simon morgens um fünf aus dem Haus -- ohne Frühstück -- ohne Abschied -- --
»Mama!!«
»Was schreist du?«
»Wo is der Simon?!«
»Is er noch immer nit heemkomme? Ich hab en nit gesehen!«
»Gott sei mer gnädig!«
Sie stürzte zum Friseur Boß hinüber.
»Herr Boß -- is es wahr, daß der Herr Scholz von de Cimbre --«
Herr Boß sah sie von oben herab an mit der Miene eines Richters.
»Na, ich denk, Sie müßte das doch am erschte wisse, Fräulein Markus!«
»Ich?! Warum ich?!«
»Weil's Ihr eigne Herr Bruder is, wo en totgeschosse hat!«
Da schrie die schöne Rosalie auf und fiel gegen einen Barbierstuhl.
Und bald wußte die ganze Wettergasse, daß der Zweikampf, in dem der weiland Cimbernsenior gefallen war, um der Rosalie willen ausgefochten worden war. -- --
Indessen war bei Cimbria ein Telegramm aus Hannover eingegangen:
»Treffe halb acht dort ein, nehme meinen Sohn Hannover mit.+Dr.+ Scholz.«
Das hatte die Chargierten der Cimbria sehr erleichtert, denn allerhand peinliche Sorgen traten nun an sie heran.
Eine Beerdigung in Marburg hätte zunächst ohne Beteiligung der Geistlichkeit stattfinden müssen, denn diese würde schwerlich einem Duellanten das letzte Geleit gegeben haben, der noch dazu um eines Weibes willen gefallen war. Und das wußte schon am Nachmittag, infolge der Szene im Boßschen Friseurladen, ganz Marburg.
Und wie stand es alsdann mit der Beteiligung der Studentenschaft? Durfte das Korps überhaupt in der üblichen Weise mit einer Aufforderung zur Beteiligung an die übrige Studentenschaft herantreten? Scholz hatte zwar zuletzt in Berlin gearbeitet, war aber in Marburg immatrikuliert geblieben und gehörte demnach noch der Marburger Studentenschaft an. Wie peinlich aber wäre es für das Korps gewesen, wenn es die Studentenschaft zur Beerdigung seines Seniors aus drei Semestern eingeladen hätte, und einige oder gar viele Korporationen hätten sich nicht beteiligt mit der Begründung: es scheine ihnen nicht angezeigt, einem Toten die letzte Ehre zu geben, der unter solchen Umständen gefallen sei! Und diese Antwort wäre zum Beispiel von den theologischen Korporationen unfehlbar gekommen, meinten die Cimbern.
Der Entschluß des Vaters, den Sohn in der Heimat beizusetzen, überhob das Korps aller dieser Unannehmlichkeiten. Es handelte sich nun nicht um eine Beerdigung, sondern nur um die Überführung der Leiche von der Anatomie zum Bahnhof. Und dieses Zeremoniell konnte das Korps füglich als interne Angelegenheit behandeln. Nur den beiden andern Korps wurde Anzeige gemacht, und beide erklärten sofort, daß sie um die Ehre bäten, sich an der Feierlichkeit beteiligen zu dürfen.
Aber die Cimbern sollten die Erfahrung machen, daß der Tod die Schranken niederlegte, die im Leben die verschiedenen Gruppen der akademischen Jugend trennten. Im Laufe des Nachmittags fanden sich von sämtlichen Korporationen, mit Ausnahme der Wingolf, der katholischen Verbindung Rhenania und des Evangelisch-theologischen Vereins, Vertreter auf der Cimbernkneipe ein, erkundigten sich nach den Absichten des Korps betreffend die Beisetzung des Gefallenen und erklärten gleichfalls, daß sie es für selbstverständlich erachten, sich der letzten Ehrenerweisung für den in ehrlichem Männerkampfe gefallenen Kommilitonen anzuschließen. Und dankbar und in beschämter Ergriffenheit nahmen die Cimbern das Anerbieten der Kommilitonen an.
Inzwischen hatte die medizinische Fakultät ihre Genehmigung erteilt, daß mit Rücksicht darauf, daß Scholz in Marburg noch nicht wieder eine Wohnung gemietet habe, das Prosektorzimmer der Anatomie zur Aufbewahrung der Leiche benutzt werden dürfe. Man hatte sofort beim Gärtner Gewächsschmuck bestellt, und korpsbrüderliche Sorge schmückte die kahle Stube, die schmale Holzpritsche feierlich mit akademischem Totenprunk.
Als die Aufbewahrung der Leiche und die Ausschmückung des Zimmers vollendet war, trat die Totenwache ihren Dienst an. Zunächst standen der erste und zweite Chargierte. Von Stunde zu Stunde sollten sie dann durch zwei andere Korpsburschen abgelöst werden, und danach sollten die Füchse darankommen.
Werner hatte sich an all diesen Vorbereitungen nicht beteiligen können. Die Fahrt vom Dammelsberg bis zur Anatomie zu viert mit der Leiche, dann ...
Ja dann --!
Dann hatten sie Scholzens Leiche durch den hallenden Flur des Anatomiegebäudes hinübergeschleppt in das Prosektorzimmer und hatten sie auf den Tisch am Fenster gelegt ... und Wichart hatte sie in Empfang genommen, hatte die breite Brust entblößt, die Wunde mit der Sonde untersucht und dann still gesagt:
»Das Herz is glatt durchgeschlage --«
Und dann hatte der Anatomiediener Michel die Leiche entkleidet, und in ihrer nackten, frischen Schönheit, noch unberührt vom Hauch der Auflösung, hatte sie dagelegen im strahlenden Mittagslicht ...
Und wieder war Werner hinausgestürzt und hatte sich in seine Stube geflüchtet -- hatte seinen fieberschauergeschüttelten Leib in die Decken gewühlt und in dumpfem Grübeln um den Sinn dieses Schicksals gerungen ...
War das Sühne?! War das die strafende Gerechtigkeit eines Ewigen?! Oder war es nur ein Zufall ... ein Zufall, der nur für ihn, den Wissenden, die Grimasse eines gerechten Gerichts, einer Sühne trug?
War es nicht Sentimentalität, war es nicht Romantik, in dieser zufälligen Aufeinanderfolge deutungstiefe Symbolik zu suchen ... eine Symbolik, eine Predigt, die der doch nicht vernehmen konnte, den sie zuvörderst anging? Oder wurde gar die Seele des Entschlafenen in dieser Stunde von einem Engel des Gerichts zur Konfrontation in den kahlen Raum hineingeschleppt ... zur Konfrontation mit ihrem starren Leibe, zur Konfrontation mit ihrer schlotternden Erinnerung an einen andern starren Leib, der einmal auf der gleichen Stelle gelegen hatte, gleich nackt und bloß? Zur Konfrontation mit der Erinnerung an eine andere Stunde, da diese beiden nackten Leiber sich umschlungen gehalten hatten in heißem, fieberndem Lebensüberschwang, und ein anderes Leben gezeugt ... ein Leben, dessen Wachsen und Schwellen die Mutter in Verzweiflung und Tod getrieben hatte?!
Ja, ~wer das wüßte~! Wer Zeuge sein dürfte nicht bloß einer willkürlichen Aufeinanderfolge von Ereignissen, die heute wirr- und sinnlos nacheinander abrollten, morgen einmal für einen Augenblick den Schein eines inneren, gesetzmäßigen Zusammenhanges annehmen, einer höheren Ordnung, eines waltenden Oberwillens ... um schnell wieder aus dem Kosmos in das Chaos zu zerflattern!
Ja, in das Chaos ... denn draußen auf dem Flur hatte in diesem Augenblicke das wahnsinnige Verzweiflungsgeschrei eines Weibes eingesetzt -- eines Weibes, das sich schuldig zieh am Tode des Mannes, der vorgestern nacht in ihren Armen gelegen -- --
Schuldig?! Ach, Himmel ... war sie schuldig?! War sie nicht einfach dem Gesetz ihrer Natur gefolgt, ihrer Natur, die sie zur Liebe, zum gedankenlosen Genusse des Augenblicks, zum Kusse der Sinnenliebe geschaffen hatte?!
Warum war der gestorben an ihrem Kusse und jene andern nicht, seine Korpsbrüder, die doch auch in ihren Armen gelegen haben sollten?! Warum nicht er, Werner selbst, den doch wahrlich nicht sein Wille gehindert hatte, ein Gleiches zu tun?!
Nein, es war vergebens, in der ungeheuren Wirrnis dieses Daseins nach einem Sinn zu suchen ...
Und jene Stimme, die er droben vernommen, als es zuerst geheißen hatte: in die Prosektorstube mit ihm ... jene Stimme, die gesprochen hatte: die Rache ist mein -- war sie etwas anderes, denn ein Reflex aus Jugendtagen, der Widerhall eines jahrtausendalten Wahns?
Und vor dem frierenden Knaben, dem am sengenden Augustmittag unter warmen Decken die Zähne schlugen und die Glieder schauerten ... vor dem reckte sich das starre Riesenantlitz der Sphinx ... die blicklosen Augen ins Unendliche gerichtet ... ins Unendliche.
* * * * *
Am Nachmittage ging Werner dann, Band und Mütze frisch umflort, zur Anatomie, um einen Strauß weißer Rosen als Scheidegruß auf die Knie seines Leibburschen zu legen.
Unterwegs begegnete ihm Klauser ... auch er trug einen weißen Rosenstrauß.
Die Freunde hatten sich seit dem Dammelsberg-Abend noch nicht gesehen.
Stumm, ein Würgen in der Kehle, drückten sie sich die Hände.
Und schritten stumm selbander.
Nach einer Weile zog dann Klauser ein Zeitungsblatt hervor. Er gab es dem Korpsbruder, wies auf den Rosenstrauß und sprach:
»Den hat mir eben ein Dienstmann gebracht.«
Werner entfaltete das Zeitungsblatt; er wußte, was er dort finden würde; und unter der Rubrik der Familienanzeigen begann er zu lesen:
»Die Verlobung ihrer Tochter Marie mit Herrn Professor +Dr. jur.+ Wilhelm Dornblüth beehren sich ...«
Er konnte nicht weiter lesen. Seine Blicke umschleierten sich. Und er schob seinen Arm in den des Korpsbruders und zog ihn an sich.
Und schweigend schritten die Jünglinge dem Hause des Todes zu.
Die Vorhalle der Anatomie war in einen grünen Gang ernsten dunklen Laubes verwandelt. In der Prosektorstube stand nun der Tisch, vom Fenster ab, mitten in die Stube hinein. Am Fußende Papendieck und Krusius, in Wichs, Cerevis und Schärpe, Band und Verschnürungen umflort, im Arm den blanken Schläger mit umflorten Farben. So hielten sie die Totenwacht.
Über Scholzens Haupt hing das Cimbernbanner. Auf dem bleichen Gesichte, das noch im Tode den hochmütig-starren Ausdruck wies, spielten die flackernden Kerzen, glühten und mischten sich mit den letzten Abendstrahlen, die durchs Fenster fielen.
Und Werner legte zuerst seine Rosen auf den toten Freund. Klauser aber zögerte noch. Eine der weißen Blüten brach er ab und steckte sie rasch in die linke Brusttasche. Dann senkte auch er seinen Strauß auf die Bahre -- den Strauß, den ihm Marie zum Abschied geschickt hatte.
* * * * *
Der Frankfurter Schnellzug brauste heran. Der ganze Bahnhofsperron war dicht gedrängt von dem Schwall der Studenten besetzt. Die Fremden, die den Zug benutzen wollten, konnten sich kaum Bahn schaffen. Vorn, wo der Gepäckwagen halten mußte, stand, mit Kränzen übersät, auf zwei zusammengeschobenen Gepäckwagen, der Sarg. Obenauf der Kranz der Cimbria mit riesiger, umflorter blau-rot-weißer Schleife. Und neben dem Sarge, im Zylinder, eine totenblasse, hochaufgerichtete Männergestalt; die hochmütigen, unnahbaren, herbgeschlossenen Züge waren den Cimbern seltsam bekannt und vertraut: nur daß diese Augen, dieser schmale Mund von buschigem Grau überschattet waren ...
Und rings umdrängten die Chargierten der Marburger Korporationen den Sarg. Keine fehlte: auch die theologischen Verbindungen hatten sich, unangemeldet, zu allgemeinem Staunen noch eingefunden. Voran das leidtragende Korps, dahinter der übrige S. C. Und dann in bunter Reihe Burschenschaften, Wingolf, freie Verbindungen und alle die andern. Alle in Wichs, alle Farben umflort, heut einmal alle geeinigt unterm Banner des Todes. Und hinter den Chargierten die ganze Studentenschaft, Kopf an Kopf, alle die Tausend ... auch der Russe vom Dammelsberg fehlte nicht.
Nun hielt der Zug. Neugierig staunend fuhren die Gesichter der eleganten Reisenden ans Fenster, erst belustigt, dann mitergriffen von dem feierlichen Schauspiel jugendlicher Totenklage.
Und wie man den Sarg in den Waggon hob, da senkten sich auf einmal alle Fahnen der Verbindungen, die Mützen und Hüte der Tausend flogen von den Köpfen, und Musik hob erschütternd an:
»Jesus, meine Zuversicht, Und mein Heiland ist im Leben ... Dieses weiß ich: soll ich nicht Darum mich zufrieden geben? Was die langemTodesnacht Mir doch für Gedanken macht!«
Dann begleiteten die Cimbern den Vater zum Coupé, das graue Haupt entblößte sich, dankend schüttelte er die Hände der Jünglinge, dankend, doch starr, gemessen, tränenlos ...
»Fertig!« -- »Fertig!« -- »Fertig!«
»Abfahren!«
Schrille Pfiffe ... Pfauchen der Lokomotive.
Und die Schläger der Chargierten flogen blitzend in die Luft.
Aus tausend Kehlen schwoll zum feierlichen Klang der Hörner das Burschenabschiedslied:
»Ist einer unser Brüder dann geschieden, Vom blassen Tod gerufen ab, Dann weinen wir und wünschen tiefen Frieden In unsres Bruders stilles Grab. Wir weinen und wünschen den Frieden hinab In unsres Bruders stilles Grab.«
Und taktmäßig schlugen die Klingen zusammen ... in stillem Gruß wehten tausend Mützen und Hüte dem Zuge nach ...
Ade -- ade -- ade -- --
Draußen sammelte sich dann der Zug.
Das leidtragende Korps Cimbria zog zuerst von dannen, stumm, zur Kneipe hinauf, zum feierlichen Trauersalamander.
Die andern Korporationen aber nahmen die Flöre von Fahnen und Cerevisen und Schlägern. Und bald klang ein flotter Marsch, und zu schmetternden Lebensfanfaren ging's in endlosem Zuge, wie neulich zum Dammelsbergfeste, dem Marktplatze zu.
Da traten die Chargierten inmitten des Platzes abermals zusammen, aber diesmal senkten die Fahnen sich nicht, sie flatterten lustig in Wind und Sonne.
Und abermals klangen die Schläger, hob sich Burschengesang:
+Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus; post jucundam juventutem post molestam senectutem nos habebit humus+ ...,
+Vita nostra brevis est, brevi finietur -- venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur -- -- --+
+Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore+ ...
Ja, und als sei schon vergessen, um wessen willen das jüngst verloschene Jugendleben sich verblutet habe, klang's huldigend und heiter auch also:
+Vivant omnes virgines faciles, formosae, vivant et mulieres tenerae, amabiles, bonae, laboriosae!+
Und:
+Pereat tristitia!+
klang's zum Schluß ...
Da schwollen, tief aufatmend, die Busen der jungen Studenten dem Sonnenlicht, dem jungen Tage, der ersehnten Weibeshuld, dem Leben, ach ja, dem lachenden, blühenden, hochaufschäumenden Leben entgegen --
Nieder die Traurigkeit ...
+Pereat tristitia!+
so klang's über Marburgs altehrwürdigen Marktplatz ...
-- -- -- -- +Pereat tristitia!+ -- -- -- --
Eine Straße weiter aber schrie ein junges Weib wild auf, als die lebenlockenden Klänge herüberrauschten, daß die ganze alte Stadt zu klingen und zu schwingen schien ... sie schrie auf in ihrer Kammer, in ihrem Bett, unter den Händen des Arztes und der Mutter ...
Und stumm und verbissen schluchzte nebenan ein Jüngling in das Taschentuch ... der einzige Student in Marburg, der ausgeschlossen gewesen war an diesem Tage von der Scheideklage, wie vom Hymnus des Lebens.