VI.
Aljoscha war eine Stunde vor der Begegnung zu Natascha gekommen, ich kam gerade in dem Augenblicke, als Katjäs Equipage vor dem Haustor hielt. Katjä erschien mit der alten Französin, die nach langem Zögern endlich eingewilligt hatte, sie zu begleiten und ihr sogar erlaubt hatte, allein den Besuch bei Natascha zu machen, unter der Bedingung, daß Aljoscha zugegen sein würde. Katjä rief mich zu sich an die Equipage, als sie mich erblickte, und bat mich, Aljoscha zu ihr zu senden. Ich traf oben Natascha und Aljoscha in Tränen an: beide weinten. Als Natascha hörte, daß Katjä gekommen sei, erhob sie sich, wischte sich die Tränen ab und stellte sich in Erwartung der Tür gegenüber. Gekleidet war sie diesen Morgen ganz in weiß. Ihre dunkelbraunen Haare waren glatt zurückgekämmt und hinten im Nacken zu einem dichten Knoten verschlungen. In dieser Frisur liebte ich sie am meisten. Als sie sah, daß ich beabsichtigte, bei ihr zu bleiben, bat sie mich auch, den Gästen entgegenzugehen.
„Erst jetzt war es mir möglich, meine Absicht auszuführen, und Natascha aufzusuchen,“ sagte Katjä zu mir, als wir die Treppe hinaufstiegen, „so sehr hat man auf mich aufgepaßt, ... es war schrecklich! Mme. Albert habe ich ganze zwei Wochen bereden müssen, bis sie endlich einwilligte. Und Sie, und Sie, Iwan Petrowitsch, sind kein einziges Mal zu mir gekommen! Schreiben konnte ich Ihnen auch nicht und es fehlte mir auch die Lust dazu, denn im Brief kann man ja doch nicht alles sagen. Und wie gern hätte ich sie gesprochen ... Mein Gott, wie mir jetzt das Herz klopft ...“
„Die Treppe ist so steil,“ bemerkte ich.
„Nun, ja ... die Treppe ... Doch, was glauben Sie: wird Natascha mir zürnen?“
„Nein, weshalb?“
„Nun, ja ... freilich, weshalb; ich werde es ja gleich selbst erfahren; wozu frage ich Sie noch?“ ...
Ich führte sie am Arme hinauf. Sie war bleich und schien sich sehr zu fürchten. Auf dem letzten Treppenabsatz blieb sie stehen um Atem zu schöpfen, dann aber stieg sie, mit einem bedeutsamen Blick auf mich, entschlossen die letzten Stufen hinauf.
Vor der Tür blieb sie noch einmal stehen und flüsterte mir zu: „ich werde einfach hineingehen und ihr sagen, daß ich so an sie geglaubt habe, ohne etwa befürchten zu müssen ... Übrigens, was sage ich, ich bin doch überzeugt, daß Natascha das edelste Geschöpf ist, das es gibt. Nicht wahr?“
Sie trat schüchtern wie eine Schuldbewußte ein und sah Natascha starr an, die ihr zulächelte. Da trat Katjä sofort auf sie zu, ergriff ihre beiden Hände und küßte sie auf die Lippen. Darauf wandte sie sich, ohne Natascha ein Wort gesagt zu haben, ernst und streng an Aljoscha und bat ihn, sie auf eine halbe Stunde allein zu lassen.
„Du, Aljoscha, sei deshalb nicht böse,“ fügte sie hinzu, „ich wünsche es darum, weil ich mit Natascha über viele ernste und wichtige Dinge zu reden habe, die du nicht hören sollst. Sei vernünftig, und gehe. Sie aber, Iwan Petrowitsch, bleiben hier. Sie müssen bei unserem Gespräch zugegen sein.“
„Setzen wir uns,“ sagte Katjä, als Aljoscha fort war, „so, ich setze mich Ihnen gegenüber. Ich möchte Sie zuerst ein wenig ansehen.“
Sie setzte sich Natascha gegenüber und betrachtete sie stumm. Natascha mußte unwillkürlich lächeln.
„Ich kenne Ihre Photographie,“ sagte Katjä, „Aljoscha hat sie mir gezeigt.“
„Ist sie ähnlich?“
„Sie sind schöner,“ sagte Katjä ernst und bestimmt. „Ich wußte es, daß Sie schöner sind.“
„Und ich freue mich über Sie, wie reizend Sie sind!“
„Was Sie sagen! reden Sie nicht von mir, meine Liebe!“ fügte Katjä hinzu, und ergriff mit zitternden Händen Nataschas Hand, und wieder schwiegen sie und sahen sich gegenseitig an. „Sehen Sie, Natascha,“ unterbrach Katjä das Schweigen, „wir haben nur eine halbe Stunde für uns; Madame Albert wollte mir kaum diese halbe Stunde schenken, – und ich habe viel mit Ihnen zu reden ... Ich will ... ich muß ... Sie einfach fragen: lieben Sie Aljoscha sehr?“
„Ja, sehr.“
„Wenn das so ist ... wenn Sie ihn sehr lieben ... so ... müssen Sie auch sein Glück wünschen ...“ fügte sie leise schüchtern hinzu.
„Ja, ich wünsche es, daß er glücklich würde.“
„So ist’s ... doch jetzt die Frage: kann ich sein Glück ausmachen? Habe ich das Recht so zu sprechen, denn ich nehme Ihnen Aljoscha. Wenn es Ihnen scheint, und wir wollen das jetzt entscheiden, daß er mit Ihnen glücklicher wird, als, als ... so ...“
„Das ist bereits entschieden, liebe Katjä, Sie selbst wissen es doch, daß alles entschieden,“ antwortete Natascha und neigte ihr Haupt. Es fiel ihr offenbar schwer, das Gespräch weiterzuführen.
Katjä hatte wahrscheinlich eine lange Auslegung über dieses Thema vorbereitet: wer Aljoschas Glück ausmachte und wer von ihnen ihn der anderen abtreten sollte? Doch durch Nataschas Antwort begriff sie sofort, daß alles beschlossen und kein Wort mehr zu verlieren sei. Ihre reizenden Lippen halb geöffnet, sah sie traurig Natascha an, deren Hand sie immer noch in der ihren hielt.
„Und Sie, Sie lieben ihn sehr?“ fragte Natascha sie plötzlich.
„Ja; und ich wollte Sie auch darum fragen und bin deshalb hierhergekommen, um zu erfahren, warum Sie ihn lieben?“
„Ich weiß es nicht,“ antwortete Natascha, in ihrer Antwort lag ein Ausdruck gewisser Ungeduld.
„Halten Sie ihn für klug?“ fragte Katjä.
„Nein, ich liebe ihn einfach ...“
„Und ich auch. Er tut mir scheinbar immer so leid.“
„Und mir auch,“ antwortete Natascha.
„Was soll man jetzt mit ihm beginnen! Und wie konnte er Sie um meinetwillen verlassen, ich begreife es nicht!“ rief Katjä aus. „Jetzt, wo ich Sie gesehen habe, kann ich es nicht verstehen!“
Natascha antwortete nicht und sah zu Boden. Auch Katjä verstummte und plötzlich erhob sie sich und umarmte sie zärtlich. Sich umarmt haltend, weinten sie miteinander. Katjä setzte sich auf den Arm des Lehnstuhls und hielt Natascha fest umschlungen, ihr die Hände küssend.
„Wenn Sie wüßten, wie sehr ich Sie liebe!“ sagte sie in Tränen aufgelöst. „Wir wollen Schwestern bleiben und uns schreiben ... ich werde Sie ewig lieben, ewig ...“
„Hat er Ihnen von unserer Hochzeit im Juni gesprochen?“ fragte sie Natascha.
„Ja, er hat gesagt, daß Sie dareinwilligen. Das ist doch alles nur so, um ihn zu beruhigen, nicht wahr?“
„Natürlich.“
„So habe ich es auch aufgefaßt. Ich werde ihn sehr lieben, Natascha, und Ihnen von ihm schreiben. Wahrscheinlich wird man uns bald verheiraten; so scheint es wenigstens. Sie sprechen alle davon. Liebe Natascha, Sie werden doch jetzt zu Ihren Eltern gehen?“
Natascha antwortete nicht, sondern küßte sie schweigend.
„Werden Sie glücklich!“ sagte sie.
„Und ... Sie ... Sie auch,“ erwiderte Katjä.
In dem Augenblicke öffnete sich die Tür und Aljoscha trat ein. Er war nicht imstande, die halbe Stunde abzuwarten und als er sie jetzt umarmt und in Tränen sah, stürzte er ihnen beiden zu Füßen.
„Warum weinst denn du?“ fragte ihn Natascha. „Wir werden doch nicht auf lange getrennt sein? Zum Juni kommst du doch wieder?“
„Und dann wird eure Hochzeit sein,“ beeilte sich auch Katjä ihn zu trösten.
„Doch, ich kann nicht, ich kann dich nicht auf einen Tag verlassen, Natascha. Ich muß ohne dich sterben ... Du weißt nicht, wie teuer du mir jetzt bist! Gerade jetzt! ...“
„Nun, mache es doch so,“ sagte plötzlich belebt Natascha, „die Gräfin bleibt doch längere Zeit in Moskau?“
„Ja, fast eine Woche,“ bestätigte Katjä.
„Eine Woche! Was wäre denn besser: du begleitest sie morgen nach Moskau, bleibst dort einen Tag und kommst hierher zurück. Wenn sie Moskau verlassen, fährst du wieder hin und begleitest sie auf einen Monat aufs Land.“
„So, so ist’s ... Sie werden immerhin noch vier Tage zusammen sein!“ rief Katjä entzückt, mit einem vielsagenden Blick auf Natascha.
Das Entzücken Aljoschas über dieses neue Projekt läßt sich gar nicht beschreiben. Er schien plötzlich vollkommen beruhigt; sein Gesicht strahlte, er umarmte Natascha, küßte Katjä die Hand, umarmte mich. Natascha sah ihn mit traurigem Lächeln an, doch Katjä konnte sich kaum mehr beherrschen. Sie warf mir einen heißen, zornigen Blick zu, umarmte Natascha, erhob sich vom Stuhl um aufzubrechen. In dem Augenblick erschien auch schon der Diener mit der Meldung, daß die halbe Stunde vorüber sei.
Natascha erhob sich. Beide standen sich jetzt gegenüber und sahen sich mit einem Blick an, der ihre ganze Seele ausdrücken sollte.
„Wir werden uns niemals wiedersehen,“ sagte Katjä.
„Niemals mehr,“ antwortete Natascha.
„Dann leben Sie wohl.“
Sie umarmten sich.
„Fluchen Sie mir nicht,“ flüsterte ihr eilig noch Katjä zu, „ich werde immer ... seien Sie überzeugt ... er wird glücklich ... Komm, Aljoscha, begleite mich!“ stieß sie eilig hervor und faßte ihn an der Hand.
„Wanjä!“ wandte sich Natascha an mich, ganz erschöpft, als sie gegangen, „folge auch du ihnen ... Aljoscha wird bis zum Abend bei mir sein, bis acht Uhr; länger kann er nicht, dann muß er gehen. Ich bleibe dann allein ... Komme gegen zehn Uhr. Bitte!“
Als ich um neun Uhr Nelly (nach der zerschlagenen Tasse) mit Alexandra Ssemjonowna allein ließ, ging ich zu Natascha, die bereits ungeduldig auf mich wartete. Mawra gab den Tee; Natascha schenkte mir eine Tasse ein, setzte sich auf den Diwan und ich mußte mich neben sie setzen.
„Nun ist alles, alles aus!“ sagte sie mit einem Blick auf mich, den ich nie vergessen werde.
„Ein halbes Jahr der Liebe ... für ein ganzes Leben,“ fügte sie hinzu und preßte meine Hand.
Ihre Hände brannten. Ich fing an sie zu bereden, sich warm einzuhüllen und zu Bett zu legen.
„Sofort, Wanjä, sofort. Laß mich nur reden und mich an alles dies erinnern ... Ich bin wie zerschlagen ... Morgen sehe ich ihn zum letzten Male, um zehn Uhr ... zum letzten Mal!“
„Natascha, du bist wie im Fieber, gleich wird dich der Schüttelfrost packen; habe Mitleid mit dir ...“
„Was glaubst du, Wanjä? Ich habe hier auf dich seit einer halben Stunde gewartet und ich fragte mich, als er fortgegangen war – fragte mich: liebe ich ihn, oder liebe ich ihn nicht, und was war das eigentlich für eine Liebe? Dir wird das wohl sonderbar vorkommen, Wanjä, daß es von mir erst jetzt geschah?“
„Rege dich nicht auf, Natascha ...“
„Siehst du, Wanjä, ich glaube, daß ich ihn nicht so geliebt habe, wie eine gewöhnliche Frau einen Mann liebt. Ich liebte ihn fast ... wie eine Mutter. Ich glaube, daß es auf der Welt gar keine solche Liebe gibt, wo sich gegenseitig beide ganz gleich lieben, ah? Wie denkst du?“
In banger Unruhe beobachtete ich sie und befürchtete einen Fieberausbruch. Sie schien sich einem sonderbaren Gefühl hinzugeben, einem Bedürfnis, zu reden; oft ganz unzusammenhängende Worte, die ich kaum verstehen konnte. Ich fürchtete sehr für sie.
„Er war mein,“ fuhr sie fort. „Gleich von der ersten Begegnung an, tauchte in mir der unbezwingliche Wunsch auf, daß er mein sei, ganz mein, und daß er niemanden kennen, niemanden sehen müßte, als nur mich ... Katjä hatte ganz recht vorhin, als sie sagte; ich habe ihn die ganze Zeit mit einer Liebe geliebt, als ob er mir leid täte ... Immer hatte ich den unbezwinglichen Wunsch, ja die Qual, wenn ich allein blieb, daß er unendlich und ewig glücklich sein müsse. Ich konnte sein Gesicht nicht ruhig ansehen. (Du kennst doch den Ausdruck seines Gesichtes, Wanjä): einen solchen Ausdruck _gibt es nicht_ noch einmal, und wenn er lachte, so lief mir ein kalter Schauer über den Rücken ... Das ist wahr! ...“
„Natascha, höre mich an ...“
„Alle sagten,“ unterbrach sie mich, „und übrigens auch du hast es gesagt, daß er charakterlos und ... sein Verstand der eines Kindes sei. Nun, und, das war es, was ich am meisten an ihm liebte ... glaubst du es mir? Ich weiß nicht, ob ich ihn gerade nur darum liebte: kurz, ich liebte ihn einfach so wie er war und wäre er anders gewesen, so hätte ich ihn vielleicht gar nicht so lieb gehabt. Weißt du, Wanjä, ich muß dir noch eines gestehen; erinnerst du dich, vor drei Monaten hatten wir einen großen Streit, damals, als er mit seinen Kameraden bei dieser Minna gewesen war ... Als ich es erfahren, glaubst du mir, tat es mir sehr weh, zugleich war es aber so angenehm, daß er sich vor mir schuldig fühlte, und ich das Gefühl hatte, daß er sich wie ein Erwachsener aufgeführt und mit anderen Männern zu schönen Frauen gefahren! Und dann, welch ein Entzücken, ihm vergeben zu können ... oh, Lieber!“
Sie sah mir ins Gesicht und lächelte so sonderbar. Darauf verfiel sie in tiefes, tiefes Nachdenken. Und lange saß sie da, mit diesem Lächeln auf den Lippen und dachte an Vergangenes.
„Ich liebte es unendlich, ihm zu vergeben, Wanjä,“ fuhr sie fort. „Wenn er mich allein ließ und ich im Zimmer auf und ab ging, weinte und mich quälte, dann dachte ich immer: je schuldiger er vor mir sein wird, um so besser ... Ja! Und weißt du: immer schien es mir, daß er ein kleiner Junge sei: ich sitze da, er legt seinen Kopf auf meinen Schoß und schläft ein, dann streiche ich ihm leise übers Haar ... Immer habe ich ihn mir so vorgestellt, wenn er nicht bei mir war ... Weißt du, Wanjä,“ wandte sie sich plötzlich an mich, „wie reizend ist doch Katjä!“
Ich fühlte es, daß sie mit Absicht ihre Wunde aufriß, als fühlte sie ein Bedürfnis – ein Bedürfnis, der Verzweiflung und des Leides ... Das geschieht oft mit Herzen, die viel verloren haben!
„Wie es mir scheint, wird Katjä ihn glücklich machen,“ fuhr sie fort. „Sie hat Charakter und spricht zu ihm so überzeugt, so ernst und überlegen – und stets von hohen Dingen, wie eine Erwachsene. Und dabei ist sie selbst – das reine Kind! Ein liebes, liebes Kind! Oh, möchten sie glücklich sein!“
Tränen und Schluchzen erschütterten ihren Körper. Ganze anderthalb Stunden konnte sie nicht zu sich kommen, sich irgendwie beruhigen.
Dieser Engel von Natascha! Und doch konnte sie noch an demselben Abend, trotz ihres Kummers, Teilnahme für mich und meine Sorgen haben, als ich ihr, um sie zu zerstreuen, von Nelly erzählte ... Wir trennten uns erst spät abends, ich wartete bis sie eingeschlafen war und bat Mawra, als ich fortging, heute nacht bei ihrer kranken Herrin zu wachen.
„Oh, schneller, schneller,“ dachte ich, als ich zu mir zurückkehrte, „schneller ein Ende mit diesen Qualen! Einerlei wodurch, einerlei wie, nur schneller, schneller!“
Um neun Uhr morgens war ich bereits wieder bei ihr. Zu gleicher Zeit mit mir fand sich auch Aljoscha ein – um Abschied zu nehmen. Ich möchte nicht von diesen Augenblicken sprechen, und nicht an sie denken. Natascha wollte lustig und gleichgültig erscheinen, und konnte es nicht. Sie umarmte Aljoscha krampfhaft. Sie sprach kein Wort mit ihm, sie sah ihn nur ganz verstört an. Sie hörte gierig jedem seiner Worte zu und schien doch nicht zu begreifen, was er zu ihr sprach. Ich weiß, er bat sie, ihm zu vergeben, ihm und seiner Liebe alles das, womit er sie in der letzten Zeit gekränkt, seine Untreue zu ihr und seine Liebe zu Katjä, seine Abfahrt ... Er sprach zusammenhanglos, Tränen erstickten seine Stimme. Dann versuchte er sie wieder zu beruhigen, sagte, daß er nur auf einen Monat fortginge oder höchstens fünf Wochen, daß er im Sommer wiederkomme und dann ihre Hochzeit sei, und daß der Vater einwilligen würde, und schließlich, was die Hauptsache, daß er übermorgen aus Moskau zurückkehre, um mit ihr noch vier Tage zusammen zu verleben, also würden sie jetzt nur auf einen Tag getrennt sein ...
Sonderbar: wenn er fest davon überzeugt gewesen wäre, daß er die Wahrheit sprach und übermorgen aus Moskau zurückkehrte, – warum weinte er und quälte er sich so?
Endlich schlug die Uhr elf. Ich konnte ihn nur mit aller Gewalt bereden aufzubrechen. Der Moskauer Schnellzug fuhr um Punkt zwölf Uhr ab. Es blieb ihm nur noch eine Stunde. Natascha sagte mir später selbst, daß sie sich der letzten Augenblicke nicht mehr entsinne. Sie bekreuzte ihn, glaube ich, küßte ihn, bedeckte ihr Gesicht mit beiden Händen und lief ins Zimmer zurück. Ich mußte Aljoscha zur Equipage führen, sonst wäre er niemals fortgegangen.
„Meine ganze Hoffnung beruht auf Dir,“ sagte er mir beim Abschied. „Freund Wanjä, ich bin niemals deiner Liebe würdig gewesen, doch bleibe mir trotzdem ein Bruder; verlasse du sie nicht, schreibe mir alles ausführlich über sie, so ausführlich, als nur möglich. Übermorgen werde ich wieder da sein, bestimmt, bestimmt! Doch dann, wenn ich dann fortfahre, dann schreibst du!“
Ich setzte ihn in den Wagen.
„Bis übermorgen!“ rief er mir noch zu, „bestimmt!“
Als ich mit bangem Herzen oben wieder Nataschas Zimmer betrat, stand sie mitten im Zimmer, mit verkreuzten Armen und blickte mich so fremd an, als erkenne sie mich nicht. Ihr Haar war in Unordnung; ihr Blick war trübe und wie irrsinnig. Mawra stand an der Tür und sah sie angstvoll an.
Plötzlich blitzten ihre Augen auf.
„Ah! Du bist es! Du!“ schrie sie mich an, „Du allein bist geblieben. Du mochtest ihn nicht! Du hast es ihm nie verzeihen können, daß ich ihn liebte ... Jetzt bist du wieder da! Wie? Bist wohl wieder mich beruhigen gekommen, mich bereden, zum Vater zurückzukehren, der mich verflucht hat. Das wußte ich bereits seit gestern, seit zwei Monaten! ... Ich will nicht, will nicht! Ich selbst werde sie verfluchen! ... Geh fort, ich will dich nicht sehen! Fort, fort!“
Ich verstand, daß sie außer sich war, und daß mein Anblick ihren Zorn bis zur Raserei steigerte, ich begriff zugleich, daß es so kommen mußte und beschloß, hinauszugehen. Ich setzte mich auf die erste Treppenstufe und – wartete. Von Zeit zu Zeit öffnete ich die Tür und rief Mawra hinaus, um sie auszufragen; Mawra weinte.
So vergingen anderthalb Stunden. Was ich in dieser Zeit durchlebt, ist nicht wiederzugeben. Mein Herz erstarb in mir und tat mir zu gleicher Zeit grenzenlos weh. Plötzlich öffnete sich die Tür und Natascha stürzte in Hut und Mantel heraus. Sie war noch nicht zu sich gekommen und sie gestand mir selbst später, daß sie nicht gewußt hätte, was sie beabsichtigt, und wohin sie habe laufen wollen.
Ich konnte kaum von meinem Platze springen, um mich vor ihr zu verbergen, als sie mich bereits gewahrte und wie angewurzelt vor mir stehen blieb. „Es fiel mir plötzlich ein, daß ich Wahnsinnige, Hartherzige, dich hatte fortschicken können, dich, meinen einzigen Freund, meinen Bruder und Retter!“ erzählte sie mir später. „Und als ich sah, daß du, den ich beleidigt, vor meiner Tür auf der Treppe sitzest und wartest bis ich dich wieder rufe, Gott! – wenn du wüßtest, Wanjä, was damals in mir vorging – als hätte man mir einen Dolch ins Herz gestoßen ...“
„Wanjä, Wanjä,“ rief sie und streckte mir beide Hände entgegen. „Du hier! ...“
Und sie fiel in meine Arme.
Ich hob sie auf und trug sie ins Zimmer. Sie war ohnmächtig. „Was tun?“ dachte ich. „Sie wird erkrankt sein, das ist sicher!“
Ich entschloß mich zum Doktor zu laufen; hier mußte sofort eingegriffen werden. Ich konnte schnell zu ihm fahren, bis zwei Uhr war mein alter Deutscher immer zu Hause. Ich eilte zu ihm, und befahl Mawra, Natascha nicht eine Minute, nicht eine Sekunde, allein zu lassen, ihr auch jeden Ausgang zu verweigern. Gott war mir gnädig: ein wenig später und ich hätte meinen Alten nicht mehr zu Hause angetroffen. Er begegnete mir bereits auf der Straße. Ich setzte ihn in die Droschke, so daß er kaum zur Besinnung kam, und wir fuhren zurück zu Natascha.
Ja. Wirklich, Gott war mir gnädig! In der halben Stunde meiner Abwesenheit hatte sich bei Natascha etwas zugetragen, das sie vollständig hätte vernichten können, wenn ich nicht zur rechten Zeit mit dem Doktor erschienen wäre. Eine viertel Stunde nach meiner Entfernung, war der Fürst bei ihr erschienen. Er hatte die Seinen zur Bahn begleitet und war direkt von da zu Natascha gekommen. Dieser Besuch war wahrscheinlich eine längst beschlossene Sache für ihn gewesen. Natascha erzählte mir selbst später, daß sie im ersten Augenblick gar nicht erstaunt gewesen, als sie den Fürsten gesehen. „Mein Geist war umnachtet,“ sagte sie.
Er setzte sich ihr gegenüber und sah sie mit zärtlichen und mitleidigen Blicken an.
„Meine Liebe,“ sagte er seufzend zu ihr, „ich verstehe Ihren Kummer; ich wußte, wie schwer Ihnen dieser Augenblick fallen würde, darum hielt ich es für meine Pflicht, Sie aufzusuchen. Trösten Sie sich, wenn Sie können, wenigstens damit, daß Sie, indem Sie zurückgetreten sind, Aljoscha den Weg zum Glück freigegeben haben. Doch werden Sie das besser wissen als ich, denn Sie haben sich selbst zu diesem großmütigen Schritt entschlossen ...“
„Ich saß da und hörte ihm zu,“ erzählte mir Natascha, „zuerst konnte ich nicht begreifen, was er sagte. Ich habe ihn nur starr – starr angesehen. Er ergriff meine Hand und drückte sie in der seinen. Das schien ihm sehr angenehm zu sein. Ich war so geistesabwesend, daß ich es zuerst nicht einmal bemerkte.“
„Sie haben verstanden,“ fuhr er fort, „daß, wenn Sie Aljoschas Frau geworden wären, er Sie in der Folge vernachlässigt hätte, und Sie haben so viel edlen Stolz ... doch, ich bin nicht gekommen, um Sie zu loben. Ich wollte Ihnen nur versichern, daß Sie in niemandem und niemals einen so guten Freund finden werden, als in mir. Ich fühle mit Ihnen und bedaure Sie. Ich habe in dieser ganzen Angelegenheit sehr Teil an Ihnen genommen, doch – meine Pflicht mußte ich erfüllen. Ihr vorzügliches Herz wird das verstehen und sich mit dem meinen aussöhnen ... Mir fiel es vielleicht schwerer als Ihnen; glauben Sie mir.“
„Genug Fürst,“ erwiderte ihm Natascha. „Lassen Sie mich endlich in Ruh.“
„Gewiß, ich werde Sie sofort verlassen, doch liebe ich Sie, wie meine Tochter. Werden Sie es mir erlauben, Sie zu besuchen? Sehen Sie in mir einen Vater und erlauben Sie mir, Ihnen nützlich zu sein.“
„Ich habe nichts nötig, wollen Sie mich bitte verlassen,“ antwortete ihm wieder Natascha.
„Ich weiß, daß Sie stolz sind ... Doch spreche ich zu Ihnen aufrichtig, von Herzen. Was beabsichtigen Sie jetzt zu tun? Werden Sie sich mit Ihren Eltern versöhnen? Das wäre gewiß gut; doch Ihr Vater ist ungerecht, stolz und ein Despot; verzeihen Sie mir, aber er ist es. In Ihrem Hause werden Sie nur Vorwürfen und neuen Qualen begegnen ... Es ist also nötig, daß Sie unabhängig bleiben und meine heilige Pflicht ist es jetzt – für Sie zu sorgen und Ihnen zu helfen. Aljoscha hat mich gebeten, Sie nicht zu verlassen und Ihnen ein Freund zu sein. Doch auch außer mir gibt es Leute, die Ihnen sehr ergeben sind. Sie werden es mir hoffentlich gestatten, daß ich Ihnen den Grafen N. vorstelle. Er ist ein Verwandter von uns und mit seinem gütigen Herzen, man kann wohl sagen, ein Wohltäter unserer Familie; er hat viel für Aljoscha getan. Aljoscha hat ihn denn auch sehr geachtet und lieb gehabt. Er ist eine sehr hohe Persönlichkeit, mit großem Einfluß, ein alter Mann, den Sie zu jeder Zeit empfangen können. Er ist immer bereit, Ihnen, wenn Sie wollen, bei einer seiner Verwandten, eine vorzügliche Stellung verschaffen. Ich habe ihm bereits vor längerer Zeit von Ihnen erzählt und er interessiert sich so sehr für Sie, daß er den Wunsch ausgesprochen hat, Ihnen so bald als möglich vorgestellt zu werden ... Glauben Sie mir, er ist ein freigebiger, ehrenwerter, alter Herr, der das Schöne zu schätzen weiß, der noch unlängst sich Ihrem Vater gegenüber aufs edelste benommen, in einer Geschichte, die ...“
Natascha fuhr tief gekränkt auf, jetzt hatte sie ihn verstanden.
„Verlassen Sie mich, verlassen Sie mich sofort!“ rief sie.
„Nun, meine Liebe, Sie vergessen sich wirklich: der Graf kann Ihnen und besonders Ihrem Vater sehr nützlich sein ...“
„Mein Vater wird von Ihnen niemals etwas annehmen. Verlassen Sie mich, bitte!“ rief nochmals Natascha.
„O, mein Gott, wie ungeduldig und mißtrauisch Sie sind! Wodurch habe ich das verdient,“ erwiderte der Fürst etwas unsicher werdend. „Auf jeden Fall, erlauben Sie mir,“ fuhr er fort, ein großes Papierpaket aus der Tasche ziehend, „Ihnen als Beweis meiner Teilnahme für Sie und auch der Teilnahme des Grafen N., der mit seinem Rat mir beigestanden, hier in dem Paket zehntausend Rubel zu überreichen ... Warten Sie einen Augenblick,“ fuhr er fort, als er sah, daß Natascha sich voll Zorn von ihrem Platz erhoben hatte. „Hören Sie mich, bitte, geduldig an, Sie wissen, daß Ihr Vater dieses Geld an mich verloren hat, und diese zehntausend Rubel sollen jetzt zur Belohnung ...“
„Fort!“ schrie Natascha außer sich, „fort mit diesem Gelde! Ich durchschaue Sie ganz. – Sie niedriger, gemeiner Mensch!“
Bleich vor Wut erhob sich der Fürst von seinem Stuhl.
Aller Wahrscheinlichkeit nach war er zu Natascha gekommen, um etwas über ihre jetzige Lage zu erfahren. Auch glaubte er fest daran, dieser armen und von allen verlassenen Natascha dieses Angebot von zehntausend Rubel machen zu dürfen. Niedrig und gemein wie er war, hatte er des öfteren dem alten Lüstling Graf N. einen ähnlichen Dienst erwiesen. Er selbst haßte Natascha und als er nun sah, daß er sich in der Sache verrechnet hatte, so wollte er die Gelegenheit nicht unbenützt vorüber lassen, ohne sie tödlich zu beleidigen.
„Das ist durchaus nicht angebracht, meine Liebe, daß Sie sich darüber so empören,“ brachte er mit vor Erregung zitternder Stimme vor, in der die ganze Ungeduld der Erwartung lag, den Effekt seiner Beleidigung so bald als möglich zu erleben; „man bietet Ihnen Schutz an, Sie aber rümpfen das Näschen ... Sie scheinen es nicht zu wissen, wie dankbar Sie mir zu sein haben, denn ich hätte Sie schon längst in eine Korrektionsanstalt bringen können – als Vater eines von Ihnen verführten Sohnes, den Sie ausgenützt haben – und ich habe es nicht getan ... he, he, he!“
Doch in dem Augenblick waren wir schon in der Wohnung. Ich hatte bereits in der Küche die Stimme des Fürsten erkannt, ich ließ den Doktor stehen, stürzte ins Zimmer und war Zeuge seiner letzten Worte. Er brach in ein widerliches Gelächter aus, worauf ich Natascha „Oh, mein Gott!“ ausrufen hörte. In dem Augenblick stürzte ich mich bereits auf ihn.
Ich spie ihm ins Gesicht, ich schlug ihm ins Gesicht. Er wollte sich auf mich stürzen, als er aber bemerkte, daß wir zwei waren, griff er schnell nach seinem Geldpaket und lief hinaus. Unterdessen war der Doktor Natascha zu Hilfe geeilt, die außer sich wie in einem Anfall um sich schlug. Lange konnten wir sie nicht beruhigen: endlich aber gelang es uns, sie zu Bett zu legen.
„Doktor! Was fehlt ihr?“ wandte ich mich in meiner Angst an ihn.
„Das muß man erst abwarten,“ antwortete er mir, „noch kann ich nichts Näheres bestimmen. Das kann mit einem Nervenfieber enden ... Man muß Maßnahmen treffen ...“
In mir blitzte ein neuer Gedanke auf. Ich flehte den Doktor an, zwei bis drei Stunden bei Natascha zu verweilen, sie auf keinen Augenblick zu verlassen. Er gab mir sein Wort und ich lief zu mir nach Haus.
Nelly saß finster und erregt in der Ecke des Zimmers und sah mich verwundert an. Ich muß wohl sehr sonderbar ausgesehen haben.
Ich ergriff ihre Hand, setzte mich auf den Diwan, hob sie auf meine Knie und küßte sie heiß und zärtlich. Sie errötete.
„Nelly, mein Engel!“ sagte ich zu ihr. „Willst du unser aller Retter sein?“
Sie sah mich verwundert an.
„Nelly! Meine ganze Hoffnung ruht auf dir! Es gibt einen Vater: Du kennst ihn; er hat seine Tochter verflucht und gestern kam er her, um dich an Kindesstatt anzunehmen. Jetzt hat der, den Natascha liebte, und um dessentwillen sie von ihrem Vater gegangen war, sie verlassen. Er ist der Sohn dieses Fürsten, der, du erinnerst dich doch, an einem Abend hier war, und dich nur allein antraf; du aber warst von ihm fortgelaufen und nachher davon erkrankt ... Du kennst ihn doch? Er ist ein böser Mensch!“
„Ich weiß,“ antwortete Nelly und zuckte zusammen.
„Ja, er ist ein böser Mensch. Er haßte Natascha, weil sein Sohn Aljoscha sie heiraten wollte. Heute ist Aljoscha fortgefahren und eine Stunde nachher kam der Fürst zu ihr, beleidigte sie und drohte ihr mit der Korrektionsanstalt und verspottete sie. Kannst du mich verstehen, Nelly?“
Ihre dunkeln Augen blitzten, doch senkte sie sie schnell zu Boden.
„Ich verstehe,“ flüsterte sie kaum hörbar.
„Jetzt ist Natascha krank und allein; ich habe unseren Doktor bei ihr gelassen und bin schnell zu dir gelaufen. Höre mich an, Nelly: gehen wir beide zu Nataschas Eltern; du liebst ihren Vater nicht, du wolltest nicht zu ihm, doch jetzt, mit mir zusammen mußt du es tun. Wir treten zusammen ein, und ich sage, daß du willig bist, die Stelle Nataschas bei ihm einzunehmen. Der Alte ist jetzt krank, weil er Natascha verflucht, und der Vater Aljoschas ihn vor ein paar Tagen tödlich beleidigt hat. Er will jetzt nichts von seiner Tochter wissen, doch er liebt sie, liebt sie, Nelly, und möchte sich mit ihr aussöhnen; ich weiß es, ich weiß es alles! Es ist so! ... Hörst du, Nelly?“ ...
„Ich höre,“ sagte sie mit demselben Flüsterton.
Ich sprach zu ihr mit tränenerstickter Stimme. Sie sah mich scheu an.
„Glaubst du daran?“
„Ich glaube.“
„Nun, dann komm mit mir! Man wird dich freundlich empfangen und dich nach allem ausfragen. Ich werde dann das Gespräch auf deine Mutter und deinen Großvater lenken. Du erzählst ihnen alles, Nelly, wie du es mir erzählt hast. Erzähle ihnen, wie dieser böse Mensch deine Mutter verlassen hat, wie sie in der Kellerwohnung bei der Bubnowa gestorben, wie du mit deiner Mutter in den Straßen gebettelt hast; was sie dir gesagt, und um was sie dich gebeten, als sie starb ... Bei der Gelegenheit erzähle auch von deinem Großvater, wie er deiner Mutter nicht verzeihen wollte, und wie sie dich in ihrer Sterbestunde zu ihm schickte, damit er ihr Verzeihung gewähre, wie er es ihr verweigerte und wie sie dann allein gestorben. Alles, alles erzähle! Durch deine Erzählung wird das Gewissen des Alten aufgerüttelt werden. Denn er weiß, daß heute Aljoscha sie verlassen, daß sie beleidigt und beschimpft allein ohne Hilfe und Schutz zurückgeblieben, ihrem Feinde preisgegeben ist. Er weiß das alles ... Nelly, rette Natascha! Willst du es tun?“
„Ja,“ antwortete sie, schwer atmend und mich mit einem so sonderbaren Blick starr ansehend; es lag ein stummer Vorwurf in diesem Blick, ich fühlte es wohl in meinem Herzen.
Doch konnte ich mich von dem Gedanken nicht mehr trennen. Ich glaubte zu sehr an ihn. Ich faßte Nelly an der Hand und wir gingen hinaus. In der letzten Zeit war das Wetter so drückend und schwül gewesen, man hörte in der Ferne jetzt den ersten Donner. Eine dunkle Wolke zog auf und der Wind wirbelte den Staub hoch auf in den Straßen. Es war drei Uhr nachmittags.
Wir nahmen eine Droschke. Auf dem ganzen Wege schwieg Nelly, nur von Zeit zu Zeit sah sie mich mit ihrem sonderbaren, rätselhaften Blick an. Ihre Brust hob und senkte sich, ich fühlte wie in ihrer kleinen Handfläche ihr Herzchen schlug, als wollte es herausspringen.